Sind Herbstkätzchen anfälliger für Krankheiten?

Katzen im Herbst

Im Herbst  ist es für viele stolze Katzenfreunde wieder soweit: Zahlreiche Herbstkätzchen erblicken das Licht der Welt. Die kleinen Fellknäuel haben schon von Anfang mit Vorurteilen zu kämpfen: Viele Katzenhalter sind unsicher, ob die kleinen Samtpfoten gut durch den Herbst und den Winter kommen.

Gerade in den ersten Lebensmonaten sind die kleinen Katzen ja anfälliger für Krankheiten und auch weniger gut ernährt wie die Frühlingskatzen. Dabei ist das alles eigentlich nur ein Mythos aus längst vergangenen Tagen. Woher kommt die Sorge der Katzenfreunde bei ihren Herbstkatzen?

Was ist dran am Mythos der Herbstkätzchen?

Junges Kätzchen sitzt im Herbstlaub

Viele Katzenhalter tauschen sich in Foren aus und warnen vor der Anschaffung von Herbstkatzen. Dass das nicht stimmt, zeigen viele Stimmen im Internet: Sie berichten einhellig darüber, dass ihre Katzen, die im Herbst geboren wurden, sich pudelwohl fühlen und kerngesund sind. Woher kommt aber die Sorge vieler Katzenfreunde? Hinter der Aussage steckt tatsächlich ein wahrer Kern – wie es bei jedem Mythos eigentlich der Fall ist. Dabei ist die Erklärung so einfach wie logisch: In vergangenen Zeiten wurden Katzen nicht als Haustiere oder Schmusetiger gehalten, sondern sie hatten ausschließlich eine Funktion als Nutztier – wie auch Hunde oder Pferde. Sie verdienten ihr Brot damit, dass sie schlicht und einfach nur Mäuse fangen sollten. Eine Vollversorgung, so wie es heute die kleinen Stubentiger erfahren, gab es zu früheren Zeiten nicht.

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Warum waren Herbstkätzchen früher anfälliger für Krankheiten?

Bevor die Katze die Wohnzimmer, Sofas und Betten ihrer Herrchen und Frauchen eroberten, hatten sie die Funktion des Mäusefängers. Eine Fütterung gab es kaum, denn die Katzen sollten ja die Mäuse fangen. Bis zu 15 Mäuse benötigte eine ausgewachsene Katze, um ihren Nahrungsbedarf zu decken. Das machte es dem Wurf, der im Frühjahr das Licht erblickte natürlich leicht: Die kleinen Katzen konnten im Sommer auf die Jagd gehen und sich damit für die kältere Jahreszeit, in denen die Ausbeute schmaler war, gut nähren und wachsen. Sie waren kräftiger und gut für den Winter gerüstet.

Hingegen hatten es die Herbstkätzchen da schwerer: Sie fanden kaum Beute, konnten nicht wie ihre Artgenossen ihre Kräfte und Abwehr stärken. In dieser Folge erkrankten viele der Herbstkätzchen und starben auch, teilweise wegen der Unterversorgung. Eine Beifütterung gab es ja nicht. Lange hat sich dadurch der Mythos gehalten, dass eben Herbstkatzen anfälliger für Krankheiten sind und schneller sterben können. Dazu kam, dass die meisten Katzen nicht im Haushalt lebten, sondern draußen gehalten wurden. Die Katzenmama hatte alle Pfoten voll zu tun, um ihre Kitten warm zu halten – leider gelang das nicht immer: Witterung und Kälte ließen viele der Kitten erkranken. Da die tierärztliche Versorgung noch keine Rolle spielte, kamen eben viele der Herbstkätzchen nicht über den Winter.

In der heutigen Zeit spielt der Zeitpunkt der Geburt bei Katzen keine Rolle mehr

Katze wird gestreichelt

Weg vom Nutztier, hin zum Schmusetier: Die Katze hat den Lebensraum der Menschen erobert und genießt in großen Zügen die Bequemlichkeit, nicht mehr jagen zu müssen. Natürlich gibt es Millionen von Freigängerkatzen. Diese können die Mäusejagd aber getrost als Hobby betrachten, da es bei Frauchen und Herrchen stets genug zu futtern gibt. Einzig und allein streuende Katzen und deren Würfen haben im Winter Probleme, über die Runden zu kommen. Aber selbst hier gibt es viele stille fütternde Hände, die den Streunern an den verschiedensten Plätzchen ab und an Futter hinstellen. Allerdings wird das von den meisten Kommunen nicht gerne gesehen, da sich Streuner nicht unkontrolliert vermehren sollen. Problem dabei ist nämlich, dass durch streuende Katzen zusätzlich zu den Freigängerkatzen der Bestand an Vögeln rapide dezimiert wird.

Der Mythos der Herbstkatze ist ausgestorben

Viele der Katzen in Deutschland werden als Wohnungskatzen gehalten. Da spielt es keine Rolle, ob draußen der Wind oder der Schnee tobt: In der warmen Stube ist es gemütlich, es ist immer genug Futter vorhanden und es finden regelmäßig Tierarztbesuche statt. Für die Wohnungskatzen spielt es also überhaupt keine Rolle, wann der Wurf das Licht der Welt erblickt. Egal ob im Frühjahr oder im Herbst, die Bedingungen sind eigentlich völlig gleich. Einzige Ausnahme gibt es bei Freigängerkatzen, wenn diese nicht ausreichend gefüttert und regelmäßig tierärztlich versorgt werden. Dann kann es bei den Kätzchen zu einer Unterversorgung kommen, die natürlich Erkrankungen nach sich zieht. Allerdings ist das nicht ein Problem der Katzen selber, sondern ein vom Menschen geschaffenes Problem. Wenn Herbstkätzchen zu Hause stets ausreichend gefüttert werden und der Tierarzt regelmäßig die notwendigen Untersuchungen durchführen kann, steht einem langen und gesunden Katzenleben nichts im Wege.

Unsere Tipps für ein gesundes Leben der kleinen Kätzchen

Egal ob nun Herbstkätzchen oder Frühlingslöwe: Eines ist für die Kitten i jedem Fall wichtig, nämlich eine gute Gesundheitsvorsorge. Diese können Sie bei den Kätzchen bereits in der dritten Lebenswoche beginnen. Hier steht an erster Stelle die Entwurmung. Es ist nicht auszuschließen, dass sich die Kätzchen trotz guter Hygiene Spulwürmer über die Muttermilch eingefangen haben. Während die Katzenmama damit gut klarkommt, können Spulwürmer für den Nachwuchs zu einer gesundheitlichen Bedrohung werden. Zumal sind Spulwürmer auch auf den Menschen übertragbar. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt darüber, welche Maßnahmen in den ersten Lebensmonaten erforderlich sind.

Neben den Spülwürmern sind Ohrmilben ein weiteres häufig auftretendes Krankheitsbild bei jungen Katzen. Diese erkennbar durch einen starken Juckreiz bei den Kätzchen, ein unangenehmer Geruch aus den Ohren, Kratzspuren und wunden Stellen auf der Haut. Auch hier heißt es: Ab zum Tierarzt und Medikamente verschreiben lassen. Wenn die Kätzchen frei von Parasiten sind, kann die Impfung erfolgen. Diese sollte in der sechsten Wochen erfolgen und richtet sich vor allem gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche. Weiter Auffrischungen erfolgen in der neunten und zwölften Lebenswoche, dann ist der Grundschutz für das erste Lebensjahr durch. Werden Ihre kleinen Sofalöwen irgendwann zu Freigänger, sind weitere Impfungen gegen Feline Infektiöse Peritonitis, Tollwut und das Feline Leukämievirus erforderlich.

Unterstützung für die Katzenmutter

Katzenmutter

Auch wenn es schwerfällt: Lassen Sie in den ersten 14 Tagen erst einmal die Katzenmama alles für ihren Nachwuchs machen. Sie beschränken sich lediglich darauf, ab und an mal das Gewicht der Winzlinge zu überprüfen. Bei der Geburt wiegt ein Kätzchen zwischen 90 und 120 Gramm. Danach nimmt das Kätzchen pro Tag ungefähr 10 bis 20 Gramm zu. In der zweiten Woche hat der Nachwuchs also bereits das Doppelte seines Geburtsgewichtes erreicht. Nehmen die Katzenwelpen nicht ausreichend zu, sollten Sie mit ihnen in jedem Fall zum Tierarzt. Nach den ersten beiden Wochen beginnen die kleinen Racker nun, ihre Umgebung zu erkunden. Mittlerweile können sie die Augen öffnen und beobachten gespannt das Treiben um sie herum. Während sie in der dritten Lebenswoche sich noch auf das Beobachten beschränken, werden sie in der vierten Lebenswoche bereits aktiv.

Hier kommen Sie ins Spiel. Sie können sich bereits mit den kleinen Kätzchen beschäftigen, damit sie den Umgang mit den Menschen erlernen. Parallel dazu erlernen sie auch in ihrer Kinderstube die ersten Schritte des Sozialverhaltens. Sie klettern auf ihrer Mama herum und neigen auch mal dazu, diese zu beißen. Dafür gibt es dann einen Hieb mit Mamas Tatze – Lektion erteilt. Bis zur achten Woche sollten Sie in jedem Fall diese Phase nutzen, um den Kitten erste Benimmregeln beizubringen. Dazu gehört unter anderem, dass die Kleinen nicht auf den Tisch springen, Gardinen ein Tabu sind und eine Waschmaschine oder der Herd gefährliche Ecken sind. Kümmern Sie sich in dieser Zeit aber auch regelmäßig um die Katzenmama – sie macht jetzt eine anstrengende Zeit mit und freit sich ganz bestimmt über regelmäßige Zuneigung.

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Katze mit Pfoten auf dem Tisch

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