Silvester mit Hund – So vermeiden Sie Stress

Ende Dezember ist es so weit: Das neue Jahr wird mit großem „Prosit“ und lautstarker Knallerei begrüßt. Für viele Hunde – und natürlich auch andere Tiere – die schlimmste Nacht des Jahres. Sie leiden unter dem ungewohnten Lärm und verbringen die Zeit nicht selten winselnd unter dem Sofa.

Doch das muss nicht sein. Damit Sie und Ihr Hund entspannt ins Neue Jahr starten können, sollten Sie Ihrem Vierbeiner rechtzeitig die Angst vor den fremden Geräuschen nehmen. Dies geht besonders gut, wenn Sie frühzeitig mit dem Training beginnen. Ist es zeitlich nicht mehr möglich, geben wir Ihnen neben Vorsorge- auch Verhaltenstipps, wie Sie ihm die Silvesternacht trotzdem so angenehm wie möglich gestalten können.

Silvester naht: Tipps für den Akutfall

Wenn Sie einen ängstlichen Hund zu Hause haben und es bis Silvester nicht mehr weit ist, bleibt natürlich nicht mehr genug Zeit für ein Angsttraining oder andere prophylaktische Maßnahmen mit viel Vorlauf.

Folgende Maßnahmen können Ihrem Vierbeiner die Nacht erträglicher machen:

  • In der Silvesternacht sollten Sie Ihren Vierbeiner niemals allein lassen.
  • Heruntergelassene Rollladen helfen dabei, die Reize von außen zu mildern.
  • Ein laufendes Radio oder Fernsehen kann vom Lärm draußen ablenken.
  • Sucht Ihr Vierbeiner den Körperkontakt, geben Sie ihm die Sicherheit, dass Sie an seiner Seite sind. Allerdings kein übertriebenes Gehabe, sonst fühlt sich Ihr Hund in seiner Unsicherheit bestätigt. Aber Sie sollten ihm zeigen, dass alles gut ist. Ein wortloses Über-den-Kopf-streicheln kann hier bereits ausreichen.
  • Vielen Fellnasen hilft es, sie mit ihrem Lieblingsspiel abzulenken, während draußen das Feuerwerk hochgeht. Wenn Sie dabei demonstrativ bester Stimmung und spendabel mit Leckerlis sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Ihr Hund die Zeit des Feuerwerks gut übersteht und keine (größeren) Ängste entwickelt.
  • Sorgen Sie für einen Rückzugsort. Am besten in einem Raum, der nicht zur Straße liegt und abgedunkelt ist. Laut Verhaltensforschern wirkt ein kleiner, verdunkelter Raum beruhigend auf Hunde. Eine Kuschelecke und das laufende Radio fördern das Gefühl von Normalität. Wichtig: Bringen Sie Ihren Vierbeiner in diesen sicheren Raum, wenn er noch entspannt ist. Ob Sie ihm hier Gesellschaft leisten, müssen Sie ganz individuell und von der Situation abhängig machen.
  • Am schönsten ist es natürlich, wenn Sie das neue Jahr gemeinsam mit Freunden begrüßen, die auch Hunde haben. Wenn Ihr Vierbeiner sieht, dass die ungewohnte Geräuschkulisse seinen Kumpels nichts ausmacht, kann sich das positiv auf sein Verhalten auswirken und ihm die Angst nehmen.
  • Notfalltropfen, sogenannte Rescue-Tropfen, sollen so manchem Vierbeiner schon geholfen haben. Sie bestehen aus Bachblüten und haben gerade in akuten Stresssituationen (wie Silvester, Umzug usw.) einen angstnehmenden, entspannenden Effekt. Es gibt sie in Apotheken, in Tiergeschäften und auch online zu bestellen. Achten Sie darauf, dass Sie die speziell für Tiere hergestellten Tropfen kaufen, nur diese sind ohne Alkohol. Holen Sie sich am besten fachmännischen Rat, wenn Sie sich mit der Dosierung und Anwendung unsicher sind.

Auch wenn Ihrem Vierbeiner die Knallerei nichts auszumachen scheint, lassen Sie ihn während der Silvesternacht nicht auf die Straße. Dort droht die Gefahr, dass er von einem Querschläger getroffen wird oder er doch einmal spielerisch nach den Knallern schnappt.

Was Sie langfristig gegen Silvester-Panik beim Hund tun können: Desensibilisierung, Bachblüten und Massage

Verfällt Ihr Hund an Silvester regelrecht in Panik? Dann sollten Sie über desensibilisierende Maßnahmen nachdenken. Diese sind natürlich keine Sofort-Hilfe, sondern langfristig angelegt und erfordern einiges an Einsatz Ihrerseits. Aber das ist ein angstfreier Vierbeiner doch wert, oder?

Mit der langfristig angelegten Desensibilisierung können Sie dieses Jahr in der Silvesternacht den Grundstein legen, indem Sie das Feuerwerk mit Ihrem Smartphone aufnehmen. Oder von jemandem aufnehmen lassen, während Sie mit Ihrem Hund besser im Haus bleiben.

In den kommenden Monaten spielen Sie Ihrem Vierbeiner das Feuerwerk immer wieder vor, anfangs noch leise, im Laufe der Zeit dann immer lauter. Während des Abspielens gehen Sie ganz normal Ihrer Tätigkeit nach. Strahlen Sie Gelassenheit aus, das ist das Wichtigste! Für eine positive Verknüpfung können Sie auch mit Ihrem Hund spielen – Apportier- oder Zerrspiele lenken schön ab -, ihn zwischendurch immer loben und kleine Leckerchen verteilen. So speichert Ihre Fellnase langsam ab, dass von diesen Geräuschen keinerlei Gefahr ausgeht.

Haben Sie keine Möglichkeit, selbst ein Silvesterfeuerwerk aufzunehmen, können Sie auch auf YouTube-Videos zurückgreifen. Zudem gibt es verschiedene Sound-CDs im Handel, die die unterschiedlichsten Geräuscharten einspielen. So können Sie Ihren Hund neben den Silvestergeräuschen auch an Schnellzüge, Flugzeuge, Laubbläser oder an Babygeschrei gewöhnen.

Aber: Viele sind der Meinung, dass die Erfolgsaussichten eines Geräuschtrainings mit aufgenommenen Lauten nur mäßig sind. Die Frequenz der eingespielten Geräusche entspreche nicht den realen Geräuschen. Zumindest können Sie Ihren Vierbeiner jedoch schon einmal grundsätzlich an laute und plötzlich auftretende Geräusche gewöhnen.

Hilft das alles nichts, macht es Sinn, professionelle Hilfe bei einem Tiertherapeuten zu suchen.

Sollte die Silvesterknallerei Ihren Vierbeiner ganz besonders quälen, können Sie Bachblüten als Beruhigungsmittel ausprobieren. Es gibt insgesamt 38 verschiedene Essenzen. Ideal wäre es, Ihrem Hund schon 2-3 Wochen vor Silvester eine gut abgestimmte Mischung zu verabreichen. Bei Angstzuständen eignen sich besonders diese drei Bachblüten:

  •  (Gefleckte Gauklerblume): Für Hunde, die in bestimmten Situationen oder bei konkreten Gegenständen Angstzustände bekommen.
  •  (Zitterpapel): Hilft Vierbeiner, die eine vage, meist unbegründete Angst empfinden.
  •  (Gemeines Sonnenröschen): Eignet sich besonders gut für Hunde, die extreme Ängste in konkreten Situationen haben.

Optimal wird die Zusammenstellung der Mischung, wenn diese durch einen Tierheilpraktiker erfolgt, der Ihren Hund gut kennt. Generell sollten Sie sich vor der ersten Gabe von Bachblüten fachkundig beraten lassen.

Vielleicht haben Sie schon einmal vom sogenannten Tellington Touch gehört. Dabei handelt es sich um eine Massagetechnik, die nicht nur die Bindung zwischen Mensch und Hund stärken, sondern auch …

  • … Schmerzen lindern,
  • … verspannte Stellen lösen,
  • … Berührungsängste nehmen,
  • … unerwünschte Verhaltensweisen und Gewohnheiten verändern
  • … sowie der Entspannung dienen kann.

Vielleicht ja einen Versuch wert?

 Geräuschtraining beginnt im Welpenalter

Ein Fehler, den viele Welpenbesitzer machen: Sie trösten die kleine Fellnase, wenn sie sich erschreckt. Zeigt der Junghund jedoch lediglich eine leichte Unruhe, weil beispielsweise die Stadtreinigung lautstark durch die Straßen zieht und die Mülltonnen entleert, sollten Sie sich einfach ganz normal verhalten. Damit zeigen Sie ihm, dass die Geräusche harmlos sind. Schenken Sie der Situation keine besondere Beachtung, wird Ihr Hund die fremdartigen Geräusche mit der Zeit auch als alltäglich ansehen und ganz gelassen bleiben.

Grundsätzlich macht es Sinn, von Anfang an mit Ihrem Hund gezielt laute und hektische Situationen zu suchen – natürlich in Maßen. Nicht umsonst heißt es, dass ein junger Hund in alle Alltagssituationen mit einbezogen werden sollte. Fahren Sie Bus mit ihm, nehmen Sie ihn mit in die Stadt, laden Sie Freunde ein oder gehen Sie mit dem Vierbeiner ins Café, ein Stück Kuchen essen.

Wenn Sie einen erwachsenen Hund haben, können Sie genauso vorgehen. Es wird nur nicht so einfach und schnell gehen wie mit einem jungen Tier, das mit dem Lärm noch nichts verbindet.

Gassigehen & Co. rund um den Jahreswechsel

Schon an den Tagen vor Silvester (und dementsprechend auch danach) wird oft die eine oder andere Rakete gezündet. Besonders unangenehm sind die sogenannten Knallfrösche, die einen plötzlich zusammenzucken lassen. Das bedeutet dementsprechend auch in dieser Zeit besondere Obacht. Leinen Sie Ihren Vierbeiner daher schon an den Tagen vor dem Jahreswechsel bei Spaziergängen sicherheitshalber an. Wählen Sie zudem Gassizeiten und -orte, die weitgehend knallfrei sind.

Vorsicht auch mit offenen Haustüren oder Gartentoren: Selbst ein gut erzogener und bislang unerschrockener Vierbeiner kann sich plötzlich vor einem Knallfrosch erschrecken und in Panik fliehen. Die Hundehaftpflicht ist für Sie als Hundehalter unerlässlich, damit Sie bei einem Unfall gegen Schadensersatzforderungen geschützt sind. Muss Ihr Hund an den Tagen vor oder nach dem Jahreswechsel alleine bleiben und bei Ihnen in der Nachbarschaft wird viel geknallt, helfen ein eingeschaltetes Radio sowie heruntergelassene Rollos, die Geräusche von draußen zu dämpfen.

Manchmal hilft nur eins: Silvesterurlaub mit Hund

Beachten Sie diese Tipps, sollte Silvesterstress beim Hund kein Thema für Sie sein. Ist Ihr Hund jedoch schon zu alt oder einfach sehr, sehr ängstlich, gibt es noch eine andere Lösung: Ersparen Sie ihm einfach die Quälerei und verbringen Sie den Jahreswechsel fernab der Knallerei. Zum Beispiel auf den Inseln Amrum, Föhr oder Sylt. Auf Amrum beispielsweise ist Feuerwerk komplett verboten, auf Sylt und Föhr ist es auf wenige Orte beschränkt. Hundefreundliche Ferienwohnungen finden Sie zum Beispiel auf www.hundeurlaub.de.

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