eKomi-Siegel
4.8 / 5

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. Blog
  3. Sarkoide bei Pferden
 

Equine Sarkoide bei Pferden: Hauttumore erkennen

Pferd im Stall

Eine der häufigsten Krebserkrankungen beim Pferd sind Hauttumore. Etwa 40 Prozent aller Tumorerkrankungen fallen auf den Hautkrebs zurück. Equine Sarkoide bei Pferden sind Geschwulste am Bindegewebe. Etwa zwei bis acht Prozent aller Pferde sind davon betroffen.

Dabei gibt es unterschiedliche Verlaufsformen, die in Einzelfällen ohne eine tierärztliche Behandlung tödlich verlaufen können. In der Regel kommt es nicht zu einem Befall der inneren Organe, so dass bei einer Behandlung die Heilungschancen als hoch einzustufen sind.

Was sind die Auslöser für Hauttumore bei Pferden?

Der hauptverantwortliche Auslöser der Erkrankung ist ein bestimmtes Virus mit dem Namen Bovine Papillomavirus. Dabei handelt es sich um eine Art Herpesvirus. Dieses Virus gelangt am ehesten über Hautöffnungen, also kleine Verletzungen, in den Körper des Pferdes. Schleimhäute können ebenfalls eine Eintrittspforte für das Virus sein.

Symptome bei Sarkoiden

Das Auge eines Pferdes wird untersucht

Mehr als 40 Prozent aller Pferde tragen das Virus in sich. Allerdings kommt es lange nicht bei jedem Pferd zum Ausbruch der Erkrankung. Die Anfälligkeit für Equine Sarkoide ist unabhängig von der Rasse, der Farbe oder des Geschlechtes des Pferdes. In den meisten Fällen tritt die Erkrankung im Alter von drei bis sieben Jahren auf. Achten Sie auf diese Anzeichen bei Ihrem Pferd:

  • Auf der Hautoberfläche können Sie raue und erhöhte Stellen ertasten.
  • Es bilden sich Warzen auf der Hautoberfläche.
  • Sie erkennen Auffälligkeiten auf der Hautoberfläche, die nicht von Abschürfungen stammen.
  • Äußerlich sind die Sarkoiden zumeist blutige Geschwulste, die blumenkohlförmig aussehen.
  • Sie können Knoten unter der Hautoberfläche ertasten.

Am häufigsten treten die genannten Symptome an den Augen und den Ohren auf. Betroffen sind zudem Oberschenkelinnenseiten und der Genitalbereich.

Sarkoide bei Pferden neigen zu einem schnellen Wachstum. Daher ist die Hautoberfläche dieser Belastung nicht gewachsen. Es kommt zu einem Aufplatzen der Hautoberfläche und dadurch zu Absonderungen von Sekreten. Die offenen Hautstellen sind, wenn sie nicht rechtzeitig bemerkt werden, Anziehungsfläche für Maden und andere Parasiten. Dadurch kommt es wiederum zu weiteren Entzündungen an der Hautoberfläche des Pferdes.

Welche Erscheinungsformen von Sarkoiden gibt es?

Equine Sarkoide bei Pferden sind unterschiedliche Tumorarten, die sich unter der Haut Ihres Pferdes bilden können. Dabei sind diese Geschwüre in den meisten Fällen gutartig und streuen nicht auf die inneren Organe. Diese Form von Tumoren beschränkt sich in der Regel auf die Hautpartie des Pferdes.

  1. Okkuletes Sarkoid:
    Dabei ist die Hautoberfläche vom Erscheinungsbild zumeist frei von Haaren und ein wenig erhoben.
  2. Verruköses Sarkoid:
    Die Oberfläche der Haut wirkt leicht krustig und es sind leichte warzenähnliche Auswüchse erkennbar.
  3. Noduläres Sarkoid:
    Diese Warzen beginnen unter der Hautoberfläche zu wuchern und lassen sich nur ertasten. In der Regel sind davon Augenpartien und die Innenseiten der Oberschenkel betroffen.
  4. Fibroblastisches Sarkoid:
    Diese Form von Equinen Sarkoiden ist deutlich ausgeprägt durch sichtbare blutige Fleischwunden. Hier kommt es zur Bildung von blumenkohlförmigen Geschwulsten, die auch in das Bindegewebe eindringen.
  5. Gemischte Sarkoide:
    Diese entstehen, wenn nicht entdeckte Sarkoide infolge einer anderen Verletzung oder durch das Reiben des Sattels sich vergrößern oder aufplatzen. Diese können dann auch zu einem fibroblastischen Sarkoid mutieren.
  6. Malevolentes Sarkoid:
    Hierbei handelt es sich um die einzige bösartige Form der Sarkoiden bei Pferden. Es kommt zu aggressiven Wucherungen, die in andere Gewebebereiche eindringen und dabei auch die Lymphbahnen des Pferdes angreifen.

Wie es kommt es zu Equiden Sarkoiden bei Pferden?

Wissenschaftlich belegt ist, dass diese Erkrankung durch bestimmte Virenformen ausgelöst wird. Ein Virus als Auslöser kommt also häufig in Betracht. Allerdings ist noch nicht geklärt, in welcher Form die Übertragung erfolgt. Zumindest die genetische Veranlagung spielt eine Rolle bei der Übertragung der Viren.

Es kann aber auch durchaus der Fall sein, dass Pferde auch durch andere Umstände anfällig für die Sarkoiden sind. Dazu gehört eine falsche Ernährung, eine mangelhafte Stallhygiene und ein geschwächtes Immunsystem durch andere Erkrankungen.

Eine Ansteckung der Pferde untereinander ist ebenfalls in Betracht zu ziehen. Hier sind offene Wunden, Insektenstiche oder direkter Hautkontakt mögliche Übertragungswege. Allerdings können Sie dieses Risiko als gering einstufen. Sie sollten diese Möglichkeit aber immer im Auge behalten, wenn es im Stall zu einem Krankheitsfall kommt. Hier gilt es nämlich, die Ausbreitung der Hauterkrankung einzudämmen.

Tierärztliche Maßnahmen bei Sarkoiden

Glücklicherweise ist das Sarkoid in den meisten Fällen nicht tödlich. Die Symptome sind gut erkennbar und bei einer rechtzeitigen Diagnose kann die tierärztliche Versorgung zeitnah einsetzen. Es gibt verschiedene Ansätze der Behandlung - je nach Ausprägung der Hauterkrankung:

  • Chirurgische Maßnahmen, sprich Operationen
  • Chemotherapie
  • Immuntherapie
  • Bestrahlung
  • Phototherapie

Im Falle einer Operation bei Sarkoiden (Chirurgische Restriktion) entfernt der Tierarzt das Sarkoid mit dem umliegenden Gewebe. Durch eine Operation sind die Heilungschancen der Bindegewebs-Tumore sehr gut. Dabei ist eine regelmäßige Nachsorge notwendig, um den Erfolg der Operation zu bewerten. Erst nach etwa sechs Monaten ist klar, ob das Sarkoid vollständig entfernt wurde und sich nicht noch neue Wucherungen gebildet haben.

Anzumerken ist, dass im Falle einer Operation Kosten im unteren vierstelligen Bereich anfallen können. Hier empfiehlt Tierversicherungsexperte Ralf Becker: „Diese Form der Operation wird durch die Pferde-OP-Versicherung abgedeckt. Das ist ein großer Vorteil für Pferdefreunde, da hier nicht die Kosten der Operation im Vordergrund stehen, sondern das Wohl des Pferdes.“

Therapieansätze bei Sarkoiden

Es gibt auch Behandlungsmethoden, die nicht in einer Operation münden. Dazu empfiehlt Ralf Becker die Pferdekrankenversicherung: „Hier sind nämlich auch alle Tierarztkosten versichert, die unabhängig von einer Operation entstehen. Eine Lasertherapie kann ebenfalls hohe Kosten auslösen.“

Denkbar ist in diesem Zusammenhang auch eine Immuntherapie: Dabei handelt es sich nicht um eine Operation. Das Pferd bekommt künstliche Bakterien gespritzt, die beispielsweise auch bei Menschen erfolgreich eingesetzt werden. Dabei erfolgt die Injektion direkt in das vom Sarkoid betroffene Gewebe.

Abbinden von Gewebe

Je nach Größe und Lage des Sarkoids ist es möglich, dieses durch Abbinden zu entfernen. Durch das Abbinden wird die Blutzufuhr zu dem Sarkoid abgeschnitten und es kann im Laufe der Zeit abfallen. Das ist aber nur möglich, wenn die Geschwulst gut sichtbar und vor allem greifbar ist.

Lasertherapie bei Sarkoiden

Alternativ zur Operation kann der Tierarzt eine Lasertherapie durchführen. Hierbei wird, vereinfacht gesagt, energiereiches Licht auf die Hautoberfläche geleitet. Die Zellschichten nehmen das Licht auf und die vom Sarkoid betroffenen Gewebezellen verdampfen. Der Vorteil dabei ist, dass das Gewebe im umliegenden Bereich der betroffenen Stellen weniger belastet wird als beispielsweise bei einer Chemotherapie.

Kryotherapie

Das Sarkoid wird hier mit flüssigem Stickstoff vereist. Dadurch kann das erkrankte und überschüssige Gewebe von allein abfallen.

Zu guter Letzt können je nach Ausprägung der Sarkoiden auch noch Salben oder Heilpflanzen zur Anwendung kommen. Dabei dürfen Sie aber nicht einfach auf Hausmittel zurückgreifen, sondern die Wahl der Mittel erfolgt durch den Tierarzt. Er kann die Ausprägung der Hauterkrankung besser einschätzen und entsprechende Behandlungswege einleiten.

Wie steht es um Heilungschancen?

Sarkoide bei Pferden sind glücklicherweise nur selten tödlich tödlich, können aber trotz einer Behandlung oder Operation erneut auftreten. Daher ist es wichtig, im Zuge einer Nachbehandlung ständig auf mögliche Symptome einer Neubildung zu achten. In den meisten Fällen sind die Chancen aber gut, dass kein Rezidiv entsteht. Ein Rezidiv ist ein wiederkehrendes Auftreten einer Erkrankung.

Vorbeugen gegen Sarkoide

Es gibt äußere Umstände für den Befall von Sarkoiden. Fütterung, Stallhygiene und kranke Pferde sind Faktoren, die Sie selber beeinflussen können. Eine ausgewogene Ernährung führt in der Regel dazu, dass eine Anfälligkeit für Sarkoide vom Risiko her deutlich geringer ist. Ebenso trägt eine ausreichende Stallhygiene dazu bei, dass sich Viren ausbreiten können. Dazu müssen Sie und auch andere Pferdehalter darauf achten, dass von Krankheiten betroffene Pferde abseits von den anderen Tieren gehalten werden. Erkrankungen führen dazu, dass eine höhere Anfälligkeit für Sarkoide besteht. Bei einem bestätigten Fall gilt ebenfalls: Trennung von den anderen Pferden. Das Ansteckungsrisiko ist zwar gering, sollte aber dennoch in Betracht gezogen werden.