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Sturmschaden im Haus - zahlt so etwas die Gebäudeversicherung?

Papierhaus

„Am vergangenen Wochenende war es stürmisch. Wir haben vergessen, die Fenster zu schließen und durch einen Windstoß geriet in der Wohnung eine Holzfigur ins Wanken. Diese stürzte auf unsere Holztreppe und hinterließ dort ziemlich dicke Kratzer.

Bezahlt das unsere Gebäudeversicherung?“
Diese Fragen werden uns gar nicht so selten gestellt. Immerhin hat sich hier ein Schaden ereignet und der Geschädigte möchte natürlich wissen, ob ein solcher Schaden über die Gebäudeversicherung abgedeckt ist.

Was ist eigentlich ein Sturm?

Versicherungen leisten, wenn durch einen Sturm ein Schaden entstanden ist. Dabei ist nicht jeder Windstoß gleich ein Sturm. Das laue Lüftchen, dass mal eben etwas auffrischt, ist noch kein Sturm, auch wenn dadurch vielleicht ein Fenster zugeschlagen wird und zu Bruch geht. Bei Sturm muss mindestens die Windstärke acht vorliegen, das entspricht einer Windgeschwindigkeit von ungefähr 63 km/h. Ereignet sich dabei ein Schaden, besteht Versicherungsschutz.

Welche Gegenstände sind eigentlich bei einem Sturm versichert?

Der Versicherungsschutz bei Sturm ist schon sehr umfangreich. Alles, was das Haus betrifft, fällt unter den Schutz der Gebäudeversicherung. Das ist dann der Fall, wenn durch Sturm ein Baum umstürzt und da Dach dabei beschädigt. Ebenso sind die Folgenschäden versichert, wenn durch das defekte Dach Regenwasser eindringt und hier Schäden im Innenbereich des Hauses verursacht. Davon betroffen sein können beispielsweise Böden oder die Wände. Möbel oder Teppiche werden hingegen nicht von der Gebäudeversicherung ersetzt. Dafür gibt es schließlich die Hausratversicherung - also für alle Dinge, die sich lose im Haus befinden und zum Hausrat gehören.

Beschädigte Treppe bei einem Sturm – muss die Gebäudeversicherung dafür aufkommen?

Es klingt schon ein bisschen kurios, wenn bei einem Sturm die Treppe im Inneren des Hauses beschädigt wurde. Unter Umständen ist das möglich – allerdings muss die Treppe durch direkte Sturmeinwirkung zu Schaden gekommen sein. Denkbar ist das zum Beispiel, wenn ein Ast ein Fenster durchschlägt und dabei auf der Treppe landet und dort seine Spuren hinterlässt. Dieser Fall wird aber vermutlich selten auftreten. Natürlich kann es sein, dass bei einem Sturm Wind ins Gebäude eindringt. Fallen dadurch Gegenstände um und verursachen dann einen Schaden im Gebäude, ist die Gebäudeversicherung raus aus der Nummer. Hier handelt es sich nämlich nicht mehr um Sturm, sondern um Durchzug. Zumal bei Sturm generell die Fenster geschlossen sein sollten.

Geöffnete Fenster bei einem Sturm - besteht dafür überhaupt Versicherungsschutz?

Mittlerweile werden Unwetterwarnungen ja in allen Medien veröffentlicht. Natürlich kann es sein, dass sich ein Sturmtief als laues Lüftchen entpuppt. Dennoch müssen Sie bedenken, dass Sie gegenüber Ihrer Gebäudeversicherung oder auch der Hausratversicherung bestimmte Sorgfaltspflichten haben. Dazu gehört, dass Sie das Risiko eines Schadens minimieren. Das bedeutet: Bei Sturm müssen Sie die Fenster geschlossen halten, damit beispielsweise kein Regenwasser ins Haus eindringen kann. Gelangt bei einem Unwetter eine größere Menge Regenwasser beispielsweise über ein geöffnetes Dachfenster ins Haus, kann es durchaus passieren, dass Ihre Versicherung den Schaden ablehnt. Für die Feuchtigkeit im Mauerwerk müssen Sie also selber aufkommen. Ausnahme: Ihre Gebäudeversicherung ersetzt auch die Schäden, die durch grobe Fahrlässigkeit entstanden sind. Das ist aber längst noch nicht bei jedem Versicherer der Fall.

Sturmschäden im Haus nur bedingt versicherbar

Der eingangs geschilderte Schaden wurde von der Gebäudeversicherung des Kunden übrigens nicht getragen. Es hat sich tatsächlich herausgestellt, dass mehrere Fenster geöffnet waren und dabei Durchzug entstanden ist. Damit ist der Begriff Sturm nicht mehr gegeben. Auf den ersten Blick vielleicht ärgerlich, aber auch die Gebäudeversicherung kann nicht für jeden Schaden aufkommen, der irgendwie im Zusammenhang mit einem Sturm steht. Die Beiträge würden sicherlich um einiges höher sein. Grundsätzlich gilt: Schäden, die durch direkte Sturmeinwirkung verursacht werden, sind natürlich versichert. Das gilt für umgestürzte Bäume oder beschädigte Hausdächer. Kommt es im Inneren des Hauses zu einem Schaden, ist dieser nur als Folgeschaden versichert. Das ist beispielsweise der Fall, wenn beschädigte Ziegel ins Innere des Hauses auf den Boden prallen und dort für einen Schaden sorgen.