Der Frühling ist da: Unsere Tipps rund um den Garten

Schubkarre mit Erde

Die Sonne wagt sich immer mehr aus der wolkigen Tristesse heraus und sendet uns Frühlingsgefühle. Klar, dass da die Stunde der Hobbygärtner schlägt. Alles, was im Winter liegen geblieben ist, kann nun in Angriff genommen werden. Da wird der Rasen wieder in Schuss gebracht, Hecken zugeschnitten, Bäume gestutzt oder die Terrasse gereinigt.

Fast scheint es, als wenn Rasenmäher, Vertikutierer und Kantenschneider das Geräusch der singenden Vögel überlagern würden – so emsig die die Gartenfreunde bei der Arbeit. In vielen Fällen kommt allerdings auch durch den falschen Umgang mit technischem Gerät oder Chemikalien zu Unfällen. Wir wollen, dass Sie die Gartensaison unfallfrei genießen können. Unsere Tipps für mehr Sicherheit im Garten.

Paar vor Umzugskartons

Wo liegen die häufigsten Ursachen für Unfälle im Garten?

Stromschläge, Verbrennungen, Stürze, Schnittverletzungen und noch vieles mehr: Schon gewusst, dass kein anderer Bereich des häuslichen Umfeldes so unfallträchtig ist wie der Garten? Da können dem Hobbygärtner viele Pannen unterlaufen, die einen Unfall zur Folge haben. Das fängt schon an bei defekten Gartengeräten, die bedingt durch einen Wackelkontakt oder beschädigte Kabel einen Stromschlag auslösen können. Durch den unsachgemäßen Einsatz von Sägewerkzeugen hat sich schon mancher Gartenfreund schwere Verletzungen zugefügt. Der Einsatz von Leitern birgt nicht selten Risiken, wenn diese keinen ausreichenden Stand haben oder oben auf der Leiter ohne vernünftigen Halt gearbeitet wird. Dazu kommt auch noch die falsche Handhabung des Gartengrills, der so ziemlich in jedem Garten vorhanden ist. Wir sind ja nicht nur Hobbygärtner, sondern auch wahre Grillkünstler – wenn es gut läuft.

Rasenmähen – eine Gefahr für den Hobbygärtner?

Was soll beim Rasenmähen schon passieren, werden Sie sicherlich denken. Es gibt einfach Dinge, die liegen außerhalb unseres Vorstellungsvermögens. Leider eben auch Aspekte, die unsere Sicherheit betreffen. Im teilweise höher gewachsenen Gras können sich kleine Zweige und Steine befinden, die durch die Scherblätter aufgewirbelt werden und Sie oder andere Personen im Garten treffen können. Daher sollten allein schon kleine Kinder sich nicht in der Nähe des Rasenmähers aufhalten. Suchen Sie den Rasen vorher kurz einmal ab, um mögliche Unfälle zu vermeiden. Dazu gehört auch, dass Sie auf das Kabel des Rasenmähers aufpassen und nicht darüber fahren. Nutzen Sie einen benzinbetriebenen Rasenmäher, so gilt: Beim Einfüllen des Kraftstoffes einen handlichen Kanister und einen Trichter verwenden, so dass kein Kraftstoff daneben fließen kann. Das ist nicht nur für den Untergrund schädlich, sondern birgt auch Brandgefahr, wenn Sie den Rasenmäher unmittelbar danach in Betrieb nehmen.

Die Hecke schneiden – aber sicher!

Mann mit Heckenschere

Viele Gärten sind mit Hecken und Sträuchern umsäumt, die regelmäßig geschnitten werden müssen. Die meisten Gartenfreunde nutzen längst nicht mehr die anstrengende Form der Handarbeit mit der großen Schere, sondern elektrische Helfer. Geht ja auch wesentlich schneller, birgt aber auch gewisse Risiken. Vor allem bei warmen Temperaturen ist immer wieder zu beobachten, wie Gartenfreunde ihr Werkzeug benutzen und dabei kurze Hosen tragen. Rutscht die elektrische Heckenschere einmal ab, kann es daher zu Verletzungen im Beinbereich kommen. Die Frage ist, ob in dieser Situation nicht besser eine Schnitzschutzhose zu tragen ist. Müssen Sie die Hecke über Kopfhöhe schneiden, so bietet sich als Unterstützung eine Klappleiter an. Eine normale Leiter bietet nicht genug Standfestigkeit, da Sie diese ja an der Hecke anlehnen müssten.

Übrigens: Die Hecke können Sie auch nicht nach Belieben bearbeiten. Vom 1. März an bis zum 30. September verbietet das Bundesnaturschutzgesetz den radikalen Kahlschlag der Hecke. Diese Vorschrift dient dem Vogelschutz, denn die Vögel errichten in Hecken und Büschen Nistplätze. Ein schonender Rückschnitt der Hecke ist erlaubt, wenn das Laub zu weit in den öffentlichen Bereich hineinragt. Hier müssen Sie sich aber vor dem Schneiden davon vergewissern, dass sich kein Vogel dort eingenistet hat. Wenn ja, müssen Sie den Grünschnitt um ein paar Wochen verschieben.

Bäume selber fällen?

Es gibt immer Gründe dafür, dass ein Baum im Garten gefällt werden muss. Ob der Baum nun krank ist, vom letzten Sturm arg gebeutelt wurde oder zu viel Schatten wirft: Zum Fällen benötigen Sie eine Genehmigung der jeweiligen Kommune. Bevor Sie also nun zur Motorsäge greifen, müssen Sie sich eine Genehmigung zum Fällen einholen. Sonst drohen hohe Geldstrafen. Je nach Größe des Baumes empfiehlt es sich, einen Baumfälldienst hinzuzuziehen. Denn Bäume mit einem Stammdurchmesser von mehr als 20 Zentimeter sind für den Laien nur schwer kontrollierbar zu fällen. Hier gilt: Eine vernünftige Schutzausrüstung ist notwendig. Dazu gehören ein Helm, eine Schutzbrille, eine Schnittschutzhose und natürlich feste Arbeitsschuhe.

Wie können Sie einen Baum fällen?

Motorsäge

Es hängt von der Höhe des Baumes und der Grundstücksgröße ab, welche Methode Sie anwenden. Bietet das Grundstück keinen ausreichenden Platz zum Fall des Baumes, so müssen Sie von unten nach oben zuerst die Äste und danach von oben nach unten den Stamm stückweise absägen. Unter Umständen macht hier eine Hubarbeitsbühne Sinn, die es mittlerweile zu vernünftigen Preisen zu mieten gibt.

Bietet der Garten genug Fläche, so können Sie den Baum auch direkt fällen. Dabei müssen Sie zunächst in Fallrichtung einen Spalt bis in die Mitte des Stammes einsägen. Der Winkel des Spaltes beträgt etwa 30 Grad. Danach setzen Sie die Säge auf der gegenüberliegenden Seite des Baumes knapp oberhalb des gesetzten Spaltes an. Der Baum verliert dadurch seine Stabilität und fällt in die gewünschte Richtung.

Ist der Garten sicher für die Kinder?

Klar, werden Sie sagen, es geht ja nichts über die Sicherheit der Kinder. In manchen Fällen übersehen Gartenfreunde aber auch Dinge, die auf der Hand liegen und es kommt immer wieder zu Unfällen. größte Gefahrenquelle ist dabei der Gartenteich. Selbst bei geringer Tiefe von 20 bis 30 Zentimetern kann der schon zu einer tödlichen Falle werden. Sicherlich, diese Tiefe ist noch Stehhöhe, auch für Kleinkinder. Stolpern diese aber und fallen mit dem Gesicht direkt in das Wasser, setzt durch den Schreck eine erhöhte Atmung ein und schon sind größere Mengen Wasser geschluckt. Dazu fehlt es an der Orientierung, sich allein aus dem Wasser zu befreien. Der tödliche Unfall nimmt hier also seinen Lauf. Besser ist es, wenn der Gartenteich mit einem Metallgitter von oben geschützt ist. Dieses lässt sich übrigens auch als Schutz vor Vögeln verwenden, die gerne mal Fische aus dem Teich heraus klauen.

Daneben ist es notwendig, dass Sie den Garten auf mögliche giftige Gewächse untersuchen und diese entfernen. Gerade kleine Kinder haben den Drang, alles in den Mund zu nehmen und machen dabei auch vor den Früchten so mancher Pflanze nicht Halt. Eine Vergiftung ist also durchaus denkbar. Ebenso, wenn Sie zur Unkrautbekämpfung Gartenchemikalien verwenden, die Kinder durch ein Blatt aufnehmen, das sie abreißen und in den Mund stecken. Auch hier gilt: Verzichten Sie sicherheitshalber auf die chemische Keule.

Spielgeräte regelmäßig prüfen

Kind auf einer Rutsche

Toll ist es, wenn für die Kinder im Garten Schaukel, Klettergerüst oder andere Spielgeräte stehen. Nichts ist wichtiger, als das sich Kinder draußen austoben können und genug Bewegung haben. Klettern ist ebenfalls wichtig für die Motorik eines Kindes. Dazu gehört aber auch, dass Sie einmal im Jahr die Spielgeräte einer kurzen Sichtprüfung unterziehen, ob diese nicht entweder morsch sind oder an wichtigen Punkten ihre Tragfähigkeit verloren haben. Ein Trampolin ist bei vielen Kindern zwar beliebt, birgt aber auch Unfallrisiken. Vor allem, wenn der Fangzaun nicht angebracht ist. Aber auch mit Fangzaun können sich Unfälle auf dem Trampolin ereignen. Hopsen die Kinder verkehrt und lassen sich mit dem Po auf das Trampolin fallen, kann das zu einer Stauchung der Wirbelsäule führen. Viele Gesundheitsexperten neigen bereits dazu, das Trampolin als Risiko für Kinder einzustufen.

Neben der Kontrolle der Spielgeräte im Garten müssen Sie aber auch noch an andere Dinge denken, die für Kinder eine Gefahr darstellen können. Sind die Außensteckdosen so gesichert, dass Kinder hier nicht hineingreifen können? Liegen womöglich noch Gartengeräte nach der letzten Gartenpflege herum, über die Kinder stolpern oder sich schneiden können? Deshalb: Immer direkt die benutzen Gartenhelfer wegräumen. Schließlich kommt es ja auch häufig vor, dass Kinder vom Nachbarn mit Ihrem Nachwuchs im Garten spielen und diese die für Ihr Kind bekannten Gefahren nicht erkennen. Zubehör zum Grillen gehört in den Schuppen oder die Garage. Insbesondere, wenn Sie einen Gasgrill nutzen, darf die Gasflasche nicht für Kinder erreichbar sein.

Die Grillsaison ist eröffnet

Grill

Der sichere Umgang mit dem Grill ist eigentlich für jedermann selbstverständlich und doch ereignen sich immer wieder Unfälle, teilweise mit schwerwiegendem Ausgang für die Beteiligten. Daher von unserer Seite noch einmal ein paar Sicherheitstipps, damit das Grillvergnügen nicht in einer Katastrophe endet.

Kohlegrill

Für den Kohlegrill gilt: Nutzen Sie Grillanzünder auf Wachsbasis, Heißluftgebläse, einen Anzündkamin oder elektrische Grillanzünder mit einer Heizschleife – ähnlich wie ein Tauchsieder. Erhitzen Sie die Kohle so, dass außen eine weiße Schicht sichtbar ist. Dann hat die Kohle die richtige Temperatur und entwickelt weniger Rauch oder Dämpfe, wenn Marinade drauftropft. Verzichten Sie bewusst auf flüssige Grillanzünder, da diese sich nicht kontrolliert anwenden lassen. Spritzen Sie die Flüssigkeit in die anfachenden Kohlen, so können brennende Spritzer sich in alle Richtungen ausdehnen und dabei auch Bekleidungsstücke der Umstehenden in Brand setzen. Dabei ist es schon häufig zu dramatischen Unfällen gekommen – vor allem mit Kindern, die dabei massive Verbrennungen erlitten.

Elektrogrill

An sich ist ein Elektrogrill eine prima Sache. Kein langes Anzünden, kein Geruch, kein Qualm. Ein Elektrogrill hat aber auch seine Tücken: wenn die Fettauffangschale unter dem Grillrost nicht regelmäßig mit Wasser aufgefüllt wird, erhitzt sich das dort hineintropfende Fett und entzündet sich. Passiert das, müssen Sie richtig reagieren: Wenn Sie nun Wasser darauf kippen, kann es entweder zu einer Stichflamme kommen oder der Grill kann durch den massiven Temperaturunterschied durch das darauf gegossene Wasser platzen. Besser ist es, wenn Sie ein großes Handtuch befeuchten und einfach darüber legen. Damit löschen Sie das Feuer ab und der Grill kann, soweit Kunststoffteile noch nicht verschmort sind, noch genutzt werden. Die Abtropfschale einmal gründlich reinigen und fertig.

Gasgrill

Gas stellt immer ein besonderes Risiko dar. Es ist brennbar, teilweise schwerer als Luft und verdrängt Sauerstoff. Deshalb ist ein Gasgrill generell nur draußen einsetzbar. Da manche Menschen immer wieder auf die Idee kommen, diesen auch in geschlossenen Räumen zu verwenden, kommt es hier auch regelmäßig zu Unfällen. Die Gasflasche sollte dabei nicht in dem Ablageschrank unter dem Grill platziert werden. Hier staut sich Hitze von der Grillfläche darüber. Bei einer Erhitzung der Gasflasche kann sich das darin befindliche Gas ausdehnen und es kommt zum sogenannten Druckgefäßzerknall. Achten Sie darauf, dass die Gasflasche beim Grillen ein schattiges Plätzchen hat. Die Sonnenstrahlung führt nämlich auch dazu, dass sich der Flaschenkörper erhitzt und das Gas ein Ausdehnungsbestreben zeigt. Wenn kein Schattenplatz vorhanden ist, dann kippen Sie ab und zu mal einen Eimer Wasser zum Kühlen über die Flasche.

Vorsicht bei Sturm

Trampolin im Garten

Die Terrasse ist in der warmen Jahreszeit der Aufenthaltspunkt Nummer eins für die Familie. Die Kinder spielen draußen, die Eltern sitzen mit Freunden auf der Terrasse. In fast allen Gärten sind sie jetzt wieder zusehen: Die Terrassenpavillons, die bei starkem Sonneneinfall Schatten spenden sollen. Dazu halten sie auch mal den einen oder anderen Schauer ab, so dass die gemütliche Runde bei ein paar Regentropfen nicht nach innen verlagert werden muss. Wird es hingegen stürmisch, kann das zu schweren Schäden am Pavillon führen. Ist er beispielweise mit Heringen auf der Terrasse verankert, so kann bei Sturm der Pavillon umknicken oder das Dach komplett reißen. Ist er nicht verankert, so sorgt eine starke Sturmböe schnell dafür, dass dieser abhebt und womöglich in Nachbars Garten landet.

Dabei kann so einiges dann zusätzlich zu Bruch gehen. Kommt es zu einem Schaden, so sind dafür die Hausratversicherung und auch die Privathaftpflicht unentbehrliche Versicherungen. Einerseits für den Schaden in Nachbars Garten, andererseits für den Terrassenpavillion selbst. Steht der nämlich direkt am Haus auf der Terrasse, so ist dieser in vielen Tarifen der Hausratversicherung mittlerweile mit abgesichert. Ein Kindertrampolin sollten Sie bei Sturm ebenfalls sichern und mit Heringen im Boden verankern. Diese haben nämlich die Angewohnheit, dass sie auch mal zwei bis drei Gärten weiter wieder aufkommen können.

Wir wünschen Ihnen jedenfalls, dass Sie gut in die sonnige Jahreszeit starten können, vor allem jetzt, wo die Uhren umgestellt wurden und es abends wieder länger hell ist.

Familie im Wald

Ein Kommentar zu “Der Frühling ist da: Unsere Tipps rund um den Garten

  1. Ich denke, der Tipp, den Sie genannt haben im Garten immer feste Arbeitsschuhe oder auch Sicherheitsschuhe zu tragen ist sehr gut. Mein Onkel ist einmal aus Versehen mit dem Rasenmäher über seine Füße gefahren. Da wären Sicherheitsschuhe sehr nützlich gewesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.