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Katzenerziehung: Loben vs. Schimpfen

Katzenerziehung: Ein Thema, das uns Menschen immer wieder beschäftigt. Klar, eine Katze ist kein Hund und muss auch nicht so erzogen werden. Doch was ist, wenn das einst brave Kätzchen anfängt, an den teuren Möbeln zu kratzen?

Bringt es etwas, mit der Katze zu schimpfen? Oder lässt sie sich doch eher mit Leckerlis bestechen?

Ist Schimpfen ein effektives Mittel der Katzenerziehung?

Katze auf zerkratztem Sofa

Wenn Ihr kleiner Stubentiger mal wieder am teuren Ledersessel kratzt, denken Sie vermutlich gar nicht lange nach, bevor Sie laut mit ihm schimpfen. In der Regel haben Sie damit auch erst einmal Erfolg. Ihre Katze erschreckt sich und unterlässt das Kratzen eventuell in Zukunft sogar. Ist Schimpfen also effektiv? Ganz klar: Nein! Ihre Samtpfote weiß meist nämlich nicht, was sie falsch gemacht hat.

Für sie ist der Sessel einfach eine ausgezeichnete Kratzmöglichkeit. Den Unterschied zwischen Sessel und Kratzbaum kennt Ihre Mieze nicht. Sie ist nur irritiert und verunsichert, weil ihr Mensch, mit dem sie sonst kuschelt, plötzlich laut und böse wurde. Für noch größere Verwirrung sorgt das Schimpfen, wenn es nicht konsequent durchgesetzt wird. Etwa, wenn Ihre Katze während Ihrer Abwesenheit problemlos am Sessel kratzen kann. So lernt sie nur, dass sie sich einfach nicht erwischen lassen darf.

So geschehen bei meiner Mutter. Sie war lange Zeit der festen Überzeugung, dass sie unsere Katze dazu erzogen hatte, nicht mehr auf die Ledercouch zu springen. Erst Jahre später erfuhr sie, dass unsere Samtpfote vermutlich öfter auf der Couch lag als sie selbst. Die Kleine wusste nämlich genau, wann ihr Ärger drohte und wann nicht. Sie kuschelte daher regelmäßig mit mir auf dem Sofa. Das Beispiel zeigt: Mit einer Katze zu schimpfen, bringt nur selten den gewünschten Erfolg. Überlegen Sie sich daher vorher, welche Verbote für Ihre Katze überhaupt sinnvoll sind. Aller Befürchtungen zum Trotz blieb die Ledercouch nämlich heile.

Fehler in der Katzenerziehung

  • Gewalt: Gewalt ist nie eine Lösung. Und das nicht nur, weil das Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Stubentiger zerstört wird.
  • Der Nackengriff: Katzenmütter tragen so zwar ihre Kitten, als Maßregelung sollte der Griff jedoch nicht dienen. Und schon gar nicht bei erwachsenen Katzen. Das verstört Ihre Samtpfote nur.
  • Zwang: Zwingen Sie Ihre Mieze niemals zu etwas. Das Vertrauen wird dadurch massiv gestört und oftmals wird sie aus Protest weiterhin das Gegenteil machen.
  • Fehlende Konsequenz und falsches Timing: Maßregelungen, die erst Stunden später erfolgen bleiben erfolglos. Ihre Mieze weiß noch nicht einmal, für was sie bestraft wird. Sie verunsichern sie nur unnötig.

Indirekte Bestrafung als Mittel der Katzenerziehung?

Um das Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Katze aufrechtzuerhalten, wird nach wie vor dazu geraten, die Katze „indirekt“ zu bestrafen. Damit ist z. B. das leichte Nassspritzen mit einer Wasserpistole gemeint. Geschickt eingesetzt, bringt Ihre Samtpfote tatsächlich nicht Sie mit der „Bestrafung“ in Verbindung. Das Problem der fehlenden Konsequenz bleibt jedoch.

Stellen Sie deshalb vorher sicher, dass Sie das unerwünschte Verhalten Ihrer Mieze immer bestrafen können. Etwa wenn Sie Ihrer Katze abgewöhnen wollen, an Ihnen hochzuspringen oder aus der Haustür auszubüxen. Grundsätzlich sollten Sie sich die Anwendung dieser Methode jedoch genau überlegen. Es gibt nämlich auch wesentlich sanftere Wege, eine Samtpfote zu erziehen.

Katzenerziehung durch Belohnung und Lob

Katzenerziehung: Belohnung und Lob sind die Schlüssel

Katzen wirken oftmals besonders eigensinnig, weshalb sich hartnäckig das Gerücht hält, sie seien nur schlecht zu erziehen. Denn anders als Hunde, machen unsere Miezen nur das, was sie für lohnenswert halten. Und genau das ist der Schlüssel einer erfolgreichen Erziehung. Ihr Stubentiger wird nur auf Sie hören und sein Fehlverhalten ablegen, wenn es sich für ihn lohnt.

Ein Beispiel: Springt Ihr Stubentiger immer auf den Esstisch, dann setzen Sie ihn einfach kommentarlos auf den Boden. Bleibt er ein paar Sekunden dort, geben Sie ihm ein Leckerchen. Ihre Katze lernt mit der Zeit, dass es sich für sie mehr lohnt, auf dem Boden sitzen zu bleiben. Der Esstisch verliert nach und nach seinen Reiz.

Doch auch diese Erziehungsmethode hat nur Erfolg, wenn Sie konsequent bleiben. In unserem Beispiel sollten Sie also die Tür zum Esszimmer verschließen, wenn Sie unterwegs sind. Ansonsten tanzt Ihre Katze während Ihrer Abwesenheit vermutlich auf dem Tisch.

Was möchte eure Katze eigentlich erreichen?

Selbstverständlich muss nicht jedes Katzenverhalten immer gleich abtrainiert werden. Vielleicht möchte Ihnen Ihre Samtpfote auch nur etwas mitteilen. Hinter Verhaltensweisen wie Möbelkratzen und Unsauberkeit steckt häufig
  • eine fehlende Kratzmöglichkeit,
  • ein verdrecktes Katzenklo,
  • ein neues Katzenstreu
  • oder Langeweile und fehlende Aufmerksamkeit
Gehen Sie daher immer den Gründen auf die Spur, bevor Sie versuchen, Ihrer Katze ein bestimmtes Verhalten abzutrainieren.