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Kinder und Pferde - wie fördert der Reitsport die Entwicklung von Kindern?

Kind reitet auf dem Pony

„Mama, Papa, ich will auch ein Pferd haben!“ Welches Kind hat nicht schon den Wunsch geäußert, ein Pferd zu besitzen. Kinder und Pferde - wie verträgt sich das? Ist der Pferdesport sinnvoll oder ist Reiten für Kinder gefährlich?

Vor allem Mädchen geraten oftmals ins Schwärmen. Wir wollen einmal betrachten, wie sich Kinder und Pferde vertragen: Was sagen Sportmediziner dazu und wie fördern Pferde die Entwicklung von Kindern?

Es gibt viele gute Gründe für ein Pferd

Vorweg müssen wir ganz klar sagen: Noch lange nicht jede Familie hat die finanziellen Mittel, um für die Kinder ein Pferd anzuschaffen. Dazu kommt, dass viele Kinder in städtischen Bereichen leben und Eltern vielleicht keine Möglichkeit haben, ihre Kinder regelmäßig zum Stall zu bringen. Es gibt aber durchaus Möglichkeiten, dem eigenen Kind den Umgang mit einem Pferd zu ermöglichen. Dazu gehören etwa Reitbeteiligungen, Pflegepferde oder Reitschulen. Hier ist der Kostenaufwand nicht so hoch. Dazu kommt, dass, anders als bei einem eigenen Pferd, nicht unbedingt der tägliche Weg zum Stall Pflicht ist. Wenn Sie dennoch damit liebäugeln, ein Pferd oder Pony anzuschaffen, dann ist es wichtig, die Kosten für die Anschaffung und die Folgekosen im Auge zu behalten. Mehr dazu finden Sie in unserem Blog unter: „Was kostet ein Pferd im Monat?

Was bedeutet der Umgang mit dem Pferd für Kinder?

Es bedarf keiner wissenschaftlichen Studien, um die positiven Effekte der Pferdehaltung für Kinder zusehen. Ein Haustier bedeutet grundsätzlich Verantwortung und fordert Zeit, die Ihr Kind zur Pflege, Fütterung oder Betreuung aufwenden muss. Bei einem Pferd ist noch mehr als bei einem Hund oder einer Katze. Kinder lernen damit, Verantwortung zu übernehmen. Selbst wenn es nicht das eigne Pferd ist, so bedeutet eine Reitbeteiligung oder ein Pflegepferd eine gemeinsame Absprache mit allen Beteiligten, damit das Wohl des Pferdes stets im Vordergrund steht. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung bestätigt, dass der Reitsport für Kinder die Seelische und soziale Entwicklung fördert.

Es ist ja nicht damit getan, ab und zu mal mit dem Pferd oder Pony zu reiten, nein, dazu gehören auch mal lästige Aufgaben wie das Ausmisten der Box oder das Reinigen der Stallgasse. Diese Aufgaben teilen sich Kinder und Jugendliche, sie entwickeln dabei ein eigenes Verantwortungsgefühl und kommen zudem in Kontakt mit gleichaltrigen Pferdefreunden. Daneben bringen der Pferdesport und der Umgang mit dem Pferd die Kinder dazu, mal öfter Freizeit draußen zu verbringen. Die Zeiten vor dem Fernseher oder der Spielekonsole reduzieren sich spürbar, wenn das neue Hobby erst einmal so richtig ins Blut übergegangen ist.

Kinder ans Pferd gewöhnen

Kleines Mädchen streichelt ein Pony

Kinder und Pferde – in manchen Fällen muss die Begeisterung erst einmal geweckt werden, damit Ihr Nachwuchs sich für den Reitsport begeistert. Es gibt viele Reitschulen, die mit eigenen Schulpferden Schnupperkurse anbieten. Das Angebot reicht vom Voltigieren bis hin zum Longieren, damit sich Kinder erst einmal an die ungewöhnlichen Bewegungen des Pferdes gewöhnen können.

Voltigieren: Dabei handelt es sich um turnerische und akrobatische Übungen auf dem Rücken eines Pferdes.

Longieren: Laufenlassen des Pferdes auf einer kreisförmigen Bahn, oftmals wird das Pferd dabei von einer Person an einer Longierleine geführt.

Dazu setzen viele Schulbetriebe Ponys ein, da sie ein eher ruhiges Gemüt haben und von ihrer Größe ideal für Kinder geeignet sind. Schließlich passen zehnjährige Kinder und Pferde mit einem Stockmaß von beispielsweise 160 Zentimeter nicht zusammen. Das birgt Risiken für das Kind. Shetlandponys sind sehr sehr beliebt, da sie ein maximales Stockmaß von 107 Zentimeter haben. Neben der Gewöhnung an den wackeligen Pferderücken stehen natürlich auch andere Aufgaben auf dem Programm. Dazu gehört die Pflege des Pferdes nach dem gemeinsamen Training, das Füttern, Auf- und Absatteln sowie das Putzen und auch Misten. So lernen Kinder zunächst spielerisch, dass ein Pferd nicht nur eine Art großes Spielzeug ist, sondern auch einiges an Arbeit abverlangt.

Wichtig für Eltern – was muss eine gute Reitschule ausmachen?

Es muss nicht der erstbeste Reitbetrieb sein, wo Ihr Kind Erfahrung mit Pferden macht. Die Wege zum Pferd erfordern auch mal ein wenig Geduld von Kindern und Eltern. Schauen Sie sich in Ruhe die in Betracht kommenden Betriebe an. Denken Sie immer daran. Die Größe des Pferdes sollte auch zu Ihrem Kind passen. Daher kommen für Vorschuld- und Grundschulkinder nur Ponys in Betracht. Schauen Sie sich die Tiere an. Ob die Ponys einen zufriedenen Eindruck machen, können Sie als Laie gut erkennen. Beobachten Sie die Ponys im Umgang mit anderen Kindern. Sind Reitzubehör, Ausrüstungsgegenstände Sattelzeug kindgerecht gehalten und in einem guten Zustand? Dann mache Sie sich einen Eindruck von den Reitlehrern oder Reitlehrerinnen. Insbesondere die folgenden Merkmale müssen vorhanden sein:

  • Erfahrung im Umgang mit Kindern
  • Förderung von Kindern ohne Überforderung
  • abwechslungsreiches Training
  • anerkannte Qualifikationen
  • regelmäßige Weiterbildungen

Geeignete Qualifikationen sind beispielsweise eine Trainer C-, B- oder A-Ausbildung gemäß des Deutschen Olympischen Sportbundes oder eine Ausbildung als Pferdewirt oder Pferdewirtschaftsmeister.

Die Gestaltung der Reitanlage ist ebenfalls wichtig. Orientieren Sie sich: Gibt es sichtbare bauliche Mängel oder wirkt die Anlage insgesamt schmuddelig? Dann ist der Betrieb womöglich nicht für Ihr Kind geeignet. Dabei kommt es nicht auf sterile Reinheit an. Das lässt sich im laufenden Betrieb kaum einhalten. Ein Grundmaß an Sauberkeit solle aber gegeben sein. Dabei spielen auch noch weitere Aspekte eine Rolle:

  • Sind Sicherheitsaspekte gewahrt wie beispielsweise eine Umzäunung des Reitplatzes?
  • Ist eine kindgerechte Ausstattung vorhanden?
  • Sind sanitäre Anlagen vorhanden und in einem sauberen Zustand?
  • Gibt es auch kindgerechte Materialien für den theoretischen Unterricht?
  • Liegt ein Qualitätssiegel der Deutschen Reiterlichen Vereinigung vor?

Warum sollten Kinder mit Pferden aufwachsen?

Kleines Mädchen streichelt ein Pony

Viele Kinder entwickeln schon nach der ersten Begegnung mit dem Pferd eine Beziehung, die lange anhalten wird. Da die Arbeit mit dem Pferd viel Zeit erfordert, werden im Stall auch die besten Freundschaften geknüpft. Vor allem Mädchen, die sich regelmäßig mit Pferden beschäftigen, entwickeln hier ganz andere soziale Bindungen, als Kinder, die nichts mit Pferden zu tu haben. Es sind eben viele Dinge, die verbinden.

Übrigens, ein Tipp zum Schmunzeln an alle Väter: Machen Sie sich Sorgen um Ihre Tochter, wenn sie in die Pubertät kommt? Dann ist ein Pferd genau die richtige Ablenkung. Für Jungs bleibt da kaum noch Zeit. Die stören da nur.

Welches ist das beste Einstiegsalter für Kinder beim Reiten?

Pferde und Kinder – diese Beziehung kann schon im Vorschulalter aufgenommen werden. Dazu gehört beispielsweise geführtes Ponyreiten oder auch der Voltigierunterricht. Selbst Kutschfahrten mit einer geeigneten Begleitung können erlernt werden. Dieser Umgang mit dem Pferd erfordert aber auch eine permanente Aufsicht durch geeignete und dachkundige Personen sowie die Begleitung der Eltern.

Im Grundschulalter ist bereits der Einstieg in das Reiten selber möglich. Der erste Reitunterricht findet entweder als Einzelunterricht oder in kleinen Gruppen statt. Dabei ist immer noch qualifizierte Unterstützung durch Reitlehrer erforderlich. Erst im Alter von 10 bis 13 Jahren sind Kinder in der Lage, auch mal abseits von fachlicher Betreuung den Umgang mit dem Pferd zu pflegen. Das geht aus einer Studie der Deutschen reiterlichen Vereinigung hervor.

Wofür ist Reiten gut?

Nun ja, Sport an sich ist ja generell empfehlenswert. Der Reitsport nimmt, anders als Joggen, Schwimmen oder Radfahren, den ganzen Körper in Anspruch. Beim Joggen sind vielleicht nur zehn Prozent der Muskeln beansprucht. Beim Reiten hingegen sind Wagen, Po, Bauch und noch viele andere Muskeln gefordert. Wer die ersten Male im Sattel sitzt, wird den Muskelkater an etlichen Stellen des eigenen Körpers spüren. Damit ist also eine Rund-Um-Versorgung der Muskeln gewährleistet.

Was lösen Pferde bei Kindern aus?

Wussten Sie schon, dass Pferde echte Seelentröster sind? Viele Kinder sehen im Pferd einen guten Freund, der absolut treu ist und zuhört. Ein Pferd gibt keine Widerworte, sondern ist ein guter Zuhörer in schwierigen Zeiten, die es bei Kindern immer mal geben kann. Dazu kommt, dass Pferde viel Sympathie und Geduld erfordern. Wer ein guter Reiter sein will, muss diese Fähigkeiten erlernen. Das führt im Umkehrschluss dazu, dass Kinder Empathie entwickeln.

Sie müssen als Eltern aber auch ein bisschen Gelassenheit lernen. Wir leben mittlerweile in einer reichlich sterilen Gesellschaft. Dreck und Schmutz sind bei Kindern kaum noch zu sehen, kein Wunder, die meisten von ihnen spielen nur wenig draußen. Pferdekinder sind da anders: Dreck und Schmutz sind eher die Regel. Wer richtig mit Pferden umgeht, der kommt auch mal mit dreckigen Händen nach Hause. Die Klamotten sind auch nicht sauber. Es gibt also viel zu Waschen. Das ist aber nichts gen die Freunde, die Kinder im Umgang mit Pferden haben.

Nebenbei führt die Leidenschaft zum Pferd dazu, dass Kinder beginnen, ihre finanziellen Mittel besser einzuteilen. Wenn sie an den Unterhaltungskosten für ein Pferd beteiligt sind, dann überlegen sie zweimal, ob es diesen Monat noch die neue Hose sein muss. Auch wenn es nur eine Reitbeteiligung ist oder eine Pflegepferd: Laufende Kosten fallen immer an. Dazu gehören das Futter, medizinische Versorgung, die Beteiligung an der Pferdehaftpflicht oder einer Pferde-OP-Versicherung und die Beschaffung von eigenem Reitzubehör. Dazu der Experte für Pferdeversicherungen Ralf Becker: „Ohne die passende Versicherung können im Krankheitsfall oder bei Unfällen Tierarztkosten auftreten, die ein kräftiges Loch eines Pferdehalters oder auch der Reitbeteiligung reißen. Ebenso wichtig ist die Pferdehaftpflicht: Vor allem die Absicherung der Reitbeteiligung und Fremdreitern muss hier eingeschlossen sein, damit bei Unfällen Forderungen von Krankenkassen abgedeckt sind“.

Fest steht: Vor allem Mädels verleiben sich schnell in ihr Pferd. Daraus wird eine Beziehung, die lange Jahre andauern wird. Es heißt ja nicht umsonst: Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.

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