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Ich habe ein Pferd gekauft - was muss ich bei der Pferdehaftpflicht beachten?

Pferd mit Reiterin

Endlich - du hast dir den Traum vom eigenen Pferd erfüllt. Für viele Reit- und Pferdefreunde ein Glücksmoment. Das Pferd kannst du beim Verkäufer abholen und zum eigenen Stall fahren.

Dort bringst du es mit anderen Artgenossen zusammen unter und verbringst als neuer Eigentümer sicherlich viele Stunden gemeinsam bei Ausritten oder der Pflege. Es gilt bei aller Freude darauf, noch einen wichtigen Aspekt zu klären: Wer ist ab dem Zeitpunkt des Besitzüberganges für die Pferdehaftpflicht verantwortlich und welche Dinge sind dabei zu berücksichtigen?

Der Halterwechsel macht die Pferdehaftpflichtversicherung notwendig

In vielen Fällen hatte das Pferd schon zuvor über den bisherigen Besitzer eine Pferdehaftpflicht. Allerdings gilt diese nicht bis zu dem Zeitpunkt, wo sie eventuell gekündigt wird. Mit dem Wechsel der Haltereigenschaft musst du als neuer Eigentümer des Pferdes dich selber um eine Pferdehaftpflichtversicherung kümmern. Da das versicherte Pferd nicht mehr im Besitz des Voreigentümers ist, greift im Schadensfall seine Pferdehaftpflicht nicht mehr. Mit anderen Worten: Sobald das Pferd abgeholt wird, gehen die Rechte und Pflichten auf den neuen Pferdehalter über. Im Schadensfall damit also auch die Haftung.

Wann muss für das gekaufte Pferd eine Pferdehalterhaftpflicht abgeschlossen werden?

Wenn du ein Pferd gekauft hast, vereinbarst du mit dem Eigentümer einen Termin zur Übergabe. Die Ankaufuntersuchung verlief problemlos, die Abholung steht an. Es gibt nun zwei Möglichkeiten. Entweder der bisherige Pferdehalter überträgt die Pferdehaftpflichtversicherung auf dich. Das ist problemlos möglich und er muss der Versicherung lediglich deine Daten und den Zeitpunkt des Wechsels anzeigen. Ab der nächsten Fälligkeit des Vertrages erhältst du dann die Beitragsrechnung. Der andere Alternative: Du schließt selber eine Pferdehaftpflichtversicherung ab. Diese muss spätestens dann beginnen, wenn du das Pferd abholst. Wenn das Pferd bereits beim Verladen mit einem Huftritt den Anhänger beschädigt, stehst du bereits in der Haftung.

Warum ist eine neue Pferdehaftpflichtversicherung sinnvoller?

Sicherlich, auf Anhieb mag es bequemer sein, die Pferdehaftpflicht vom Voreigentümer zu übernehmen. Doch bist du dir dann auch im Klaren darüber, welche Leistungen dahinter stecken? Ist die Deckungssumme ausreichend hoch? Sind Fremdreiterrisiken mit abgesichert oder auch Ansprüche der Reitbeteiligung dir gegenüber? Es gibt eine Reihe von Punkten, die du berücksichtigen musst, daher ist ein Neuabschluss sinnvoller. Darüber hinaus bieten die neueren Tarifen bessere Leistungen zu teilweise sogar günstigeren Konditionen.

Worauf musst du bei der Pferdehaftpflicht achten?

Deine Pferdehaftpflicht soll dich vor Schadensersatzansprüchen schützen. Daher müssen alle deine Bedürfnisse rund um dein Reitverhalten darin auch berücksichtigt sein. Handelt es sich um ein Einstellerpferd? Dann musst du in deiner Pferdehaftpflicht darauf achten, dass Mietsachschäden mit versichert sind. Ansonsten fällt die Rechnung für einen Schaden im Stall voll und ganz dir zur Last. Das gilt auch für geliehene oder gemietete Pferdeanhänger. Hier bieten mehrere Gesellschaften Versicherungsschutz. Zwar mit einer Selbstbeteiligung, dafür wird der Schaden aber auch bis zu einer bestimmten Höhe übernommen.

Eine Reitbeteiligung musst du vollumfänglich absichern

Verträge mit Haftungsausschlüssen im Rahmen der Reitbeteiligung halten im Streitfall vor Gericht nicht Stand. Letztendlich hilft es nur, wenn du im Rahmen der Pferdehaftpflichtversicherung das Risiko der Reitbeteiligung restlos berücksichtigst. Wenn du eine Reitbeteiligung hast, stehst du auch dann in der Haftung, wenn dein Pferd zusammen mit der Reitbeteiligung einen Schaden verursacht. Daher ist diese Form der Absicherung unverzichtbar. Achte mal darauf, dass auch Schadensersatzansprüche der Reitbeteiligung dir gegenüber mit abgesichert sind. Ein mögliches Szenario: Deine Reitbeteiligung erleidet einen Unfall, weil das Pferd scheut und die Reiterin abwirft. Sicher, im Zweifelsfall kann so etwas auf ein Gerichtsverfahren zur Klärung von Schadenersatzansprüchen hinaus laufen. Wäre die Reitbeteiligung direkt hier abgesichert, würde sich eine solche Frage aber erst gar nicht stellen.

Ist die Pferdehaftpflicht eine Pflichtversicherung?

Pferdehalter unterliegen der Gefährdungshaftung, da sie mit der Haltung des Pferdes eine legale Gefahrenquelle schaffen. Du haftest also für alle Schäden, die vom Pferd ausgehen – ohne Rücksicht auf das eigene Verschulden. Diese Form der Haftung deckt nicht die Privathaftpflichtversicherung ab. Dafür gibt es die Pferdehaftpflicht. Diese ist zwar in Deutschland keine Pflichtversicherung, stellt aber im Schadensfall eine absolut notwendige Sicherheit gegen Schadensersatzforderungen dar und sollte tatsächlich von jedem Pferdefreund abgeschlossen werden.