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Ist der Katzenschnupfen gefährlich für meine Katze?

Katze mit Schnupfen

Wenn Ihre Katze niest, ist das normalerweise kein Grund zur Sorge. Ist sie jedoch häufiger verschnupft und Sie sehen einen leichten Ausfluss an der Nase oder den Augen, ist das ein Anzeichen für eine mögliche Erkrankung. Umgangssprachlich sprechen Tiermediziner dabei von Katzenschnupfen. Doch was ist Katzenschnupfen genau? Welche Behandlung braucht meine Katze? Gibt es eine Therapie gegen Katzenschnupfen?

Was ist ein Katzenschnupfen?

Katzenschnupfen klingt zwar harmlos, ist aber eine unangenehme und lebensgefährliche Virusinfektion. Betroffen sind die Atemwege, das Mäulchen, die Augen und Bindehäute unserer Samtpfoten. Die Krankheit kann nur mit Medikamenten behandelt werden und zieht oft eine lange Behandlung beim Tierarzt nach sich. Betroffen sind die Atemwege, das Mäulchen, die Augen und Bindehäute unserer vierbeinigen Hausgenossen. Das kann mit hohen Tierarztkosten durch die lange Behandlung und die benötigten Medikamente verbunden sein.

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VS.-Tipp:

Die Tierarztkosten können bei Katzenschnupfen schnell teuer werden. Damit die notwendige Behandlung Ihrer Katze keine Frage des Geldbeutels wird, empfehlen wir eine rechtzeitige Absicherung durch eine Katzenkrankenversicherung.

Welche Ursache hat ein Katzenschnupfen?

Verursacht wird der Katzenschnupfen durch verschiedene Erreger, namentlich durch die Virenarten Herpes und Calici sowie die Bakterienarten Chlamydien, Bordetellen und Mykoplasmen. Diese Erreger können parallel auftreten und sich gegenseitig verstärken.

Felines Herpesvirus

Der Hauptauslöser eines Katzenschnupfens ist das Feline Herpesvirus. Es überlebt außerhalb seines Wirtes maximal 24 Stunden. Durch die meisten Desinfektionsmittel kann es inaktiviert werden. Ebenso reagiert es empfindlich auf die Aminosäure Lysin. Bei Temperaturen von über 37° C kann es sich nicht vermehren. Daher befällt es gerne die relativ kühlen Schleimhäute im Kopfbereich der Katze. Bereits 24 Stunden nach der Ansteckung ist es bei der befallenen Katze nachweisbar.

Nach zwei Tagen können bereits Symptome auftreten: Zu ihnen gehören tränende Augen, geschwollene und entzündete Bindehäute, später auch Schädigungen der Hornhaut (Herpes-Kerativitis), Geschwüre auf der Zunge, Fieber, mangelnder Appetit und Niesen. Bei trächtigen Katzen droht ein Abort (meist während der sechsten Trächtigkeitswoche). Bei Kitten kann es zu einer Lungenentzündung kommen, die in seltenen Fällen auch tödlich enden kann.

Felines Calicivirus

Auch Caliciviren lösen einen Katzenschnupfen aus. Hierbei erfolgt die Übertragung durch direkten Kontakt mit einer infizierten Katze. Diese scheidet das Virus an den oberen Atemwegen und über den Kot aus. Nach einer überstandenen Infektion tragen viele Katzen das Virus lebenslang in sich. Ab der Ansteckung verbreitet es sich in den Rachenmandeln, den Bindehäuten der Augen und der Maulschleimhaut. Binnen vier bis sieben Tagen gelangt es über den Blutkreislauf in den ganzen Körper. Hauptsächlich betroffen sind die Zungenschleimhaut und die Lunge.

Dabei sind

  • Müdigkeit,
  • Fieber,
  • Bindehautentzündung und
  • Nasenausfluss symptomatisch.

Wenn die Lunge befallen ist, kann es zu bakteriellen Sekundärinfektionen kommen. Damit kann eine Lungenentzündung ausgelöst werden. Auch kommt es zu Fehlgeburten bei trächtigen Katzen. Einige Stämme des Calicivirus können Lahmheit verursachen. Sehr häufig kommt es zu schmerzhaften Schleimhautulzerationen (Geschwüren) im Gaumen und auf der Zunge.

Chlamydien

Das Bakterium Chlamydophila felis löst eine Chlamydien-Infektion bei der Katze aus. Sie zeigt sich vor allem in Form einer Bindehautentzündung mit Augenausfluss, der auch eitrig aussehen kann. Diese „Erscheinung“ befällt vor allem Kätzchen im Alter von fünf bis zwölf Wochen. Das Allgemeinbefinden bleibt ungestört, wenn Chlamydien die einzigen Erreger sind. Sehr selten kann eine Lungenentzündung entstehen.

Bordetellen

Der Erreger Bordetella bronchiseptica löst eine feline Bordetella-Infektion aus. Betroffen sind die oberen Atemwege, in seltenen Fällen auch die Lunge. Das Bakterium tritt oft in großen Katzenbeständen auf, vor allem bei räumlich beengter Haltung, Stress und schlechter Belüftung. Junge Katzen sind besonders betroffen. Die infizierten Katzen sind schwach, appetitlos, haben Fieber, Husten, Nasen- und Augenausfluss. Die Lymphknoten des Unterkiefers sind geschwollen. Bei Lungenbeteiligung zeigen sich Atemgeräusche. Die isolierte Infektion mit Bordetellen verläuft milder als im Verbund mit anderen Bakterien.

Mykoplasmen

Eine Mykoplasmen-Infektion äußert sich in einer Entzündung der Bindehaut und Nasenschleimhaut. Sie kann spontan in zwei bis vier Wochen heilen. Die oberen Luftwege sind selten betroffen.

Auf welche Weise überträgt sich ein Katzenschnupfen?

Die Ansteckung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen:

Die Ansteckung findet durch direkten Kontakt mit einer erkrankten Katze statt, oder mit einer Katze, die selbst gesund ist, aber nach überstandener Infektion die Krankheitserreger ausscheidet. So können sich beispielsweise auch junge Kätzchen bei ihrer Mutter anstecken, selbst wenn diese gesund erscheint.

Welche Katzen sind besonders anfällig?

Eine besondere Anfälligkeit für Infektionskrankheiten aller Art (nicht nur für Katzenschnupfen) besteht allgemein bei sehr jungen Kätzchen und bei sehr alten oder geschwächten Tieren. Besonders für diese ist Katzenschnupfen gefährlich.

VS.-Info - Katzenschnupfen erkennen: Diese Anzeichen von Katzenschnupfen treten am häufigsten auf:

  • verklebte Augen und Nase
  • Atembeschwerden
  • weniger Appetit
  • Niesen
  • Abgeschlagenheit und Fieber

Die Normaltemperatur einer Katze liegt bei 36,7 °C bis 38,9 °C. Messwerte über 39,2 °C sind als Fieber anzusehen. Eine genaue Diagnose erfolgt durch den Tierarzt. Dieser kann durch eine Laboruntersuchung bestimmen, welche Erreger den Katzenschnupfen auslösen.

Die Katze wird vom Tierarzt behandelt

Kann ich einem Katzenschnupfen vorbeugen?

Eine Vorbeugung ist auf mehrere Weise möglich. Sie können versuchen, den Kontakt Ihrer Katze mit den Erregern so unwahrscheinlich wie möglich zu machen. Zusätzlich gibt es Impfstoffe gegen die Haupterreger des Katzenschnupfens.

1. Hygiene

Allgemein gilt: Sie verringern das Risiko für Ihren Stubentiger, wenn Sie ihn in der Wohnung halten und nicht mit anderen Katzen zusammen lassen. Eine saubere, stressarme Umgebung und eine gesunde Ernährung stärken allgemein das Immunsystem. Sollten Sie Kontakt zu anderen Katzenbesitzern haben, können Sie bei der Heimkehr auf besondere Hygiene achten, um Ihrer Katze nicht etwaige Viren mit nach Hause zu bringen. Gleiches gilt während und nach einem Tierarztbesuch. Manche Katzenbesitzer bringen ein sauberes Handtuch mit, das sie auf dem Behandlungstisch ausbreiten.

2. Impfung

Zum Schutz gegen den Katzenschnupfen sind Impfungen verfügbar, die Sie bereits bei acht Wochen alten Kätzchen durchführen lassen können. Nach der Grundimmunisierung muss die Impfung alle 1-3 Jahre wiederholt werden. Die Intervalle sind abhängig vom verwendeten Impfstoff. Der Impfschutz hält meistens jedoch länger an als vom Hersteller angegeben.

Ist Katzenschnupfen heilbar?

Wenn die Erreger, die den Katzenschnupfen ausgelöst haben, erfolgreich bekämpft wurden, ist die Katze geheilt. Es kann jedoch sein, dass sie ihr Leben lang Träger der Viren bleibt und für andere Katzen ansteckend ist.

Kann ein Katzenschnupfen tödlich sein?

Wenn Sie den Katzenschnupfen nicht rechtzeitig behandeln lassen, kann die Katze daran auch sterben. Besonders gefährdet sind junge Kätzchen. Beim Befall der Lunge mit Caliciviren liegt die Sterblichkeitsrate bei bis zu 30 %.

Folgen eines Katzenschnupfens

Folgeschäden können in Form von Verwachsungen im Lidbereich entstehen. Das kann bis zur Blindheit führen. Gewebszerstörungen der Nasenschleimhaut können für eine chronische Rhinitis sorgen. Tiere, die den Katzenschnupfen überstanden haben, können Herpesviren ausscheiden. Das gilt für etwa 80 Prozent der Tiere: Sie bleiben nach der geheilten Infektion weiterhin Träger des Herpesvirus, welcher sich in die Nervenbahnen zurückzieht und bei einer Schwächung des Tieres erneut Symptome verursachen kann.

Was kann ich im Akutfall für meine Katze tun?

Schieben am Zebrastreifen

Wenn Ihre Katze an Katzenschnupfen erkrankt ist, sollten Sie besonders auf Hygiene achten, damit sich die Katze mit den Erregern nicht immer wieder selbst ansteckt. Dinge, auf denen die Katze gelegen hat, gehören daher in die Kochwäsche, glatte Flächen sollten desinfiziert werden. Zusätzlich sollten Sie das Futter ein wenig anwärmen und der Katze ein warmes Krankenlager errichten. Dazu eignet sich zum Beispiel eine Katzenbox mit Wärmflasche oder Wärmelampe. Sie können Ihrer Katze den Eiweißbaustein Lysin in das Futter geben. Dieser bekämpft einen der Haupterreger des Katzenschnupfens, das Feline Herpesvirus.

Die Wirksamkeit verneinen Tierärzte. Da sich Lysin jedoch in der Praxis bewährt hat und frei von Nebenwirkungen ist, kann die Aminosäure problemlos eingesetzt werden. Ohne den Tierarzt geht es im Akutfall jedoch nicht. Bringen Sie daher Ihre Katze so schnell wie möglich zum Tierarzt oder bitten Sie diesen um einen Hausbesuch. Letzteres hat den Vorteil, dass Sie Ihr Tier nicht zusätzlich Zugluft und Stress aussetzen müssen und sich die Krankheitserreger nicht in der Praxis verbreiten. Mit der Katzenkrankenversicherung sind Sie finanziell gegen die Behandlungskosten abgesichert. Sie können sich ganz in Ruhe um die Genesung Ihrer Samtpfote kümmern.

So behandelt der Tierarzt Ihre Samtpfote bei Katzenschnupfen:

Der Tierarzt wird die Erkrankung mit Medikamenten bekämpfen, vor allem mit Antibiotika, Interferon und einem sogenannten Paramunitätsinducer zur Stimulation des Immunsystems. Wenn das Tier nicht mehr frisst oder trinkt, können ein Tropf und künstliche Ernährung notwendig werden. Außerdem kann eine Inhalation mit Kamillendampf die Verschleimung der Atemwege lindern. Bei ungeimpften Katzen kann der Tierarzt Immunseren anwenden, die Antikörper enthalten, welche zur Neutralisierung von Viren geeignet sind.

Wir wünschen Ihnen, dass Ihre Samtpfote von einer solchen schweren Krankheit wie dem Katzenschnupfen verschont bleibt. Eine gute Vorbeugung durch Impfungen und ausreichende Hygiene tragen eine Menge zur Gesundheit Ihres Lieblings bei.