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Hundehaftpflicht: Kuriose Schäden sind oft teure Schäden

Kleiner Hund verwüstet das Badezimmer

Bei rund acht Millionen Hunden in Deutschland könnten wir annehmen, dass die Versicherer im Bereich der Hundehaftpflicht alle Hände voll zu tun haben um Schäden zu bezahlen, die durch Hunde verursacht werden.

Dem ist aber nicht so: Zuletzt verzeichneten die Versicherer im Bereich der Hundehaftpflicht rund 100.000 Schäden mit einer Gesamtschadenhöhe von 80 Millionen Euro. Das ist in etwa ein durchschnittlicher Schaden von 800 Euro. Also alles halb so wild. So viel Unheil richten unsere geliebten Vierbeiner also nicht an. Was aber dabei heraussticht: Gerade die Schäden, die eher selten auftreten, treiben die Schadenshöhe nach oben. Lesen Sie mal, welche Schäden durch Hunde so richtig teuer sind.

Können Hunde Brände auslösen?

Vermutlich nicht, werden Sie sicherlich denken. Was sollen Hunde schon anstellen? Bügeleisen anlassen? Heimlich rauchen oder mit Streichhölzern spielen? Natürlich nicht – aber es gibt Gefahrenquellen im Haushalt, die wir selber schaffen und der Hund letztendlich nur noch der Auslöser zum Schaden ist. Dazu gehören Kabel von Elektrogeräten, die nicht sorgsam verlegt sind und durch das lose Herumliegen den Hund zum Anknabbern animieren. Dieser Defekt, der daraus entsteht, kann wiederum zu einem Kabelrand oder einem Kurzschluss führen. Ebenso sind unbeaufsichtigte Kerzen eine beträchtliche Gefahrenquelle: Diese braucht der Hund nur umzustoßen und das Malheur nimmt seinen Lauf. Achten Sie mal in Ihren vier Wänden darauf, welche Risiken hier verborgen sind.

Haben Hunde eine Abneigung gegen Elektronikgeräte?

Nun, aus objektiver Sicht gibt es keinen Grund, warum Hunde etwas gegen Elektrogeräte oder Unterhaltungselektronik haben sollten. Es ist aber dennoch so, dass viele Smartphone, Tablets oder Kabel von vernetzten Heimgeräten den Zähnen des Hundes zum Opfer fallen. Vor allem wenn durch das Ziehen am Kabel auf einmal der teure Fernseher von Regal fällt. In Ihrer eigenen Wohnung kommt in diesem Fall niemand für Ihren Schaden auf. Sollte sich ein solches Szenario allerdings ereignen, wenn Sie irgendwo zu Gast sind, dann greift Ihre Hundehaftpflicht.

Wie können Hunde einen Wasserschaden auslösen?

Da solle noch einer sagen, dass nichts unmöglich ist: Ein Hundehalter hat seinen Hund während seiner zweistündigen Abwesenheit in das Badezimmer gesperrt. Offensichtlich war dem Hund in der gekachelten Einzelhaft langweilig. Anders lässt es sich nicht erklären, dass der Vierbeiner das Waschbecken mit Klopapier verstopft und den Wasserhahn geöffnet hat. In diesem Fall ging das sogar noch glimpflich für den Mieter aus. Die Gebäudeversicherung des Hauseigentümers musste den Wasserschaden erst einmal zahlen. Den Ersatzanspruch lehnte das damals zuständige Landgericht ab, da dieser Schaden absolut unvorhersehbar und auch nicht kalkulierbar war. Allerdings hat sich diese Situation schon vor mehr als zehn Jahren zugetragen. Ob die Gerichte hier mittlerweile anders urteilen? Können wir nicht sagen, aber nur empfehlen, Ihren Liebling mit einer Hundehaftpflicht abzusichern. Insbesondere Mietsachschäden sollten im Fokus stehen – sofern Sie Mieter eines Hauses oder einer Wohnung sind.

Wenn der Hund zum Gourmet wird

Ein wahrer Festschmaus wäre um ein Haar zum einem teuren Fall für die Hundehaftpflicht geworden. Da hat doch eine Schäferhündin aus dem Gartenteich des Nachbarn zielsicher aus rund 40 Koi-Karpfen die drei dicksten Exemplare herausgefischt und als Sushi genossen. Diese drei Karpfen hätten es nach der Schadenmeldung des Eigentümers auf 4.000 Euro bis 8.000 Euro gebracht. Dumm nur, dass der geschädigte Karpfen-Eigentümer keine Beweisbildern von den herumliegenden Resten angefertigt und diese stattdessen beigesetzt hat. Merkwürdigerweise konnte eine Exhumierung auch nicht viel beweisen, da irgendein anders Tier die Kadaver angeblich bereits verwertet hat.

Fragt sich nur, warum das nicht schon geschehen ist, als die Reste der Fische noch fünf Tage am Rande des Gartenteiches gelegen hatten. Wie auch immer, die Hundehaftpflicht der Schäferhündin, die der illegalen Fischerei bezichtigt wurde, weigerte sich, Schadensersatz zu leisten. Dem hat sich auch das Landgericht Coburg angeschlossen. Wäre der Fall nachweisbar gewesen, hätte der Schäden deutlich im fünfstelligen Bereich gelegen.

Bahnverkehr durch Hunde lahmgelegt

Interessant ist auch der Fall des katalanisches Hirtenhundes, der es geschafft hatte, den Berliner Zugverkehr zu stören. Der Hund war seiner Halterin entwischt und wurde von Bahnpersonal auf den Gleisen zwischen den Bahnhöfen Zoologischer Garten und Friedrichstraße gesichtet. Die Bundespolizei ordnete die komplette Sperrung der Bahnstrecke an. Dadurch kam es zu erheblichen Störungen im morgendlichen Bahnverkehr. Die Polizei konnte den Hund nicht einfangen, dieser kehrte selber wohlbehalten zu seinem Frauchen zurück. Ob die Bahn hier Schadensersatzforderungen gestellt hat, ist nicht bekannt. Faktisch handelt es sich dabei um einen Vermögensschaden, für den das Frauchen durchaus tief in die eigene Tasche greifen muss. Für solche Fälle ist die Hundehaftpflichtversicherung ebenfalls unverzichtbar.

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