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Was bedeutet das neue Baurecht?

Baustelle

Bereits im April letzten Jahres hat die Bundesregierung ein neues Baurecht beschlossen, das zum 01.01.2018 in Kraft getreten ist.

Es soll die Rechte vor allem von privaten Bauherren stärken. Dadurch haben sie einen Anspruch auf präzisere Baubeschreibungen, aber auch auf den Erhalt von Planungsunterlagen bereits vor Baubeginn. Daneben ist die Schadensregulierung bei Baupfusch ein wichtiger Punkt, der geändert wurde. Künftig werden auf Landgerichtsebene Baukammern eingerichtet, die schneller in solchen Verfahren Recht sprechen können.

Unabhängig vom neuen Recht - eine eigene Absicherung für das Bauvorhaben ist unverzichtbar

Wenn auch der Staat nun den Bauherrn gestärkt hat und ihm die gleichen Rechte wie Verbrauchern einräumt, bleiben bei einem Bauvorhaben immer Unwägbarkeiten, für die nicht etwa der Bauträger, der Architekt oder die beteiligen Handwerksformen haften, sondern der Bauherr selber. Das ist der Fall, wenn es durch unvorhergesehene Ereignisse auf der Baustelle zu einem Schaden kommt. Dazu reicht es aus, wenn bei einem Starkregen der Keller unter Wasser steht oder bei einem Orkan der Dachstuhl umstürzt. Für solche Zwecke ist die Bauleistungsversicherung unverzichtbar, sonst kann das Bauvorhaben schnell zu einer existenziellen Falle werden. Wichtig daneben sind auch die Bauherrenhaftpflicht und die Feuer-Rohbauversicherung.

Dauer der Schadenregulierung verkürzen

Für Bauunternehmer und Bauherren ist es ein langer Weg, wenn es darum geht, einen Schaden wegen eines Baumangels geltend zu machen. Im Durchschnitt dauert es bis zu 3,5 Jahre, bis es durch Sachverständige, Zeugen und Richter zu einem Urteil kommt. Je länger das Gerichtsverfahren andauert, umso teurer wird es für den Bauherren – ohne zu wissen, ob seine Klage überhaupt zum Erfolg führt. Zu Jahresbeginn 2018 wurde das nun geändert. Bei den zuständigen Landgerichten gibt es künftig sogenannte Baukammern, durch die solche Prozesse erheblich beschleunigt werden sollen.

Was wird eigentlich gebaut?

Der private Bauherr hat künftig einen Anspruch auf eine ausführliche Baubeschreibung. Diese muss frühzeitig vor der Unterzeichnung des Bauvertrages vorliegen. Wesentliche Eigenschaften des geplanten Hauses müssen nun konkret beschrieben werden, dazu gehört auch der Innenausbau, die Art der Armaturen, Schallschutz, Fenster, Energieversorgung und vieles mehr. Dazu muss das Bauunternehmen oder der Bauträger den Zeitpunkt der Baufertigstellung benennen. Durch die Vorlage der konkreten Baubeschreibung ist es dem Hausbauer möglich, die Kosten zu vergleichen.

Was gilt bei Unklarheiten beim Bauvorhaben?

In der Vergangenheit kam es häufig zum Streit zwischen Bauherr und Bauunternehmen: Leistungen wurden gar nicht oder nur unzureichend beschrieben. Hier gilt jetzt: Das Niveau einer Baubeschreibung ist auch maßgeblich für die nicht oder nur unklar beschrieben Leistungen. Wenn eine Baufirma einen hohen Qualitäts- und Komfortstandard verspricht, dann darf die Baufirma nicht mal eben bei den Fenstern den einfachen Standard verbauen, sondern muss auch hochwertige Fenster einbauen. Die Baufirmen müssen also analog zur Beschreibung der Bauausführung für alle Gebäudebestandteile ein überdurchschnittliches Niveau abliefern.

Was gilt in 2018 sonst noch für den Bauherrn?

Widerrufsrecht des Bauherrn

Der Bauunternehmer muss den Bauherren über die Möglichkeit des Widerrufs aufklären. Dieses Widerrufsrecht gilt innerhalb von 14 Tagen ab Vertragsunterzeichnung. Ohne Aufklärung gilt das Widerrufsrecht sogar ein Jahr und 14 Tage.

Verbraucherschutz

Mehr Rechte durch Besserstellung des Bauherrn. Rechtlich wird dieser als Verbraucher betrachtet und nicht als Unternehmer

Anordnungsrecht des Bauherrn

Wenn der Bauherr eine Änderung wünscht und Bauunternehmer und Bauherr innerhalb von 30 Tagen keine Einigung erzielen, kann die gewünschte Änderung vom Bauherrn angeordnet werden. Diese muss dann vom Bauunternehmen so ausgeführt werden.

Angaben zur Bauzeit

Da die meisten Bauvorhaben mit einer Finanzierung verbunden sind und auch Kosten parallel zum Beispiel durch Miete weiterlaufen, muss der Bauunternehmer einen Zeitpunkt für die Baufertigstellung benennen. So soll der Bauherr mehr Planungsicherheit erhalten. Je länger das Bauvorhaben andauert, umso mehr Kosen kommen letztendlich auf den Bauherrn zu.

Regelung bei Sachmängeln

Früher war die Rechtsprechung relativ einfach gehalten: Der Bauherr hat lediglich einen Anspruch auf den Einbau einer mangelfreien Sache. Erkennen Sie einen Mangel erst nach dem Einbau erkannt, so war fraglich, wer die Kosten für den Ausbau und den Einbau sowie die Entsorgung und Abtransport einer mangelhaften Sache tragen musste. Diese Kosten fallen nun in die Erfüllungspflicht einer mangelfreien Sache – der Bauherr kann sich davon entlasten.

Woran müssen Sie als Bauherr noch denken?

Viele Banken fordern für die Absicherung des Bauvorhabens eine Feuer-Rohbauversicherung. Kommt es durch einen Brand zu einem Schaden, ist die Sicherheit für das Darlehen quasi in Rauch und Asche aufgegangen. Nebenbei schützt Sie diese Feuer-Rohbauversicherung auch vor dem Risiko, bei einem Brand in finanzielle Bedrängnis zu geraten. Tipp: Die meisten Gebäudeversicherer stellen Ihnen während der Bauphase die Feuer-Rohbauversicherung beitragsfrei zur Verfügung. Bei Baufertigstellung wird die Feuer-Rohbauversicherung in eine Gebäudeversicherung umgewandelt, erst dann wird auch der Beitrag dafür fällig.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Hausbau und alles Gute, wenn der Einzug in das neue Heim bevorsteht.