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Wer zahlt, wenn der Baum aufs Haus fällt?

Die Feuerwehr beseitigt einen Sturmschaden

Abgesehen von den regenreichen Unwettern in den letzten Monaten müssen sich Hauseigentümer auch noch mit dem Problem befassen, dass immer häufiger lokale Gewitterzellen starke Stürme oder sogar Tornados auslösen.

Diese führen nicht nur zu unmittelbaren Schäden direkt am Haus, etwa durch heruntergewehte Dachziegel, sondern können durchaus auch mal einen kräftigen Baum zu Fall bringen. Wenn dieser auf das Haus kracht, ist in vielen Fällen ein größerer Schaden zu erwarten. Die Statik des Daches kann betroffen sein, so dass unter Umständen der Dachstuhl neu errichtet werden muss. Damit ein solches Szenario auch gedeckt ist, benötigen Hauseigentümer eine Gebäudeversicherung.

Für welche Kosten kommt die Gebäudeversicherung auf?

Grundsätzlich sind Sturmschäden ein Bestandteil der Gebäudeversicherung. Bei älteren Verträgen kann es aber der Fall sein, dass die Police noch aus Urzeiten stammt und hier nur das Risiko Feuer versichert ist. Da gilt es, den Versicherungsschutz unbedingt aufzurüsten. Denn nicht nur Sturmschäden sind allgemein in der Gebäudeversicherung eingeschlossen, sondern auch Hagelschäden. Diese können je nach Wetterlage ebenfalls große Schäden verursachen, wenn es mal wieder tischtennisgroße Hagelkörner regnet. Beschädigt der Sturm das Dach durch herab gewehte Ziegel oder einen umgestürzten Baum, so übernimmt die Gebäudeversicherung auch notwendige Reparaturen im Inneren des Hauses. Das ist dann der Fall, wenn durch eindringenden Regen Wände, Böden oder Fliesen beschädigt werden.

Ab wann zahlt die Gebäudeversicherung für Sturmschäden?

Die meisten Versicherer halten sich an die gleiche Regelung. Ein Schaden am Haus wird dann übernommen, wenn dieser durch einen Sturm verursacht wird. Ein Sturm geht mit einer Geschwindigkeit von mindestens 63 Kilometern pro Stunde einher. Darunter ist es kein Sturm. In der Regel können die Versicherer über die Wetterdienste nachvollziehen, dass sich das Haus in einem von einem Sturm betroffenen Bereich befindet. Alternativ können Sie den Nachweis des Sturmereignisses antreten, wenn es an zahlreichen Häusern in der Nachbarschaft ebenfalls zu einem Sturmschaden kam.

Ein Baum fällt auf das Nachbarhaus - wer kommt für den Schaden auf?

Ein Sturm hat sich ereignet und nun ist der Baum aus dem eigenen Garten auf das Dach des Nachbarhauses geschlagen. Vermutlich wird der Hauseigentümer erst einmal an Sie herantreten, da es ja Ihr Baum war, der zu Fall gekommen ist. Allerdings ist es sinnvoll, dass der betroffene Hauseigentümer erst einmal an seine Gebäudeversicherung herantritt, damit diese den Schaden auch vollumfänglich bezahlt. Das ist bei der Haftpflichtversicherung unter Umständen ein Problemfall, da diese nur die Kosten übernimmt, um das Haus in den Ursprungszustand zu versetzen. Somit könnte die Schadenersatzleistung gegenüber der Leistung aus der Gebäudeversicherung abweichen. Deckt die Gebäudeversicherung also den nachbarlichen Schaden ab, kann diese unter Umständen an Sie herantreten, um Regressansprüche geltend zu machen. Das wäre der Fall, wenn der betroffene Baum schon vorher sichtbar geschädigt war.

Wenn der Baum auf ein Auto kracht

Mit Bäumen an der Grundstücksgrenze ist es immer ein bisschen heikel, da diese bei einem Sturm auch auf Dinge außerhalb des eigenen Grundstückes stürzen können. So gilt für Sie als Hauseigentümer die Pflicht, Bäume auf Ihrem Grundstück in regelmäßigen Abständen einer Sichtkontrolle zu unterziehen. Sind bei einem der Bäume Anzeichen für eine Schädigung erkennbar, so sollte ein Fachmann hinzugezogen werden. Stürzt der Baum auf ein vor dem Grundstück parkendes Auto, gilt zu prüfen, ob Sie Ihrer Kontrollpflicht nachgekommen sind. Lagen keine Schäden am Baum vor, so stehen Sie auch nicht in der Haftung. Selbst Schäden, die nur durch einen Baumfachmann mit forstwirtschaftlichem Hintergrundwissen erkennbar gewesen wären, löst noch keine Haftung Ihrerseits aus.

Wer zahlt die Kosten der Feuerwehr?

In manchen Fällen ist der Schaden am Gebäude so groß, dass die Feuerwehr zur Hilfeleistung anrücken muss. Das ist der Fall, wenn ein massiver Baum auf das Haus gefallen ist und weitere Folgeschäden zu befürchten sind. Ebenso rückt die Feuerwehr aus, wenn der Baum zwar umgestürzt ist, aber nur am Haus lehnt. Muss ein weiteres Kippen dennoch verhindert werden, so wird die Feuerwehr den Baum zerlegen. In vielen Fällen erstellen die Feuerwehren keine Kostenrechnung, da es sich um eine Einsatzmaßnahme zur Abwendung von Gefahren handelt. Rückt die Feuerwehr hingegen aus, um auf Ihrem Dach zwei oder drei Ziegel wieder gerade zu rücken, so kann sie dafür durchaus eine Kostenrechnung erstellen. Dieser kleine Schaden hätte durch aus auch am Folgetag durch einen Dachdecker behoben werden können. Teilweise tragen aber die Gebäudeversicherer diese Kosten, da es sich um Maßnahmen handelt, die eine weitere Ausdehnung des Schadens verhindern sollen.