Mein Pferd ist mir auf den Fuß getreten: Zahlt dafür die Pferdehaftpflicht?

Pferdehufen

Ein alltägliches Ereignis, wie es sich in jedem Stall abspielen kann: Bei der Pflege des Pferdes kommt es zu einer unachtsamen Bewegung, das Pferd wird nervös und tritt demjenigen, der es gerade pflegt, auf den Fuß.

Nicht selten stellen Pferdefreunde nun uns die Frage, ob dafür dann ihre eigene Pferdehaftpflicht aufkommt.  Schließlich müssen die Krankenkassen oder die privaten Krankenversicherer in so manchem Fall kräftig für die Heilbehandlung und die Genesungsphase zahlen. Deshalb ist die Frage nach der Erstattung aus der Pferdehaftpflicht erst einmal nicht so abwegig.

Mädchen auf einem weißen Pferd

Ist die Pferdehaftpflicht notwendig oder überflüssig?

Wenn sich die Frage nach einer Leistung aus der Pferdehaftpflicht stellt, setzt das schon mal voraus, dass eine Pferdehaftpflichtversicherung auch konkret vorhanden ist. Das ist glücklicherweise bei den meisten Pferdehaltern der Fall. Wer ein Pferd hält, schafft eine legale Gefahrenquelle, die er gesondert versichern muss. Die Privathaftpflicht allein reicht dafür nicht aus. Pferde unterliegen wie auch Hunde der sogenannten Gefährdungshaftung. Damit liegt im Schadensfall die Haftung automatisch beim Pferdehalter, ein Verschulden des Geschädigten muss nicht nachgewiesen werden. Mit anderen Worten: Verursacht ein Pferd einen Schaden, muss der Pferdehalter dafür aufkommen. Zu diesem Zwecke gibt es die Pferdehaftpflicht, um solche Risiken finanzieller Art zu vermeiden. Schließlich können bei einem kräftigen Tritt eines Pferdes schon erhebliche Verletzungen entstehen.

Tritt auf den Fuß: Behandlung im Krankenhaus

Der Tritt eines Pferdes ist eine schmerzhafte Angelegenheit und endet nicht selten mit einer Fraktur. Daher ist in einem solchen Fall ratsam, auf alle Fälle einen Arzt aufzusuchen. Da naturgemäß in solchen Fällen die Krankenkasse oder die Krankenversicherung nachfragt, wie sich die Verletzung ereignet hat, kommt schnell das Pferd ins Spiel. Wenn der Pferdehalter jedoch selbst Bekanntschaft mit dem „Pferdekuss“ macht, kann die Krankenkasse keine Regressansprüche geltend machen. Genauso wenig kann der Pferdehalter selber aus seiner Pferdehaftpflicht Schadensersatzansprüche verlangen. Er ist ja selber der Halter des Pferdes und der Versicherungsnehmer. Die Pferdehaftpflicht dient allein dazu, Ansprüche von anderen Personen zu befriedigen. Das gilt in der Regel für alle Personen, die mit dem Pferd Umgang haben. Dabei müssen Sie als Pferdehalter aber darauf achten, dass die Pferdehaftpflicht auch ergänzenden Schutz für Fremdreiter oder die Reitbeteiligung bietet.

Bein mit Verband

Welche Personen sind über die Pferdehaftpflicht abgesichert?

Grundsätzlich erstreckt sich der Versicherungsschutz aus der Pferdehaftpflicht zunächst erst einmal auf den Pferdehalter selber. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den Versicherungsschutz auf Reiter auszuweiten, die nur gelegentlich auf dem Pferd sitzen. Hier handelt es sich um das Fremdreiterrisiko. Daneben nutzen viele Pferdefreunde die Möglichkeit einer Reitbeteiligung, die sich einerseits mit um das Pferd kümmert und andererseits einen regelmäßigen Obolus an den Pferdehalter zahlt, um sich an den Haltungskosten des Pferdes zu beteiligen. Die Reitbeteiligung muss ebenfalls in der Pferdehaftpflicht mit eingeschlossen werden. Damit sind Schäden, wenn sie das Pferd in ihrer Obhut hat, ebenfalls versichert.

Ansprüche der Reitbeteiligung gegen den Pferdehalter absichern

Manchmal kommt es vor, dass nicht der Halter des Pferdes einen Tritt auf den Fuß erleidet: Es kann genauso gut auch die Reitbeteiligung treffen. Muss diese wegen eines Pferdetrittes in ärztliche Behandlung oder sogar im Krankenhaus behandelt werden, wird die Krankenversicherung oder die Krankenkasse in jedem Fall Ansprüche aus den Kosten für die Heilbehandlung gegenüber dem Pferdehalter geltend machen. Bei einem solchen Unfall hängt es entscheidend vom gewählten Tarif in der Pferdehaftpflicht ab, ob eine Leistung daraus erfolgt. In vielen Tarifen sind die Ansprüche der Reitbeteiligung bei einem Eigenschaden gegenüber dem Pferdehalter nicht versichert. Je nach Rechtsprechung geht entweder der Geschädigte leer aus oder der Pferdehalter muss selber in die Tasche greifen. Daher muss die Reitbeteiligung in jedem Fall ausreichend abgesichert werden. Der Tritt mit dem Huf kann also bei richtiger Wahl des Tarifes bei der Pferdehaftpflicht versichert werden.

Zwei Frauen und Pferd

Fazit: Wer ist bei einem Pferdetritt versichert?

Generell gilt: Wird der Pferdehalter selber vom Pferd getreten, kann er natürlich keine Ansprüche gegen seine Pferdehaftpflicht geltend machen. Die medizinische Versorgung wird ungeachtet dessen von seiner Krankenversicherung übernommen und gedeckt. Tritt hingegen das Pferd eine andere Person, so kommt zwar in erster Linie auch die Krankenkasse für die Heilbehandlung auf, nimmt aber im Zuge des Regresses den Pferdehalter in die Pflicht. Dafür müssen Sie die Pferdehaftpflicht so wählen, dass der Kreis der versicherten Personen möglichst umfangreich ist. Dazu gehört auch die Absicherung von Ansprüchen der Fremdreiter und der Reitbeteiligung gegen den Pferdehalter.

Familie im Wald

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