Künftig werden Tierarztkosten deutlich teurer

Hund beim Tierarzt

Am 07.07.2017 hat der Bundesrat in seiner 959. Sitzung beschlossen, dass die Sätze bei der Gebührenordnung der Tierärzte angehoben werden. Damit folgte der Bundesrat dem Entwurf durch die Bunderegierung. Bereits im Juni hatte diese beschlossen, die Gebührenordnung der Tierärzte neu zu regeln.

Federführend war hier das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Damit erfüllt sich eine Forderung der Tierärztekammer. Die letzte Novellierung der Gebührenordnung im Jahr 2008 war kein vollständiger Ausgleich der stetig steigenden Tierarztpraxiskosten. Nun wurde eine Erhöhung des einfachen Satzes um zwölf Prozent beschlossen.

Mehr Behandlungsaufwand führt zu höheren Kosten für die Tierärzte

Zum letzten Mal erfolgte die Überarbeitung der Gebührenordnung der Tierärzte im Juni 2008. Bereits damals wurden Kritiken laut, dass den steigenden Kosten für die Behandlung von Tieren damit nicht Rechnung getragen wurde. Mit der aktuellen Novellierung wurde vor allem der höhere Aufwand für die Beratung nicht nur bei Haustieren, sondern auch bei Nutztieren berücksichtigt. Zunächst haben die tierärztlichen Fachverbände eine Anpassung um 20 Prozent gefordert. Mit der Erhöhung der Tierarztkosten werden künftig auf Hundefreunde höhere Kosten im Rahmen der tierärztlichen Versorgung zukommen. Ein Grund mehr, nun über die Absicherung gegen das Kostenrisiko von aufwendigen Behandlungen oder Operationen zum Beispiel mit der Hundekrankenversicherung oder Hundeoperationsversicherung nachzudenken.

Wie wirkt sich die Anpassung für Hundefreunde aus?

Die Bundesregierung geht davon aus, dass allein im Bereich der Heimtiere rund 43 Millionen Euro Mehrkosten im Jahr dazukommen werden. Daher hat der Bund die Erhöhung der Behandlungssätze für die Tierärzte auf 20 Prozent auch nicht angenommen. Von der Regierung wurde davon ausgegangen, dass eine solche Erhöhung dazu beitrage, dass mancher Haustierhalter sich dreimal überlegt, eine tierärztliche Behandlung für seinen Hund, die Katze oder auch das Meerschweinchen in Anspruch zu nehmen. Dabei ist der Schutz der Tiere mittlerweile im Grundgesetz verankert – so gesehen besteht sogar eine Verpflichtung, bei Krankheiten den Tierarzt aufzusuchen. Für Hundefreunde gilt es nun zu überdenken, ob zur Absicherung der steigenden Tierarztkosten nicht eine Hundekrankenversicherung oder eine Hundeoperationsversicherung sinnvoll ist.

Wie werden die Hundeversicherungen auf die Anpassung der Tierarztkosten reagieren?

Bei zu erwartenden Mehrkosten im Bereich der Haustierversorgung von rund 43 Millionen Euro müssen so manche Versicherer im Bereich der Hundeversicherung ihrerseits die steigenden Mehrkosten durch höhere Beiträge kompensieren. Noch gibt es keine Verlautbarungen dazu. Es ist aber damit zu rechnen, dass die Versicherer in der Zukunft ihre Beitragsstrukturen neu ausrichten. Die Vermutung liegt nahe, dass sich das nicht auf die bestehenden Verträge auswirkt, wohl aber auf eine künftig abgeschlossene Hundekranken- oder Hunde-OP-Versicherung. Daher ist es durchaus sinnvoll für Hundefreunde, sich bereits jetzt mit dem Thema zu befassen und eine entsprechende Versicherung abzuschließen.

Tierärzte äußern sich kritisch zu der neuen Gebührenordnung

Die Tierärztekammer begrüßt zwar, dass der Bund nun die Novellierung der Tierarztkosten verabschiedet hat, zeigt sich aber bei der Höhe der Anpassung enttäuscht. Bereits im Jahr 2012 forderte die Tierärztekammer eine Anpassung um 20 Prozent. Die jetzt zugestandenen zwölf Prozent entsprächen noch nicht einmal dem Inflationsausgleich der vergangenen Jahre. Ebenso ist die Anpassung der Gebührensätze im Bereich der tierärztlichen Bestandbetreuung nicht adäquat angepasst worden. Der Beratungsaufwand wird immer intensiver und dem wurde mit der Neuordnung nicht Rechnung getragen.

Als geradezu zwiespältig wird von der Tierärztekammer die Erkenntnis des Bundes aufgenommen, dass eine Erhöhung um 20 Prozent zwar angemessen sei. Für Tierfreunde ist das aber eine finanzielle Hemmschwelle, den Tierarzt bei gesundheitlichen Problemen in Anspruch zu nehmen. Der Tierschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es könne daher nicht sein, dass hier den Tierärzten quasi eine Ausgleichsfunktion auferlegt würde.

Welchen Vorteil bieten die Hundekrankenversicherung und die Hundeoperationsversicherung?

Um den steigenden Tierarztkosten Rechnung zu tragen, können zur finanziellen Absicherung zum Beispiel Hundekrankenversicherungen und -operationsversicherungen abgeschlossen werden. Sechs Anbieter gibt es auf dem deutschen Markt. Dazu gehören die Agila, die Allianz, die Barmenia, die Helvetia, Petplan und die Uelzener. Hier besteht die Möglichkeit, die Kosten für ambulante Behandlungen und Operationen abzusichern. Im Sommer 2014 bescheinigte bereits Ökotest, dass zum Beispiel die Hundeoperationsversicherung ein sehr sinnvolles Instrument ist, um teilweise vierstellige Beträge bei der Operation eines Hundes mit einem relativ geringen finanziellen monatlichen Aufwand abzusichern.

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