St. Martin ritt durch Schnee und Wind – Wie sieht es mit der Haftung im Schadensfall aus?

Abbildung St. Martin auf einem Glasfenster

Am 11.11. eines jeden Jahres wird traditionell der Gedenktag des heiligen Martin gefeiert. Scharen von Kindern ziehen mit leuchtenden Laternen durch die Straßen und folgen dem St. Martin auf seinem Pferd.

Zumindest dort, wo sich Reitvereine oder Privatleute bereit erklären, ein Pferd und den Reiter zu stellen. Es ist eine schöne Sache, wenn Kinder diese alte Tradition weiterhin miterleben können. Schließlich steht der St. Martin für Werte, die in unserer Gesellschaft mittlerweile viel zu kurz kommen, darunter auch das Teilen, dargestellt durch das Zerteilen des Mantels.

Warum feiern wir den Todestag des St. Martin?

Martin von Tours war als Soldat der Reiterei in der Kaiserlichen Garde in Frankreich stationiert. Diese Gardisten trugen über dem Panzer einen weißen Überwurf aus zwei Teilen. Dieser wird in der heutigen Zeit rot dargestellt. Diese Farbe war früher eigentlich den Offizieren vorbehalten. Vor den Toren der Stadt Armiens traf Martin auf einen Bettler und gab ihm einen Teil seines Militärmantels. Es rankten in der Folgezeit Legenden mit Erzählungen um die Wunder Martins. So wurde ihm sogar eine Totenerweckung zugeschrieben. Die Menschen wollten, dass Martin im Jahr 371 zum Bischof von Tours wurde. Er fühlte sich jedoch dieses Amtes unwürdig und versteckte sich in einem Gänsestall. Die aufgeregt schnatternden Gänse verrieten ihn jedoch und er musste das Bischofsamt annehmen. Daher rührt auch der Brauch, am Tag des Heiligen Martin die Martinsgans zu essen. Der Tag der Grablegung St. Martins am 11. November wurde Ende des 5. Jahrhunderts dann von Bischof Perpetuus, einem seiner Nachfolger, als Gedenktag festgelegt.

In der heutigen Zeit benötigt St. Martin eine Pferdehaftpflichtversicherung

Martins Leichnam wurde in einer Lichterprozession mit einem Boot nach Tours überführt. Daher kommt auch die Tradition des Laternenfestes. Früher, als Martin von Tours im 4. Jahrhundert hoch zu Rosse unterwegs war, musste er sich keine Gedanken um das Thema Pferdehaftpflicht machen. Seine Nachfolger, die den Martinszug begleiten, müssen sich dagegen ausreichend absichern. Schließlich möchten viele Kinder einmal das Pferd oder den St.-Martin berühren, ihm die Hand geben. Da braucht das Pferd viel Geduld, wenn die Kinder so dicht herum stehen. Tritt das Pferd dennoch einmal aus, ist Versicherungsschutz durch die Pferdehaftpflicht unerlässlich. Da St. Martin unentgeltlich unterwegs ist, reicht nicht die private Haftpflichtversicherung. Hier muss es explizit die Pferdehaftpflicht sein.

Das Pferd unterliegt der Gefährdungshaftung

Für ein Pferd ist ein solcher Martinsumzug unter Umständen eine stressige Angelegenheit. Singende Kinder, viele Laternen und sogar noch Musikkapellen, die Martinslieder spielen. In der Regel werden für solche Zwecke aber besonders gutmütige, trainierte und ruhige Pferde eingesetzt – vor allem mit einem Reiter als St. Martin, der das Tier in- und auswendig kennt. Kommt ein Kind beispielsweise durch einen Tritt zu Schaden, so haftet der Halter des Pferdes dafür. Bei schweren Verletzungen kann das natürlich ein finanzieller Kraftakt werden. Glücklicherweise gibt es für Pferde die Absicherung im Schadensfall über die Pferdehaftpflichtversicherung. Die Pferdehaftpflicht leistet, wenn sich durch das scheuende Pferd ein Schaden ereignet.

St. Martin ist eine Brauchtumsveranstaltung ohne gewerblichen Charakter

Für viele Pferdehalter sollte zu St. Martin ein Blick in die Bedingungen ihrer Pferdehaftpflicht selbstverständlich sein. Ist dort eine Teilnahme an Brauchtumsveranstaltungen abgesichert? Viele Gesellschaften bejahen mittlerweile diese Form der Absicherung, da der St. Martin unentgeltlich für die Kinder im Sattel sitzt. Von der Bratwurst nach dem Ritt oder einer Flasche Glühwein als Dankeschön brauchen wir hier nicht zu sprechen. Übrigens: Selbst wenn der Pferdehalter nicht als St. Martin im Sattel sitzt, besteht Schutz über die Pferdehaftpflicht: Die Reitbeteiligung ist im Schadensfall ebenso abgesichert wie der Halter selber.

Also, das St. Martinsfest kann losgehen. In vielen Kindergärten und Grundschulen schon ab heute – die nächsten Tage sind geprägt von bunten Laternenumzügen und dem Gesang der Kinder. Schade ist nur, dass diese Tradition in den Städten immer mehr verschwindet. Die Katastrophe der Love-Parade in Duisburg fordert ihren Tribut: Immer mehr Sicherheitsauflagen müssen für Umzüge erfüllt werden, die vor allem Kindergärten oder Grundschulen kaum noch stemmen können. Dennoch, wo der St. Martin hoch zu Ross unterwegs ist, beschert er vielen Kindern leuchtende Augen und fröhliche Gesichter. Die Gabe des Teilens soll hier stets aufrecht erhalten bleiben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.