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Katze an der Leine - die kleine, große Freiheit

Viele werden sich jetzt fragen: Ist es wirklich nötig, eine Katze an der Leine zu führen? Eine Katze ist schließlich kein Hund. Wem bringt das ganze überhaupt etwas? Ja, Katzen an der Leine sind zugegebenermaßen noch ein eher seltenes Bild auf unseren Straßen. Dass das „Gassigehen“ mit dem Stubentiger eine interessante Alternative zum Freigängerdasein und ein großer Gewinn für die Wohnungskatze sein kann – vorausgesetzt man geht es richtig an – möchten wir im folgendem Artikel zeigen.

Katze an der Leine - Ein Ersatz zum Freigang?

Katze an der Leine

Es ist keine Neuigkeit, dass das Leben einer Freigänger-Katze viele Gefahren birgt. Straßenverkehr, Infektionskrankheiten, Verletzungen durch Rangeleien mit Artgenossen, Jäger, giftige Pflanzen und Köder um nur einige zu nennen. Nachweislich leben Katzen, die sich draußen frei bewegen, kürzer als ausschließlich in der Wohnung gehaltene Miezen. Gerade, wenn man in der Stadt wohnt, überlegt man also genau, ob man seine Katze nach draußen lassen möchte. Hat man dann noch dazu ein Rassetier, ist die Entscheidung eigentlich schon gefallen. Denn zu den alltäglichen Gefahren kommt bei einer teuren Katze die Diebstahlgefahr hinzu.

Als Shanti, eine Abessinierdame, bei mir einzog, war klar, dass sie eine reine Wohnungskatze sein wird. Nicht nur, dass sie sehr teuer war, sie ist auch unglaublich zierlich und ich hatte immer das Gefühl, dass die große, weite Welt da draußen viel zu gefährlich für sie ist. Dann aber beobachtete ich, wie Shanti stundenlang am Fenster saß und mit welchem Interesse sie die Welt da draußen wahrnahm. Ich wurde plötzlich wehmütig und kam mir richtig gemein vor meiner Mieze die wunderschöne Welt da draußen vorzuenthalten. Dass das totaler Quatsch war, ist mir heute klar. Einer Katze, die von klein auf an die Wohnungshaltung gewöhnt ist, genug Spiel- und Aktivitätsangebote hat, fehlt nichts. Was man nicht kennt, vermisst man auch nicht. Der Gedanke ließ mich aber trotzdem nicht los. Vor allem, da noch zwei Kater bei mir wohnen, die täglich ihren Freigang genießen. Da kam mir die Idee, es doch mal mit kontrollierten Leinenspaziergängen zu versuchen.

Die ersten Schritte - Katze an der Leine

Da ich schon einiges darüber gelesen hatte, wusste ich, dass ich mich nicht direkt mit der Katze auf einen ausgedehnten Leinenspaziergang machen kann. Es gibt im Vorhinein nicht nur vieles zu beachten, es wird auch einige Zeit ins Land gehen, bis man tatsächlich mit dem Stubentiger nach draußen kann.

Allem vorangestellt muss die Frage stehen, ob das Tier überhaupt den Drang hat raus zugehen. Für manche Katzen können die vielen neuen Eindrücke in der freien Natur zu viel sein. Beobachtet eure Katze also genau und seid ehrlich zu euch. Wenn das Spazierengehen mit dem Stubentiger nur eine Wunschvorstellung eurerseits ist, aber gar nicht zu eurem Tier paßt, lasst es besser sein.

Ich hatte da Glück: Gerade Abessinier sind sehr neugierig, offen und menschenbezogen. Am Ende war es genau die richtige Entscheidung mit meiner Katzendame Shanti Leinenspaziergänge zu machen.

Die richtige Vorbereitung für Leinenspaziergänge mit der Katze

Katze an der Leine

Brustgeschirr und Leine

Wer seine Katze an das Gehen an der Leine gewöhnen möchte, sollte sich viel Zeit für die Auswahl des Equipment nehmen. Die Auswahl eines geeigneten Geschirrs und einer Leine für die Katze ist nicht so einfach, wie für einen Hund. Unter Umständen probiert ihr mehrere Varianten aus, um herauszufinden, mit was eure Katze am besten zurechtkommt. Wichtig ist, dass das Geschirr nicht zu eng sitzt oder aus einem minderwertigen Material gefertigt ist, sodass es in die Haut des Tieres einschneiden könnte. Als Leine hat sich für mich ein Fleximodell bewährt, das für kleine Hunde angeboten wird.

 

Wie gewöhne ich meine Katze an Geschirr und Leine

Ihr beginnt damit, eurer Katze das Geschirr erst einmal ein paar Minuten umzuschnallen. Lässt sie das zu, gebt ihr zur Belohnung eine Leckerei. Dann nehmt ihr der Katze das Geschirr auch schon wieder ab. Das wiederholt ihr täglich, immer einige Minuten länger, bis das Geschirr für die Mieze irgendwann selbstverständlich ist. Lenkt eure Katze am besten mit einem Spiel ab, wenn sie das Geschirr abstreifen möchte. Irgendwann vergisst sie es und saust einfach dem Spielzeug hinterher.

Wenn den Stubentiger das Geschirr gar nicht mehr stört, könnt ihr die Leine einhängen und der Katze einfach ein wenig hinterherlaufen. Wie bei der Gewöhnung an das Geschirr lasst ihr die Leine jedes Mal ein wenig länger eingehängt.

Die Gewöhnung an Geschirr und Leine kann mehrere Wochen dauern. Zwingt eure Katze zu nichts. Kommt sie damit gar nicht zurecht, nehmt es ab und versucht es am nächsten Tag erneut. Es ist wichtig, ohne Druck zu arbeiten. Damit erreicht ihr bei Katzen gar nichts, außer dass sie Angst vor dem Geschirr, und im schlimmsten Fall vor euch, bekommen.

Achtung: Lasst den Stubentiger nie unbeaufsichtigt mit umgeschnallten Geschirr oder Leine. Wenn er irgendwo damit hängenbleibt und in Panik gerät, besteht Strangulierungsgefahr.

Ab nach draußen

Irgendwann ist dann der große Tag. Ihr wollt mit eurer Mieze das erste Mal nach draußen. Perfekt, wenn ihr einen eingezäunten Vorgarten oder abgeschotteten Hinterhof oder eben einen eigenen Garten habt. Habt ihr diesen Luxus nicht, sucht euch in eurer Nähe eine ruhige Wiese oder ein wenig frequentiertes Waldstück, ohne Hunde und großen Menschenandrang.

Wichtigstes Accessoire ist nun die Transportbox. Vorausgesetzt, eure Mieze ist an diese gewöhnt und fühlt sich hier sicher. Zum einen kann sie sich von einem ihr als sicher bekannten Ort aus die fremde Umgebung zunächst in Ruhe ansehen. Zum anderen soll die Box ihr draußen immer als Zufluchtsort dienen, zu dem sie sich zurückziehen kann, wenn ihr etwas nicht geheuer ist.

Zieht eurer Katze also das Geschirr an, packt sie in die Box und sucht die von euch geplante Stelle auf. Öffnet die Box und überlasst nun der Katze, ob und wann sie herauskommen und die Umgebung erkunden möchte. Zwingt sie auf keinen Fall dazu rauszukommen, wenn sie das nicht will. Wenn sie interessiert schaut, was um sie herum passiert, aber nicht rauskommt, gönnt ihr das einfach und startet lieber einen erneuten Versuch einige Tage später. Versucht sie dann doch einfach mit einem Spielzeug aus der Reserve zu locken. Sobald sie sich herausgetraut hat, befestigt ihr vorsichtig die Leine am Geschirr.

Wie die meisten Katzen, war auch meine Katzendame so neugierig, dass sie schon nach kurzer Zeit ihr kleines Köpfchen aus der Box streckte. Nach einigen Minuten hatte sie sich einige Zentimeter neben der Box auf die Wiese gelegt und verzückt die Bienen im Gras beobachtet.

Sorg dafür, dass die Katzenbox immer in greifbarer der Nähe ist, so dass eure Mieze sich dort nach Bedarf hin zurückziehen kann. Das ist sinnvoller, als wenn ihr das Tier versucht in Angstsituationen auf den Arm zu nehmen. Eine Katze, die richtig große Angst hat, lässt nicht einfach mehr so auf dem Arm halten und kann euch und sich selbst ganz schön wehtun.

Eine Katze ist kein Hund

Die wenigsten Katzen werden ihrem Menschen wie ein Hund folgen. Oder sich gar von einer Seite zur nächsten ziehen lassen. Wenn ihr euch dazu entscheidet, eurer Katze die Freiheit zu gönnen an der Leine nach draußen zu gehen, dann muss sie der Chef sein. Lasst die Leine lang und lasst sie entscheiden wo es langgeht. Und wenn sie einfach nur zehn Minuten Gras knabbern oder an einer Blume schnuppern möchte, dann ist das eben so.

Wann das mit den Leinenspaziergängen bei eurer Katze keine gute Idee ist

Katzen, die schon als Freigänger unterwegs sind, werden sich von dieser Art der Bewegungseinschränkung sicherlich nur schwer begeistern lassen.

Ängstliche Katzen, oder Tiere, die keine große Bindung zu ihrem Menschen haben, sich nur ungern von euch auf den Arm nehmen lassen oder die nicht vollständig geimpft sind, sollten nicht mit nach draußen genommen werden.

Bedenkt bitte, wenn eure Katze einmal die große Freiheit geschnuppert hat, wird sie das nicht mehr aufgeben wollen. Seid euch also sicher, dass ihr eurer Mieze die Ausflüge regelmäßig bieten könnt. Man kann sich ansonsten gut vorstellen, was sonst auf euch zukommt. Ewiges Kratzen an der Tür, unglückliches Dauermiaue bis hin zu Unsauberkeit.

Denkt daran, dass ihr eure Katze nach jedem Ausflug nach Zecken absucht. In den wärmeren Monaten sind Zecken- und Flohschutz sinnvoll.

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