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Muss ich für die erste eigene Wohnung eine Hausratversicherung haben?

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Über den Sinn und Unsinn vieler Versicherung lässt sich bekanntlich streiten. Vor allem junge Leute können mangels Erfahrung gar nicht abschätzen, welche Versicherung für den Start in den eigenen vier Wänden oder ins Berufsleben erforderlich ist.

Gut ist, wenn Mama und Papa da noch ein bisschen beratend zur Seite stehen. Grundsätzlich gilt: Ein gewisses Maß an Vorsorge ist unverzichtbar, um im Schadensfall nicht auf hohen Kosten oder sogar Forderungen sitzen zu bleiben. Neben der wichtigen Privathaftpflichtversicherung ist für die erste Wohnung eine vernünftige Hausratversicherung unerlässlich.

Die Hausratversicherung schützt das Inventar der Wohnung

Mit der Hausratversicherung besteht eine umfangreiche Absicherung gegen viele Gefahren des Alltages. Wohnen ist teuer geworden. Da ist es umso wichtiger, das persönliche Hab und Gut abzusichern. In Deutschland sind rund drei Viertel aller Haushalte mit der Hausratversicherung geschützt. Versichert ist der gesamte Hausrat, wird dieser durch eine versicherte Gefahr beschädigt oder zerstört wird oder abhandenkommt. Zu den versicherten Gefahren gehören, vereinfacht gesagt, Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel sowie Einbruch und Raub. Risiken, die in der Regel zu einem hohen Schaden führen können.

Was umfasst eigentlich die Hausratversicherung?

Wenn Sie sich mit dem Thema Hausratversicherung befassen, dann fallen Ihnen zunächst die Möbel ein, die sich in der Wohnung befinden. Das ist aber noch nicht alles. Schließlich gehören ja nicht nur Möbel zum alltäglichen Gebrauch der Wohnung, sondern auch alle anderen Gebrauchsgegenstände wie z. B. Geschirr, Besteck, CDs, Kleidungsstücke und vieles mehr. Auch die sogenannten Verbrauchsgüter wie Lebensmittel oder Pflegeartikel sind in der Hausratversicherung abgedeckt. Schauen Sie einmal in alle Ihre Schränke – da kommt schon einiges zusammen, das im Schadensfall ersetzt werden muss.

Der Start in die erste eigene Wohnung ist manchmal ein finanzieller Kraftakt

Wenn der Auszug von zu Hause erfolgt, ist das nicht nur mit einem tränenreichen Abschied durch die Eltern verbunden, sondern auch mit einem gehörigen finanziellen Kraftaufwand. Schließlich standen im Kinderzimmer bestenfalls ein paar Schränke, ein Bett und ein Sofa sowie der Fernseher. Nun muss der Hausrat ein bisschen aufgestockt werden. Sie brauchen eine neue Küche, das Schlafzimmer wird neu eingerichtet und zum Wohnzimmer sollen sich auch noch ein paar Schränke zum Sofa gesellen. Vielfach nehmen Sie für die erste Einrichtung – und ist sie nur gebraucht – auch ein kleiner Kredit auf, die finanzielle Belastung wird ausgeschöpft. Ereignet sich nun ein unvorhergesehenes Ereignis, kann die Ersatzbeschaffung von Einrichtungsgegenständen zu einem finanziellen Desaster führen.

Weitaus umfangreicher ist der Hausstand, wenn zwei Menschen gemeinsam eine Wohnung beziehen und viele Dinge vom eigenen Hausstand mit einbringen. Zwei komplette Haushalte werden zusammengeführt. Auch wenn überzählige Dinge verkauft werden, ist hier eine ganze Menge an Gegenständen zusammengekommen, die ihren Wert haben.

Was bietet die Hausratversicherung noch?

Neben den versicherten Standardgefahren wie Feuer, Wasser oder Sturm und Einbruch bietet die Hausratversicherung noch eine Menge mehr an Vorteilen. Das fängt schon bei der sogenannten Außenversicherung an. Wenn zwei Haushalte zusammengeführt werden, geschieht das nicht von einem auf den anderen Tag. Teilweise wird renoviert, Kisten in den Keller geparkt und nicht sofort benötigte Möbelstücke in der neuen Wohnung eingelagert. Für einen Zeitraum von in der Regel zwei Monaten besteht Versicherungsschutz für den Hausrat in der alten und in der neuen Wohnung. Das gilt sogar, wenn Hausrat zu Lagerzwecken in der zur Wohnung gehörenden Garage untergebracht wird.

Die Höhe der Versicherungssumme muss richtig gewählt werden?

Bei der Hausratversicherung stellt sich immer wieder die Frage nach der Höhe der Versicherungssumme – wie hoch soll diese eigentlich abgeschlossen werden? Allein die Schätzung des materiellen Wertes der Möbel ist nicht ausreichend. Üblicherweise veranschlagen die Versicherer eine Versicherungssumme von 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Damit ist gewährleistet, dass keine Unterversicherung besteht. Dieser Punkt kann nämlich im Schadensfall tückisch enden. Ist der Hausrat unterversichert, dann gibt es im Schadensfall weniger Ersatz. Ein Beispiel: Die Wohnungsgröße liegt bei 50 Quadratmeter, die Versicherungssumme nach dem Quadratmetermodell beläuft sich auf 32.500 Euro. Nun ist der Hausrat nur mit 20.000 Euro versichert, also mit rund 60 Prozent der empfohlenen Summe. Kommt es zu einem Schaden, dann wird von der tatsächlichen Summe von 20.000 Euro auch nur 12.000 Euro (also 60 Prozent) erstattet. Es fehlen so – bei einem größeren Schaden – rund 20.000 Euro! Da wird der zweite Neuanfang zu einem finanziellen Stolperstein.

Wie kann ich mein Fahrrad in der Hausratversicherung absichern?

Die erste eigene Wohnung, aber noch kein Auto? Viele junge Leute ziehen den klassischen Drahtesel vor. Teilweise auch in gehobener Ausführung, schließlich ist es das Fortbewegungsmittel Nummer eins, wenn man kein eigenes Auto hat.

Das Problem: Fahrraddiebstähle in Deutschland häufen sich und die Wahrscheinlichkeit, den Drahtesel wiederzubekommen, liegt bei nur rund 10 Prozent. Da muss man eine gewisse Vorsorge treffen, wenn das gute Stück den Langfingern in die Hände fällt.

Die meisten Tarife zur Hausratversicherung schließen mittlerweile Fahrräder ein, wenn sie sich in Gebrauch befinden. In der Regel kann die Höhe der Erstattung zwischen 1 und 5 Prozent der Hausratversicherungssumme gewählt werden. Bei der 50-Quadratmeter-Wohnung mit einer Versicherungssumme von 32.500 Euro beträgt der Schutz des Fahrrades (bei 5 Prozent) also 1.625 Euro.

Aufpassen muss man allerdings, in welchem Zeitraum das Rad tatsächlich versichert ist. Rund um die Uhr besteht Schutz, wenn es sich im verschlossenen Keller oder in der verschlossenen Garage befindet. Wenn es hingegen in Gebrauch ist, ist der Rahmen auf die Zeit von 6.00 Uhr morgens bis 22.00 Uhr abends begrenzt. Wird das Fahrrad nachts vor der Haustür oder spätabends vor der Kneipe gestohlen, entfällt der Versicherungsschutz. Alternativ kann man über die Hausratversicherung auch einen 24-Stunden-Schutz vereinbaren, hier sind aber Mehrbeiträge bei der Prämie die Folge.