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Katze impfen - die große Lüge

Katze bekommt eine Impfung

Seid ehrlich, wie viele von euch lassen jedes Jahr aufs Neue ihre Katze impfen? Jahrzehntelang „impfte“ man uns Katzenhaltern das quasi ein: Katzen müssen jährlich geimpft werden. Doch gibt es dafür überhaupt eine wissenschaftliche Rechtfertigung?

Katzenimpfung mit Folgen

Die jährliche Katzenimpfung ist mittlerweile überholt. Katzen haben genau wie Hunde und wie wir Menschen ein genetisches Gedächtnis, was eine jährliche Impfauffrischung bei Weitem nicht rechtfertig. Einige Studien aus den USA belegen sogar einen Zusammenhang zwischen bestimmten Impfungen und dem Entstehen von Tumoren. An den typischen Injektionsstellen – zwischen den Schulterblättern und seitlich am Rumpf – können sogenannte Impf-Sarkome entstehen. Noch ist unklar, welcher Impfstoff genau der Auslöser ist. Im Verdacht stehen Impfungen gegen Tollwut und Leukose.

Ein genaues Beobachten der Impfstelle wird deshalb empfohlen. Sollte sich um die Injektionsstelle einen Monat nach der Impfung eine Verhärtung oder ein Knoten bilden, ist eine Kontrolle durch den Tierarzt erforderlich. Ein möglich gebildeter Tumor kann im Frühstadium meist komplett entfernt werden.

Die Injektionsstelle zwischen den Schulterblättern birgt jedoch immer eine Gefahr aufgrund der Nähe zur Wirbelsäule. Die Entfernung von Tumoren ist an dieser Stelle besonders heikel und oft nicht möglich, weil das betroffene Gewebe meist großflächig entfernt werden muss.

Und es gibt auch noch andere Impfschäden, den Anaphylaktischen Schock zum Beispiel. Das sind allergische Reaktionen, die sich mit Durchfall und Erbrechen äußern. Das Tier sollte dann umgehend vom Tierarzt behandelt werden.

Von Antikörper bis Immunität

Bei menschlichen Impfungen wird die Dauer des Immunschutzes durch Antikörpermessungen an Tausenden Impflingen sehr wohl geprüft. Zusätzlich zu den Antikörpern spielt das erzeugte Immungedächtnis gegen Viren und Bakterien eine Rolle. Nicht bei allen Impfstoffen halten sich die Antikörper über längere Zeit. Das heißt nicht, dass der Schutz verschwindet.

Bei einer zellulären Immunität bleiben Abwehrzellen, die einmal mit einem Erreger oder Antigen zu tun hatten viele Jahre bis lebenslang im Körper und werden schnell aktiv, wenn der Erreger erneut auftritt. Sie setzen andere Abwehrzellen in Aktion, sodass eine ganze Reihe von Immunreaktionen abläuft. Auch Katzen, Hunde und andere Kleintiere verfügen über zelluläre Immunität.

Impfung bei Katzen ist als Grundimmunisierung unerlässlich

Kleine Katze beim Tierarzt

Das heißt aber nicht, dass auf einen verlässlichen Grundschutz in Form einer Grundimmunisierung verzichtet werden soll. Freigänger benötigen meist mehr Impfungen als ein Stubentiger. Katzenkrankheiten wie die Katzenseuche, der Katzenschnupfen, Leukose und Tollwut sollten nicht unterschätzt werden. Der Erreger der Katzenseuche ist ein Parvovirus. Die Viren sind extrem widerstandsfähig und bleiben Monate bis Jahre außerhalb des Körpers in der Umgebung lebens- und infektionsfähig. Die meisten Infektionskrankheiten sind für Jungtiere gefährlich oder sogar tödlich, ausgewachsene Tiere in gutem Allgemeinzustand werden damit viel besser fertig.

Ob der Schutz lebenslang erneuert werden muss ist auch unter US-Veterinären strittig. Es spricht vieles dafür, dass man die Impfung beim ausgewachsenen Tier weglassen kann. Erstens, weil der Immunschutz ebenfalls viel länger hält als ein Jahr und zweitens, weil erwachsene Katzen eine gute körpereigene Abwehr gegen den Erreger haben. Ein Tier, das als Welpe ordentlich grundimmunisiert wurde, ist dadurch sehr lange geschützt. Vielleicht sogar lebenslang.

Die FIP-Impfung ist sogar unter den hiesigen Tierärzten wegen mangelnder Wirksamkeit umstritten. FIP steht für Feline Infektiöse Peritonitis, die im deutschen Sprachgebrauch als ansteckende Bauchfellentzündung bezeichnet wird.

Wichtig - das solltet ihr beachten

  • Nicht wild drauf los impfen: Vielmehr sollte in jedem Einzelfall gemeinsam mit dem Tierarzt überlegt werden, welche Impfungen eure Katze wirklich braucht und in welchen Abständen sie gegeben werden sollten. Das Risiko erhöht sich nämlich sowohl mit der Häufigkeit als auch mit der Gabe mehrerer Impfstoffe gemeinsam in einer Mischspritze.
  • Katzen alle drei Jahre nachimpfen: Das genetische Gedächtnis beim Menschen speichert Informationen zehn Jahre lang. Bislang ist nicht bekannt, dass es bei Katzen und auch Hunden anders sein soll.
  • Ihr solltet die jährliche Untersuchung beim Tierarzt wahrnehmen, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Hier bietet sich der Abschluss einer Katzenkrankenversicherung an, denn diese übernimmt die Behandlungskosten.
  • Impfungen gegen Katzenseuche (Parvovirus): Auch Wohnungskatzen sind gefährdet. Der Impfstoff hierfür gilt als sicher.
  • Bei Reisen ins Ausland ist eine gültige Tollwut-Impfung Pflicht. Die Bescheinigung darf nicht älter als ein Jahr und nicht jünger als 30 Tage sein. Nur, wenn die Katze nicht verreist, kommt ein längeres Impfintervall in Frage: Die meisten Tollwut-Impfstoffe schützen bis zu drei Jahren.
  • Tierärzte verabreichen oft mehrere Impfungen mit einer einzigen Spritze an nur einer Stelle. Klar, für den Arzt ist es am bequemster. Und früher dachte man, auch für den Stubentiger, er muss ja nur eine Spritze über sich ergehen lasen. Aber: je mehr Vakzine eure Katze auf einmal gespritzt bekommt, desto höher ist das Sarkom-Risiko. Achtet deshalb darauf, dass euer Tierarzt auf Mischspritzen und Mehrfach-Vakzinen weitgehend verzichtet.

Eine jährliche Auffrischung der Impfung ist unnötig

Eine jährliche Auffrischung der Impfungen wird fast immer empfohlen. Mit nur wenigen Ausnahmen sind ein paar Präparate auf eine zweijährige Wiederholung ausgelegt. Doch wer entscheidet eigentlich, welches Impfintervall ratsam ist? Das sind in der Regel die Impfstoffhersteller selbst. Viele Tierärzte haben dagegen keine Einwände. Dieses Intervall scheint willkürlich festgelegt und nicht immunologisch - das Immunsystem betreffend - begründet.

Neueste Erkenntnisse von US-Forschern werden weiter gerne ignoriert. Veterinäre, die weniger oft impfen, bilden hierzulande eine Minderheit. Anfeindungen von Kollegen sollen keine Seltenheit sein. Die Angst, deswegen Einkünfte zu verlieren, ist groß.Impfungen bringen 20 bis 40 Prozent des Umsatzes in der durchschnittlichen Kleintierpraxis.

Solange sich viele Tierärzte sträuben und die neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht gelten lassen, müssen wir uns selbst um einen vernünftigen Impfplan für unsere Katzen kümmern.

Die Regel sollte lauten: so viel wie nötig, so wenig wie möglich – ähnlich wie bei uns Menschen. Sehr viel wichtiger für die Abwehrkraft des Tieres ist sein Lebens- und Ernährungsstil. Gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, Abwechslung sowie eine ausgeglichene Psyche sorgen bei der Katze für ein stabiles Immunsystem und eine unerschütterliche Abwehrkraft. Jährliche Gesundheitschecks beim Tierarzt sollten selbstverständlich sein.