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Können Kleinkinder ein Pferd zum Scheuen bringen?

Scheues Pferd

Pferd sind scheue Fluchttiere und neigen bei lauten Geräuschen zum Scheuen. Nicht selten kommt es dabei zu Unfällen, wobei Reiter schwere Verletzungen erleiden.

Können Kinder durch ihr Verhalten ein Pferd derartig in Aufregung versetzen, so dass es den Reiter abwirft und es dadurch sogar zu Schadensersatzforderungen kommt? Das Amtsgericht Nürnberg musste sich mit dieser Frage beschäftigen. Lesen Sie mal, was aus der Schadensersatzforderung nun geworden ist.

Der Besuch in der Reitsporthalle

Es ist nichts Ungewöhnliches, wenn eine Frau mit ihren Enkeln eine Reitsporthalle besucht, damit die Kleinen mal die großen Pferde gucken können. Wer hat das nicht in seiner Kindheit mal mit den Eltern, Oma oder Opa gemacht? Nun ja, damit kleine Kinder auch etwas sehen können, hieven sie ihre Eltern oder Großeltern mal eben über den Zaun, auf die Mauer oder auf die Bande. So auch hier in der Reithalle: Der dreijährige Enkel bollerte mit seinen Turnschuhen fortwährend gegen das Holz der Bande. Daher erschreckte sich eines der Pferde, das seine Reiterin gerade durch die Halle führte. Das Pferd setzte zurück und es kam es zu einer Schulterverletzung.

Die Reiterin stellte Schadensersatzansprüche

Durch den Unfall konnte die verletzte Reiterung zeitweise ihren Haushalt nicht führen. Sie verlangte von der Oma der Kinder Schmerzensgeld und Schadensersatz. Rund 5.000 Euro kamen dabei zusammen. Natürlich eine ziemliche Stange Geld für einen Kurzbesuch in einer Reithalle. Dagegen wehrte sich die Großmutter. Schließlich mussten sie oder ihr Enkel ja nicht damit rechnen, dass das Pferd allein durch die Bollergeräusche der Schuhe scheute. Es kam, wie es kommen musste: Die Reiterin zog vor Gericht und verklagte die Großmutter.

Amtsgericht Nürnberg: Oma muss für den Pferdeunfall nicht zahlen

Etwa mehr Lebensnähe brachten die Richter am Amtsgericht Nürnberg auf. Sie haben die Klage abgelehnt. Es war für Besucher nicht verboten, sich in der Reithalle aufzuhalten. Ebenso ist es völlig normal, dass Eltern oder Großeltern ihre Kinder etwas erhöht irgendwo hinsetzen, damit sie auch was sehen können. Zwar war das Bollern mit den Schuhen der Auslöser für ein Schreckmoment. Maßgeblich für die Verletzungen jedoch war das Verhalten des Pferdes, das plötzlich scheute und sich rückwärts bewegte. Für die Oma war auch nicht absehbar, dass ein Pferd auf diese Geräusche derart reagieren würde. Zumal sich Pferde auch durch eine Vielzahl von Alltagsgeräuschen heftig erschrecken können. Damit war die Klägerin natürlich nicht zufrieden und ging in die Berufung. Das Landgericht Nürnberg-Fürth vertrat aber die gleiche Ansicht wie das Amtsgericht Nürnberg und letztendlich zog die Reiterin die Klage zurück.

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