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Mietwohnung ausgebrannt - muss die Gebäudeversicherung die Kosten des Schadens übernehmen?

Brand auf dem Dachboden

Wohnungsbrände ereignen sich in Deutschland mehrmals täglich. Die Ursachen sind unterschiedlich - diese reichen von technischen Defekten bis hin zum fahrlässigen Verhalten der Bewohner. Brennt eine Mietwohnung aus, muss nicht zwingend die Privathaftpflicht des Mieters für die Kosten der Renovierung aufkommen.

Vielmehr hat der Bundesgerichtshof entscheiden, dass hier die Gebäudeversicherung am Zuge ist - auch wenn den Vermieter und Hauseigentümer kein Verschulden trifft. Eigentlich nicht unerwartet, dieses Urteil.

Wie kam es zu dem Urteil?

Es ist ein typischer Fall, der sich häufig ereignet. Zur Mittagszeit hat die zwölfjährige Tochter der Mieterin auf dem Herd in einem Kochtopf Fett erhitzt. Zwischenzeitlich hat sie die Küche verlassen, dass erhitzte Fett entzündete sich und führte so zu dem Wohnungsbrand. Nachdem der Schaden der Privathaftpflicht gemeldet wurde, verwies diese auf die Gebäudeversicherung des Vermieters. Der Vermieter lehnte die Schadensregulierung über seine Gebäudeversicherung ab. Das würde zu einem gesamten Anstieg der Versicherungsprämie für alle Wohnungen in dem Haus führen. Diese wären letztendlich von den anderen Mietern mitzutragen.

Entscheidung durch alle Instanzen - die Gebäudeversicherung muss für einen solchen Schaden aufkommen

Die Vermieterin hat während des Rechtsstreites ohne Anerkennung einer Rechtspflicht die Brandschäden beseitigen lassen. Sie vertrat aber die Meinung, dass die Mieterin, die den Brand schuldhaft herbeigeführt hat, keinen Anspruch auf die Beseitigung der Schäden gehabt hätte. Letztendlich hat sich der Bundesgerichtshof der Angelegenheit angenommen und entschieden. Nach dem Rechtsverständnis bezahlt ein Mieter im Rahmen seiner Nebenkosten auch anteilig die Gebäudeversicherung. Da darf er auch zu recht erwarten, dass die Gebäudeversicherung den Schaden übernimmt, auch wenn er nicht der Hauseigentümer ist. Dadurch kann der Mieter die Beseitigung der Brandschäden verlangen und auch eine Mietminderung durchsetzen, sofern der Vermieter sich weigert, seine Gebäudeversicherung in Anspruch zu nehmen.

Steigende Kosten für die Gebäudeversicherung können auf die Mieter umgelegt werden

Auf der anderen Seite ergibt sich daraus auch der Schluss, dass der Vermieter die steigenden Kosten nach einem Schaden auf die Mieter umlegen kann. Schließlich dürfen sie im Gegenzug erwarten, dass ihre Mietsache aus der Gebäudeversicherung wieder instand gesetzt wird. Das gilt auch für den Fall, dass die Gebäudeversicherung nach einem Schadensfall die Kündigung ausspricht und der Vermieter auf eine anderen, teureren Anbieter ausweichen muss.