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Eine wackelige Angelegenheit - wenn das Pferd in den Anhänger soll

Pferd soll in den Anhänger

Wenn Pferde in einen Anhänger verladen werden sollen, geht das nicht selten mit Problemen einher. Kein Wunder, denn Pferde sind von ihrem Wesen her Fluchttiere und schätzen es überhaupt nicht,

wenn sie vor sich nur die Enge sehen können. Denn nichts anderes ist ja der Anhänger - beengt und keine Sichtmöglichkeit auf mögliche Gefahren. Wie können Sie Ihrem Pferd Vertrauen geben, so dass die Beladeprozedur leichter vonstatten geht?

Wo liegt die Ursache für die Angst?

Die Gründe, warum ein Pferd beim Besteigen des Anhängers oder auch während der Fahrt Angst entwickelt, sind vielfältig. Pferde, die völlig cool und gelassen sind, verweigern das Betreten des Anhängers. Sie haben keine Angst oder sind nicht etwa stur und bockig, sondern sie sind nicht davon überzeugt, was der Mensch da gerade mit ihnen vorhat. Dieses Problem taucht vor allem bei Pferden mit einem starken Charakter auf und ihr Besitzer ist damit überfordert. In anderen Fällen verbindet das Pferd den Anhänger mit einem in der Vergangenheit erlittenen Unfall oder einem anderen traumatischen Erlebnis. Das Problem bei einer falschen Vorgehensweise ist, dass das Pferd scheuen kann. Dass dabei der Anhänger auch mal was abbekommt, bleibt nicht aus. Wenn Sie einen Pferdeanhänger ausleihen müssen, denken Sie daran, dass in Ihrer Pferdehaftpflicht unbedingt der Passus Schäden an geliehenen Pferdeanhängern mit versichert ist, sonst müssen Sie für den Schaden in die eigene Tasche greifen.

Das Problem ist nicht allein der Pferdeanhänger

Jedes Pferd darf erst einmal zögern, bevor es den Anhänger betritt. Problematisch wird es erst dann, wenn das Pferd die Aufforderung des Menschen, den Hänger zu betreten, missachtet oder ignoriert. Es gibt nun einmal Pferde, die sind in ihrer Panik derart gelähmt, dass erst einmal die Grundanspannung gelöst werden muss. Wenn Sie nun feststellen, dass Ihr Pferd starke Angst oder sogar Panik empfindet, dann dürfen Sie hier nicht mit Zwang arbeiten. Das Pferd kann im Anhänger förmlich explodieren, den Anhänger zerlegen und sich dabei auch noch massiv verletzen.

Vertrauen zwischen Mensch und Pferd schaffen

Mit Druck funktioniert es also nicht. Stattdessen müssen Sie die Kommunikation zwischen Ihrem Pferd und Ihnen verbessern. Beobachten Sie dabei mal Ihre eignen Ausstrahlung: Sind Sie bereits angespannt, weil Sie mit Problemen rechnen? Neigen Sie dazu, in einer solchen Situation hektisch zu werden? Das sind natürlich alles Faktoren, die das Pferd mit seinen sensiblen Antennen wahrnimmt und förmlich riecht, dass etwas Unangenehmes bevorsteht. Strahlen Sie hingegen Ruhe aus, dann wird Ihr Pferd Ihnen vertrauen. Bei charakterstarken Pferden müssen Sie zusätzlich noch ein Schippe Überzeugungskraft drauflegen: Diese Tiere müssen aktiv überzeugt werden. Sie müssen also selber völlig davon überzeugt sein, dass Ihr Pferd den Hänger betreten wird und das auch ausstrahlen.

Welche Fehler müssen Sie beim Verladen Ihres Pferdes vermeiden?

Wie im normalen Alltag auch lassen sich kritische Situationen nicht meistern, wenn Sie auf etwas Zwang ausüben. Sie müssen dazu auch viel Zeit aufwenden, um notwendige Überzeugungsarbeit zu leiten. Hektik und Wut sind hier völlig fehl am Platze, damit wird die Lage noch stressiger für Ihr Pferd. Stellen Sie den Anhänger nicht an eine Wand oder in eine Einfahrt. Das schränkt den optischen Fluchtbereich Ihres Pferdes erheblich ein und schafft Panik. Verzichten Sie auf Leckerlis. Schließlich muss das Pferd dafür nicht belohnt werden, dass es in den Anhänger klettert. Das muss ja irgendwann selbstverständlich sein. Ist Ihr Pferd nervös, dann bleiben Sie hinter dem Anhänger und beteten diesen nicht. Scheut das Pferd, haben Sie keine Ausweichmöglichkeit mehr. Das kann im schlimmsten Fall tödlich enden.

So gelingt das Hängertraining

Wichtig ist, dass Sie die Reaktionen Ihres Pferdes genau beobachten und richtig darauf eingehen. Nur so schaffen Sie Vertrauen, das Ihr Pferd in dieser Lage dringend benötigt. Nutzen Sie dabei einen Strick zum Führen, der mindestens drei bis vier Meter lang ist. Führen Sie Ihr Pferd mit dem Strick herum, so dass Sie sicherstellen können, dass ihr Pferd Ihnen in jeder Situation folgt. Stellen Sie den Anhänger auf eine Freifläche in der Nähe der Weide. So hat Ihr Pferd außer dem Anhänger kein Sichthindernis im Blickfeld. Sie können das Hängertraining immer kurz unterbrechen, um Entspannung zu schaffen, etwa, dass Sie Ihr Pferd auf der Weide grasen lassen. Dann geht es wieder weiter. Mit viel Gelassenheit und Entspannung sollte das Besteigen des Hängers dann kein Problem mehr sein.

Kommentare

Am 28.12.2018 schrieb Mareike P.

Sehr geehrter Herr Weiblen,

an dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich für Ihren äußerst gelungenen Artikel bedanken! Ihr Beitrag konnte mir sehr viele Fragen beantworten. Denn nächstes Jahr werde ich mit meinen Pferde reisen müssen, und das hat mir etwas Bauchschmerzen bereitet. Denn ich kann mir gut vorstellen, dass so eine Reise auch sehr anstrengend sein kann für Pferde. Und das von Ihnen angesprochene Vertrauen zwischen Mensch und Pferd ist meiner Meinung nach auch ein entscheidender Schlüsselfaktor für das problemlose Transportieren.

Aber mit so einem gut informativen Beitrag gehe ich entspannter an die Sache ran. Auch wenn mein Vater bei meiner ersten Fahrt helfen wird, bin ich dennoch nervös. Aber irgendwann mal muss ich das hinbekommen, daher ist es gut, wenn ich schon früh anfange und Erfahrung sammeln kann. Da mir es besonders wichtig ist, dass es meinen Pferden während der Fahrt gut, haben wir uns für so ein Spezialfahrzeug entschieden. Aber ich bin mir sicher, dass alles klappen wird.
Also nochmal vielen Dank für den tollen Beitrag! Und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Liebe Grüße,
Mareike P.

antworten
Am 03.01.2019 schrieb Manfred Weiblen

Hallo Mareike,

erst einmal alles Gute für Sie im neuen Jahr.

Wir wünschen Ihnen, dass Ihr geplanter Urlaub mit Ihren Pferden zu einem echten Erlebnis wird – natürlich nur in positiver Hinsicht.

Liebe Grüße

Manfred vom vergleichen-und-sparen.de-Team

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