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So wird das Überschwemmungsrisiko in Deutschland unterschätzt

Gewitter

Die Monate Juni und Juli waren in diesem Jahr vielerorts von Starkregenfällen geprägt und haben in vielen Städten und Gemeinden zu schweren Schäden geführt. Vor allem Wohnhäuser sind davon regelmäßig betroffen, wenn durch Starkregen Wasser ins Gebäude eindringt und hier Schäden an der Gebäudesubstanz und am Hausrat hinterlässt.

Stellenweise ist an einzelnen Tagen so viel Regen gefallen wie sonst im ganzen Monat. Betrachtet man Umfragewerte zum Thema Starkregenfälle, so wiegen sich viele Hauseigentümer in Sicherheit.

Überschwemmungen sind ungefährlich

Was macht so ein bisschen Regen schon aus? So denken viele Hauseigentümer, wenn es um die Frage nach dem Risiko Regen geht. Umfragen zufolge sind fast 90 Prozent aller Hauseigentümer der Meinung, dass ein bisschen Regen nicht wirklich gefährlich ist. Das Haus wird schon eine Menge Regen aushalten. Dazu kommt, dass sich mehr als zwei Drittel aller Befragten nach einer GfK-Umfrage aus dem Jahr 2016 darauf verlassen, nicht von einer Überschwemmung betroffen zu sein. Viele verbinden mit der Überschwemmung immer noch über die Ufer tretende Gewässer. Das ist aber nicht der Fall. In vielen Innenstädten sind Flächen mittlerweile soweit versiegelt, dass Wasser nach einen Starkregen nicht schnell genug durch die Kanalisation aufgenommen werden kann.

Zahlt die Gebäudeversicherung für Schäden durch Starkregenfälle?

Die meisten Hauseigentümer verfügen über eine Gebäudeversicherung und wähnen sich damit in Sicherheit. Schließlich sind Sturmschäden, die bei heftigen Unwettern auftreten, hier ja mit versichert. Dass aber Überschwemmungen nicht in den klassischen Schutz hineinfallen, ist vielen Hauseigentümern nicht bewusst. Im Schadensfall stehen Sie vor dem Problem, dass keine Elementarversicherung vorhanden ist und Sie damit auf ihrem Schaden sitzenbleiben.

Nur 40 Prozent aller Gebäude sind in Deutschland ausreichend gegen Elementarschäden versichert

Die Unkenntnis darüber, welche Schäden die Gebäudeversicherung übernimmt und die Wahrnehmung, dass eine Überschwemmung schon nicht eintreten wird, führt dazu, dass viele Häuser in Deutschland nicht ausreichend versichert sind. So belegen Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, dass gerade einmal vier von zehn Häusern zusätzlich mit der Elementarversicherung geschützt sind. Da in Baden-Württemberg bedingt durch die frühere Pflichtversicherung 95 Prozent aller Häuser eine Elementarversicherung haben, drückt das natürlich den Schnitt in den anderen Bundesländern. In Niedersachsen, wo im Sommer 2017 aufgrund der Starkregenfälle Katastrophenalarm herrschte, sind gerade einmal 18 Prozent aller Häuser versichert.

Können alle Häuser in Deutschland versichert werden?

Entgegen der Meinung von Verbraucherschützern bietet die Versicherung für so gut wie alle Häuser in Deutschland die Elementarversicherung an. Ausnahmen gibt es in den ZÜRS-Zonen 3 und 4. In diesen Bereichen ist ein Hochwasser alle 100 Jahre beziehungsweise alle 10 Jahre möglich. Hier prüfen die Versicherer, wo sich das Haus befindet und müssen in manchen Fällen eine individuelle Entscheidung treffen. Im Endeffekt lassen sich aber 99 Prozent aller Gebäude problemlos versichern.

Schäden werden massiv unterschätzt

Wenn man mal das Jahr 2016 betrachtet, liegen die Schäden, die durch Hochwasser verursacht wurden, bei rund zwei Milliarden Euro. Davon entfallen allein 800 Millionen Euro auf zwei größere Unwetter, die sich im Frühjahr 2016 ereignet haben. Es geht nicht allein um vollgelaufene Keller, sondern auch darum, dass Häuser durch über die Ufer tretende Gewässer massiv unterspült werden und dadurch ein Abriss die unweigerliche Folge ist. Teilweise haben sich Bäche zu reißenden Strömen entwickelt, so dass manche Orte durch größere Schlammlawinen betroffen waren.

Unterstützen Bund und Länder bei Hochwasserkatastrophen

In den vergangenen Jahren haben Bund und Länder für betroffene Hauseigentümer Soforthilfen ausbezahlt, wenn Schäden die Existenz bedrohten. Damit soll in einigen Jahren Schluss ein. Zuletzt haben sich die Innenminister der Länder darauf verständigt, dass Soforthilfen nicht mehr ausbezahlt werden, wenn ein betroffenes Haus versicherbar gewesen wäre. Mit anderen Worten: Hauseigentümer sind deutlich stärker in der Verantwortung. Hier muss neben der Gebäudeversicherung auch die Elementarversicherung abgeschlossen werden. Das gilt übrigens auch für Schäden am Hausrat. Wird dieser durch eine Überschwemmung ruiniert, gibt es nur dann Schadensersatz, wenn neben der Hausratversicherung auch eine Elementarversicherung vorhanden ist. Dieses Bewusstsein ist auch noch nicht sonderlich weit ausgeprägt. Vor allem Mieter von Häusern oder Wohnungen müssen sich darum kümmern, dass ihr Hab und Gut im Falle eines Starkregens ausreichend abgesichert ist.

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