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Katze vegetarisch ernähren: Gesund oder Tierquälerei?

Katze spielt mit Rennmaus

Eine vegetarische Ernährung stellt für uns Menschen zumindest keinerlei Problem dar und auch eine vegane Lebensweise ist mittlerweile ganz ohne gesundheitliche Folgen möglich. Doch ist es möglich, eine Katze vegetarisch zu ernähren?

Ist man als Vegetarier gar dazu verpflichtet, diese ebenfalls vegetarisch zu ernähren? Ist es überhaupt möglich, diese Ernährungsweise auf unsere Stubentiger zu übertragen?

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§2 des Tierschutzgesetzes
Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat
1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen.

An diesem Paragraphen scheiden sich die Geister, wenn es darum geht, Katzen fleischlos zu ernähren. Klar ist: Katzen sind eindeutig Fleischfresser. Alles in ihrer Physiologie ist darauf ausgelegt, möglichst effizient ihre Beute zu jagen, zu erlegen und anschließend zu verdauen. Selbst die 16 bis 20 Stunden Schlaf am Tag können sich unsere Schnurrkugeln nur leisten, da sie Raubtiere sind und daher naturgemäß selbst weniger Angst vor Fressfeinden haben müssen. Zudem schlaucht so eine Jagd ja auch ganz schön. Aber heißt das, dass Katzen auch unbedingt Fleisch benötigen? Dass, entsprechend des Tierschutzparagraphen, nur eine fleischhaltige Ernährung den Bedürfnissen unserer Stubentiger entspricht?

Fleischfresser, Pflanzenfresser, Allesfresser?

Beim Menschen klappt eine vegetarische Ernährung zumindest problemlos und auch eine rein vegane Ernährungsweise ist durch die Zugabe von bestimmten Nährstoffen kein Problem. Veganer ernähren sich meist sogar gesünder, da sie sich gezwungenermaßen intensiver mit ihrer Ernährung auseinandersetzen. Ganz im Gegensatz zum Großteil der „Allesfresser“, die meist ohne große Gedanken nach Lust und Laune essen und trinken. Ein bewusster Konsum ist da natürlich immer besser, ob mit oder ohne Fleisch bzw. tierischen Produkten sei einmal dahingestellt. Doch lässt sich das Prinzip auch einfach so auf unsere Katzen übertragen?

Kann eine Katze vegetarisch ernährt werden?

Ganz klar: Nein. Bereits an der Frage, ob Katzen rein körperlich dazu in der Lage sind, vegetarisch ernährt zu werden, scheiden sich die Geister. Tiermediziner warnen eindeutig davor. Im Gegensatz zum Menschen ist die Katze nämlich ein reiner Fleischfresser. Das zeigt sich bereits am Gebiss der Katze und setzt sich im Magen fort. Dieser ist bei Raubtieren nämlich besonders kurz. So liegt das Fleisch nicht lange im Magen. Bei pflanzlicher Kost ist dies allerdings von Nachteil, da diese länger braucht, um komplett verwertet zu werden. Die Mägen von Pflanzenfressern sind entsprechend länger.

Unser Magen ist hingegen ein gutes Mittelding, sodass wir sowohl Pflanzen als auch Fleisch gut verwerten können und uns entsprechend problemlos ohneFleisch ernähren können. Auf Katzen ist unsere Ernährungsweise daher nicht eins zu eins übertragbar.

Fünf Prozent pflanzliche Kost ist natürlich

Befürworter der vegetarischen Kost argumentieren dagegen häufig, dass Katzen in der freien Wildbahn auch Gras fressen und daher auch vegetarische Kost vertragen. Das stimmt und ist auch unbedingt notwendig, da Katzen ihre Beute oft mit Haut und Haar verschlingen. Würden sie pflanzliche Kost nicht vertragen, hätten sie Probleme, den Mageninhalt ihrer Beute zu verdauen. Pflanzliche Nahrung kann von unseren Stubentigern also durchaus verdaut werden. In der freien Natur beträgt dieser Anteil aber gerade einmal fünf Prozent.

Es bleibt also bereits hier festzuhalten, dass es definitiv nicht der Art und dementsprechend auch nicht den Bedürfnissen von Katzen entspricht, fleischfrei ernährt zu werden. Eine entsprechende Ernährung verstößt daher definitiv gegen das Tierschutzgesetz.

Haustiere vs. Nutztiere

Katze auf dem Bauernhof

Doch auch wenn eine Katze vegetarisch ernährt werden könnte, stellt sich die Frage: Wieso sollte sie? Wenn man Katzen vor die Wahl stellt, fressen sie eindeutig Fleisch. Es wird keine Katze geben, die mit Wonne das vegetarische Katzenfutter isst, während daneben das leckere Futter mit Lachs liegen bleibt. Die Katze interessiert es nicht, ob dafür ein Tier sterben musste. Das Tier würde sie schließlich auch in der Natur umbringen müssen. Den einzigen, den es interessiert, ist den Katzenhalter. Es bleibt also vor allem der moralische Aspekt. Doch gilt dieser auch für Katzen?

Es ist absolut keine Frage: Die Art und Weise wie wir mit Tieren umgehen, die leider das Pech haben, nicht süß und flauschig zu sein und dummerweise auch noch gut schmecken, ist sehr traurig und oftmals schockierend. Auch die Haltung von Schweinen, Kühen und vielen weiteren sogenannten Nutztieren ist selbstverständlich alles andere als artgerecht, sodass auch dagegen etwas unternommen werden muss. In dem Sinne muss auch eingeräumt werden, dass die Kost, die Katzen durch Katzenfutter zu sich nehmen, alles andere als natürlich ist. In der Natur wird eine Miez schließlich nie ein ganzes Schwein erlegen. Fleischliche Nahrung entspricht aber zumindest eher ihrer Natur und ihrer Physiologie als rein pflanzliche Nahrung.

Katzen Freilauf ermöglichen

Es ist zudem recht ironisch, sich nicht an der nicht-artgerechten Haltung von Nutztieren beteiligen zu wollen, indem man beginnt, die eigenen Haustiere nicht-artgerecht zu halten. Die Katze ist schließlich nicht für das Leid, das ihrem Essen zugefügt wird, verantwortlich. Sie sperrt die Kühe und Schweine nicht ein und hält sich auch keine Mäuse in Massentierhaltung.

Hätte die Katze die Wahl, würde sie nicht nur Fleisch essen, sondern sich dieses auch selbst fangen. Wieso die Miez also nicht einfach von vornherein artgerechter halten und ihr Freilauf ermöglichen? So freut sich die Katze und kann draußen ihr Essen selbst jagen, während man als Halter auch gut vegetarisches Katzenfutter zufüttern kann, ohne Mangelerscheinungen zu befürchten, da es so ja nicht mehr die ausschließliche Nahrung der Katze darstellt.

Alternativen zur Katze finden

Wer nun auch noch damit Probleme hat, dass Katzen sich ihre eigene Nahrung jagen, der sollte sich grundsätzlich einmal Gedanken darüber machen, ob es unbedingt die richtige Wahl ist, sich als derart überzeugter Vegetarier ein fleischfressendes Raubtier ins Wohnzimmer zu holen.

Eine gute Alternative dazu, wäre zum Beispiel ein Kaninchen oder tatsächlich ein Hund. Obwohl es auch hier kompliziert ist, sie vegetarisch zu ernähren, ist es nicht unmöglich. Die Vierbeiner sind bereits wesentlich länger domestiziert als Katzen und entsprechend auch was ihre Ernährung betrifft an den Menschen angepasst. Sie haben sich im Laufe der Zeit an unsere Nahrung gewöhnt und sind dementsprechend auch wesentlich vielseitiger.

In gutes Katzenfutter investieren

Zum Schluss möchte ich noch kurz darauf hinweisen, dass natürlich auch minderwertiges Katzenfutter euren Stubentiger nachhaltig schaden kann. Viele Sorten enthalten zwar etwas, was man im entferntesten Sinne irgendwann einmal als Fleisch bezeichnen konnte, neben diesen Schlachtabfällen bestehen sie aber auch aus einem viel zu hohen pflanzlichen Anteil.

Die Folgen davon sind zwar nicht so schnell sichtbar wie bei einer komplett fleischfreien Ernährung, längerfristig ist dies aber auch nicht gesund und führt zu Harn- und Nierenschäden. Da eure Katze dann erst recht auf teures Spezialfutter und Medikamente angewiesen ist, solltet ihr von Anfang an in gutes Futter investieren.