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Warum brauchen kleine Hunde auch eine Hundehaftpflicht?

kleiner Hund auf der Wiese

Nachmittags zu Besuch bei Verwandten: Mit Kind und Kegel zum Geburtstag der Nichte, die sechs Jahre alt wird. An der Haustür die Begrüßung, schließlich ist es das erste Zusammentreffen nach einigen Wochen.

Mit an der Haustür dabei ist der Hund der Familie, ein kleiner Jack-Russell-Border-Collie-Mischling. Verspielt, harmlos und temperamentvoll. So auch bei der Begrüßung. Der kleine Vierbeiner springt an allen hoch und bringt dabei eines der Besucherkinder zu Fall. Das ebenfalls sechsjährige Mädchen fällt auf den Hinterkopf und eine Platzwunde muss ambulant im Krankenhaus genäht werden.

Regressansprüche sind im Schadensfall auch gegenüber kleinen Hunden möglich

Kurze Zeit nach der ärztlichen Versorgung meldet sich die Krankenkasse und möchte wissen, wie sich der Vorfall ereignet hat. Wahrheitsgemäß wird berichtet und darauf erhält der Hundehalter Post: Die Krankenkasse möchte die Behandlungskosten erstattet bekommen. Das große Erstaunen setzt ein – woher die geforderte Summe nehmen und nicht stehlen? Eine Hundehaftpflicht ist nicht vorhanden, da für den Hund aufgrund seiner Größe und seiner Rasse keine Versicherungspflicht besteht. Bezahlt werden muss die Forderung aber trotzdem, da Hundehalter generell in der Haftung stehen, wenn es um Schäden geht, die durch ihren Hund ausgelöst werden. Daher ist die Hundehaftpflicht auch ohne Versicherungspflicht eine Notwendigkeit für alle Hundehalter.

Warum müssen Hundehalter bei jedem Schaden zahlen?

Es ist schon eine Krux mit dem geliebten Vierbeiner: Erst verlangt die Stadt Hundesteuer, dann kommen auch noch regelmäßige Tierarztkosten hinzu und zum Schluss brauchen Sie auch noch eine Hundehaftpflicht. Zumindest in sechs Bundesländern gilt für alle Hunde die Versicherungspflicht, ansonsten geht es nach den Ländergesetzen immer nach Rasse, Größe oder nachgewiesener Gefährlichkeit des Hundes. Die Versicherungspflicht beruht auf der Haftung des Hundehalters. Wer einen Hund hält, schafft damit eine legale Gefahrenquelle für die Öffentlichkeit. Damit greift die sogenannte Gefährdungshaftung. Im Schadensfall muss der Geschädigte nicht mehr nachweisen, dass der Hund für den Schaden verantwortlich ist, sondern der Hundehalter haftet generell für den Schaden, sofern er sich nicht hieraus entlasten kann.

Wie sieht es mit dem Versicherungsschutz für Chihuahua, Dackel oder Havaneser aus?

Wie bereits beschrieben besteht in sechs Bundesländern eine generelle Versicherungspflicht für Hundefreunde, egal, welcher Rasse der vierbeinige Liebling angehört. Sicherlich werden sich speziell die kleinen und vermeintlich harmlosen Hunderassen nicht in reißende Kampfmaschinen verwandeln und Menschen anfallen oder verletzen. Es gibt aber eine Vielzahl von Gründen, die den Versicherungsschutz notwendig machen. Dazu gehört schon allein der Spieltrieb, der einen Hund manchmal unkontrollierbar macht. Ohne bösartige Absicht kann sich leicht ein Schaden ereignen, etwa, wenn kleine Kinder angesprungen werden. Ein anderes Szenario ist, dass ein angeleinter Hund an der Straße an der Leine Zzeht und dadurch einen Radfahrer oder Fußgänger zu Fall bringt. Mit den Schadenersatzforderungen wird dann der Hundehalter konfrontiert, der dafür dann auch aufkommen muss. Ohne Hundehaftpflicht kann das im Einzelfall die finanzielle Existenz kosten.

Reicht nicht auch die Privathaftpflicht zur Absicherung von Hunden?

Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Die Privathaftpflicht hat nichts mit dem Risiko der Hundehaltung zu tun. Die Privathaftpflicht basiert auf einer anderen Haftungsform, nämlich der Verschuldenshaftung. Im Schadensfall muss der Geschädigte nämlich erst einmal seine Schadenersatzforderung beweisen. Der mutmaßliche Schädiger muss hier lediglich in die Abwehrstellung gehen, was in der Regel seine Privathaftpflicht für ihn erledigt oder die Schadensersatzforderung, sofern diese berechtigt ist, bezahlen. Einzig und allein das Hüten eines fremden Hundes ist hier versichert. Das aber auch nur dann, wenn das Hüten des betreffenden Hundes unregelmäßig und unentgeltlich erfolgt.

Brauchen Welpen auch Versicherungsschutz?

Bei den meisten Hundeversicherungen gilt für Welpen eine beitragsfreie Mitversicherung, sofern die Mutterhündin dort ebenfalls versichert ist. Diese Mitversicherung gilt in der Regel für sechs oder zwölf Monate. Dann gilt auch für den Hundenachwuchs: Eine eigene Hundehaftpflicht muss her. Es bietet sich an, entweder den kleinen Vierbeiner in die Hundehaftpflicht der Mutterhündin aufzunehmen oder für ihn, sofern es durch Kauf der erste Hund im Haus ist, eine eigene Hundehaftpflicht abzuschließen. Gerade im Welpenalter probiert der kleine Vierbeiner vieles aus, was zu einem Schaden führen kann – wenn es auch nur das angekaute Handy eines Besuchers ist. Daher kommen auch Welpen nicht ohne den Schutz der Hundehaftpflicht aus.

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