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Jagdtrieb beim Hund: Anti-Jagdtraining & Co.

Hund spielt mit dem Stock

Wenn der Jagdtrieb beim Hund ausgebrochen ist, gibt es kein Halten mehr. Den eigenen Hund vom Jagen abzuhalten ist mit Sicherheit das schwierigste Kapitel in der Hundeerziehung. Das Jagdverhalten ist für Hunde die natürlichste Sache der Welt und ihnen sozusagen in die Wiege gelegt. Ist dieser Instinkt aber erst einmal erwacht, versetzt er deinen Hund in eine Art Rausch.

Er ruft bei ihm Glücksgefühle hervor, die dein Vierbeiner natürlich immer wieder erleben möchte. Je nach Rasse kann bei deinem vierbeinigen Freund die Jagdlust mehr oder weniger stark ausgeprägt sein. Daher kannst du als verantwortungsbewusster Besitzer den genetisch angelegten Trieb durch konsequente Erziehung und permanentes Training nur lenken, aber nicht vollständig unterbinden.

Jagdtrieb beim Hund - wehe wenn er losgelassen …

Vielleicht hast du es bereits selbst erlebt: Eben ging dein Hund auf dem Waldweg noch friedlich bei Fuß. Plötzlich verharrt er, nimmt kurz Witterung auf, stürmt davon und verschwindet im Unterholz. Hat ihn das Jagdfieber erst einmal gepackt, ist alles Rufen und Pfeifen vergebens.

Entsetzt bleibst du hilflos zurück mit deinen Sorgen und der Befürchtung, dass dein sonst so friedlicher Freund ein Rehkitz hetzt oder ein Kaninchen reißt. Dazu kommt noch die Angst, dass er auf seiner Jagd an der nächsten befahrenen Straße nicht haltmacht und einen Unfall verursacht, beim dem dein Hund, das gehetzte Reh oder sogar Autofahrer verletzt werden.

Gelegenheit macht Jäger

Jede Hatz ist eine Hatz zu viel. Selbst wenn das „Hinterher-Rennen“ harmlos aussieht, da dein Freund auf vier Pfoten oft nach kurzer Zeit ohne rechten Jagderfolg zu dir zurückkehrt. Was für deinen Hund ein großer Spaß ist, bedeutet jedoch für ein Rehkitz echte Lebensgefahr, wenn es aufgescheucht, von der Mutter getrennt und zu Tode gehetzt wird.

Hundehaltung hat auch mit Verantwortung zu tun. Diese gilt nicht nur dem eigenen Hund, sondern auch allen Menschen und Wildtieren gegenüber. Je häufiger dein Hund „auf Abwege“ gerät, umso schwerer wird es dir als Besitzer gelingen, dieses Verhalten wieder in den Griff zu bekommen.

Wehret den Anfängen: Anti-Jagd-Training

Setze dir am besten das Ziel, den Jagdtrieb deines Hundes kontrollieren zu können. Es gibt bereits viele Bücher zu diesem Thema. Sie enthalten Tipps und Übungen, die du in deinen Alltag mit Hund und bei Spaziergängen leicht integrieren kannst. Wenn du dich und deinen Vierbeiner individuell und gezielt unterstützen lassen möchtest, findest du in Hundeschulen ausgebildete Hundetrainer oder Jagdhundeführer als Ansprechpartner für ein Anti-Jagd-Training.

Da bei jedem Hund das Jagdverhalten unterschiedlich stark ausgeprägt ist, lohnt es sich unter Umständen, in einen Privatunterricht oder in Einzelstunden zu investieren. So hat dein Trainer die Möglichkeit, mit dir und deinem Hund an brisanten Stellen im Wald und in deinem Umfeld das Abrufen zu üben. Mithilfe der Übungen lernst du, in Gefahrensituationen jederzeit eingreifen zu können und deinen Hund aus seiner Jagdstimmung herauszuholen.

Vorbeugen statt Nachsehen - das A und O im Hundealltag

Trainiere die Kommandos und Abruf-Übungen mit deinem Hund regelmäßig – auch ohne konkreten Anlass oder drohende Gefahr. Nur so könnt Ihr beide ein eingespieltes Team werden. Mithilfe dieser Kontaktspiele wird es dir gelingen, eine so enge Bindung zu deinem Hund aufzubauen, dass er auch in brenzligen Situationen auf dich hört.

Wer seinen Hund gut kennt und ihn „lesen“ kann, ist ihm immer eine Nasenlänge voraus. So kannst du ihn rechtzeitig abrufen, wenn Du erste Anzeichen von beginnendem Jagdverhalten wie Innehalten und Wittern mit hoher Nase bei ihm erkennst. Frei nach dem Motto „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“! Nicht nur die Eichhörnchen, Enten und Wildtiere, sondern auch Jogger und Radfahrer im Wald werden es dir danken.