So schützen Sie sich vor dem Fahrraddiebstahl

Fahrrad mit vielen bunten Fahrradschlössern

Für kurze Strecken ist das Fahrrad das optimale Fortbewegungsmittel: Mal eben in die Stadt, um eine Besorgung zu machen. Ein paar Kilometer zur Arbeit? Das geht mit dem Fahrrad manchmal schneller als mit dem Auto.

Zur Schule mit dem Drahtesel? Macht munter und spart Verkehrschaos durch Elterntaxis. Fahrräder gibt es für alle möglichen Nutzungs- und Freizeitbereiche. Dementsprechend teuer ist natürlich auch so manches Zweirad und weckt Begehrlichkeiten bei Langfingern. Teilweise liegt der Verlust bei einem Fahrraddiebstahl im vierstelligen Bereich: Was tun, damit Ihr Fahrrad von einem Diebstahl verschont bleibt.

So häufig kommt es zu Fahrrad-Diebstählen in Deutschland

Die Kriminalstatistik, die im Mai 2018 veröffentlicht wurde, sagt aus, dass die Zahlen im Bereich Fahrraddiebstahl zurückgegangen ist. Von 332.486 in 2016 auf 300.006 in 2017. Schön, das zu lesen. Wäre da nicht die spartanische Aufklärungsquote durch die Polizei zu beklagen: Diese lag bei 9,1 Prozent. Die Chancen, ein Fahrrad ungestraft zu klauen, liegen also sehr hoch. Besonders häufig war Leipzig betroffen mit 1.756 gestohlenen Fahrrädern je 100.000 Einwohner. Die Fahrrad-Stadt Münster rangiert an zweiter Stelle mit 1.432 gestohlenen Fahrrädern je 100.000 Einwohner. Fahrräder werden nicht nur auf offener Straße gestohlen, sondern auch bei Einbrüchen aus verschlossenen Kellerräumen oder Garagen.

Wo kann ich mein Fahrrad am besten abstellen?

Fahrrad am Baum abgeschlossen

Grundsätzlich bietet sich für Fahrräder immer irgendwo ein Plätzchen, wo Sie es ohne Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer abstellen können. Das ist auch einer der Vorteile im Stadtverkehr gegenüber dem Auto. Wichtig ist allerdings, dass Sie sich dazu einen Festpunkt aussuchen, an dem Sie die Kette oder das Schloss anbringen. Wenn Sie das Fahrrad lediglich abschließen, ohne es irgendwo anzuketten, können es Diebe einfach forttragen und in den bereitstehenden Kleintransporter verfrachten. Also muss es ein Festpunkt sein, der hoch genug ist, dass Diebe das Fahrrad nicht darüber heben können. Verkehrsschilder, Laternen oder Zäune eigen sich dafür. Nicht aber Absperrpoller, die grade mal 80 Zentimeter oder 100 Zentimeter hoch sind. Das bringt natürlich überhaupt nichts.

Fahrradrad abgeschlossen

Dabei sollten Sie nicht eines der Räder sichern, sondern einen Teil des Rahmens. Viele Fahrräder verfügen über sogenannte Schnellspanner, mit denen Diebe das Hinterrad oder Vorderrad blitzschnell aushebeln können. Dann lassen die Diebe eben das angekettete einzelne Rad zurück. Hauptsache, der Rest ist abtransportiert. Eine einsame Ecke, die nur wenig von Fußgängern frequentiert wird, bietet sich ebenso wenig an. Ansonsten fühlen sich Diebe unbeobachtet und knacken das Schloss in aller Seelenruhe, weil sie niemand dabei beobachten kann. Dazu gilt auch noch: Wenn Sie mit dem Fahrrad regelmäßig die gleichen Punkte anfahren, wechseln Sie häufiger mal den Standort. Gerade bei hochwertigen Fahrrädern machen sich Diebe gerne die Mühe und kundschaften das Objekt ihrer Begierde aus. Nach kurzer Zeit wissen sie, wenn sie ungestört zuschlagen können.

Welches Schloss eignet sich für die Sicherung meines Fahrrades?

Fahrradschlösser

Stabil, schwer, massiv: so sollte ein vernünftiges Fahrradschloss beschaffen sein. Witzigerweise gibt es aber immer noch genügend Fahrräder, die lediglich mit einem Speichenschloss ausgestattet sind. Dass die dann den Besitzer wechseln, wundert eigentlich keinen, außer den Eigentümer. Auch ein 200-Euro-Fahrrad lohnt sich zu klauen, wenn sich dafür der Aufwand in Grenzen hält. Schlösser gibt es in verschiedenen Kategorien: Bügelschlösser, Kettenschlösser, Panzerkabelschlösser und Faltschlösser. Alle haben ihre Vorteile und auch Nachteile. Wobei sich die Nachteile wesentlich auf den Komfort beim Transport beziehen. Schließlich muss ein massives Schloss ja auch permanent mitgeschleppt werden. Fakt ist aber, dass ein hochwertiges Schloss nun mal auch ein entsprechendes Gewicht hat. Die alten Schlösser von früher mit der dreistelligen Zahlenkombination konnten Diebe ja quasi mit der Haushaltsschere knacken. Das ist bei einem massiven Schloss nicht möglich.

Macht eine Fahrrad-Codierung Sinn?

Der ADFC und die Versicherer sind einhellig der Meinung, dass das Codieren des Rades zum Schutz bei einem Fahrraddiebstahl auf jeden Fall sinnvoll ist. In vielen Fällen werden Fahrräder nicht etwa gestohlen, um sie weiter zu verkaufen. Nein, ein Diebstahl wird auch deshalb verübt, um mal eben schnell ein Transportmittel für eine kurze Strecke zu haben. Dann wird da Fahrrad ein paar Kilometer weiter wieder abgestellt und steht dann rum, bis irgendjemand darauf aufmerksam wird und es durch das Ordnungsamt abholen lässt. So landet das Fahrrad im Fundbüro. 90 Prozent aller Fahrräder lassen sich aber keinem Besitzer zuordnen, weil keine Codierung vorhanden ist.

Dieser Code setzt sich zusammen aus dem Autokennzeichen für die Stadt oder den Landkreis, einem Gemeindecode, einer fünfstelligen Zahl für die Straße, der Hausnummer und den Initialen des Eigentümers. So kann die Polizei ein gefundenes Rad sofort zuordnen, ohne dass Datenbanken bemüht werden müssen. Diese Codierung ist eingestanzt und erschwert dazu den Verkauf eines geklauten Fahrrades. Jeder, der ein hochwertiges Fahrrad zu einem Spottpreis angeboten bekommt, sollte auf alle Fälle darauf achten, ob eine Codierung vorhanden ist. Passen Hausnummer und Initialen nicht mit dem Verkäufer überein, kann das schon ein Hinweis auf ein gestohlenes Fahrrad sein. Es macht Sinn, diesen Verdacht der Polizei zu melden.

Was tun bei einem Fahrraddiebstahl?

Wenn jemand Ihr Fahrrad klaut, wenden Sie sich unmittelbar an die Polizei, um den Diebstahl zur Anzeige zu bringen. Dazu gehört eine genaue Beschreibung des Fahrrades, am besten legen Sie den Fahrradpass vor und die  Daten aus der Fahrradcodierung, soweit vorhanden. Sie erhalten dann eine Ausfertigung der Diebstahlanzeige für Ihre Hausratversicherung oder Fahrradversicherung. Unabhängig davon, ob das Fahrrad später wieder auftauchen könnte, wird der Schaden durch den Diebstahl reguliert. Taucht das Fahrrad irgendwann wieder auf, müssen Sie das der Versicherung melden. Denn letztendlich ist diese ja nun, bedingt durch den geleisteten Schadensersatz,  der Eigentümer des alten Fahrrades.

Familie im Wald

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