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In der Kita mit Steinen geworfen - Kommt dafür die Privathaftpflicht auf?

Kleines Mädchen spielt mit Steinen

Wo sich Kinder in einem Kindergarten oder in einer Kindertagesstätte tummeln, kann es immer mal zu einem Missgeschick kommen. Eine bekleckerte Hose, eine zerrissene Jacke. Alles halb so wild, einen solchen Schaden verkraften Sie.

Eltern, die hier auf ihr Recht pochen, sofort eine neue Jacke zu bekommen, sei direkt der Zahn gezogen. So einfach geht es nicht. Das liegt am Alter der Kinder und an der Beaufsichtigung durch die Erzieher. Warum haften Kinder nicht für Schäden, die sie im Kindergarten verursachen?

Warum sind Schäden, die sich im Kindergarten ereignen, ein Streitthema?

Im Kindergarten und in der Kita unterliegen alle Kinder einer Besonderheit. Sie brauchen wegen ihres Alters nicht für einen Schaden haften. Das aber nur bis zum siebten Geburtstag. Die Eltern haften auch nicht, wenn die Kinder in der Betreuung sind. Sie können von zu Hause aus nicht auf ihre Kinder im Kindergarten aufpassen. Es liegt keine Verletzung der Aufsichtspflicht vor. Bleibt also noch der Kindergarten. Hier ist es schwer, Schadensersatz einzufordern. Wenn Ihr Kind mit zerrissener Jacke nach Hause kommt, müssen Sie beweisen, dass die Erzieher im Kindergarten nicht ausreichend aufpassten.

Was sind die häufigsten Streitpunkte?

Häufig bricht Streit zwischen Eltern vom Zaun, wenn eines der Kinder persönliche Dinge eines anderen Kindes kaputt gemacht hat. Dazu gehören

  • Jacke, Schuhe oder andere Kleidungstücke
  • Kindergartentasche oder Trinkflasche
  • mitgebrachte Schmusetiere oder Spielsachen am Spielzeugtag

Dabei kommt es häufig zu Schäden, etwa, wenn Ihr Kind mit dem Spielzeug eines anderen Kindes sich beschäftigen möchte. Beim Fangenspielen oder Herumtoben können mitunter auch Kleidungsstücke Schaden nehmen. Kinder in diesem Alter können aber nicht voraussehen, dass ein Spielzeug zu Bruch geht oder eine Jacke reißt.

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VS. Info:

Bei kleinen Kindern spricht der Gesetzgeber von Deliktunfähigkeit. Bis zum siebten Geburtstag können sie nicht absehen, was durch ihre Handlungen passieren kann. Deshalb schützt das Gesetz kleine Kinder vor Schadensersatzansprüchen. Eine Privathaftpflicht empfehlen wir dennoch für Sie als Eltern. Es besteht nämlich die Möglichkeit, dass Sie Schäden durch Kleinkinder damit absichern können. Vorteil: Auch ohne gesetzliche Haftung können Sie Wiedergutmachung leisten.

Es kann durchaus mal passieren, dass ein Schaden Personen trifft, die überhaupt nichts mit dem Kindergarten zu tun haben. So etwas ist keine Seltenheit. Auf Ausflügen kann trotz aller Vorsicht der Erzieher etwas passieren. Genauso wie im Kindergarten selber. Wir haben dazu mal einen interessanten Fall hervorgeholt:

21 Dellen durch Steine im Auto - wer hat Schuld?

Steine

In einer Kita warfen Kinder von einem Freigelände aus Steine über den Zaun. Damit verpassten sie einem parkenden Auto insgesamt 21 Dellen. Zeugen berichteten von einem Tempo der Steinwürfe wie das Feuer eines Maschinengewehres. Sicherlich ist es nicht angebracht, Kinder auf Schritt und Tritt überwachen, auch nicht in einer Kita. Was ist, wenn sich Kinder aus der Gruppe in eine abgelegene Ecke des Außengeländes entfernen? Hier müssen die Erzieher regelmäßig nach den Kindern schauen. Die Eltern der Kinder waren auch in diesem Fall außen vor. Von zu Hause oder von der Arbeit aus können diese ja schlecht ihre Kinder beaufsichtigen. Die Stadt Bitburg als Träger der Kita musste in dem Fall für den Schaden aufkommen.

 
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VS. Info:

Im Straßenverkehr haften Minderjährige erst ab zehn Jahren, wenn sie einen Unfall verursachen. Das regelt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB § 828). Der Gesetzgeber sagt, dass der Straßenverkehr einfach zu schwer für Kinder in diesem Alter zu durchschauen ist. Trotzdem müssen sie die Möglichkeit haben, sich im Straßenverkehr zu bewegen, etwa auf dem Weg zur Schule.

Der typische Fall: Die Kindergartentasche ist kaputt

Sie holen Ihr Kind ab und beim Eintreffen spricht Sie eine andere Mutter auf eine unschöne Situation an. Ihr Kind soll dem anderen Kind die Tasche kaputtgemacht haben. Das passiert natürlich nicht aus heiterem Himmel, sondern so etwas kommt durchaus vor. Jetzt denken Sie bitte nicht, dass Ihr Kind ein kleiner Randalierer ist. Nein, in den häufigsten Fällen passiert so etwas im kindlichen Gerangel, ohne dass eine böse Absicht dahintersteckt.

Sie müssen nicht für den Schaden aufkommen - aber warum nicht?

Kindergartentasche
  • Sie haben die Tasche nicht kaputtgemacht.
  • Sie haben Ihr Kind zu diesem Zeitpunkt nicht beaufsichtigt.
  • Ihr Kind konnte beim Spielen die Folgen seines Handels nicht absehen
  • Die Erzieherinnen können ihre Augen nicht permanent auf Ihr Kind richten

Jetzt ist es vielmehr eine moralische Frage, ob Sie Schadenersatz leisten. Versuchen Sie sich, mit dem Vater oder der Mutter zu einigen. Immerhin soll das Verhältnis weiterhin zwischen Ihnen ungetrübt bleiben.

Übrigens: Weil keine Haftung Ihrerseits besteht, wird Ihre Privathaftpflicht auch nicht leisten. Es gibt schlicht und ergreifend dafür keine gesetzliche Grundlage.

Fazit: Bei Schäden im Kindergarten ist Ihre Privathaftpflicht in der Regel raus.

Wenn Kinder in der Betreuung sind, haftet der Träger der Einrichtung für Schäden, die Kinder verursachen. Das aber auch nur, wenn die Erzieher im Kindergarten nicht richtig auf die Kinder aufpassen. Ihr Kind, das dabei einen Schaden verursacht, kann also nicht für den Schaden haften. Das scheitert schon am Alter des Kindes. Ihre Privathaftpflicht bleibt damit auch außen vor, weil Sie die Aufsichtspflicht in der Kita nicht innehaben. Lediglich, wenn das Personal der Kita nicht richtig beaufsichtigt, steht der Träger in der Haftung. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Sie kaputte Hosen, Jacken oder Sweatshirts grundsätzlich kaum über irgendeine Versicherung wieder hereinholen können. Das gehört ein Stück weit mit zum Lebensrisiko, da für den Schaden keiner verantwortlich ist.