eKomi-Siegel
4.8 / 5

Du befindest dich hier:
  1. Startseite
  2. Blog
  3. Katzenernährung
 
BlogHundKatzePferd

Katzenernährung: So ernährst du deinen Stubentiger artgerecht

Das Fressverhalten von Katzen ist sehr speziell. Die richtige Katzenernährung wird daher oftmals zur Herausforderung. Kein Wunder, dass unter Katzenhaltern mittlerweile so viele verschiedene Ansichten zu diesem Thema kursieren.

Wir klären dich über die ernährungsphysiologischen Bedürfnisse deiner Katze auf. Dabei erfährst du unter anderem, woran du gutes Katzenfutter erkennst, wie du deine Katze barfst, wie du den Grundbedarf deiner Samtpfote berechnest und welche Irrtümer eine gesunde Katzenernährung erschweren.

Katze frisst von einem Teller

Artgerechte Katzenernährung ist keine leichte Aufgabe

Eine ausgewogene und artgerechte Katzenernährung ist wichtig. Oftmals haben Stubentiger aber ihre eigenen Vorstellungen davon, was und wie viel in ihren Napf gehört. Für dich als Halter ist es daher nicht immer einfach, deine Katze richtig zu ernähren.

All die unterschiedlichen Meinungen und Weisheiten rund um die Katzenernährung erwecken zudem den Eindruck, als handle es sich bei dem Thema um eine komplizierte Wissenschaft. Dabei könnte die Ernährung von Katzen so einfach sein. Wären da nicht die vielen Irrtümer, denen Katzenhalter häufig erliegen.

Bestandteile gesunder Katzennahrung

Katzen sind die Fleischfresser schlechthin. Tierische Proteine und Fette spielen bei ihrer Ernährung eine besonders wichtige Rolle. Kohlenhydrate sowie pflanzliche Inhaltsstoffe können Samtpfoten dagegen nur schwer verdauen. Sie haben im Katzenfutter deshalb auch nichts zu suchen.

Vitamine und Mineralstoffe spielen bei einer artgerechten Katzenernährung ebenfalls eine große Rolle. Als Katzenhalter solltest du sicherstellen, dass der Vitamin- und Taurinbedarf deines Stubentigers gedeckt wird.

Der Taurinbedarf von Katzen

Dir ist bestimmt bekannt, dass Katzen das für sie lebenswichtige Taurin nicht selbst bilden können. Sie nehmen es durch die Nahrung auf. Eine gute Taurinversorgung wirkt sich positiv auf die Herz- und Augenfunktion sowie das Nervensystem aus. Unklar ist jedoch, wie viel Taurin Katzen tatsächlich benötigen. Kein Wunder, immerhin hängt der Bedarf vom Alter, Gewicht, Stoffwechsel und den Lebensumständen ab. Mindestens 1.000 mg bis 2.000 mg Taurin pro Kilogramm Futter sollte die Katzennahrung allerdings enthalten, um einen Mangel vorzubeugen. Dieser macht sich häufig erst nach mehreren Monaten bemerkbar. Ein schwaches Immunsystem, Schäden an der Netzhaut, Herzmuskelschwächen und Gehörverlust sind dann meist die Folge.

Vitaminbedarf von Katzen

Für Katzen besonders wichtig sind die Vitamine A, B, D, E und K. Sie stärken das Immunsystem deines Stubentigers, erfüllen wichtige Stoffwechselfunktionen und halten Augen, Zähne sowie Knochen gesund. Doch Achtung: Eine Überdosierung kann ebenso wie eine Unterversorgung zu Krankheiten und Gebrechen führen. Vor allem bei den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K, die in der Leber gespeichert werden, ist Vorsicht geboten. Mit ihnen müssen Katzen, anders als mit den wasserlöslichen B-Vitaminen, nicht täglich versorgt werden.

Woran erkenne ich gutes Katzenfutter?

Die Wahl des richtigen Alleinfuttermittels für Katzen gehört zu den größten Herausforderungen. Vor allem für Katzenbesitzer, die keine Vorstellung davon haben, aus welchen Inhaltsstoffen artgerechtes Katzenfutter besteht.

Das sollte enthalten sein:

  • Fleisch (mindestens 90 %) in Lebensmittelqualität
  • hochwertige tierische Nebenerzeugnisse
  • ausreichend Taurin
  • Mineralstoffe (Eisen, Zink, Magnesium, Selen, Mangan und Jod)
  • Kalzium und Phosphor im Verhältnis von 1,2 zu 1
  • Kalium und Natrium im Verhältnis von 2,1 zu 1
  • Vitamine (A, B, D, E und K)

Das sollte nicht enthalten sein:

  • Getreide
  • Zucker
  • Geruchsstoffe
  • Farbstoffe
  • Tiermehle
  • Geliermittel
  • Geschmacksverstärker
  • chemische Konservierungsstoffe
  • Soja und andere Hülsenfrüchte
  • pflanzliche Nebenerzeugnisse
  • Molkereierzeugnisse

Was sind hochwertige tierische Nebenerzeugnisse?

Die meisten Katzenfuttersorten enthalten tierische Nebenerzeugnisse. Diese gehören zu einer artgerechten Fütterung dazu. Immerhin fressen Katzen nicht nur das Fleisch ihrer Beute, sondern auch Innereien wie Herz, Leber und Milz. Solche tierische Nebenerzeugnisse gelten daher als hochwertig. Organe wie Lunge, Euter und Pansen können Katzen dagegen nur schwer verdauen. Sie sollten nach Möglichkeit nicht im Futter enthalten sein.

Trocken- oder Nassfutter?

Zugegeben, als Hauptmahlzeit ist Trockenfutter nicht die beste Wahl. Schon gar nicht für trinkfaule Katzen. Schließlich enthält Trockenfutter nur etwa 10 Prozent Wasser. Es besteht daher die Gefahr, dass deine Katze zu wenig Flüssigkeit aufnimmt und mit der Zeit an Blasen- oder Nierenproblemen leidet. Dennoch musst du Trockenfutter nicht komplett von der Speisekarte deiner Katze streichen. Als Ergänzung zum Nassfutter und auch als Leckerchen eignet es sich nämlich hervorragend.

Übrigens: Trockenfutter verfügt bedingt über eine zahnreinigende Wirkung. Passen Form und Textur des Futters zum Gebiss der Katze, fördert Trockenfutter durchaus die Zahnhygiene. Mittlerweile gibt es sogar für die Zahnpflege optimiertes Trockenfutter, auf das du bei Zahnproblemen deiner Katze zurückgreifen kannst.

Dosenfutter für Katzen

Katzenfutter aus der Dose ist in den letzten Jahren stark in Verruf geraten. Dabei gibt es auch hochwertiges Dosenfutter, das den Nährstoffbedarf deiner Katze deckt. Vor dem Kauf solltest du allerdings einen Blick auf die Zutatenliste werfen.

Gutes Dosenfutter erkennst du an:

  1. Einer ausführlichen Zutatenliste.
  2. Einem Feuchtigkeitsgehalt von mindestens 70 Prozent.
  3. Der analytischen Zusammensetzung (Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser).

Was verraten die analytischen Bestandteile über die Katzennahrung?

Neben der Zutatenliste findest du auf der Rückseite des Futters auch Angaben über dessen analytische Zusammensetzung. Mit ihrer Hilfe wird der Gehalt von Proteinen, Fasern, Fetten und Mineralstoffen in der Katzennahrung ermittelt. Wichtig ist, dass es sich um tierische Proteine und Fette handelt. Achte beim Kauf zudem darauf, dass der Rohfaser-Wert bei unter einem Prozent liegt. Denn grundsätzlich gilt: Je höher der Rohfaser-Wert, desto größer ist der Anteil an pflanzlichen, für Katzen meist schwer verdaulichen, Inhaltsstoffen.

Oder doch lieber barfen?

Immer mehr Katzenhalter verzichten auf industriell hergestelltes Futter und bevorzugen stattdessen eine biologisch artgerechte Rohfütterung (BARF). Rohes mit Vitaminen, Mineralstoffen und Taurin angereichertes Fleisch bildet dabei den Hauptbestandteil der Mahlzeiten.

Die Vorteile der Rohfütterung

Gebarfte Katzen haben

  • ein stärkeres Immunsystem
  • seltener Zahnstein
  • ein schöneres Fellkleid
  • seltener Nierenerkrankungen
  • ein gesünderes Hautbild
  • seltener Verdauungsprobleme

Die Nachteile der Rohfütterung

Diese Art der Ernährung ist

  • zeitaufwendiger: Du musst das Futter selbst zubereiten.
  • teuer: Frisches Fleisch in großen Mengen kostet oft mehr als hochwertiges Dosenfutter.
  • kompliziert: Bevor du mit der Umstellung beginnst, musst du dir einiges anlesen und deine Katze langsam an das neue Futter heranführen.

So barfst du deine Katze

Bei der Rohfütterung gibt es einiges zu beachten. An folgenden Grundregeln solltest du dich orientieren:

  • Sprich vor der Umstellung zur Rohfütterung am besten mit deinem Tierarzt. Er kann dir einen geeigneten Ernährungsplan erstellen.
  • Geflügelfleisch, Hühnerherzen und Rindfleisch essen Katzen besonders gerne. Bei einer Umstellung solltest du deinen Stubentiger daher zunächst mit diesen Fleischsorten füttern.
  • Rohes Schweinefleisch darf auf keinen Fall im Napf deiner Katze landen. Es kann nämlich der Überträger des für Stubentiger tödlichen Aujeszky-Virus sein.
  • Vergiss nicht, Mineralien, Vitamine und Taurin beizumischen. Für Anfänger gibt es spezielle Fertigmischungen, diese musst du nur noch abwiegen und hinzufügen.
  • Dosiere die Portionen möglichst genau. Eine digitale Küchenwaage ist dafür unerlässlich.

Den Grundbedarf einer Katze berechnen

Alter, Aktivität, Geschlecht und Gesundheitsstatus entscheiden darüber, wie viel Futter deine Katze benötigt. Nicht jede Katze braucht dieselbe Futtermenge. Grundsätzlich gilt: Kastrierte Stubentiger, die ausschließlich in der Wohnung gehalten werden, haben einen geringeren Grundbedarf als aktive, unkastrierte und freilaufende Katzen. Solltest du dir bei der Futtermenge unsicher sein, frag am besten deinen Tierarzt. Von ihm erfährst du auch, ob dein Stubentiger Spezialfutter benötigt. Für Diagnosen wie diese gibt es die Katzenkrankenversicherung. Sie übernimmt alle Tierarztkosten, die im Zuge einer Untersuchung entstehen.

Auf das Alter kommt es an!

Mit welchem Futter du deine Katze füttern solltest, hängt stark vom Alter deines Stubentigers ab. Kitten haben beispielsweise ganz andere Bedürfnisse als erwachsene Katzen. Der Energiebedarf der kleinen Samtpfoten ist immerhin doppelt so hoch. Während des ersten Lebensjahres solltest du dein Kätzchen daher mit kalorienreichem Futter verwöhnen. Und auch Seniorkatzen benötigen meist spezielles Futter. Allerdings nur, wenn sie an einer Krankheit oder Gewichtsproblemen leiden. In solchen Fällen erkundigst du dich am besten bei deinem Tierarzt nach einem geeigneten Futter.

Die 10 größten Irrtümer der Katzenernährung

Im Internet und unter Katzenbesitzern kursieren zahlreiche Fehlmeinungen, die eine gesunde Katzenernährung erschweren. Wir klären dich über die 10 größten Irrtümer auf.

Irrtum 1: Der Standort des Napfes ist egal

Isst du gerne an unruhigen oder lauten Orten mit Blick auf die Toilette? Bestimmt nicht. Deiner Katze geht es da nicht anders. Stell den Napf also an einen Platz, wo dein Stubentiger ungestört fressen kann und nicht ständig abgelenkt wird.

Irrtum 2: Freigänger müssen nicht gefüttert werden

Viele Katzenhalter glauben, sie bräuchten Freigänger nicht zu füttern. Immerhin jagen und fressen sie draußen meist Kleintiere. Was und wie viel deine freilaufende Katze tatsächlich erbeutet, bekommst du allerdings nicht mit. Du solltest deinem Freigänger deshalb unbedingt zu festen Zeiten Futter bereitstellen. Und bedenke auch: Im Winter finden Katzen in der Regel weniger Beute. Dementsprechend größer sollten die Portionen zu dieser Jahreszeit ausfallen.

Irrtum 3: Eine vegetarische Katzenernährung ist ratsam

Deine Katze vegetarisch zu ernähren, nur weil es gerade Trend ist oder du selbst auf Fleisch verzichtest, ist keinesfalls zu empfehlen. Katzen sind nämlich von Natur aus Fleischfresser. Unter einer vegetarischen Ernährung würde dein Stubentiger deshalb sehr leiden und auf Grund von Mangelerscheinungen sogar erkranken.

Irrtum 4: Obst und Gemüse sind ungefährlich

Die meisten Obst- und Gemüsesorten sind für deine Katze tatsächlich ungefährlich. Vorsicht ist jedoch bei Zwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch, Tomaten, Weintrauben und Rosinen geboten. Diese Lebensmittel können zu Vergiftungen führen.

Irrtum 5: Katzenmilch ist eine gesunde Alternative zu Kuhmilch

Es stimmt, Katzenmilch enthält weniger Laktose und ist daher leichter verdaulich. Gesund ist sie deshalb allerdings noch lange nicht. Meist enthält sie sehr viele Kalorien und Zusatzstoffe, die vor allem bei reinen Wohnungskatzen zu Problemen führen können. Dennoch kann es vor allem für trinkfaule Stubentiger ein toller Anreiz sein.

Irrtum 6: Katzen brauchen eine abwechslungsreiche Speisekarte

In der Natur fressen Katzen, was sie erbeuten. Meist stehen Mäuse oder andere Kleintiere auf ihrem Speiseplan. Eine abwechslungsreiche Ernährung ist ihnen daher nicht so wichtig. Ausgewogen sollte sie allerdings sein. In hochwertigem Futter sind alle Nährstoffe enthalten, die deine Katze benötigt. Du kannst sie also ruhig mehrmals hintereinander mit derselben Sorte füttern. Das ist sogar besser, denn sonst läufst du Gefahr, deinen Stubentiger zu einem wählerischen Feinschmecker zu erziehen. Bei Jungkatzen ist eine abwechslungsreiche Speisekarte dagegen durchaus sinnvoll. So können sie sich während der Prägungsphase gar nicht erst auf ein bestimmtes Katzenfutter versteifen. Eine spätere Futterumstellung - auf Grund von Krankheit, Allergie oder dem Alter - ist dann deutlich einfacher.

Irrtum 7: Alle Katzen sind mäkelige Esser

Katzen sind oft tatsächlich sehr wählerisch und haben ihren eigenen Kopf. Trotzdem gibt es Stubentiger, die beinahe alles fressen. Der Grund: Ihnen wurden bereits als Kitten verschiedene Futtersorten serviert.

Irrtum 8: Alle Katzen sind Vielfraße

Diese Aussage entspricht nicht der Wahrheit. Katzen haben nämlich durchaus ein Sättigungsgefühl. Kastrierte Stubentiger können aber schnell zum Vielfraß werden. Sie haben nach der Kastration nämlich meist mehr Appetit. Und auch Langeweile spielt beim Essverhalten der Katzen eine wichtige Rolle. Ein stets gefüllter Napf ist in beiden Fällen eine große Versuchung. Gewöhne deine Katze daher am besten an feste Fütterungszeiten.

Irrtum 9: Katzen einmal pro Tag zu füttern reicht

Ganz im Gegenteil, die meisten Katzen fressen lieber mehrmals am Tag kleine Portionen. Einige würden wahrscheinlich auch fünf Mal am Tag den Napf leeren, wenn er befüllt wäre. Mindestens zwei Tagesportionen und eine kleine Nachtration solltest du deinem Stubentiger daher anbieten.

Irrtum 10: Katzen teilen ihr Futter

Futterneid ist in Mehrkatzenhaushalten keine Seltenheit. Meist verteidigen die ranghohen Tiere ihr Fressen und versperren den rangniedrigeren Katzen den Weg zum Napf. Unser Tipp: Richte für jede Katze einen separaten Platz ein und füttere deine dominanten Katzen stets als Erstes.

Ein Fazit zur Katzenernährung

Um deine Katze artgerecht und gesund zu ernähren, verwende bitte immer hochwertiges Katzenfutter. Die Portionsgrößen passt du dabei idealerweise an den Grundbedarf deiner Samtpfote an. Wenn du dir unsicher bist, wie viel Futter deine Katze benötigt, lass dich von deinem Tierarzt beraten.

Bei der Wahl der Katzennahrung spielen natürlich auch die Vorlieben deiner Samtpfote und deine Lebensumstände eine wichtige Rolle. Denk daher bitte daran: Hochwertiges Futter bringt nur etwas, wenn deine Katze es auch gerne frisst.