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Einkaufswagen vs. Auto - zahlt die Privathaftpflicht?

Kind im Einkaufswagen

Ein Fall für die Privathaftpflicht? Die Familie ist einkaufen und hat die Kinder mit dabei. Das jüngste Kind muss noch im Einkaufswagen gefahren werden.

Auf dem Parkplatz wird es hektisch, Regen setzt ein. Alle Kinder müssen ins Auto, Mama nimmt den Jüngsten auf den Arm, um ihn im Auto anzuschnallen. Da macht sich der Einkaufswagen selbstständig und rollt gegen das daneben parkende Auto. Ein Kratzer ziert die Fahrerseite. Später stellt sich heraus, dass die betreffende Stelle sogar ausgebeult werden muss. Zahlt die Privathaftpflicht für einen solchen Schaden?

Vor Schadensersatzansprüchen schützt die Haftpflichtversicherung

Grundsätzlich gilt zunächst einmal: Wer einen Schaden verursacht, muss dem Geschädigten finanziell Ersatz leisten. Dabei geht es nicht nur darum, den Schaden aktiv verursacht zu haben. Bereits durch Unterlassen kann es zu einem Schaden kommen. Wie in dem obigen Beispiel, wo der Vater den Einkaufswagen nicht sichert und dieser sich in Bewegung setzt. Der Geschädigte hat einen Anspruch auf finanzielle Wiedergutmachung. Das bedeutet, der Familienvater muss für den Schaden aufkommen. Mit Lackieren und Ausbeulen kommt da schon ein erkleckliches Sümmchen zusammen. Damit solche Schäden nicht auf einmal die finanzielle Existenz ruinieren, gibt es die Haftpflichtversicherung. Hier ist besonders von Bedeutung die Privathaftpflicht - diese schützt Sie vor Schadenersatzforderungen im privaten Lebensumfeld.

Wer ist in der Privathaftpflicht abgesichert?

Jede Privatperson kann sich mit der Privathaftpflicht gegen das Risiko von Schadensersatzansprüchen absichern. Das gilt für Einzelpersonen genauso wie für Familien. Bei Familien ist in der Regel der Vater oder die Mutter der Versicherungsnehmer – also der Vertragspartner der Privathaftpflicht. Darüber sind dann Ihr Partner und Ihre Kinder mit versichert. Schließlich unterliegen Kinder ab dem siebten Geburtstag zumindest der beschränkten Deliktfähigkeit und müssen für Schäden, die sie verursachen, unter Umständen selber haften. Hier handeln Eltern, die auf die Privathaftpflicht verzichten, schon grob fahrlässig.

Zahlt die Privathaftpflicht für den Einkaufswagenunfall?

In der Privathaftpflicht gibt es Ausschlüsse, die im Zusammenhang mit dem Betrieb von Kraftfahrzeugen stehen. Schließlich sind Kraftfahrzeuge über eine eigene Kraftfahrzeugversicherung versichert. Dabei geht es nicht nur um Schäden, die mit dem Fahrzeug selber verursacht werden, sondern auch um Schäden, die im Zusammenhang mit der Nutzung eines Kraftfahrzeuges stehen. Dazu gehören unter anderen Be- und Entladevorgänge. Mit anderen Worten: Sobald der Schlüssel im Schloss steckt und Sie Gegenstände in das Fahrzeug packen, fällt zunächst die Privathaftpflicht raus. Es wird zu einem Fall für die Kfz-Versicherung. Das ist auch in dem obigen Beispiel der Fall. Durch das Einsteigen in das Auto und das Ausladen des Einkaufswagens ist das eine aktive Nutzung des Fahrzeuges. Also greift hier zunächst die Kfz-Versicherung für den Schaden am Nachbarfahrzeug.

Neu in der Privathaftpflicht: Be- und Entladeschäden bei Kraftfahrtzeugen

Diese Art von Schäden, so wie sie der Familie mit dem Kinderwagen passiert sind, kommt im alltäglichen Leben zigfach vor. Ärgerlich dabei ist, dass in solchen Fällen die Kfz-Versicherung einspringen muss und dadurch unter Umständen der Schadenfreiheitsrabatt verloren geht und eine Hochstufung in den Prozenten erfolgt. Das war unter anderem auch ein Grund, warum viele Leute sogar ihr Heil in der Fahrerflucht gesucht haben. Mittlerweile gehen einige Versicherer im Bereich der Privathaftpflicht neue Wege: Es können auch Be- und Entladeschäden versichert werden, sofern es bei diesem Vorgang zu einem Schaden an einem anderen Kraftfahrzeug kommt. Das Problem mit dem rollenden Einkaufswagen ist dann nicht mehr ein Fall für die Kfz-Versicherung, sondern für die Privathaftpflicht. Ebenso könnte die betreffende Familie aus unserem Schadensfall sich hier an ihre Privathaftpflicht wenden, um von dort aus den Schaden regulieren zu lassen – ohne dass es zu einer Höherstufung in den Prozenten kommt.

Familien müssen den Schutz der Privathaftpflicht regelmäßig überprüfen

Vor allem Familien unterliegen einem stetigen Wandel, was ihre Bedürfnisse angeht. Vor allem das Älterwerden der Kinder ist hier besonders zu berücksichtigen. Kinder entdecken die Welt mit eigenen Augen und können dabei leicht einen Schaden verursachen. Wer da nicht richtig versichert ist, trägt dazu bei, dass das eigene Kind unter Umständen im Erwachsenenalter noch nachträglich für den Schaden aufkommen muss. Auf die Privathaftpflicht bedeutet hier, am völlig falschen Ende zu sparen. Dass bisher nichts passiert ist, stellt lediglich einen Glücksfall dar, der jederzeit enden kann.