eKomi-Siegel
4.8 / 5

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. Blog
  3. Schwarzarbeit
 

Schwarzarbeit am Bau: Keine Haftung des Architekten

Maurer

Wird bei einem Hausbau oder einem Umbau ein Architekt beauftragt, so führt er auch die Aufsicht über die auszuführenden Arbeiten am Bau durch.

Das allerdings nur in einem begrenzten Rahmen: Setzt der Bauherr ohne Wissen des Architekten Schwarzarbeiter ein, so kann er bei mangelhafter Ausführung der Arbeiten nicht den Architekten dafür belangen.

Probleme bei Abbrucharbeiten

Für die Sanierung eines Altbaus hat der Eigentümer einen Architekten beauftragt. Parallel dazu beauftragte der Bauherr Arbeiter, die Abbrucharbeiten durchführten. Dabei versäumte es der Bauherr, für die Arbeiter die Meldung an die Genossenschaft und Sozialversicherungsträger abzugeben. Diese waren de facto als Schwarzarbeiter zu betrachten. Als sich Laufe der Umbauarbeiten ergab, dass diese Arbeiter massiv gepfuscht hatten, versuchte der Bauherr den Architekten dafür in Regress zu nehmen. Er habe nach Ansicht des Bauherrn seine Sachwalterpflichten im Rahmen der Überwachung der Baustelle vernachlässigt.

OLG Schleswig lehnt Klage gegen den Architekten ab

Eigentlich ist es eine klare Angelegenheit, dennoch musste sich in zweiter Instanz das Oberlandesgericht Schleswig im März 2018 mit der Klage eines Bauherrn gegen seinen Architekten befassen. Den Architekten trifft während der Bauphase die Verpflichtung als Sachwalter aufzuklären, zu beraten und auch zu informieren. Das aber nur in einem bestimmten Rahmen. Werden Arbeiter vom Bauherrn direkt beauftragt, bestimmte Arbeiten durchzuführen, so fällt das im Regelfall nicht mehr in die Sachwalterpflichten des Architekten. In dem konkreten Fall wurden die Abbrucharbeiten durch die Schwarzarbeit so mangelhaft durchgeführt, dass die gesamte Statik des Altbaus in Frage gestellt werden musste. Damit war der Architekt komplett aus der Pflicht raus.

Kein Schutz bei Schwarzarbeiten

Generell gilt: Wer Schwarzarbeiter beschäftigt, hat ihnen gegenüber keine Gewährleistungsansprüche. Nach dem Schwarzarbeitergesetz steht dem Auftraggeber also kein Schutz zu. Dadurch, dass keine Gewährleistungsansprüche gegenüber Schwarzarbeitern bestehen, lässt sich ein Regress auch nicht auf Dritte abwälzen wie Architekt oder Bauträger. Vor allem, wenn die Schwarzarbeiter auch noch abseits der Kenntnis vom Architekten auf der Baustelle tätig waren.

Somit bleibt festzuhalten: Wer auf der Baustelle Schwarzarbeiter beschäftigt, macht sich nicht nur strafbar. Es bestehen auch keine Gewährleistungsansprüche und Haftungsansprüche, wenn es durch Pfusch zu einem Schaden kommt. Nebenbei lassen sich solche Schäden auch nicht durch die Bauherrenhaftpflicht oder Bauleistungsversicherung abdecken.

Kommentare

Am 04.10.2018 schrieb Gustav Sucher

Hallo, danke für den guten Rat. Gelten als Schwarzarbeit auch die Hilfe von verwandten und Freunden? Schließlich habe ich alle möglichen Fachmänner im Freundeskreis. Danke für den Blog Beitrag!

antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Kommentar:
Name:
E-Mail-Adresse: