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Kreuzbandriss beim Hund: Symptome, Ursachen und Behandlungsmethoden

Der Kreuzbandriss beim Hund wird behandelt

Ihr treuer Begleiter lahmt plötzlich und Sie sorgen sich um seine Gesundheit? Nicht selten ist ein Kreuzbandriss die Ursache für die Bewegungsprobleme Ihres Hundes. Alle wichtigen Informationen rund um das Thema „Kreuzbandriss beim Hund“ erfahren Sie im nachfolgenden Beitrag!

Auch wenn ein Kreuzbandriss eine ernst zu nehmende Angelegenheit ist, können wir Sie vorab beruhigen: Die Diagnose bedeutet nicht zwangsweise eine lebenslange Einschränkung! Mithilfe unserer Gesundheitshinweise können Sie aktiv an der Genesung Ihres Tieres mitwirken.

Die Anatomie des Knies beim Hund

Der Aufbau der Kniegelenke von Hund und Mensch ähnelt sich in gewisser Weise. Auch bei Ihrem Hund ist das Knie ein Scharniergelenk, das eine Verbindung zwischen Unter- und Oberschenkel sowie Kniescheibe herstellt. Die Kreuzbänder beim Hund verhindern einerseits die Verdrehung des Knies. Andererseits sorgen sie dafür, dass der Unterschenkel Ihrer Fellnase nicht nach vorne entgleitet.

Das Kreuzband als eine der wichtigsten Sehnen im Knie

Die Kreuzbänder stabilisieren gemeinsam mit den Seitenbändern das Kniegelenk. Jedes Kniegelenk verfügt über ein äußeres und ein inneres Kreuzband, die bei der Streckung des Beines aktiv mitwirken. Seinen Namen erhielt das Kreuzband dadurch, dass sich beide Bänder im Zentrum des Kniegelenkes kreuzen. Wenn eines der Kreuzbänder reißt, ist die Stabilität und Bewegungsfreiheit des Knies enorm eingeschränkt.

Sind Sie auf einen Notfall vorbereitet?

Ein Kreuzbandriss beim Menschen passiert in den meisten Fällen durch sportliche Betätigungen bzw. Sportunfälle. Bei Hunden sieht die Sache ganz anders aus. Hier liegt die Ursache eines Kreuzbandrisses überwiegend in der Vorgeschichte Ihres Vierbeiners. Deswegen kommen bei Hunden auch andere Therapien und Heilungsmethoden zum Einsatz.

Icon Glühbirne

VS.-Tipp:

In jedem Fall ist ein Kreuzbandriss bei Ihrem Hund ein ernst zu nehmendes Thema, das einer intensiven Behandlung - häufig sogar einer Operation - bedarf. Umso besser ist es, wenn Sie und Ihr Hund im Notfall mit einer Hunde-OP-Versicherung abgesichert sind.

Was passiert, wenn das Kreuzband eines Hundes reißt?

Mit dem Hund im Wald

Eine der häufigsten orthopädischen Verletzungen bei Hunden ist der Riss bzw. Anriss des vorderen Kreuzbandes. Das hintere Kreuzband ist relativ selten betroffen. Hunde belasten das vordere Kreuzband durch den gegebenen Neigungswinkel und die hohen Zugkräfte mehr als das hintere. Die meisten Risse oder Anrisse passieren in alltäglichen, normalen Situationen. Wenn Ihr Hund beispielsweise einem anderen Tier hinterherläuft oder beim Lauf stolpert, kann es zu Verletzungen am Kreuzband kommen. Besonders Hunde höheren Alters haben zumeist schwächere Bänder. Dann reicht es manchmal schon, in ein Loch zu treten oder an einer Unebenheit hängen zu bleiben.

 

Degenerative oder traumatische Ruptur des Kreuzbandes

Eine Ruptur (ein Riss) des Kreuzbandes kann auf zwei unterschiedlichen Wegen passieren.

Traumatische Ruptur

Einerseits kann es in Folge eines Unfalls zu einer Verletzung kommen. In diesem Fall spricht man von einem Trauma oder einer traumatischen Ruptur.

Degenerative Ruptur

Wenn es durch eine lange Zeit der Abnutzung zu einem Kreuzbandriss kommt, spricht die Medizin von einer degenerativen Ruptur. Durch

  • Alterungsprozesse
  • Fehlstellungen
  • ständige Überlastungen

können im Kreuzband Ihres Hundes Risse entstehen, die mit der Zeit immer tiefer gehen. Somit ist bei dieser Art des Kreuzbandrisses von einer Vorschädigung des Kreuzbandes auszugehen. Übergewicht, starke körperliche Belastungen oder eine ungewöhnliche Ausbildung des Schienbeins begünstigen degenerative Kreuzbandrisse.

Der Unterschied zwischen einem Kreuzbandriss beim Hund und beim Menschen liegt in der Intensität des Risses. Bei Hunden reißt das Kreuzband in den meisten Fällen nicht komplett, sondern Faser für Faser.

Die wichtigsten Symptome und Anzeichen

Ein Kreuzbandriss bei Ihrem Hund zeigt sich in den meisten Fällen durch eine Anlauflahmheit. Je nach Grad der Verletzung unterscheidet sich die Lahmheit. Bei leichten Rissen kann es mitunter vorkommen, dass Ihr Hund einige wenige Tage leicht lahmt und im Anschluss wieder normal läuft. Eine solche Vorschädigung erhöht das Risiko eines plötzlichen Risses, wenn Ihr Hund sich spontan und ruckartig bewegt. Außerdem ziehen Hunde Ihr Hinterbein an und tragen es in einer Beugehaltung. Das Bein setzen sie für gewöhnlich nicht auf – wenn überhaupt, berührt nur die Pfotenspitze den Boden.

Darüber hinaus weisen folgende Symptome auf einen Kreuzbandriss beim Hund hin:

Untersuchung des Hundes
  • Ihr Hund wechselt sich ab zwischen schnellem Rennen und sehr langsamem Gehen.
  • Das betroffene Bein wird dünner durch den Muskelabbau.
  • Das Kreuzband schmerzt bei jedem weiteren Riss (bei degenerativen Rupturen zeigen Hunde ansonsten keine Schmerzen).
  • Bei einem traumatisch bedingten Kreuzbandriss zeigt Ihr Hund plötzliche, akute Lahmheit und Schmerz im Moment des Unfalls.
  • Ihr Vierbeiner streckt das Bein beim Sitzen zur Seite aus.
  • Es kommt zu einer Schwellung am Kniegelenk.
  • Das Knie Ihrer Fellnase wird „heiß“ (starke Wärmebildung).

Wie wird der Kreuzbandriss beim Hund diagnostiziert?

Ein Kreuzbandriss wird mit dem sogenannten Schubladentest diagnostiziert. Der Tierarzt wendet diesen Test an, um die Beweglichkeit des Kniegelenkes zu untersuchen. Dafür zieht er den Unterschenkel in Richtung der Vorderläufe. Lässt sich der Unterschenkel im Gegensatz zum Oberschenkel wie eine Schublade nach vorne ziehen, deutet das auf einen Riss des vorderen Kreuzbandes hin. Außerdem ist ein Erguss deutlich zu spüren. Bei kleinen Hunden lässt sich dieser Test in der Regel einfacher durchführen als bei größeren Hunderassen. Große Hunde besitzen eine höhere Muskelmasse, die sie während des Testes anspannen. Dadurch kann der Schubladentest negativ ausfallen, obwohl ein Kreuzbandriss bei Ihrem Schützling vorliegt. Zur Bestätigung der Diagnose wird ein zusätzliches Röntgenbild hinzugezogen.

Diagnose „Kreuzbandriss“: OP oder keine OP?

Bei kleinen Hunden besteht unter Umständen die Möglichkeit der konservativen Therapie. Die nicht-chirurgische Therapie beinhaltet eine spezielle Fütterung, Schonung des Gelenkes, Physiotherapie und die Gabe von Medikamenten. Das Ziel dieser Heilungsmethode ist, die schmerzfreie Belastung des Kniegelenks zu ermöglichen. Diese wird von Tierärzten in der Regel aber nicht empfohlen. Der Grund dafür ist, dass beim unoperierten Kreuzband das Risiko eines Meniskusschadens besteht. Im schlimmsten Fall reißen bei Ihrer Fellnase mit der Zeit beide Kreuzbänder aufgrund einer extremen Überbelastung des gesunden, verbleibenden Bandes. Unoperierte Kreuzbandrisse können außerdem zu Knorpelschäden und Arthrose führen. Eine Operation hat den Vorteil, dass Folgeschäden nur selten auftreten.

Welche Operationstechniken stehen zur Auswahl bei einem gerissenen Kreuzband Ihres Hundes?

Bei Kreuzbandrissen wählen Tierärzte aus einer Reihe unterschiedlicher chirurgischer Methoden. Einerseits gibt es Techniken, bei denen körpereigene Bindegewebsstrukturen oder künstliche Materialien zum Einsatz kommen. Bei diesen Operationen wird das Kreuzband ersetzt und die Gelenkkapsel gestrafft. Andererseits gibt es Methoden, bei denen die Biomechanik des Gelenkes verändert wird. Das bedeutet konkret, dass die Kräfte, die auf das Kniegelenk wirken, umgeleitet werden.

Der Tierarzt entscheidet individuell, nach welchem medizinischen Ansatz operiert wird, da alle Methoden ihre Vor- und Nachteile haben.
Die gängigsten Operationstechniken in Deutschland tragen folgende Bezeichnungen:

  • Bandersatz
  • Kapselfaserraffung
  • TPLO (Tibial Plateau Leveling Osteotomy)
  • TTA (Tibial Tuberosity Advancement)

Worin unterscheiden sich TPLO und TTA?

Wenn der Tierarzt eine TPLO durchführt, durchtrennt er mit einem runden Schnitt das Schienbein des Hundes. Im Anschluss daran setzt er spezielle Platten an die jeweiligen Stellen und verschraubt Schienbein und Platten in einer veränderten Stellung. Das Ziel dieser Methode ist, das biomechanische Entgleiten des Unterschenkels zu verhindern, sodass die Stützfunktion des Kreuzbandes nicht mehr gebraucht wird.

Bei einer TTA werden ebenfalls Platten und ein Abstandhalter im Unterschenkel verschraubt. Die Winkeländerungen der Patellasehne und der veränderte Zusammenwuchs der Knochenstrukturen verhindern ebenfalls das Entgleiten des Unterschenkels. Der Vorteil beider Operationstechniken ist (im Vergleich zum Bandersatz), dass das Kreuzband nicht mehr reißen kann, weil es nicht ersetzt wurde. Somit ist es nach abgeschlossener Heilung und Physiotherapie möglich, dass Ihr Hund wieder am Sport und Schutzdienst teilnehmen kann.

Bewegungstherapie mit dem Hund

Nach der Operation: der Heilungsprozess

Unabhängig davon, welche Operationstechnik durchgeführt wurde - Ihre Fellnase sollte nach der Operation Schmerzmittel erhalten und ggf. auch Knorpelaufbaupräparate. Die Erholungszeit nach einer TTA beträgt ungefähr drei Monate. Ein Bandersatz hingegen weist eine Heilungsdauer von ca. vier Monaten auf. Die wichtigsten Maßnahmen während des Heilungsprozesses sind eine konsequente Physiotherapie, regelmäßige Gewichtskontrollen und dezente Bewegung. Wie Sie Ihrem Vierbeiner sonst noch helfen können, erfahren Sie hier: Hund nach der OP

Einem Kreuzbandriss beim Hund vorbeugen

Wenn Ihr Hund derzeit gesunde Kreuzbänder hat oder bereits einen Bandersatz hinter sich brachte, können Sie aktiv Maßnahmen ergreifen, um einen (erneuten) Kreuzbandriss zu vermeiden. Da Hunde mit Übergewicht schneller Ihre Gelenke und Kreuzbänder überlasten, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Hund ein normales Gewicht hält. Zusätzlich können Sie seine Gelenke mit Nahrungsergänzungsmitteln unterstützen. Welches das richtige Mittel ist, sagt Ihnen Ihr Tierarzt. Wer plant, mit seinem Hund Spitzensport zu betreiben, sollte dabei das richtige Alter abpassen. Eine hohe Gelenkbelastung kann sowohl bei Welpen als auch bei Senioren Kreuzbandrisse mit sich ziehen. Ein ausgewachsener, normalgewichtiger und gesunder Hund hingegen wird sich über eine sportliche Betätigung freuen.

Checkliste: Darauf sollten Sie im Falle eines Kreuzbandrisses bei Ihrem Hund achten

  • Bemerken Sie mögliche Symptome bei Ihrem Vierbeiner, wie Lahmheit, Schmerzen oder Hinken?
  • Mögliche Ursachen eines Kreuzbandrisses sind Übergewicht, Unfälle, Alterungsprozesse, Fehlstellungen oder Überlastungen.
  • Kontaktieren Sie bei einem Verdacht auf Kreuzbandriss umgehend Ihren Tierarzt.
  • Durch den Schubladentest und ein Röntgenbild kann eine Diagnose gestellt werden.
  • Die gängigsten Operationen sind TPLO, TTA, Kapselfaserraffung oder Bandersatz.
  • Bereiten Sie sich auf einen langwierigen Heilungsprozess vor.
  • Schließen Sie eine Hunde-OP-Versicherung ab, um finanziell abgesichert zu sein.
  • Achten Sie nach der OP auf eine gesunde Ernährung Ihres Schützlinges und vermeiden Sie Übergewicht. Halten Sie Physiotherapie, Kontrolluntersuchungen und ärztliche Hinweise ein.