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Interessante Fakten rund um die Gebäudeversicherung

Glühbirne

Wir gehen mal davon aus, dass Sie für Ihr Haus schon seit Längerem über eine Gebäudeversicherung verfügen.

Schließlich ist Ihr Grundeigentum ja auch eine Form der Altersvorsorge, die besonders gegen Risiken wie Feuer, Leitungswasser oder Sturm geschützt werden muss. Mitunter ist es aber nicht immer so einfach mit den Versicherungen. Manchmal treten Stolpersteine auf, die für Sie nicht immer nachvollziehbar sind. Wir haben mal aus den letzten Wochen interessante Fakten gesammelt, die für Sie durchaus interessant sein können.

Haus gekauft - Woher kommt die Gebäudeversicherung?

In den letzten Wochen sind wir in den Medien darauf gestoßen: Nach Wohnhausbränden standen die Eigentümer plötzlich ohne Versicherungsschutz da. Eigentlich verwunderlich, da doch fast jedes Haus in Deutschland versichert ist. Was ist geschehen: In allen Fällen haben die betroffenen Eigentümer das Haus vor mehr oder weniger langer Zeit gekauft – ohne aber den Status der Gebäudeversicherung mit dem Voreigentümer zu klären. Mal war diese nicht bezahlt, ein anderes Mal zum Zeitpunkt des Verkaufes gekündigt. Ohne Versicherungsschutz ging das Haus also an die neuen Eigentümer über. Wenn dann im Brandfall keine Gebäudeversicherung existiert, bedeutet das das finanzielle Aus: Wenn Sie vor allem in der jüngsten Vergangenheit ein Haus gekauft haben, prüfen Sie unbedingt, ob der Versicherungsschutz noch aktiv ist.

Sturmschaden - Wie lange muss die Gebäudeversicherung für einen Schaden aufkommen?

Versicherern sagt man nach, dass sie sich gerne ein wenig zieren, wenn es um die Erstattung von Schäden geht. In manchen Fällen muss da von den Gerichten ein wenig nachgeholfen werden. Vor allem hapert es noch beim Verständnis, in welchem zeitlichen Zusammenhang ein Schaden und dessen Ursache zu betrachten sind. So musste sich ein Hauseigentümer mit seiner Gebäudeversicherung herumstreiten, weil erst ein paar Tage nach dem Sturm der Baum auf das Haus gekippt ist. Die Gebäudeversicherung wollte nicht zahlen, das sahen die Richter am Oberlandesgericht anders. Selbst wenn die Buche des Nachbarn erst sechs Tage nach einem Sturm auf das eigene Haus kippt, so muss die Gebäudeversicherung zahlen. Hintergrund: Der Sturm war in diesem Fall der letzte Auslöser für das Umstürzen des Baumes.

Wann muss die Gebäudeversicherung für Leitungswasserschäden zahlen?

Steter Tropfen höhlt den Stein. Das Sprichwort hat gewissermaßen eine doppelte Bedeutung. Einerseits, was den Schadenverlauf bei einem Rohrbruch angeht, andererseits, was die Geduld mit der Gebäudeversicherung betrifft, da diese sich gerne aus ihrer Verantwortung winden. Vor einiger Zeit hat der Bundesgerichtshof dem nun einen Riegel vorgeschoben. Im Sommer 2017 entschieden die Richter, dass ein Schaden dann, wenn er zum Vorschein kommt, von der aktuellen Gebäudeversicherung getragen werden muss. Es ist dabei unerheblich, ob die Rohrleitung schon länger defekt ist und zum vermuteten Zeitpunkt des Schadeneintritts noch eine andere Gebäudeversicherung vorhanden war.

Reicht bei Starkregenfällen die Gebäudeversicherung aus?

Angesichts der immer häufiger auftretenden Starkregenfälle kommt es naturgemäß zu mehr Schäden an Wohnhäusern durch eindringendes Regenwasser. Allerdings ist vielen Hauseigentümern noch nicht der Unterschied zwischen Leitungswasserschaden und Elementarschäden durch Überschwemmung geläufig. Die Gebäudeversicherung leistet nur dann, wenn aus einer Rohrleitung Wasser dort herauskommt, wo es nicht herauskommen soll. Bei Starkregen kommt das Wasser von oben, es handelt sich dabei um ein Naturereignis: Dieses muss ergänzend mit der Elementarversicherung abgesichert werden. Sonst muss die Gebäudeversicherung im Schadensfall nicht leisten.

Ich habe seit Jahren ein und dieselbe Gebäudeversicherung - ist doch prima, oder?

Ja und Nein. Auf der einen Seite ist es durchaus positiv, wenn Sie einem Versicherer schon seit Jahren die Treue halten. Das wird im Schadensfall in vielen Fällen subjektiv bei der Bewertung des Schadenszenarios wahrgenommen. Negativ auf der anderen Seite ist allerdings, dass Ihr Versicherer schon seit Jahren die Leistungen in seinen Tarifen verbessert hat, ohne dass Sie davon profitieren. Es ist aus unserer Sicht daher sinnvoll, wenn Sie bei Ihrem Versicherer bleiben und dort einfach mal prüfen, ob sich Ihr Vertrag auf aktuelle Konditionen umstellen lässt. Vielleicht wird der Vertrag dadurch etwas teurer, aber dafür haben Sie auch ein großes Stück mehr Versicherungsschutz für Ihr Wohneigentum. Vor allem dann, wenn Sie Schäden durch grobe Fahrlässigkeit noch nicht versichert haben, sollte ein Wechsel des Tarifes oder der Gebäudeversicherung unbedingt erfolgen. Sonst bekommen Sie bei einem Schaden, der durch grob fahrlässiges Verhalten ausgelöst wurde, nur einen Teil der Kosten ersetzt.

Kommentare

Am 11.04.2019 schrieb Wiebke Männlein

Ist das mit den Versicherungen immer noch so schlimm wie nach dem Oder-Hochwasser, wo man dann quasi mit dem Kleingedruckten alleingelassen wurde und es diese Police dann nachher nicht mehr gab?

antworten
Am 12.04.2019 schrieb Manfred Weiblen

Hallo Wiebke,

aus meiner Sicht ist das nicht der Fall. Ich denke, dass mit dem Oder-Hochwasser die Flutkatastrophe aus dem Jahr 1997 gemeint ist. Damals nach der Wendezeit hat die Allianz eine Vielzahl der Gebäudeversicherungen aus den DDR-Beständen übernommen. Im Laufe der Jahre mussten die Beiträge auf ein realistisches Niveau angepasst werden. Dadurch haben viele Hauseigentümer ihre Verträge gekündigt und über andere Gesellschaften neu abgeschlossen. Die Elementarversicherung haben viele Hauseigentümer zu der Zeit nicht als notwendig wahrgenommen und es bestand somit nicht in allen Fällen Versicherungsschutz bei Hochwasser.

Die Hauseigentümer, die ihre Altverträge behalten haben, hatten aus den „DDR-Bedingungen“ noch den Hochwasserschutz mit eingeschlossen. Das wurde von der Allianz eins zu eins übernommen.

Fakt ist, dass in vielen Bundesländern die Durchdringung mit der Elementarversicherung noch sehr gering ist. Das Juni-Hochwasser 2013 in Süddeutschland war dafür bezeichnend. Hier gab es ebenfalls viele Hauseigentümer, die keine Elementarversicherung hatten.

Wer allerdings einmal eine Elementarversicherung abschließt, ist auch im Falle eines Hochwasser oder bei Starkregen ausreichend geschützt. Da wird keine Versicherung sich auf einmal darauf berufen, dass dieser Baustein nicht vorhanden wäre.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende

Manfred vom vergleichen-und-sparen.de-Team

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