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Ruf nach der Freiheit – von der Wohnungskatze zur Freigängerkatze

Es gibt viele Gründe, warum eine Katze die Wandlung vom Stubentiger zur Freigängerkatze vollzieht. Sei es nur, dass Herrchen und Frauchen aufs Land gezogen sind oder die Kitten groß sind und nun nach draußen sollen.

Katze auf der Wiese

Gerade kleine Katzen leben bis zu einem halben Jahr in der Wohnung und benötigen viel Zeit, um sich draußen zu orientieren. Daher ist ein sanfter Übergang von der Wohnungskatze zum Freigänger notwendig. Wir geben Dir wertvolle Tipps, wie der Wandel funktioniert.

Wann der Freilauf beginnen kann

Vor allem bei jungen Katzen dauert es eine Weile, bis die Samtpfoten den Weg in die Freiheit gehen. Sie leben in der sicheren Wohnung und können nur ab und an mal das Näschen nach draußen halten, um die Welt draußen zu beschnuppern. Dazu kann sie auf dem Balkon hinter dem Katzennetz draußen die Vögel beobachten, den Schmetterlingen hinterherblicken und einfach den Duft der Freiheit schnuppern. Auf der Terrasse lässt sich so etwas auch relativ einfach errichten, etwa, wenn Du den Terrassenpavillon mit einem ausbruchsicheren Netz abhängst und Deinen Liebling dort hineinsetzen. Vielleicht noch mit einem Spielzeug dazu, ein paar Leckerlis – einfach eine Atmosphäre zum Wohlfühlen schaffen. Die Neugier kommt von allein und die Angst verliert sich.

Der Freilauf braucht viel Sicherheit

Wenn die Katzen größer sind, musst Du mit dem Freilauf nicht lange warten. Vorausgesetzt, die Katze ist bei Dir aufgewachsen und Du hast die Katze nicht erst kürzlich aus dem Tierheim zu Dir geholt. Das Unternehmen Freigang kann also sofort starten. Ausnahme: Du bist umgezogen und wirst selbst in der neuen Umgebung gerade erst heimisch. Dann gib Deinem Liebling vier bis sechs Wochen die Gelegenheit, sein neues Umfeld in den eigenen vier Wänden ausgiebig zu beschnuppern, bevor es nach draußen geht.

Beobachte Deine Katze mal genau, wenn sie sich draußen aufhält: Reagiert sie verhalten auf die neuen Einflüsse oder zeigt sie reges Interesse für das, was sich da draußen so alles regt? Belohne Deine Katze regelmäßig, wenn sie sich draußen auf die Wiese, in die Sträucher oder in den Laubhaufen traut. So soll Dein Liebling spüren, dass dort unter freiem Himmel alles in bester Ordnung ist und geradezu zum Herumtoben einlädt.

Icon Glühbirne

Tipp:

Falls sich Deine Samtpfote draußen durch Beutetiere eine Infektion zuzieht – die Katzenkrankenversicherung übernimmt nicht nur die Kosten der Heilbehandlung beim Tierarzt. Impfungen oder Wurmkuren kannst Du darüber auch abrechnen.

Ist ein Ausgang an der Leine sinnvoll?

Ein kleiner Spaziergang mit der Katze an der Leine? Undenkbar oder doch im Bereich des Möglichen? Ja sicher, denn wenn Du so etwas auf Deinem Grund und Boden durchspielst, kannst Du Deiner Katze eine Menge Vertrauen beibringen. Lass Deine Samtpfote herumstöbern und herumrennen. Dein Liebling kann selbst entscheiden, wann der kleine Ausflug wieder beendet ist. Wenn Dein Liebling unsicher ist, gibt ihm die Leine und die Verbundenheit mit Dir mehr Sicherheit. Du bist ja immer in Reichweite Deiner Katze.

Animiere Deine Katze mit ein paar Leckerlis auch mal dazu, Stellen im Garten zu erkunden, von denen aus sie keinen Sichtkontakt zu Dir hat. Spürt Deine Katze, dass etwa der Holzstapel oder der Kompostbehälter einfach nur harmlos herumstehen, ist alles in bester Ordnung. Lass Deiner Katze beim Erkunden ruhig genug Zeit. Denk mal daran, dass Du ja auch nicht beim ersten Mal mit Anlauf vom Drei-Meter-Brett im Freibad gesprungen bist.

Gut gerüstet für den ersten Freigang

Katze jagt Schmetterling

Was ist alles wichtig, wenn Dein Liebling draußen die Umgebung unsicher macht? Zuallererst musst Du Deine Katze beim Tierarzt gegen die gängigen Infektionskrankheiten impfen lassen. Dann ist es sinnvoll, dass Deine Katze kastriert ist. Schließlich lockt draußen die Liebe und Dein Liebling könnte Dich mit Nachwuchs beglücken. Ein Halsband kannst Du mit einem Adressanhänger ausstatten, es droht aber das Risiko einer Strangulation – je nachdem, wo sich Dein Liebling herumtreibt oder auch herumklettert.

Falls er tatsächlich mal ausbüxt, müssen Tierfreunde, die ihn aufgreifen, ihn auch zuordnen können. Dazu lass ihn chippen und gib die Chipnummer an das zentrale Haustierregister Tasso weiter. So sind die Daten abrufbar, falls jemand Deine Katze findet und die Daten beim Tierarzt auslesen lässt. Dann kannst Du Deinen Liebling nach seinem Abenteuer ganz schnell wieder in die Arme schließen.

Der erste Auslauf ohne Grenzen

Hast Du nach dem Training mit der Leine gespürt, dass sich Deine Samtpfote sicher und selbstbewusst durch den Garten bewegt, so kannst Du diese bei Seite legen. Begleite Deine Katze ein Stück weit in die Richtung, in die sie sich bewegt. So langsam werden die Wege länger, sie kriecht durch Hecken und springt auf Mauern und erkundet dann auch mal die Umgebung außerhalb ihres Zuhauses. Jetzt kannst Du Deinen Liebling getrost loslassen. Bleib noch ein wenig in der Nähe stehen, so dass Deine Katze sich den Weg zurück merken kann.

Wichtig: Beobachte in der ersten Phase, wohin sich Deine Katze bewegt. So kannst Du, falls sie nicht zeitnah zurückkommt, in dieser Richtung suchen. Ein paar Tage später kannst Du die Ausflüge Deines Lieblings schon vom Fenster oder von der Tür aus beobachten. Ein bisschen Abstand schadet nicht – Deine Katze wird instinktiv spüren, dass Du ja nicht aus der Welt bist. Irgendwann kannst Du Deinen Beobachtungsposten ganz aufgeben und Dein Stubentiger wird ganz allein durch die Katzenklappe rein- und rausgehen.

Jetzt ist Deine Geduld gefragt

Katzen haben ein eigenwilliges Wesen und gehen mitunter ihre eigenen Wege. Sie finden aber auch anhand ihrer Duftmarken den Weg zurück nach Hause, da brauchst Du Dir keine Sorgen machen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Du reagieren kannst: Entweder gelassen oder besorgt. Im letzteren Fall kannst Du natürlich von dem Punkt aus, von dem Deine Katze sich vom Grundstück verabschiedet hat, einfach eine Spur mit Leckerlis bis nach Hause legen. Das kann aber natürlich auch damit enden, dass auf einmal eine wildfremde Katze oder andere Tierchen bei Dir aufkreuzen und sich über den unerwarteten Genuss freuen.

Denk einfach mal darüber nach, dass Deine Katze sich draußen von ihrem Wesen her sehr gut zurechtfindet. Dabei kann sie draußen auch Bekanntschaften schließen. Eine andere Möglichkeit ist, dass sie bei schlechtem Wetter ganz einfach irgendwo einen Unterschlupf gesucht hat und es sich dort kurzfristig so richtig gemütlich gemacht hat. Zu guter Letzt: Hast Du mal darüber nachgedacht, dass in der Nachbarschaft auch Katzen leben, deren Herrchen und Frauchen ebenfalls mit Leckerlis arbeiten? Dann kann es durchaus passieren, dass Dein Liebling mal schaut, ob es woanders etwas Besseres als zu Hause gibt. Keine Sorge, irgendwann kommt Dein Stubentiger schon wieder heim.

Kitten sitzt auf der WerbeboxKitten sitzt und hebt eine Pfote

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