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Leistet die Hausratversicherung auch bei Sturmschäden?

Haus über der Hand

Vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und umgestürzte Bäume - so sieht es nach einem Sturm aus. Bevor das große Aufräumen beginnt, schlägt die Stunde der Versicherungen.

Schäden müssen begutachtet und bewertet werden. Nicht nur viel Arbeit für die Gebäudeversicherung, auch die Hausratversicherung muss in vielen Fällen für Schäden leisten.

Sturm Felix erreichte Windgeschwindigkeiten von rund 100 km/h

Wer ausreichend versichert ist, muss sich über die Kostenübernahme von Schäden keine Sorgen machen. Die Hausratversicherung kommt für Sturmschäden auf, sofern die Windgeschwindigkeit mindestens bei Windstärke acht lag. Das entspricht etwa 63 km/h. Bei Schäden am Hausrat durch Sturmeinwirkung müssen Sie verschiedene Dinge berücksichtigen. Das wichtigste ist: Wo befand sich der Hausrat?

Die Hausratversicherung leistet den Bedingungen nach erstmal nur für Hausratgegenstände, die sich innerhalb der versicherten Wohnung befinden. Typische Szenarien sind beispielsweise ein umgestürzter Baum, der das Dach durchschlagen hat und durch den Sturz oder eindringendes Regenwasser Einrichtungsgegenstände beschädigt wurden. Ebenso versichert ist der Hausrat, wenn ein Ast ein Fenster durchschlagen hat und Regenwasser in die Wohnung eindringt. Mittlerweile gehen die Versicherer aber noch weiter: Moderne Hausrat-Policen bieten zusätzlichen Schutz. So ist beispielsweise Hausrat auch in der Garage oder im Gartenhaus abgesichert. Es kann ja durchaus sein, dass durch den Sturm ein Gartenhaus beschädigt wurde und die darin gelagerten Gartengeräte in Mitleidenschaft gezogen wurden. Gleiches gilt für die Garage: Hier sind in vielen Fällen neben Fahrrädern auch andere Hausratgegenstände gelagert.

Sind die Terrassenmöbel bei Sturm ebenfalls versichert?

Zu dieser Jahreszeit befinden sich auf der Terrasse eher seltener Gartenmöbel. Es aber durchaus denkbar, dass diese beim einem Unwetter im Frühjahr zu Schaden kommen, etwa wie bei Sturm Ela am Pfingstmontag im vergangenen Jahr. Zahlreiche Hausratversicherungen bieten dafür mittlerweile eine ergänzende Absicherung: Wenn sich Gartenmöbel auf der Terrasse befinden, so sind diese ebenfalls gegen Sturmschäden abgesichert. Das gilt sogar auch für den Terrassenpavillon, sofern sich dieser unmittelbar am Haus befindet. Ein Trampolin, das hingegen auf der Wiese im Garten steht, unterliegt nicht dem Versicherungsschutz.

Welche Sturmschäden sind nicht versichert?

Erstmal muss bei aufkommenden Sturm alles unternommen werden, um das Risiko eines Schadens so gering wie möglich zu halten. Dazu gehört, dass bei einem Terrassenpavillon unter Umständen das Dach abgenommen wird, um den Wind keine Angriffsfläche zu bieten. Das gilt auch für ausfahrbare Markisen. Diese müssen bei Sturm natürlich eingefahren sein.

Lustige Begebenheit in diesem Zusammenhang: Ein Toupet ist nicht gegen Sturmschäden versichert. Das musste vor geraumer Zeit ein Rentner feststellen. Dieser hatte bei Sturm seinen Kopf aus der Balkontür gestreckt und wollte die durch den Winds gelöste Markise wieder befestigen. Der Sturm wehte das Toupet davon und es war nicht mehr auffindbar. Von seiner Hausratversicherung verlangte der Versicherungsnehmer den Ersatz für das Toupet. Der Fall landete sogar vor Gericht. Dabei zog der Kläger allerdings den Kürzeren. Die Richter waren der Ansicht, dass der Kläger den Schaden grob fahrlässig selber herbeigeführt hatte. Das Haarteil war gerade frisch gewaschen und nicht mit dem Spezialkleber am Kopf befestigt. Die Hausratversicherung musste jedenfalls nicht für den Schaden bezahlen.

Was ist nach dem Sturm zu tun?

Ist es zu Schäden am Hausrat gekommen, müssen Sie Ihre Hausratversicherung unverzüglich informieren. Unverzüglich heißt binnen einer Wochenfrist. Das wichtigste ist, dass Sie die beschädigten Gegenständen nicht schon zum Sperrmüll geben. In vielen Fällen muss ein Gutachter der Hausratversicherung den Schaden in Auenschein nehmen. Es reicht nicht aus, wenn nur Lichtbilder vorliegen. Wenn beispielsweise eine teure Stereoanlage durch den Sturm, etwa bei einem zerbrochenen Fenster, zu Schaden gekommen ist, muss diese solange aufbewahrt werden, bis die Hausratversicherung grünes Licht gibt.

Maßnahmen, die zur Minderung des Schadens dienen, dürfen natürlich vorgenommen werden. Ist der Keller voll Wasser gelaufen, so können Sie die betroffenen Gegenstände auch anderer Stelle lagern, bis das Wasser abgeflossen ist. Nur: Einfach entsorgen ist nicht drin. So kann sich die Hausartversicherung kein Bild zu dem Schaden machen und wird dementsprechend die Schadenersatzleistung erheblich kürzen.

Hauseigentümer müssen vor allem Maßnahmen ergreifen, damit nicht noch mehr Regenwasser ins Haus eindringt. Dazu gehört zum Beispiel das Abdichten von zerbrochenen Fenstern oder eine provisorische Sicherung des Daches durch den Dachdecker. Gefährdete Hausratgegenstände müssen Sie aus dem Gefahrenbereich in Sicherheit bringen, sofern es zumutbar ist. Das heißt: Ein Sofa, das durch Spritzwasser durch das zerbrochene Fenster in Mitleidenschaft gezogen werden kann, muss beiseite gestellt werden. Bei der Kücheneinrichtung ist das natürlich eher unpraktikabel.

Empfehlung: Elementarschäden mit absichern

Die Unwetter in den letzten Jahren bringen nicht nur reichlich Sturm mit sich, sondern auch viel Regen. Das kann es schon passieren, dass das Grundstück überflutet wird und in der Folge Regenwasser beispielsweise durch die Terrassentür oder in den Keller eindringt. Für solche Fälle ist die Elementarversicherung in der Hausratversicherung empfehlenswert. Die Überschwemmung ist nicht die Folge eines Sturms, sondern eine Begleiterscheinung. Solche Überschwemmungen sind im normalen Umfang der Hausratversicherung nicht abgedeckt.

Kommentare

Am 09.07.2015 schrieb Rolf Henrich

Baum fiel gegen Haus und wintergarten, bezahlt meine Hausrat die Entsorgung des Baumes. Habe Sturm und Hagel bei der Versicherung?

antworten
Am 16.07.2015 schrieb Manfred Weiblen

Hallo Herr Henrich,
in dieser Situation übernimmt die Gebäudeversicherung diese Kosten. Allerdings müssen Sie darauf achten, dass Sie nicht nur Sturmschäden versichert haben, sondern auch den Abtransport und die Entsorgung umgestürzter Bäume. In diesem Fall trägt die Gebäudeversicherung beispielsweise auch die Entsorgung durch eine Fachfirma. Die Hausratversicherung kommt dafür nicht auf.
Herzliche Grüße von Ihrem
vergleichen-und-sparen.de-Team

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