eKomi-Siegel
4.8 / 5

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. Blog
  3. Hunde im Auto
 

Mit dem Hund im Auto unterwegs: Was müssen Sie dabei beachten?

Das schöne Wetter lockt viele Menschen nach draußen, um Ausflüge zu unternehmen oder mit dem Hund ein paar Runden in der Natur zu drehen. Zudem steht so langsam die Urlaubszeit wieder vor der Tür. Für Hundefreunde ist klar: Nichts geht ohne meinen vierbeinigen Liebling.

Ob es jetzt ein Tagesausflug ist oder die Fahrt in den Urlaub – der Hund ist immer dabei. Klar, denn er ist in der heutigen Zeit ja auch ein vollwertiges Familienmitglied. Viele Hundefreunde machen sich aber keine Gedanken darüber, dass der eigene Hund im Auto einen festen und sicheren Platz benötigt. Bei einem Unfall oder einer Polizeikontrolle kann das zu einem handfesten Problem werden.

kleiner Hund liegt auf dem Beifahrersitz

Hunde brauchen Sicherheit im Auto

Wir haben es alle schon irgendwo gesehen: Da ist ein Auto unterwegs und der Vierbeiner schaut stolz aus dem Beifahrerfenster und lässt sich den Fahrtwind um die Nase wehen. Was auf den ersten Moment witzig aussieht, ist aber eher erschreckend, wenn wir mal den Aspekt Sicherheit dabei beachten. Nicht selten sind es kleine Hunderassen, die vom Beifahrer auf dem Schoss mitgeführt werden. Der kleine Liebling soll schließlich sehen, was sich draußen abspielt und wohin die Reise geht. Frage: Würden Sie Ihr Kleinkind ungesichert auf dem Schoß im Auto mitfahren lassen? Wahrscheinlich nicht. Warum setzen dann viele Hundefreunde ihren Liebling der Gefahr aus, dass es bei einem Unfall zu schlimmen Verletzungen kommen kann?

Was passiert mit einem Hund beim Unfall?

Eine Vollbremsung im Stadtverkehr kann schon zu einem tödlichen Problem werden. Nicht nur für den Hund, sondern auch für den Hundehalter. Erst Anfang April hat sich in Baden-Württemberg ein Unfall mit einem ungesicherten Hund ereignet. Der Hund befand sich auf der Rückbank eines Autos, als er durch einen Frontalzusammenstoß auf den Fahrersitz geschleudert wurde. Durch die Wucht des Aufpralls kam der Fahrer ums Leben. Der Hund überlebte.

Bei einem heftigen Unfall im innerstädtischen Verkehr mit einem Aufprall von 50 Kilometern pro Stunde versagen sogar manche Sicherungssysteme, wie Stiftung Warentest erst vor kurzem festgestellt hat. Ein Hund, der nicht gesichert ist, prallt bei einem Unfall durch die Windschutzscheibe. Das endet für den Vierbeiner in den meisten Fällen tödlich. Deshalb ist es nur schwer nachzuvollziehen, warum manche sogenannte Hundefreunde ihren Liebling immer noch auf dem Schoß transportieren.

Ebenfalls Anfang April kam es in Oberhausen zu einem Verkehrsunfall: Ein Autofahrer erlitt während der Fahrt einen Herzinfarkt, verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte gegen eine Hauswand. Für den Hund, der sich ungesichert im Fußraum des Fahrzeuges befand, kam jede Hilfe zu spät. Er verstarb auf dem Weg in die Tierklinik.

Hunde haben im Fußraum nichts zu suchen

Auch wenn der Fußraum im Beifahrerbereich jede Menge Platz für den Hund bietet: Dort gehört er definitiv nicht hin. Generell muss der vierbeinige Liebling einen Platz auf der Rückbank finden und gesichert werden. Nicht selten kommt es vor, dass vor allem kleine Hunde auf dem Beifahrersitz oder dort im Fußraum mitfahren und dann sich auf einmal selbstständig machen. Der Sprung in den Fußraum des Fahrers ist da schnell passiert. In Baden-Württemberg kam es vor einigen Wochen genau dadurch zu einem schweren Verkehrsunfall. Der auf dem Beifahrersitz befindliche Hund ist seinem Frauchen während der Fahrt auf den Schoss gesprungen. Dadurch verriss sie das Lenkrad und es kam bei hoher Geschwindigkeit zu einem Überschlag. Glücklicherweise blieb es bis auf ein paar Blessuren beim Sachschaden.

Welches Gesetz gilt beim Transport von Hunden im Auto?

Hund sitzt im offenem Kofferraum mit Gitterbox

In der Straßenverkehrsordnung (StVO) gibt es keinen speziellen Paragraphen, der sich mit dem Thema Hunde befasst. Vielmehr ist es so, dass der Gesetzgeber Haustiere als Ladung einstuft. Das hat zur Folge, dass diese unter die Regelungen der Ladungssicherung (§22 StVO) fallen. Der genaue Wortlaut: „Die Ladung ist so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen kann.“

In welcher Form nun die Sicherung erfolgt, bleibt dem Fahrer überlassen. Fakt ist, dass sich Hundefreunde ernsthaft Gedanken darüber machen sollten, ob ihr Hund besser im Auto gesichert untergebracht ist als auf dem Schoß des Beifahrers die Aussicht zu genießen. Mit einem 22 Kilogramm schweren Hundedummy hat der ADAC einen Test durchgeführt: Wie verhält sich ein Hund bei einem Unfall? Dazu lag der Dummy auf der Hutablage. Durch den simulierten Unfall prallte der Dummy mit dem 25-fachen seines Körpergewichtes gegen die Kopfstütze des Fahrers und dann gegen die Windschutzscheibe. Das entspricht einem Gewicht von etwa 550 Kilogramm. Im Realfall wäre das für den Fahrer tödlich gewesen.

Bei der Reiseplanung ist die Sicherheit des Hundes und der Mitfahrer oberstes Gebot

Im Urlaub soll der vierbeinige Liebling natürlich mit von der Partie sein. Dann gilt: Langfristig vor dem Urlaubsantritt müssen Sie die Planung für den Transport des Hundes aufnehmen. Wenn Sie auf den letzten Drücker eine Transportbox kaufen und diese dann zum Urlaubsstart erst noch montieren müssen, artet das in Stress aus. Ein Urlaub wird ja längerfristig geplant. Deshalb haben Sie auch schon früh die Möglichkeit auszuprobieren, was für Ihren Hund die beste Lösung für den Transport ist.

Lebhafte Hunde haben beispielweise ein Problem damit, in der Hundebox mitzureisen. Sie sind besser im hinteren Bereich des Autos untergebracht, der mit einem Trenngitter gesichert ist. Kleine Hunde fühlen sich in der Transportbox in den meisten Fällen recht wohl. Hier müssen Sie im Vorfeld verschiedene Modelle testen und prüfen, wo die Unterbringung am sinnvollsten ist. Auf der Rückbank oder auf der Ladefläche? Die meisten Hundefreunde nutzen eh ein Kombi-Modell, damit ausreichend Platz für Familie und Hund ist, dann bietet sich die Ladefläche hinter den Rücksitzen gut zum Verstauen der Hundebox an.

Den Hund ohne Hundebox im Auto anschnallen?

Hund sitzt angeschnallt auf der Rückbank

Es gibt natürlich auch Hunde, die so gar nicht auf die Hundebox stehen. Das ist normal und auch nicht weiter tragisch. Wenn sich bei der Urlaubsfahrt auf der Rückbank noch ein Plätzchen für den vierbeinigen Liebling findet, so kann der dort problemlos unterkommen. Allerdings nicht, ohne angeschnallt zu werden. Nun bietet das Gurtsystem nicht die Möglichkeit, Hunde ausreichend zu sichern. Dafür gibt es aber im Fachhandel spezielle Hundegurte, die sich Ihrem Liebling leicht anpassen lassen und mit dem vorhandenen Gurtsystem verbinden. Das geschieht entweder mit dem Gurt direkt, dem Gurtschloss oder mit dem Iso-Fix-System, das eigentlich für die Sicherung von Kindersitzen entwickelt wurde.


Wie hoch sind die Geldstrafen bei Verstößen gegen die Ladungssicherung?

Böse Zungen sagen, dass Deutschland der Discounter bei Geldstrafen im Straßenverkehr ist. So ganz ist das auch nicht von der Hand zu weisen. Im konkreten Fall des Verstoßes gegen die Ladungssicherung sind 35 Euro fällig. Kommt es durch den Verstoß zu einer Gefährdung, etwa, weil der Fahrer durch das Herumtoben des Hundes abgelenkt war, so fallen bereits 60 Euro an. Dazu gibt es einen Punkt im zentralen Verkehrsregister in Flensburg. Geschieht ein Unfall, ist ein Bußgeld von 75 Euro fällig. Auch hier gibt es einen Punkt in Flensburg.

On the road - wenn es mit dem Hund in den Urlaub geht

Der Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres und der vierbeinige Liebling darf natürlich die Familie begleiten. Ob an die See oder in die Berge: Da wo sich Frauchen und Herrchen wohlfühlen, ist auch der Vierbeiner glücklich. Bis zum Urlaubsort ist es aber unter Umständen noch eine weite Fahrt. Diese muss jetzt erst einmal bewältigt werden, bevor die Urlaubsfreuden beginnen. Auf das Thema Ladungssicherung sind wir ja schon eingegangen, jetzt gilt es, die Fahrt selbst so angenehm wie möglich zu gestalten. Wenn Ihr Hund nicht gerade aufgrund seiner Größe in einer Transportbox Platz findet, kommt für ihn der Rücksitz oder die Fläche hinter den Rücksitzen in Frage. Der Kofferraum, der von der Fahrgastzelle getrennt ist, eignet sich für Hunde wenig, hier sollte nur das Gepäck hinein. Am besten ist es, wenn Ihr Hund auf seiner Lieblingsdecke Platz nehmen kann - natürlich im angeschnallten Zustand. Bei einer längeren Fahrt, die sich mehr als zehn, zwölf Stunden ziehen kann, ist es überlegenswert, diese in der Nacht anzutreten.

Pausen, trinken und Gassigehen

Bei einer Nachtfahrt kann es gut sein, dass Ihr Hund einen großen Teil der Fahrt verschläft. Sind Sie hingegen tagsüber unterwegs, braucht Ihr Hund regelmäßige Pausen, in denen er sich ein wenig bewegen kann. Dazu muss er trinken und sich ab und zu mal lösen. Rastplätze gibt es ja genug entlang der Autobahnen. Suchen Sie sich einen Stellplatz etwas abseits aus, damit der Verkehrstrubel nicht zu stressig für Ihren Hund ist. Lassen Sie ihn nicht unangeleint aus dem Auto heraus: Im ungünstigsten Fall rennt er auf dem Parkplatz umher und kann möglicherweise einen Unfall auslösen oder in einen Unfall verwickelt werden. Dann ist der Urlaub zu Ende, bevor Sie am Ziel angekommen sind.

Unfallgefahren im Auto vermeiden

Im Auto gibt es Unfallgefahren? Natürlich. Haben Sie schon mal bei der Fahrt in den Urlaub auf andere Autos geachtet? Was sich da teilweise in so manchem Kombi ansammelt, ist beachtenswert. Eine Vollbremsung und das ganze Reisegepäck rauscht durch bis zum Fahrer oder auch noch weiter. Deshalb sollte der Ladebereich in einem Kombi niemals oberhalb der Rücksitzlehnen ausgenutzt werden – außer, Sie verwenden ein stabiles Trenngitter. Gepäckstücke, die lose gelagert sind, können unter Umständen bei einem leichten Ruckeln auf den Hund fallen, der auf der Rückbank davor liegt.

Hitzefalle Auto

Infografik, die den Anstieg der Innentemperatur des Autos in Relation zur Außentemperatur verdeutlicht

Dass Hunde bei Hitze nicht ins Auto gehören, sollte jedem Hundefreund klar sein. Das bedeutet: Bei einer Rast bei sonnigem Wetter müssen Sie das Auto in einem schattigen Bereich abstellen, damit es sich nicht aufheizt. Wenn Sie sich selbst Erleichterung verschaffen, macht es Sinn, Ihrem Hund dabei mitzunehmen. So hat er auch die Gelegenheit, sich zu lösen. Bei einer Fahrt tagsüber und direkter Sonneneinstrahlung kann natürlich die Klimaanlage Abhilfe schaffen und auch mal ein wenig Frischluft über ein auf Spalt geöffnetes Fenster. Denken Sie immer daran, dass sich Ihr Liebling bei vollständig geöffnetem Fenster eine Bindehautentzündung zuziehen kann. Halten Sie dabei aber Ihren Hund immer im Auge: Nicht, dass trotz aller Maßnahmen Ihrerseits die Hitze ihm doch noch zu schaffen macht. Dann besser einmal mehr Pause machen oder den Fahrtantritt so planen, dass längere Fahrstrecken nicht in die Mittagshitze fallen.

So, jetzt ist aber genug mit guten Ratschlägen. Wir wünschen Ihnen und Ihrem Vierbeiner allzeit gute Fahrt und einen schönen Urlaub.