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Die Leishmaniose bei Hunden - wo liegen die Gefahren?

Hund steht am Strand

In vielen Urlaubsländern kann durch verschiedene Mückenarten eine parasitäre Infektionskrankheit übertragen werden. Die Leishmaniose bei Hunden tritt vor allem unterhalb des 45. Breitengrades, also auf der südlichen Erdhalbkugel auf.

Ihr Hund kann davon aber auch betroffen sein, wenn Sie in Risikogebieten für Hunde Urlaub machen und er durch eine Sandmücke oder eine Schmetterlingsmücke mit dieser Infektionskrankheit infiziert wird.

Symptome der Leishmaniose

Tückisch an der Leishmaniose bei Hunden ist, dass die Erkrankung trotz des Stiches einer Erreger-Mücke erst nach Monaten oder sogar mehreren Jahren ausbricht. Die Übertragung durch Sandmücken merken Sie also nicht sofort. Der Urlaub ist längst Erinnerung und ein Zusammenhang bei auftretenden Krankheitssymptomen liegt erst einmal nicht auf der Hand.

Häufig werden Symptome anderen Krankheiten zugeschrieben, da diese nicht allein spezifisch für die Leishmaniose sind. Sie müssen bei den folgenden Symptomen hellhörig werden und dann die Verbindung zum Urlaub in einem Risikogebiet herstellen:

  • Es kommt zu Fieberschüben, die wechselweise auftreten.
  • Mit dem Fieber geht auch Appetitlosigkeit und Erbrechen einher - ebenfalls schubweise.
  • Ihr Hund leidet regelmäßig an Durchfall.
  • Ihr Hund wirkt träge, matt und abgeschlagen.
  • Sie entdecken Fellveränderungen und Haarausfall.
  • Offene Wunden heilen nur sehr verzögert.
  • Um den Nasenrücken herum, die Augen und an den Ohrenspitzen bilden sich fettige Schuppen, die aber keinen Juckreiz auslösen.
  • Nasenbluten und blutige Ausscheidungen im Kot treten vermehrt auf.
  • Die Lymphknoten sind geschwollen und der Bauch Ihres Hundes ist schmerzempfindlich.

Wie kann sich Ihr Hund mit der Leishmaniose anstecken?

Die Leishmaniose bei Hunden erfolgt durch einen Insektenstich. In den meisten Fällen geschieht das durch den Stich der Sandmücke und der Schmetterlingsmücke. Die Leishmanien sind einzellige Blutparasiten, die beim Blutsaugen durch diese Mückenarten direkt in die Blutbahn Ihres Hundes gelangen. Der Name Leishmaniose kommt übrigens vom Entdecker der Parasiten, dem schottischen Tropenarzt William Boog Leishman.

Andere Übertragungswege sind relativ selten. Eine Übertragung der Leishmaniose kann bei einer Bluttransfusion auftreten oder beim direkten Kontakt mit einem infizierten Hund. Dazu muss aber Ihr Hund eine Hautverletzung haben und sich durch direkten Kontakt an einer Wunde oder einem Geschwür eines erkrankten Hundes anstecken. Das Risiko dürfte als selten eingestuft werden. Allerdings kann es passieren, dass Sie einen Hund aus dem Tierschutz übernehmen, der aus den Risikogebieten stammt und nicht ausreichend geimpft wurde. Auch hier kann es sein, dass erst nach längerer Zeit die Erkrankung ausbricht. Hier müssen Sie auch bei den Symptomen die Verbindung zu der Einführung aus einem Risikogebiet ziehen.

Wo tritt die Leishmaniseo auf?

Es sind die klassischen Mittelmeerländer, in denen die Sandmücken oder die Schmetterlingsmücke sich wohlfühlen. Dazu gehören vor allem die südlichen Bereiche von Spanien, Portugal und Italien. Aber auch in der Türkei und in Griechenland kommen diese Mückenarten häufig vor. Daneben gilt die Warnung vor der Leishmaniose natürlich auch bei Reisen nach Afrika oder Südostasien.

Nebenbei führt der Klimawandel dazu, dass sich diese Mückenarten auch in anderen Gebieten wohlfühlen. Es ist nicht auszuschließen, dass sich irgendwann die Blutsauger auch in Deutschland verbreiten. Derzeit ist es aber noch so, dass der Erreger durch Urlaubsrückkehrer eingeschleppt wird. Direkte Ansteckungen unter Hunden oder auch eine Übertragung von Leishmaniose auf den Menschen ist hierzulande nicht bekannt.

Wie gefährlich ist Leishmaniose?

Bei Hunden tritt die Leishmaniose in unterschiedlicher Form auf. Es können sowohl die Haut, die Organe oder die Schleimhäute betroffen sein. Bei manchen Hunden zeigen sich sogenannten Mischformen. Es sind beispielsweise Haut und Organe betroffen. Die Leishmaniose ist eine Erkrankung, die nicht heilbar ist. Hunde, die regelmäßig behandelt werden, können ein weitestgehend beschwerdefreies Leben führen.

Werden die Anzeichen der Leishmaniose aber nicht erkannt und anderen Erkrankungen zugeschrieben, dann kann das ohne die entsprechende Behandlung innerhalb von sechs bis zwölf Monaten zum Tod des Hundes führen. Es kommt in der Regel zu einem tödlichen Nierenversagen.

Behandlung der Leishmaniose

Für die Leishmaniose bei Hunden gilt wie auch bei vielen anderen Krankheiten: Je eher Sie die Symptome erkennen, desto eher kann Ihr Tierarzt mit der Behandlung beginnen.

Ihr Tierarzt entnimmt Blutproben und Gewebeproben, um eine sichere Diagnose zu stellen. Dabei liegt der Fokus auf der Behandlung der Symptome. Derzeit gibt es noch keine Medikamente auf dem Markt, die eine vollständige Heilung der Leishmaniose ermöglichen. Es bleibt - wie beschrieben - nur die Möglichkeit, die Auswirkungen der Infektionskrankheit zu behandeln und dazu das körpereigene Immunsystem zu stärken.

Da die Therapie lebenslang erfolgen muss, fallen entsprechend hohe Tierarztkosten an. Der Experte für Hundeversicherungen Ralf Becker empfiehlt: "Bereits bei der Anschaffung eines Hundes macht es Sinn, wenn Sie sich Gedanken über eine Hundekrankenversicherung machen. Dann sind solche regelmäßig auftretenden Kosten wie bei der Behandlung der Leishmaniose für Sie kein Thema, da diese von der Versicherung übernommen werden. Das gilt natürlich auch für alle anderen Erkrankungen oder auch bei notwendigen Operationen bei Unfällen oder schweren Krankheiten."

Die Behandlung der Leishmaniose bringt aber auch noch einen Nachteil mit sich, der sich nicht ausschließen lässt: Durch die Medikamente, die Ihr Hund nun regelmäßig bekommt, kann es zu verschiedenen Nebenwirkungen kommen. In den häufigsten Fällen handelt es sich dabei um Erbrechen oder Durchfall.

Gibt es Impfstoffe gegen Leishmaniose?

In Deutschland ist mittlerweile ein Impfstoff gegen die Leishmaniose verfügbar. Dieser schützt zwar nicht vor dem Stich der Sandmücke und vor einer Übertragung von Leishmanien. Allerdings führt der Impfstoff dazu, dass die Leishmaniose nicht ausbricht. Der Impfstoff besteht aus parasitären Eiweißen und Zusatzstoffen, die das Immunsystem Ihres Hundes bei der Bekämpfung der Leishmanien unterstützen.

Die Impfung bei Hunden ist ab dem sechsten Lebensmonat möglich. Es erfolgt eine Grundimmunisierung mit drei Impfungen, die im Abstand von jeweils drei Wochen erfolgt. Danach ist eine Folge-Immunisierung nur noch einmal im Jahr notwendig. Die Wirkung der Erstimpfung setzt etwa nach vier Wochen ein. In dieser Zeit sollten Sie unbedingt Reisen in Risikogebiete vermeiden. Falls Sie eine Reise in die südlichen Gefilde planen, empfehlen Tierärzte sogar eine Impfung spätestens zehn Wochen vor dem Reiseantritt.

Bei einer Impfung gegen Leishmaniose kann es bei Ihrem Hund zu ähnlichen Symptomen kommen wie bei einer normalen Schutzimpfung. Die Haut kann rund um die Injektionsstelle anschwellen oder verhärten. Die Fremdeiweiße aus der Impfung führen dazu, dass Ihr Hund womöglich Symptome von Fieber und Mattigkeit zeigt. Das vergeht aber nach etwa zwei Tagen wieder.

Wie kann ich gegen Leishmaniose vorbeugen?

Durch den Klimawandel breiten sich Sandmücken und Schmetterlingsmücken weiter aus. Da viele Hundefreunde kaum auf den Urlaub in warmen Gebieten verzichten möchten, hilft es kaum, vor einem Aufenthalt in Risikogebieten zu warnen. Das Risiko, dass sich Ihr Hund eine Leishmaniose einfängt, ist ja bereits am Mittelmeer gegeben. Also ist es wichtig, dass Sie vor Ort auf aktiven Schutz gegen Insektenstiche setzen:

  • Es gibt spezielle Halsbände, die Duftstoffe aussenden und dadurch Mücken, Flöhe und Zecken fernhalten.
  • Sie können auf bestimmte Körperregionen Spot-On-Präparate träufeln. Dazu gehören Nasenansatz, Augenlider, Bauch- und Genitalbereich.
  • Schützen Sie den Schlafbereich Ihres Hundes mit einem Moskitonetz.
  • Vermeiden Sie Licht bei geöffnetem Fenster. Durch das gelb-orange Licht werden die Plagegeister am stärksten angezogen.
  • Die aktive Phase der Sandmücken ist die Dunkelheit. Wenn Sie nachts noch einmal Gassi gehen, suchen Sie Stellen auf, an denen es windig ist.

Sandmücken oder Schmetterlingsmücken lassen sich gerne dort nieder, wo sie vor Wind geschützt sind. Deshalb sind Waldspaziergänge in der Nacht nicht zu empfehlen. Ebenso fallen Gegenden rund um ruhende Gewässer für Gassirunden aus. Hier kommt nämlich neben der Windstille auch noch warm-feuchte Luft hinzu, die diese kleinen Parasiten bevorzugen.