Tief durchatmen – wenn das Pferd Probleme mit den Atemwegen hat

Mädchen putzt Pferd

Bei Pferden sorgen Infektionen teilweise dazu, dass das Atmen zu einer Belastung wird. Wie bei uns Menschen lösen Atemprobleme Angst aus. Panische Reaktionen sind dann beim Pferd die Folge,

die sich dann kaum noch in den Griff bekommen lassen. Wodurch werden diese Atemwegsprobleme ausgelöst und wie können wir unser Pferd davor schützen?

Gibt es unterschiedliche Erkrankungen der Atemwege?

Das Atemsystem besteht bei Pferden aus zwei Bereichen. Die oberen und die unteren Atemwege. Zu den oberen Atemwegen gehören die Mund- und die Nasenhöhle, der Rachen bis hin zum Kehlkopf. Erkrankungen machen sich hier bemerkbar durch ein Kehlkopfpfeifen oder Zysten unterhalb des Kehlkopfdeckels. Die unteren Atemwege bestehen aus der Luftröhre und den Bronchien. Hier reichen die Erkrankungen von einer akuten bis hin zu chronischen Bronchitis.

Es gibt verschiedene Anzeichen dafür, wann Sie den Tierarzt verständigen müssen. Dazu zählen:

  • Erhöhte Atemfrequenz von mehr als 20 Atemzügen pro Minute
  • Verminderte Leistungsfähigkeit
  • Nasenausfluss: klar, dünnflüssig bis hin zu weiß oder gelb und schleimig
  • Husten bei Bewegungen, beim Fressen oder auch beim Misten (Aufwirbeln von Stäuben)
  • Pfeifende Atemgeräusche
  • Erweiterung des Umfanges in der Kopfpartie

Auslöser für Atemwegserkrankungen bei Pferden

Erkrankungen an den Atemwegen bei Pferden haben unterschiedliche Ursachen. Die häufigste davon ist eine Infektion, die durch Viren oder Bakterien verursacht wird. Durch die infektiösen Ursachen ist die Erkrankung sehr ansteckend und kann ohne weiteres von Pferd zu Pferd übertragen werden. Anfällig sind hier besonders Fohlen und noch nicht ausgewachsene Pferde.

Wie wir Menschen auch können Pferde an Allergien leiden. Pollen und Stäube legen sich auf die Atemwege und lösen allergische Reaktionen aus, die wiederum dem Asthma beim Menschen sehr ähnlich sind. Diese allergischen Reaktionen führen zu einer vermehrten Schleimproduktion in der Lunge, dadurch verengen sich die Atemwege und das Atmen fällt dem Pferd schwer.

Haltungsbedingungen können ebenfalls ein Auslöser für Atemwegserkrankungen sein. Das Problem können wir also selber gut in den Griff bekommen. Vor allem Pferde, die in staubreichen Anlagen untergebracht sind, unterliegen dem Risiko einer Erkrankung an den Atemwegen. Ebenso trägt verunreinigtes Heu oder Stroh dazu bei, dass es zu einer bakteriellen Infektion kommt.

Wie können Sie als Pferdehalter einer Atemwegserkrankung vorbeugen?

Beim Verdacht auf Atembeschwerden müssen Sie reagieren und erste Schritte selbst einleiten, um eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu vermeiden. Bringen Sie dazu Ihr Pferd zunächst in einem staubfreien Bereich unter und trennen Sie es von anderen Pferden. So ist zunächst das Ansteckungsrisiko gemindert, falls dieses von einem anderen Pferd ausgeht. Prüfen Sie nun regelmäßig den Puls Ihres Pferdes und auch die Atemfrequenz. Gibt es hier Auffälligkeiten, dann müssen Sie den Tierarzt verständigen.

Gegen das Ansteckungsrisiko durch andere Pferde hilft eine vorbeugende Impfung und zur Vermeidung von Lungenwürmern können Sie eine Wurmkur vornehmen lassen. Beim Misten des Stalles bringen Sie Ihr Pferd nach draußen und lassen es erst nach etwa einer Stunde den Stall zurück. Dadurch kommt Ihr Pferd weniger mit aufgewirbelten Stäuben in Kontakt. Verwenden Sie zum Einstreuen staubfreie Sägespäne und verzichten Sie auf Stroh.

Gibt es Behandlungsmöglichkeiten bei chronischen Atemwegserkrankungen?

Pferde mit bereits vorhandenen Allergien benötigen optimale Haltungsbedingungen, um den Kontakt mit Allergieauslösern auf ein Minimum zu reduzieren. Es sind also nicht zwingend Medikamente notwendig, sondern es kommt vielmehr auf ausreichende Bewegung und ein allergiefreies Umfeld an. Benötigt das Pferd Medikamente, so setzen Tierärzte in der Regel Schleimlöser oder bronchienerweiternde Mittel ein. Kortison findet Anwendung bei der Reduzierung von Entzündungen in der Lunge. Tipp: Die Pferdekrankenversicherung trägt in diesem Fall die notwendigen Behandlungskosten.

Ergänzend dazu kann sogar eine Behandlung in der Tierklinik Abhilfe schaffen. Dort bekommt das erkrankte Pferd eine sogenannte Lungenspülung, die Hyperinfusionstherapie. Über drei Tage hinweg soll die Infusion dazu beitragen, dass sich in der Lunge ein vermehrter Flüssigkeitseintritt aufbaut und sich dadurch der Schleim löst.

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