Rauchwarnmelder im Haus und das richtige Verhalten im Brandfall

Rauchwarnmelder

In Deutschland kommen jedes Jahr rund 400 Menschen durch Wohnungsbrände ums Leben, darunter zahlreiche Kinder. Die meisten Menschen sterben nicht durch das Feuer direkt, sondern durch den giftigen Rauch.

Brände, die einen tödlichen Ausgang haben, ereignen sich in der Regel nachts. Eine kleine Zündquelle reicht aus, um eine Katastrophe herauf zu beschwören. Langsam breiten sich die Rauchgase aus und führen zu einer Rauchgasvergiftung bei den Bewohnern. Dagegen sollen Rauchwarnmelder schützen. Noch sind sie nicht überall Pflicht.

Familie unter Dach

Welche Auswirkungen hat Brandrauch auf den Menschen?

Einerseits ist Brandrauch ein Sauerstoffverdränger, andererseits beinhaltet der Brandrauch organische Stoffe, die zu den Atemgiften gehören. Dazu gehören neben Ruß auch Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Chlorwasserstoff oder Stickoxide. Da im Schlaf der Geruchssinn außer Kraft gesetzt wird, bekommen wir bei der Entstehung des Brandes die einsetzende Rauchentwicklung nicht mit. Wir atmen im Schlaf weiter, dadurch gelangt der Brandrauch in unsere Lunge und die giftigen Stoffe verteilen sich über den Blutkreislauf. Unser Organismus wird jetzt nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, der in der Einatemluft mit 21 Prozent vorhanden ist. Mehrere Atemzüge des giftigen Brandrauches führen dann zum Tode.

Rauchwarnmelderpflicht in Deutschland

Totenkopf aus Rauch

Seit vielen Jahren besteht in Deutschland die Rauchwarnmelderpflicht. Da der Brandschutz Ländersache ist, gibt es hier 16 unterschiedliche Übergangsfristen für den Einbau von Rauchwarnmeldern in Bestandsbauten. Während in Schleswig-Holstein die kleinen Lebensretter seit Ende 2010 Pflicht sind, müssen diese in Berlin oder Brandenburg erst zum Ende des Jahres 2020 nachgerüstet werden. Für Neubauten gilt: Rauchwarnmelder müssen generell eingebaut werden.

Wo bringen Sie Rauchwarnmelder an?

Für den Mindestschutz bringen Sie Rauchwarnmelder in allen Schlafzimmern, Kinderzimmern sowie Fluren und Treppenhäusern, die als Rettungswege dienen, an. Das Wohnzimmer sollten Sie nicht außer Acht lassen, da durch zahlreiche Stromabnehmer wie Fernseher, Handyladekabel, Spielekonsolen oder Receiver ein Brandrisiko gegeben ist. In der Küche oder im Bad macht ein Rauchwarnmelder Sinn, wenn dieser registriert, ob sich Wasserdampf durchs Kochen oder Baden ausbreitet oder tatsächlich eine Rauchentwicklung vorliegt. Dabei gilt: Die kleinen Lebensretter gehören in die Mitte des Raumes an die Zimmerdecke. Etwa einen halben Meter Abstand zu Einrichtungsgegenständen und Zimmerwänden müssen Sie einhalten. Bei einer Raumgröße von bis zu 60 Quadratmeter reicht ein Melder aus.

Ist die Vernetzung von Rauchwarnmeldern sinnvoll?

Es hängt von der baulichen Beschaffenheit Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung ab, ob eine Vernetzung sinnvoll ist. In einer Drei-Zimmer-Wohnung müssen Rauchwarnmelder nicht vernetzt sein. Bricht hier in einem der Räume ein Brand aus, ist das akustische Warnsignal unmittelbar überall zu hören. Selbst bei Wohnhäusern mit einem offenen Treppenhaus werden Sie bei einem Rauchwarnmelderalarm im Erdgeschoss darauf noch im Obergeschoss aufmerksam. Sinnvoll ist die Vernetzung dort, wo beispielsweise Geschosstüren dazu beitragen, dass ein Alarm aus einem der unteren Räume bis ins Obergeschoss durch geschlossene Türen gedämmt wird. Hier macht die Vernetzung Sinn, damit Sie auf einen Brand in einer der anderen Etagen schneller aufmerksam werden.

Die Funktionsweise eines Rauchwarnmelders

Die kleine runde Dose an der Decke beinhaltet eine ausgefeilte Technik, bestehend aus einer Messkammer, einer Leuchtdiode und einer Fotolinse. Die Leuchtdiode sendet Lichtstrahlen in die Messkammer, ohne dass die im 90-Grad-Winkel versetzt angebrachte Fotolinse getroffen wird. Kommt es zu einem Eintritt von Rauch, werden die Lichtstrahlen reflektiert und in Richtung der Fotolinse abgelenkt. Das löst den Alarm aus – akustisch und mit einer blitzenden Leuchtdiode. Mittlerweile gibt es Rauchwarnmelder, die bei einem Temperaturanstieg im Raum ebenfalls auf die Brandgefahr reagieren.

Wenn der Ernstfall eintritt – wie müssen Sie sich verhalten?

Würfel mit Zahlen und SOS

Ein kleines Feuer, das durch eine Kerze ausgelöst wird, kann sich rasant ausbreiten. Deshalb ist es wichtig, dass Sie hier einen kühlen Kopf bewahren und nicht panikartig reagieren.

In Sicherheit bringen

Informieren Sie dazu alle gefährdeten Personen im Haushalt oder in einem Mehrfamilienhaus. Unterstützen Sie ältere Menschen und kleine Kinder. In einem Mehrfamilienhaus sind Aufzüge tabu, da sie im Brandfall wie ein Kamin wirken, durch den Rauch nach oben abzieht. Bei einem Brand in Ihren eigenen vier Wänden erreichen Sie die Wohnungstür oder Haustür am besten, wenn sie sich in Bodennähe fortbewegen. Dort ist die Konzentration von Rauchgasen am geringsten. Bringen Sie sich und andere Personen in Sicherheit – versuchen Sie nicht noch, Sachwerte zu retten.

Notruf absetzen

Beim Notruf an die Feuerwehr ist es wichtig, dass Sie eine strukturierte Meldung abgeben, damit der Disponent in der Leitstelle entscheiden kann, welche Rettungskräfte er alarmiert. Denken Sie daran: Er kann nicht sehen, was bei Ihnen los ist.

  • Wo brennt es? Nennen Sie den Brandort präzise mit Ort, Straße, Hausnummer und unter Umständen die Etage.
  • Was ist passiert? Beschreiben Sie kurz, worum es geht (Kellerbrand, Essen auf dem Herd, Kerze im Wohnzimmer umgefallen etc.).
  • Wie viele Personen sind betroffen? Gibt es Verletzte oder sind noch Personen im Haus eingeschlossen?
  • Welche Verletzungen liegen unter Umständen vor, die bekannt oder sichtbar sind? Rauchvergiftung, Sturz bei der Flucht aus dem Haus – diese Information entscheidet, ob zusätzlich noch Rettungswagen oder Notarzt erforderlich sind.
  • Warten! Es kann sein, dass der Disponent in der Leitstelle noch Rückfragen hat. Bleiben Sie ruhig, im Hintergrund ist die Alarmierung bei der Nennung des Brandortes rausgegangen

Einsatzkräfte einweisen

Feuerwehrmann

Für die Feuerwehr ist kein Feuer mit dem anderen vergleichbar. Es stellt sich immer wieder eine andere Situation dar. Ob es jetzt angebranntes Essen auf dem Herd ist oder ein ausgedehnter Dachstuhlbrand: Die Einsatzkräfte stellen sich auf jeden Einsatz neu ein. Wenn Sie den Notruf abgesetzt haben, warten Sie auf die Feuerwehr. Können unter Umständen noch weitere Personen die Feuerwehr einweisen? Ein Zimmerbrand ist von der Straße nicht zwangsläufig sichtbar, so dass Sie den Einsatzkräften zeigen müssen, wo sich das Objekt befindet.

Geben Sie, sofern noch Personen eingeschlossen sind, eine Meldung ab. So kann die Feuerwehr gezielt die Menschenrettung einleiten und den betroffenen Bereich absuchen. Gibt es noch Informationen, die in Bezug auf das Objekt wichtig sind? Hausanschlüsse für Gas oder Strom, gelagerte Campinggasflaschen oder unter Umständen Reservekanister für Benzin in der Garage? Diese Informationen sind wichtig für die Feuerwehr, damit die Einsatzkräfte beim Vorgehen nicht von solchen Gefahren überrascht werden.

Vermeiden Sie, nachdem alle Fragen geklärt sind, die Behinderung von Einsatzkräften. Auch wenn es schwerfällt: Ziehen Sie sich dorthin zurück, wo Sie ein bisschen Abstand nehmen und zur Ruhe kommen können. In der Regel gibt es bei der Feuerwehr Betreuungseinheiten, die ein Fahrzeug mitführen, damit Sie sich dort hineinsetzen können und vor Witterungseinflüssen geschützt sind.

Verhalten im Brandfall – wenn es im Haus brennt

Ein Brand in einem Einfamilienhaus birgt ein hohes Risiko: Sind die Zimmertüren, bei einem Brand in einem der unteren Räumen, geöffnet, ist der Fluchtweg über die Treppe abgeschnitten. Schließlich gibt es nur das eine Treppenhaus. Kommt es zu einem Brand in einem geschlossenen Raum, besteht die Möglichkeit, über die noch nicht verrauchten Bereiche das Haus zu verlassen.

Wichtig ist, dass Sie nicht versuchen, in einen geschlossenen Raum, in dem es brennt, vorzudringen. Auch nicht mit dem Gedanken, hier einen eigenen Löschversuch zu starten. Sie können nicht abschätzen, inwieweit der Brandraum hinter einer verschlossenen Tür thermisch aufbereitet ist. So kann die unkontrollierte Türöffnung entweder eine Rauchgasexplosion oder eine Rauchgasdurchzündung hervorrufen. Beides kann tödlich ausgehen. Daher immer die Tür zum Brandraum geschlossen halten.

Besteht aufgrund der Verrauchung in einem der Wohnhausbereiche keine Fluchtmöglichkeit nach draußen, müssen Sie und andere betroffene Personen sich in einem nicht verrauchten Raum zurückziehen und die Tür schließen. Dichten Sie mit Kleidungstücken oder anderen Textilien den unteren Türspalt ab. Öffnen Sie Fenster und machen Sie auf sich aufmerksam. Die Feuerwehr wird bei ihrem Eintreffen zuerst Ihre Rettung einleiten und dann die Brandbekämpfung vornehmen.

Verhalten im Brandfall – wenn es in einem Mehrfamilienhaus brennt

Dachstuhlbrand

Vor allem in Mehrfamilienhäusern kommt es durch das Zusammenleben vieler Menschen eher zu Bränden, da das Risiko fahrlässigen Verhaltens hier häufiger auftritt. Das bedeutet: Ihre eigene Wohnung muss in einem solchen Fall nicht unmittelbar betroffen sein. Ein Kellerbrand oder ein Wohnungsbrand in der Wohnung über Ihnen hat bei einer Standardbauweise noch keine große Auswirkung. Deshalb sollten Sie es vermeiden, die Flucht aus Ihrer Wohnung heraus über das Treppenhaus anzutreten, sofern dieses verraucht ist. Sie verlieren dabei definitiv die Orientierung und können somit ungewollt den giftigen Brandrauch einatmen. Bereits zwei bis drei Atemzüge können hier eine tödliche Wirkung haben.

Bleiben Sie daher in Ihrer Wohnung. Dichten Sie die Wohnungstür ab und machen Sie am geöffneten Fenster auf sich aufmerksam. Die geschlossene Wohnungstür trägt dazu bei, dass Ihre Wohnung in der Regel rauchfrei bleibt. Je nach Lage wird die Feuerwehr Sie über eine Drehleiter herausholen – aber nur, wenn Sie durch eindringenden Brandrauch gefährdet sind. Ist Ihre Wohnung rauchfrei, sind Sie dort während der Löscharbeiten tatsächlich am besten aufgehoben.

Umsichtiges Handeln ist wichtig

Jedes Feuer kann sich blitzschnell ausbreiten – es kommt auf die räumlichen Umstände an. Überschätzen Sie nicht Ihre Möglichkeiten, ein Feuer zu bekämpfen. Einen Entstehungsbrand, der Ihnen durch den Rauchwarnmelder angezeigt wird, können Sie unter Umständen noch mit einer nassen Decke oder mit einem Feuerlöscher bekämpfen. Sind bereits Einrichtungsgegenstände betroffen, heißt es: Raus aus dem Brandbereich und, wenn möglich, die Tür und die Fenster zum Brandraum schließen. So vermeiden Sie eine extreme Rauchentwicklung in den von Feuer nicht betroffenen Bereichen. Der Schaden lässt sich damit reduzieren.

Familie im Wald

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