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Das Nesselfieber bei Pferden

Pferd reibt sich am Zaun

Da war der Schreck groß beim letzten Besuch auf der Weide: "Mein Pferd hatte geweitete Nüstern, eine angeschwollene Maulpartie und die Haut war gespannt. Auf der Hautoberfläche waren Quaddeln zu sehen und fressen wollte mein Pferd auch nicht mehr".

So beschreibt eine unsere Pferdekundinnen den Zustand ihres Tieres, den das Nesselfieber bei Pferden auslöst. Wir sind der Sache mal auf die Spur gegangen und schauen, was hinter diesen Symptomen steckt.

Was ist das Nesselfieber?

Eine der häufigen Hauterkrankungen bei Pferden ist das Nesselfieber, von Tierärzten auch als Urtikaria bezeichnet. Dieser Hautausschlag ist eine Abwehrreaktion des Körpers auf bestimmte Reize. Das Nesselfieber bei Pferden ist in der Regel keine schwerwiegende Erkrankung und verschwindet in vielen Fällen von alleine. Dennoch gibt es ausgeprägte Formen des Nesselausschlages, der für das Pferd durchaus unangenehm ist und vom Tierarzt behandelt werden muss. Der Krankheitsverlauf hängt von der Schwere des Nesselfiebers und des Auslösers ab. Kann die Ursache leicht abgestellt werden, ist der Nesselausschlag bei Pferden schnell in den Griff zu bekommen.

Symptome für Nesselfieber

Das Nesselfieber bei Pferden ist ein Hautausschlag, der zwar sichtbar ist, aber in den meisten Fällen nicht mit Schmerzen oder einem Juckreiz einhergeht. Dennoch müssen Sie bei diesem Hautausschlag den Verlauf im Auge behalten, damit der Krankheitsverlauf nicht in eine Richtung verläuft, bei der unter Umständen Ihr Tierarzt eingreifen muss. Die typischen Symptome beim Nesselfieber erkennen Sie daran:

  • Auf der Hautoberfläche Ihres Pferdes bilden sich Quaddeln.
  • Die Quaddeln auf der Pferdehaut sind rund und mit Flüssigkeit gefüllt.
  • Der Hautausschlag bei Pferden tritt vor allem im Bereich des Halses, an den Schultern und im Bereich der Brust auf.
  • In einigen Fällen bilden sich Nesselstreifen, deren Quaddeln bleistiftdick parallel zueinander verlaufen.
  • Bei der ausgeprägten Form des Nesselfiebers leidet das Pferd unter Juckreiz und Fieber.
  • Bleiben die Quaddeln über mehrere Tage bestehen, bilden sich Verkrustungen.

Daneben können die Quaddeln quasi zusammenlaufen und einen größeren geschwollenen Bereich bilden. Dabei kommt es ebenfalls zu einem Juckreiz und in manchen Fällen auch zu Schmerzen bei Ihrem Pferd. Wenn diese Quaddeln bestehen bleiben, kann das unterschiedliche Folgen haben: Einerseits kann nach einigen Tagen Gewebsflüssigkeit austreten. Die ausgetretenen Sekrete verkrusten, darunter löst sich die Oberhaut ab und Ihr Pferd hat Schmerzen. Andererseits kann der verstärkt auftretende Juckreiz dazu führen, dass Ihr Pferd die betreffenden Stellen an rauen Oberflächen reibt und sich dadurch weitere Schädigungen der Hautoberfläche einstellen. Damit geht auch ein höheres Infektionsrisiko einher.

In seltenen Fällen kann es zu einer schwerwiegenden Ausprägung kommen. Hier führt die allergische Reaktion dazu, dass sich im Bereich des Kopfes Quaddeln bilden, die zu Schwellungen führen. Dadurch können die Atemwege verengt werden, wodurch es zum Erstickungstod des Pferdes kommt. Allerdings können wir beruhigend sagen, dass diese Fälle sehr selten auftreten. Im Übrigen trägt eine rechtzeitige Behandlung durch den Tierarzt dazu bei, dass es nicht zu einem derartigen Ausbruch des Nesselfiebers kommt.

Die Ursachen für das Nesselfieber bei Pferden

Das Nesselfieber ist eine Reaktion des Immunsystems Ihres Pferdes. Die Ursachen dafür können unterschiedlicher Ausprägung sein. Der Reiz, der das Nesselfieber auslöst, kann sowohl durch äußere Faktoren entstehen, aber auch von innen heraus kommen.

Äußerliche Reize beispielsweise sind:

  • Insektenstiche durch Mücken, Bremsen oder Flöhe
  • Schimmelpilzsporen im Futter oder Stroh der Stallbox
  • Schimmelpilzsporen im Futter oder Stroh der Stallbox
  • Chemikalien in Satteldecken oder Abschwitzdecken durch Waschmittelrückstände
  • Pollenflug
  • Zusatzstoffe in Pflegeprodukten

Innerliche Reize beispielsweise sind:

  • bereits bestehende Krankheiten wie die Druse
  • Stress
  • Giftstoffe in der Nahrung
  • giftige Pflanzen auf der Weide
  • bestehende Infektionen
  • Darmschleimhautentzündungen

Diagnose von Nesselfieber bei Pferden

Die Diagnose dieser allergischen Reaktion ist relativ einfach aufgrund der offensichtlichen Symptome. Schwieriger ist es allerdings herauszufinden, warum allergische Reaktionen bei Pferden auftreten, insbesondere, wenn das Nesselfieber durch eine Futtermittelunverträglichkeit ausgelöst wird.

Ist Nesselfieber ansteckend?

Das Nesselfieber bei Pferden ist nicht ansteckend. Viele Pferdefreunde befürchten, dass ein Pferd, das mit Quaddeln bedeckt ist, ein Ansteckungsrisiko für ihr Pferd sein könnte. Das ist nicht der Fall. Was allerdings ansteckend sein kann, ist der Auslöser des Nesselfiebers. Stecken Infektionen dahinter, dann sind natürlich auch andere Pferde betroffen und können das Nesselfieber entwickeln. Die Symptome des Nesselfiebers sind also nicht ansteckend, sondern in bestimmten Fällen die Ursache für das Nesselfieber.

Wie lässt sich das Nesselfieber bei Pferden behandeln?

In den meisten Fällen verschwinden die Quaddeln wieder von alleine, eine Behandlung bei Nesselfieber ist also nicht notwendig. Ist ersichtlich, dass die Quaddeln nicht abklingen, dann muss Ihr Tierarzt helfen: Durch Kortinsonpräparate kann das Abklingen der Quaddeln beschleunigt werden. Parallel können Sie Ihr Pferd mit kaltem Wasser abduschen, um die Symptome zu lindern. Verwenden Sie dazu aber kein eiskaltes Wasser.

Kommt es zu einem Befall mit Nesselfieber am Kopf- und Halsbereich Ihres Pferdes, muss der Tierarzt mit Kortisoninjektionen ansetzen. Dadurch sollen die Schwellungen zurückgehen, die unter Umständen zu einer Beeinträchtigung der Atemwege führen.

Ursachenforschung: Woher kommt das Nesselfieber?

Wichtiger als die Behandlung ist jedoch die Erforschung der Ursache für das Nesselfieber. Erst wenn diese abgestellt ist, ist gewährleistet, dass diese Ausschläge nicht erneut auftreten. Um äußere Reize zu minimieren, gilt es für Sie nun zu überprüfen, was sich kurz vorher verändert hat:

  • Erfolgte eine Futterumstellung?
  • Hat Ihr Pferd anderes Heu bekommen?
  • Ist ein neuer Sattel oder eine neue Satteldecke zum Einsatz gekommen?

Wenn Ihr Pferd mit Quaddeln von der Weide gekommen ist: Befinden sich dort womöglich Pflanzen, die diese Allergie bei Pferden auslösen? Achten Sie vermehrt auf Brennnesseln oder Bärenklau. Gerade diese Pflanzen geben giftige Säfte ab, die zu den typischen allergischen Reaktionen führen.

Kann eine Futterumstellung gegen das Nesselfieber helfen?

In vielen Fällen gehen Allergien mit einer Überlastung der Leber einher. Das Futter der Pferde wird häufig industriell gefertigt. Dazu kommt die regelmäßige Fütterung mit Heulage oder Silage. Es kommt zu einer Belastung der Leber. Da die Leber aber ein Organ ist, das eine hohe Regenerationsfähigkeit hat, bleiben Schäden lange unerkannt. Mit anderen Worten - die Leber ist in der Lage, ihre Funktion trotz aufkommender Beeinträchtigung weiter aufrecht zu erhalten. Irgendwann kippt die die Regenerationsfähigkeit und der Leberschaden ist nur noch langwierig in den Griff zu bekommen.

Da das Nesselfieber bei Pferden in vielen Fällen durch eine Beeinträchtigung der Leber einhergehen kann, macht es also Sinn, dass Sie die Ernährung Ihres Pferdes auf den Prüfstand stellen:

  • Vermeiden Sie Pferdefutter, das künstliche Zusatzstoffe, Süß- oder Aromastoffe beinhaltet.
  • Achten Sie bei der Fütterung auf qualitativ hochwertiges Heu, Stroh oder Hafer.
  • Vergorene Futtermittel sind absolut tabu.

Lassen Sie sich vom Tierarzt beraten, welche Futterergänzungsstoffe zur Anwendung kommen können, die dazu beitragen, die Funktion der Leber wieder hochzufahren.

Diese Krankheiten können das Nesselfieber bei Pferden auslösen

Neben den genannten Maßnahmen wie Futterumstellung oder der Forschung nach allergieauslösenden Faktoren spielen verschiedene Krankheiten ebenfalls eine Rolle bei der Bildung von Nesselfieber. Auf diese Krankheiten sollten Sie ein Augenmerk haben:

  1. Druse: Die Druse ist eine Infektionskrankheit und hoch ansteckend. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit erkrankten Pferden, aber auch über den Kontakt mit bakterienbehafteten Oberflächen wie Futtertrögen oder Zaumzeug. Bei der Druse kommt es zu einer Vereiterungen der Lymphknoten, Husten, Fieber und unter Umständen auch einer Lungenentzündung. Daher ist eine rechtzeitige Behandlung durch den Tierarzt erforderlich, um damit auch Begleiterscheinungen wie das Nesselfieber auszuschalten.
  2. Petechialfieber: Dabei handelt es sich um eine Entzündung von Blutgefäßen, die durch eine Infektion mit Bakterien hervorgerufen werden. Die Wände der Blutgefäße werden geschädigt und es kommt zum Austritt von Blut in das Gewebe. Zunächst sind nur die Blutgefäße der Hautpartie betroffen, dadurch kommt es auch zur Bildung von Quaddeln. Im fortgeschrittenen Stadium des Petechialfiebers kann das Pferd sogar verbluten.
  3. Beschälseuche: Die Beschälseuche tritt ausschließlich beim Deckakt der Pferde auf und fällt unter die Infektionskrankheiten. Der Befall tritt in der Regel bei der Stute auf, da diese infektiöse Samen und Genitalsekrete aufnimmt. Es kommt zu Schleimhauterkrankungen, aber auch Hautveränderungen wie Nesselfieber und zu neurologischen Ausfallerscheinungen. Allerdings tritt diese Form der Erkrankungen in unseren Breitengraden nicht auf. Hingegen kommt es in Afrika und Asien regelmäßig zu solchen Erkrankungen.

Unser Fazit zum Nesselfieber

Nicht immer sind die Ursachen von gravierender Natur. Dennoch ist es sinnvoll, bei Anzeichen des Nesselfiebers Ihren Tierarzt mit ins Boot zu holen, alleine schon um mögliche Vorerkrankungen auszuschließen. Dazu äußert Ralf Becker, Experte für Tierversicherungen: "In vielen Fällen ist die Behandlung des Nesselfiebers mit einfachen Mitteln in den Griff zu bekommen. Bei bestehenden Erkrankungen sind teilweise aufwendige Heilbehandlungen erforderlich. Dabei ist es sinnvoll, wenn durch eine bestehende Pferdekrankenversicherung die Kostenübernahme für die Tierarztrechnungen gewährleistet ist".

Nicht selten nehmen Heilbehandlungen bei Pferden viel Zeit in Anspruch und das führt natürlich auch zu hohen Tierarztkosten. Wir wünschen Ihnen aber, dass Ihr Pferd frei von solchen lästigen Erkrankungen bleibt und sich bester Gesundheit erfreut.