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Wann zahlt die Privathaftpflicht für Handyschäden?

Defektes Display

Ein Handy ist für die meisten Leute mittlerweile ein unverzichtbarer Alltagsgegenstand. Chatten, Spielen, Musik hören und Telefonieren: Heute sind Handys wahre Alleskönner und haben auch ihren Preis.

Zumindest, wenn die beiden größten Handyhersteller mal wieder in die Offensive mit ihren Neuheiten gehen. Umso ärgerlicher ist es, wenn das gute Stück bei einem Rempler zu Boden fällt. Wer kommt dann für den Schaden auf? Muss die Privathaftpflicht dafür leisten?

Eigenschäden sind nicht versichert

Am häufigsten gehen Handys durch Stürze auf den Boden zu Bruch. Auf Platz zwei folgen die Wasserschäden. Dabei geht es nicht nur um Getränke, die versehentlich über einem Handy verschüttet werden. Nein, darunter fallen auch zahlreiche Schäden, bei denen das Handy im Klo ertrinkt. Das Phänomen ist immer häufiger zu bestaunen. Das geschieht nämlich dann, wenn das Handy beim Toilettengang aus der Gesäßtasche fällt, wo es vorwiegend die Damenwelt trägt. Ärgerlich dabei ist nur, dass für Schäden, die Sie selber durch Nachlässigkeit hervorrufen, keine Versicherung aufkommt. Die Privathaftpflicht leistet nämlich nur dann, wenn Sie ein fremdes Handy beschädigen. Für das eigene Handy gibt es im Rahmen der Privathaftpflicht keinen Schadensersatz.

Mitverantwortung spielt bei der Privathaftpflicht eine große Rolle

Wird Ihr Handy durch eine andere Person beschädigt, so muss dessen Privathaftpflicht den Schaden übernehmen. Dabei gelten aber bestimmte Spielregeln. Lässt die andere Person normale Sorgfaltspflichten außer Acht, so handelt er fahrlässig und seine Privathaftpflicht ersetzt den Schaden. Das gilt aber nur dann, wenn Sie den Schaden nicht begünstigt haben. Liegt Ihr Handy auf dem Tisch und jemand fegt es mit einer unbedachten Handbewegung herunter, so kommt dafür die Privathaftpflicht auf. Lassen Sie Ihr Handy hingegen auf einer Sitzgelegenheit liegen und jemand setzt sich darauf, so dürften Sie leer ausgehen. Ein bisschen Mitverantwortung muss sein. Derjenige, der sich auf den Stuhl oder das Sofa setzt, muss ja nicht damit rechnen, dass dort noch ein Handy liegt. Wenn er sich achtlos darauf fallen lässt, ist das leider Ihr Pech.

Gibt es im Schadensfall ein neues Handy?

Das Handy ist beschädigt worden und nun ist der Ruf nach Schadensersatz laut. Soweit erst einmal nachvollziehbar. Knackpunkt ist hierbei allerdings, dass die meisten Geschädigten auf einem neuen Handy beharren. Schließlich war das Gerät ja noch nicht alt und top in Schuss. So mancher Schädiger lässt sich davon beeindrucken und leistet Schadensersatz in der geforderten Höhe. Dabei ist es wichtig, dass auch Sie, wenn jemand Sie mit einer solchen Schadenersatzforderung konfrontiert, einen kühlen Kopf bewahren und Ihre Privathaftpflicht einschalten.

Diese prüft nämlich erst einmal, ob Sie überhaupt in der Haftung stehen. Ist das nämlich nicht der Fall, gibt es auch kein Geld und für Sie ist die Angelegenheit erledigt. Zahlt die Privathaftpflicht, weil Sie tatsächlich für den Schaden verantwortlich sind, so leistet die Privathaftpflicht nur für den Zeitwert. Das ist nämlich der Wert, den das beschädigte Handy zum Zeitpunkt des Schadens auf dem Markt hatte. Das ist nun einmal deutlich weniger als der Neuwert.

Viele Handyschäden sind manipuliert

In der Vergangenheit war es oft üblich, dass die Versicherer geringe Summen anstandslos bezahlten. Das hat sich geändert. In so gut wie jedem Schadensfall muss das Handy der Privathaftpflicht vorgelegt werden. Vielfach verzichten dann urplötzlich die Geschädigten auf ihre Schadensersatzansprüche. Was viele vermeintliche Geschädigte gar nicht berücksichtigen: Selbst wenn der Schaden anerkannt ist, gibt es kein Geld für ein neues Handy. Vielmehr taxiert die Privathaftpflicht den Wert des alten Handys und erstattet dann den Zeitwert. Die Privathaftpflicht leistet nämlich nicht zum Neuwert. Da kann es sein, dass ein zwei Jahre altes Gerät nur noch 200 Euro Restwert hat. Zu wenig, um sich die neue Generation zu beschaffen. Das alte Handy ist nun weg und für ein neues reicht das Geld nicht. Da sollte man dreimal überlegen, ob das Mobilfunkgerät wirklich der Privathaftpflicht „verkauft“ wird.

Die Privathaftpflicht greift nun auch auf ein alt bewährtes Hausmittel zurück: Wenn das Gerät noch reparaturtauglich ist, wird es zur Reparatur eingeschickt. Das ist sicherlich nicht im Sinne eines Handybetrügers, aber durchaus berechtigt. Denn im Rahmen der Haftung reicht es ja aus, wenn das Gerät durch eine Reparatur wieder in den Zustand versetzt wird, den es vor dem Schaden hatte – inklusive schon vorher vorhandener Macken und Kratzer.

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