eKomi-Siegel
4.8 / 5

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. Blog
  3. Leinenpflicht
 

Vorsicht Hundehalter: Wenn das Betreten eines Spielplatzes mit Bußgeld geahndet wird

Hund an der Leine

Eigentlich wollte die 72-jährige Rentnerin aus München ihren schwarzen Mischlingshund nur spielen und toben lassen. Daraus wurde ein Bußgeldverfahren, das zuletzt vor dem Amtsgericht München im Februar 2018 entschieden werden musste. Die Richter sahen im Freilaufen des Hundes einen fahrlässigen Verstoß gegen das Betretungsverbot von Kinderspielplätzen mit größeren Hunden.

Was ist passiert?

Es ist schon etwas länger her, nämlich im November 2016, als die 72-jährige Dame mit ihrem Hund unterwegs war. Sie betrat den Bolzplatz im Fideliopark in München. Auf der Spielwiese befanden sich zwei Stahltore, damit Kinder, Jugendliche oder auch Erwachsene dort bolzen können. Durch zwei Angestellte der Stadt München wurde die Rentnerin zur Rede gestellt und die Größe des Hundes kontrolliert. Dabei stellte sich heraus, dass die Schulterhöhe des Mischlings deutlich oberhalb der der Kniescheibe der Kontrolleurin endete. Tatsächlich wurde im Büro die Höhe der Kniescheibe der Kontrolleurin vermessen und siehe da: Diese war knapp 50 Zentimeter hoch - mit Schuhen.

Die Rentnerin wehrte sich gegen den Bußgeldbescheid

Für die erwischte Rentnerin war diese Form der Höhenmessung nicht korrekt genug. Sie klagte gegen den Bußgeldbescheid, der ursprünglich sogar 200 Euro betrug. Vor dem Amtsgericht München führte sie aus, dass der Spielplatz nicht als solcher unmittelbar erkennbar und die Sichtmessung ihres Hundes nicht sachgerecht gewesen wäre. Außerdem gab sie an, dass ihr das Betretungsverbot von großen Hunden auf Spielplätzen oder Bolzplätzen nicht bekannt war.

Niederlage vor Gericht - Bußgeld halbiert

Die Richter am Amtsgericht München sahen die Schuld sehr wohl bei der Hundehalterin. Wer sich Hunde hält, muss sich auch mit der entsprechenden kommunalen Hundeverordnung befassen, um zu wissen, wo der Hund freilaufen darf oder angeleint werden muss. Selbst der Einwand, dass am Bolzplatz oft widerrechtlich Autos parken, zählte nicht. Allein durch diesen Umstand falsch parkender Autos verliert ein Bolzplatz ja nicht seinen Status. Allerdings zeigen sich die Richter ein Stück weit gnädig, da die Rentnerin nicht vorsätzlich handelte: Sie reduzierten das Bußgeld auf 100 Euro. Hätte sich mit dem Hund tatsächlich ein Zwischenfall ereignet, wäre der Schaden zwar durch die Hundehaftpflicht abgedeckt gewesen, nicht aber die Kosten eines möglichen Strafverfahrens.

Also, da Hunde nicht überall eine gute Lobby haben, empfehlen wir dringend, dass Sie die gesetzlichen Hundevorschriften Ihrer Gemeinde stets im Blick haben. Sonst kann es teuer werden.

Schreibe einen Kommentar

Kommentar:
Name:
E-Mail-Adresse: