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Ist eine Gebäudeversicherung Pflicht oder nicht?

Haus unter Gewitter

Sie ist die wichtigste Absicherung für Hausbesitzer: Eine Gebäudeversicherung sichert die Risiken Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel ab. Aber ist es auch Pflicht für Hausbesitzer, eine Gebäudeversicherung abzuschließen?

Für Sie haben wir alle wichtigen Infos zusammengestellt, haben Spar-Tipps und erklären, warum es wichtig ist, eine Gebäudeversicherung zu haben.

Keine Pflicht zur Gebäudeversicherung in Deutschland

Direkt vorweg: In Deutschland gibt es keine Pflicht, eine Gebäudeversicherung für sein Haus abzuschließen. Viele Eigentümer sehen darin die Chance Geld zu sparen. Jedem Hausbesitzer bleibt es selbst überlassen, ob er sich gegen Risiken wie Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel absichern möchte.

Doch ratsam ist das nicht. Schließlich müssen die finanziellen Folgen dann aus eigener Tasche bezahlt werden, wenn etwa ein Sturm das Dach abdeckt oder ein Feuer große Schäden verursacht.

Banken machen Gebäudeversicherung zur Pflicht

Anders sieht es hingegen aus, wenn das Eigenheim finanziert werden soll. Wer also eine Immobilie kaufen oder bauen und in Raten abbezahlen möchte, muss eine Wohngebäudeversicherung abschließen. Banken verlangen dies als Sicherheit, schließlich ist das Haus mit einer sogenannten Grundschuld belastet. Das heißt, dass die Bank das Haus versteigern darf, wenn der Kredit nicht mehr abbezahlt werden kann, um die Kosten ganz oder teilweise zu tilgen.

So ist es natürlich im Interesse der Bank, den Wert des Hauses zu erhalten. Und nur durch eine ausreichende Versicherung ist auch im Schadenfall gewährleistet, dass das Haus in gleicher Art und Güte wiederhergestellt werden kann.

Feuerrohbauversicherung: Pflicht für Finanzierung

Schon beim Bau des Hauses achten die Geldgeber darauf, dass der Bau abgesichert ist. So müssen Bauherren eine Feuerrohbauversicherung abschließen, um eine Finanzierung zu bekommen. Diese ist in der Gebäudeversicherung häufig beitragsfrei für die Bauzeit enthalten. Ist das Haus bezugsfertig, melden Sie das einfach Ihrer Versicherung und dann startet die Gebäudeversicherung automatisch. Und der Hausbesitzer zahlt auch dann erst den fälligen Beitrag.

Bis 1994 Pflicht: Feuerversicherung

Tatsächlich war es so, dass die Pflicht, das Gebäude vor dem Risiko Feuer zu versichern, den Grundstein für die heutige Gebäudeversicherung gelegt hat. Brände waren seit dem 15. Jahrhundert an der Tagesordnung. Damals war Holz ein häufig verwendetes Baumaterial und Licht und Wärme konnten nur durch offenes Feuer erzeugt werden.

Den ersten Vorläufer einer Feuerversicherung gab es daher schon um 1591. Damals schlossen sich Hamburger Bierbrauer zu einer Gilde zusammen und beschlossen damit, sich gegenseitig nach einer Feuerkatastrophe zu helfen, wenn das Opfer bedürftig war. Dadurch wurde das Risiko des Einzelnen geringer und die finanzielle Belastung für alle gemeinsam erträglich.

So ähnlich funktionieren bis heute Versicherungen. Daraus entstand dann 1676 die erste Feuerversicherung der Welt, die es bis heute gibt: die Hamburger Feuerkasse. In der Folge wurde die Feuerversicherung sogar ab Mitte des 19. Jahrhunderts zur Pflichtversicherung. Das Ende der Versicherungspflicht kam erst 1994.

Gebäudeversicherung ist wichtig: Risiken nicht unterschätzen

Wollen Sie die Gebäudeversicherung kündigen, weil sie keine Pflicht ist, sollten Sie sich das gut überlegen. Viele unterschätzen die Risiken, die das mit sich bringt. Immer wieder warnen Verbraucherschützer davor, einfach die Versicherung zu kündigen. Schließlich ist sie ein unverzichtbarer Schutz vor Gefahren wie Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) veröffentlicht regelmäßig Schadenstatistiken. Und die zeigen, dass die Schadenzahlen steigen. Insgesamt leisteten die Gebäudeversicherer im Jahr 2015 mehr als 4,7 Millionen Euro. Das sind 9,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Elementarversicherung bald Pflicht?

Immer wichtiger wird auch der Schutz vor Elementarschäden. Das Risiko können Sie über die Gebäudeversicherung abdecken. In den vergangenen Jahren traten vermehrt Schäden durch Hochwasser, Rückstau und Überschwemmung auf (wie im Juni der Starkregen von Berlin). Daher ist auch eine Elementarversicherung anzuraten. Zuletzt haben die Ministerpräsidenten der Länder auf einer Innenministerkonferenz beschlossen, dass es für Hausbesitzer, die sich nicht um eine Elementarversicherung bemüht haben, auch keine staatlichen Hilfen mehr bei einem Schaden durch Hochwasser geben soll.

Die Verbraucherzentrale Sachsen möchte sogar durchsetzen, dass eine Elementar-Police zur Pflichtversicherung wird. Das Risiko sei damit auf viele Schultern verteilt, was den Versicherungsschutz für alle erschwinglich macht, so argumentieren die Verbraucherschützer. Laut einer Umfrage der Zentrale würden auch zwei Drittel der Deutschen die Versicherungspflicht für den wichtigen Elementarschutz begrüßen.

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hingegen spricht sich weiterhin gegen eine Pflicht aus: Die Versicherung ist weitgehend bezahlbar und durch die Pflicht steigt das Risiko, dass staatlicher und individueller Hochwasserschutz auf der Strecke bleiben würde.

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