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Hundetagesstätten: Fluch oder Segen für Berufstätige?

Hunde in der Tagesstätte

Wie lassen sich Vollzeitjob und Hund vereinbaren? Hundetagesstätten - kurz Huta - versprechen die Lösung. Doch das Thema spaltet die Hundefreunde. Was die einen als ideale Unterbringung ihres Vierbeiners sehen, verteufeln andere als Verantwortungslosigkeit. Ob die Huta etwas für Sie ist und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie hier.

Hundetagesstätte: Schlecht für die Beziehung zum Hund?

Für viele Hundebesitzer klingt die Huta nach der perfekten Lösung für ihr tägliches Dilemma. Doch längst nicht jeder Hundefreund befürwortet Hundetagesstätten. Einwände äußern auch ausgewiesene Hundekenner. Kritische Stimmen wie Hundetrainer Martin Rütter bemängeln vor allem einen Bindungsverlust zwischen Halter und Hund. Die Kritik leuchtet ein: Wer sehr wenig Zeit mit seinem Hund verbringt, kann nur schwer eine Beziehung zu ihm aufbauen. Zwar braucht Ihr Vierbeiner Kontakt zu Artgenossen, aber längst nicht jeder Hund fühlt sich dauerhaft in einer größeren Gruppe wohl.

Ob eine Huta die passende Lösung ist, lässt sich also nicht pauschal beantworten, sondern hängt von mehreren Faktoren ab. Trotz aller Verpflichtungen, die der Alltag mit sich bringt, sollten Sie immer im Blick haben, was Ihrem Hund gut tut. Sie kennen ihn schließlich am besten.

Daran erkennen Sie eine gute Hundetagesstätte

Ihre Entscheidung für eine Hundetagesstätte ist längst gefallen? Wir haben die wichtigsten Tipps gesammelt, mit denen Sie die ideale Huta für Ihren Vierbeiner finden.

  • Das Huta-Gelände bietet seinen vierbeinigen Gästen ausreichend Freiraum zum Toben und Schlafen – drinnen und draußen.
  • Die Räumlichkeiten der Huta sind in einem gepflegten Zustand.
  • Das betreute Rudel bzw. jede Gruppe hat eine überschaubare Größe und ausreichend Betreuungspersonal.
  • Das Team der Huta kann jahrelange Erfahrung mit Hunden nachweisen und bildet sich regelmäßig weiter.
  • Die Mitarbeiter möchten viel über Ihren Hund, seine „Geschichte“ und seine Eigenarten erfahren.
  • Sie bekommen umfassende Einblicke in das tägliche Programm und den Umgang mit den Hunden.
  • Nach dem Probetag erhalten Sie ein ausführliches Feedback, wie es Ihrer Fellnase ergangen ist.

Die Idee hinter den Hundetagesstätten

Sie kennen das Problem aus eigener Erfahrung: Wenn der Hund nicht mitgehen darf und sich keiner findet, der aufpasst, muss die Fellnase notgedrungen alleine bleiben. Für zwei, drei Stunden ist das auch in Ordnung, aber ganze Arbeitstage muten selbst dem ruhigsten Hund zu viel zu. Viele Hundefreunde verzichten auf einen eigenen Hund, um ihm täglich langes Alleinsein zu ersparen.

Seit einigen Jahren entwickelt sich ein Angebot, das berufstätigen Hundefreunden ermöglichen soll, Hund und Job unter einen Hut zu bringen. Die Hundetagesstätte möchte dem Gewissenskonflikt vieler Hundebesitzer ein Ende setzen, denn der vierbeinige Gefährte muss morgens nicht mehr allein zurückbleiben. Während Sie Ihren beruflichen Verpflichtungen nachgehen, durchläuft auch Ihr Hund sein Tagesprogramm – bis zu fünf Tage die Woche.

Das Prinzip ähnelt einer Kindertagesstätte, denn während Ihrer Abwesenheit wird Ihre Fellnase gemeinsam mit anderen Hunden rundum betreut und versorgt. In der Regel geben Sie Ihren Vierbeiner morgens in der Hundetagesstätte ab und sammeln ihn nach getaner Arbeit wieder ein. Einige Einrichtungen bieten gegen Aufpreis einen Abhol- und Bringservice an. Diese Möglichkeit hat echte Vorteile, wenn Huta und Arbeitsstelle so gar nicht auf einem Weg liegen.

Eine Rundum-Betreuung für die Arbeitswoche

Betreuung von Hunden

Die Zeiten der Hundebetreuung sind einem durchschnittlichen Arbeitstag angepasst. Sie können Ihren Vierbeiner also in der Regel frühestens gegen 7 Uhr abliefern und spätestens gegen 18 Uhr abholen. Ausnahmeregelungen sind nicht ausgeschlossen – wenn sie frühzeitig abgesprochen und entsprechend bezahlt werden.

Einige Anbieter unterscheiden zwischen der Halb- und Ganztagsbetreuung, die jeweils unterschiedlich abgerechnet wird. Auch die Anzahl der Tage, an denen Ihr Hund die Huta besucht, kann von Ihnen bestimmt werden. Gibt es Tage, an denen Sie schon früh nach Hause kommen, oder die anderweitig überbrückt werden, können Sie das in Ihrer Planung berücksichtigen. Oft gibt es jedoch eine Mindestanzahl an Tagen in der Woche, die verpflichtend gebucht werden muss.

Sie sollten außerdem nicht nur auf die Betreuungs- sondern auch genau auf die Abholzeiten achten: In manchen Hutas gibt es in der Mittagszeit eine Art Ruhephase, in denen die Hunde grundsätzlich nicht abgeholt werden können. Sollte dieser Zeitraum mit Ihrem Feierabend zusammenfallen, wäre das ungünstig.

Bedenken Sie, dass Sie sich nicht das komplette Jahr auf Ihre Huta verlassen können. Auch Hundebetreuer brauchen Urlaub, den sie meist nur in Form von Betriebsferien umsetzen können. In diesem Zeitraum bleibt die Einrichtung geschlossen und Sie müssen sich nach einer alternativen Betreuung umsehen.

Welche Voraussetzungen Ihr Hund erfüllen muss

Die Antwort auf die Frage, ob Ihr Vierbeiner Huta-tauglich ist, hängt insbesondere vom Wesen und der Verfassung Ihres Hundes ab. Ob groß oder klein: Grundsätzlich ist jede Hunderasse willkommen. Letztendlich entscheidet die Leitung der Huta über die Aufnahme Ihres Hundes. Dafür müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Neben einem soliden Grundgehorsam muss Ihre Fellnase mit anderen Artgenossen verträglich sein. Im Rudel würden während der Betreuung sonst dauerhaft Probleme entstehen.

Selbstverständlich ist, dass Ihr Vierbeiner

  • über einen Zecken- und Flohschutz verfügt
  • entwurmt ist
  • vollständig geimpft ist
  • haftpflichtversichert ist

Um sich vor unvorhergesehenen Kosten zu schützen, sichern sich die Betreiber einer Huta immer mit einem Versicherungsschutz des Halters ab. Aus diesem Grund müssen Sie für die Aufnahme Ihrer Fellnase eine Hundehaftplicht nachweisen. Diese bietet Ihnen - auch außerhalb der Huta - die notwendige Absicherung, wenn Ihr Hund Sachschäden verursacht oder Personen verletzt.

Neben kranken Hunden gibt es noch eine Reihe weiterer „Sonderfälle“, die nicht von jeder Huta ohne weiteres aufgenommen werden. Um ungewolltem Nachwuchs vorzubeugen, müssen geschlechtsreife Rüden meist kastriert sein. Hündinnen dürfen oft entsprechend nicht läufig sein. Auch trächtige Hündinnen werden in vielen Hutas nicht aufgenommen.

Einige Anbieter stellen zudem den Service einer Einzelbetreuung zur Verfügung - beispielsweise für sozial unverträgliche oder kranke Hunde. Diese exklusive Leistung wird entsprechend teurer berechnet.

Was die Hundetagesstätte leistet und welche Kosten auf Sie zukommen

Für eine 5-Tages-Betreuung müssen Sie im Schnitt mit mindestens 250 Euro pro Monat rechnen. Was Ihrem Hund dafür geboten wird, kann sehr unterschiedlich sein. Die Mehrheit der Hutas bietet eine Mischung aus freien Spiel- und Schlafzeiten, Spaziergängen und anderweitiger Beschäftigung. In der Regel befindet sich Ihr Hund den ganzen Tag über im Verbund des Rudels. Je nach personellen Möglichkeiten kann man in manchen Hutas noch individuelle Extras hinzubuchen. Darunter fallen sowohl speziell auf die Vorlieben Ihres Hundes ausgerichtete Beschäftigungen, z. B. Apportieren, als auch Einzeltraining für Erziehung und Gehorsam. Gegen Aufpreis werden auch Tierarztbesuche vom Betreuungsteam übernommen.

Wie viele Fellnasen in einer Huta aufgenommen werden, kann zum Teil sehr abweichen. Von 10 bis zu 50 Hunden ist alles möglich. Die Gruppengröße ist davon abhängig, wie viel Platz und Personal zur Verfügung stehen. Bei einem größeren Rudel sind genügend räumliche Trennungsmöglichkeiten wichtig.

Die Kosten für die Betreuung in einer Hundetagesstätte fallen sehr unterschiedlich aus. Das ist zum einen regional bedingt, hängt aber zum anderen auch mit dem individuellen Umfang des Hundesittings, also dem täglichen Programm zusammen. Geht man von einer ganztägigen 5-Tages-Betreuung aus, bewegt sich die Untergrenze bei etwa 200 Euro, die Sie monatlich investieren müssen. Je nach Huta können sich die Kosten aber auch durchaus auf mehr als das Doppelte belaufen.

Nehmen Sie Kontakt auf und schauen Sie sich die Huta an

Wenn Sie auf eine ansprechende Huta gestoßen sind, sollten Sie sich ein Bild von den Gegebenheiten und dem Team der Einrichtung machen. Kennenlern-Termine handhabt jede Huta auf ihre Weise. Manche Anbieter laden zunächst nur Herrchen oder Frauchen ein, andere Hutas möchten auch direkt den tierischen Gast kennenlernen, um den es geht.

Sollte anschließend beiden Seiten an einer Aufnahme gelegen sein, folgt ein Probetag. Hier zeigt sich nicht nur die Verträglichkeit mit dem bestehenden Rudel, sondern auch, ob sich Ihr Hund gut mit der Situation arrangiert und seinen Platz in der Gruppe findet.

Probieren geht über studieren: Wenn Sie erste Erfahrungen mit einer Hundetagesstätte gesammelt haben, können Sie Bilanz ziehen. Läuft es gut, oder bemerken Sie negative Veränderungen? Keine Lösung ist für die Ewigkeit und es finden sich immer Alternativen. Wir sind sicher, dass Sie die richtige Entscheidung treffen!