Katze und Feuer – Verhalten im Brandfall

Kätzchen sitzt vor Kaminfeuer

Unser VS.-Notfall-Tipp: Katzen und ihr Verhalten im Brandfall – retten und vorbeugen

Machen Sie als Katzenfreund sich Sorgen, was bei einem Brand mit Ihrer Katze passiert? Ob das Anzünden von Kerzen bei Katzen überhaupt eine gute Idee ist? Gerade in der bevorstehenden Adventszeit überlegt sich mancher Katzenfan, ob er die Kerzen bei den kleinen Wirbelwinden auspacken soll. Das Verhalten im Brandfall ist bei Katzen nämlich nicht voraussehbar.

Deshalb haben wir einige Fragen gestellt: Wie gefährlich ist es eigentlich für die Katze, wenn in der Wohnung ein Feuer ausbricht? Wie Sie sich und Ihre Katze am besten schützen? Und wie hilft die Feuerwehr im Notfall den Katzen? Wie können Sie das Verhalten im Brandfall mit Ihrer Katze üben?

Gute Vorbereitung ist der beste Schutz

Ein Wohnungsbrand ist für viele Menschen ein absolutes Horrorszenario. Ein frühes Erkennen der Gefahr ist von großer Bedeutung, damit nichts Schlimmeres passiert. Bringen Sie in jedem Zimmer, in dem Mensch und Tier schlafen und entlang der Fluchtwege Rauchmelder an. Nebenbei ist das in allen Bundesländern zur gesetzlichen Verpflichtung geworden. Das kann im Notfall nicht nur Ihr Leben retten, sondern auch das Ihrer Katze. Wichtig ist, dass Sie sich im Vorfeld Gedanken machen, wie ein Notfall aussehen kann und wie Sie damit am besten umgehen. Gehen wir ein paar Szenarien durch, um Ihnen die Angst zu nehmen und Sie für den Ernstfall vorzubereiten.

Verhalten im Brandfall – Szenario 1: Ein Feuer bricht aus, wenn Sie zu Hause sind

Obwohl es für Sie gefährlich ist, wenn Sie bei einem Brand zu Hause sind, ist es für Ihre Katze das beste Szenario, um unbeschadet aus der Wohnung zu gelangen. Im Idealfall brauchen Sie Ihre Samtpfote nur schnell greifen und mit ihr die Wohnung unbeschadet verlassen. So zumindest die Theorie, dem steht in vielen Fällen das Verhalten der Katze im Wege.

Problem: Katzen verstecken sich bei Gefahr

Es braucht nur ein lautes Geräusch und es kann passieren, dasss wir bei unseren Kätzchen noch die Schwanzspitze zu sehen bekommen. Und das wird – da machen wir uns keine Illusionen – bei einem Brand  nicht anders sein. Im Ernstfall ist es so, dass Sie sich zunächst selbst retten müssen. Können Sie Ihre Katze noch gefahrlos greifen, machen Sie das natürlich! Ansonsten lassen Sie – so drastisch das klingt – Ihre Samtpfote zurück.

Katze in einem Schrank

Unterschätzen Sie nicht die Gefahren eines Feuers. Wenn es heiß wird, spüren Sie das und machen automatisch einen Rückzieher. Den Brandrauch unterschätzen viele Menschen. Dabei lauert die tödliche Gefahr vor allem hier: Durch einige kräftige Atemzüge im Brandrauch verlieren Sie durch die Rauchvergiftung das Bewusstsein. Das führt unweigerlich zum Tod.

VS.-Info: Im Brandfall ist Ihre Katze unter Umständen von einer Rauchvergiftung betroffen. Die Behandlung in der Tierklinik ist durch eine Katzenkrankenversicherung abgedeckt.

Problem: schleichende Vergiftung durch Brandrauch

Bei einem Entstehungsbrand, etwa bei einem angebrannten Essen auf dem Herd, ist die Rauchentwicklung anfänglich noch nicht so ausgeprägt. Die Versuchung ist groß, dass Sie sich auf die Suche nach Ihrem Stubentiger machen. Es dauert ein paar Momente, bis Sie die Zimmerdecke oder die gegenüberliegende Wand nicht mehr sehen. Dann besteht für Sie Lebensgefahr. Betrachten wir es so: Wenn Sie versuchen, Ihre Katze zu retten und in Gefahr geraten, wird die Feuerwehr nur noch an Sie denken. Ihre Katze ist zweitrangig.

Schaffen Sie es nach draußen, informieren Sie sofort die Feuerwehr, dass Ihre Katze noch in der Wohnung ist. Die Retter leiten Maßnahmen zur Rettung Ihrer Katze ein. Halten Sie im Hinterkopf, dass die Verstecke, die Ihre Katze aufsucht, für den Moment eine gute Schutzzone sind. In diese Winkel dringt der Brandrauch zuletzt ein, da dieser sich zuerst unter der Zimmerdecke über andere Räume hinaus ausbreitet. Sie hat dort größere Überlebenschancen. Geben Sie der Feuerwehr Tipps zu möglichen Verstecken. Ist die Wohnung weitestgehend verraucht, arbeiten sich die Retter im Kriechgang vor und folgen den Hinweisen. In vielen Fällen beginnen sie mit der Brandbekämpfung, wenn sich das Feuer schnell lokalisieren lässt. Dazu erfolgt parallel die Belüftung des Gebäudes oder der Wohnung, sodass diese sich nicht mit dem giftigen Rauch füllt. Ideal ist es, wenn Sie Ihre Katze im Notfall schnell zu packen bekommt. Hierbei ist es wichtig, dass Sie sich richtig vorbereiten:

1. Rauchwarnmelder installieren

Eine Installation von Rauchwarnmeldern ist mittlerweile in Deutschland flächendeckend vorgeschrieben. Diese Rauchwarnmelder warnen Sie bei den ersten Anzeichen einer Rauchentwicklung vor einer Gefahr mit einem lauten akustischen Signal. Wenn es zu einem Brand kommt, verlassen Sie und Ihre Familie rechtzeitig die Wohnung. Trainieren Sie die geplante Flucht mit Ihrer Katze.

2. Bieten Sie Ihrer Katze keine unzugänglichen Verstecke

Versteckt sich Ihre Katze im Notfall in der Höhle vom Kratzbaum ist das kein Problem. Schwieriger wird es, wenn sie es schafft, sich hinter der massiven Couch zu verkriechen. Hier kommen nicht nur Sie richtig an sie heran, auch die Feuerwehr wird sie nicht finden.

3. Verhalten im Brandfall: Bereiten Sie Ihre Katze vor

Katzen sind selbstständige Tiere und machen daher nur, was sie für richtig halten. Für viele Katzen ist da die Transportbox die letzte Anlaufstation bei Gefahr. Sie kommen da nur rein, wenn es zum Tierarzt geht. Und welche Katze läuft bei Gefahr an den Ort, wo der Tierarzt sie piekt? Gezieltes Clickertraining soll dabei allerdings helfen, das Verhalten im Brandfall einzuüben. So lernen Katzen mithilfe von Leckerchen und Clicker, beim Ertönen des Rauchmelders in die Box zu laufen. Inwieweit diese Methode im Ernstfall erfolgversprechend ist, wissen wir nicht. Einen Versuch ist es wert. Im schlimmsten Fall haben Sie sich ein paar schöne Stunden mit Ihrer Katze beschäftigt.

4. Alles griffbereit haben

Eine reine Wohnungskatze auf dem Arm ins unbekannte Freie zu tragen, kann ohne Feuer und Rauch böse enden. Wichtig ist es, dass die Transportbox nicht in der hintersten Ecke im Schrank steht, sondern griffbereit in der Nähe der Tür. Für die Katze ist es wichtig, dass der Transportkorb immer an derselben Stelle steht und sie nicht lange suchen muss. In manchen Fällen sind Katzen Gewohnheitstiere. Wenn der Korb tausendmal an der Tür gestanden hat, wird er im Notfall auch dort stehen.

Katze in einer Transportbox

Verhalten im Brandfall – Szenario 2: Ein Feuer bricht aus und Sie sind nicht zu Hause

Für Sie ist das eine positive Konstellation, für Ihre Katze nicht. Trotzdem lässt sich auch für einen solchen Fall vorsorgen:

1. Informierten Sie Ihre Nachbarn

Wenn die Nachbarn wissen, dass eine Katze im Haus ist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie die Feuerwehr im Ernstfall informieren. Natürlich ist nicht sichergestellt, dass Ihre Nachbarn im Fall der Fälle nicht viel zu aufgeregt sind, um an Ihre Katze zu denken. Aus diesem Grund gibt es noch eine weitere effektive Methode.

2. Aufkleber für den Notfall

Die Feuerwehr wird im Brandfall jede Wohnung und jeden Raum einmal durchsuchen, um sicherzustellen, dass keine Menschen mehr im Haus sind. Wollen Sie die Feuerwehr über Ihre Tiere informieren, hinterlassen Sie eine Nachricht. Dies geht in Form von speziellen Aufklebern, die Sie gerne selber basteln können. Sie enthalten Informationen bezüglich der Art des Tieres, Anzahl und möglicher Verstecke. Die Aufkleber bringen Sie an der Tür oder am Türrahmen an und das weit unten. Schließlich steigt der Rauch nach oben und versperrt dort die Sicht.

3. Die Feuerwehr ist aufmerksam

Haben Sie noch keine Vorkehrungen getroffen? Noch kein Grund zum Verzweifeln, die Feuerwehr ist dazu da, um Tiere vor den Flammen zu retten. Sehen sie bei einer Durchsuchung der Wohnung Dinge wie Kratzbaum, Katzenklo oder Futternäpfe, werden sie von sich aus aufmerksam und suchen in potenziellen Verstecken nach Ihrer Katze. Natürlich führt die Feuerwehr zuerst die Menschenrettung durch. Direkt danach kommt Ihr Stubentiger. Das mag Ihnen wie eine halbe Ewigkeit vorkommen, Ihre Katze hat einen entscheidenden Vorteil: Sie versteckt sich bei Gefahr. Das sind, wie bereits beschrieben, Bereiche in der Wohnung, in die der Brandrauch nicht so schnell vordringt.

Katze schaut hinter einem Schrank hervor
Ängstliche Katze

Allerdings reagieren Katzen in einer bedrohlichen Situation auf zweierlei Arten. Entweder sie treten die Flucht an. Das ist im günstigsten Fall direkt der Weg zur Wohnungstür. Oder sie krallen sich am Retter fest. Vorteil der Katze ist, dass sie gut zu packen ist. Bei den dicken Handschuhen und der Einsatzkleidung machen Bisse oder Kratzer dem Feuerwehrmann wenig aus. Die Katze wird trotz möglicher Gegenwehr sicher draußen landen, wenn die Feuerwehr sie findet.

VS.-Stichwort: Rauchvergiftung Katze
Manchmal kommt eine Katze nicht ganz unbeschadet aus dem Feuer heraus. Rußbefall, Husten und Atemnot sind die häufigsten Symptome. In diesen Fällen leisten die Mitarbeiter des Rettungsdienstes Erste Hilfe, in dem sie der Katze Sauerstoff verabreichen. Dann geht es ab in die Tierklinik. Da Sie als Betroffener bei einem Wohnungsbrand kaum selber fahren können, kümmert sich die Feuerwehr um den Transport. Die meisten Katzen können die Tierklinik nach einigen Tagen der Versorgung wieder ausgeheilt verlassen. Die Kosten der Heilbehandlung sind in der Katzenkrankenversicherung eingeschlossen.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt

Sicherlich darf in der Adventszeit gemütliche Kerzenbeleuchtung nicht fehlen. Das gilt für den Adventskranz oder andere Kerzengestecke. Hier schützen Sie Ihre Katze vor möglichen Gefahren, indem Sie Windlichter verwenden. Es kann passieren, dass eine Katze aus Neugier auf den Tisch mit dem Adventsgesteck springt. Womöglich zieht sie sich dabei Verbrennungen zu, wenn sie zu dicht an einer Kerze vorbeistreift. Mit einem Windlicht kann das nicht passieren. Ihre Katze kann nur von oben hineinblicken und wird sich aufgrund der aufsteigenden Hitze direkt zurückziehen. Von echten Kerzen am Weihnachtsbaum raten wir ab, da hier auch ohne das Zutun der Katze eine erhebliche Brandgefahr besteht.

Vorbeugen gegen Brandgefahren

In der Zeit vor Weihnachten steigt die Zahl der Wohnungsbrände. Das hat zwei klare Ursachen: einerseits Zündquellen durch offenes Feuer wie Kerzen und andererseits reichlich Elektronik durch zusätzliche Lichterketten und Beleuchtungskörper. Hier sind in vielen Fällen Kabel defekt oder von mangelhafter Qualität, sodass es zu einem Kabelbrand kommt. Darauf müssen Sie ein besonderes Augenmerk werfen. Hinzu kommt, dass viele Menschen nachts zahlreiche elektrische Geräte mit der Steckdose verbunden lassen. Das reicht vom Handyladekabel bis hin zu Lichterketten im Fenster. Diese sind ebenfalls regelmäßig Auslöser für Brände.

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Katze mit Pfoten auf dem Tisch

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