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Haften Hundehalter eigentlich für den ungewollten Deckakt?

Welpen im Korb

Wenn Hunde ihre Triebe ausleben, dann gibt es in vielen Fällen kein Halten mehr. Darin unterscheiden sich die animalischen Instinkte kaum von den menschlichen Instinkten. Was beim Menschen beim One-Night-Stand jahrelange Unterhaltszahlungen nach sich zieht, sorgt bei Hunden ebenfalls für Schadensersatzansprüche. Muss bei der unfreiwillig gedeckten Hündin eine Abtreibung vorgenommen oder ein Wurf Welpen versorgt werden, so haftet dafür der Halter des Rüden, der seine Instinkte nicht im Griff hat. Dann können bedingt durch Tierarztkosten oder Versorgung der Welpen schöne Summen zusammen kommen. Der ungewollte Deckakt ist ein Bestandteil im Rahmen der Absicherung durch die Hundehaftpflicht.

Der ungewollte Deckakt – Haftung für den Rüden?

Naturgemäß trägt der ungewollte Deckakt dazu bei, dass für den Halter der betreffenden Hündin hohe Kosten anfallen können. In diesem Fall ist der Halter des Rüden dafür verantwortlich, diese zu zahlen. Im Rahmen der Hundehaftpflicht werden diese Kosten mittlerweile abgedeckt. Leisten muss die Hundehaftpflicht aber nur, wenn die Schuld für den Deckakt beim Hundehalter des Rüden liegt. Begünstigt der Halter der Hündin den Vorgang, so muss der Halter des Rüden – beziehungsweise seine Hundehaftpflicht – nicht zahlen. Das geht aus einem schon älteren Urteil des Oberlandesgerichtes Hamm aus dem Jahr 1993 hervor.

Beim Deckakt durch überwiegendes Eigenverschulden besteht kein Anspruch auf Schadensersatz

Grundsätzlich gilt: Wird eine Rassehündin ungewollt gedeckt, so steht dem Halter ein Schadensersatzanspruch zu. Das ist aber nicht der Fall, wenn ein überwiegendes Eigenverschulden des Halters vorliegt. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn durch den Hundehalter keine Schutzmaßnahmen getroffen werden, um seine läufige Hündin vor einem mannstollen Rüden zu schützen. Im März 1991 kam es zu einem ungewollten Deckakt durch einen Boxerrüden an einer Rassehündin. Diese befand sich allein im Garten, während Herrchen etwa eine Dreiviertelstunde außer Haus war. Der Boxerrüde beschädigte den Zaun des Gartens und bestieg die Hündin. Die Richter gingen hier von einem Eigenverschulden des Halters der Hündin aus.

Gefahr beim ungewollten Deckakt geht von der Hündin aus

Die Richter am Oberlandesgericht Hamm sahen den Halter der Hündin in der Verantwortung. Grundsätzlich sendet eine Hündin bei ihrer Läufigkeit einen Duftstoff aus, dem Rüden kaum widerstehen können. Das musste dem Halter der Rassehündin auch bekannt gewesen sein. Zudem war bekannt, dass der Boxerrüde schon seit Tagen versucht hatte, sich der Hündin zu nähern, wenn auch ohne Erfolg. Bereits in den Tagen zuvor hatte er versucht, den Zaun zu beschädigen und auf das Grundstück zu gelangen. Unter diesen Umständen hätte der Halter der Hündin diese nicht allein im Garten zurücklassen dürfen mit dem Wissen, dass der Rüde auf seine Chance lauert.

Keine Haftung für den Halter des Rüden

Die Richter am Oberlandesgericht Hamm sahen jedenfalls den Halter des Rüden nicht in der Verantwortung, somit haftet er auch nicht für die Folgekosten des ungewollten Deckaktes. Die Hundehaftpflicht muss also nicht zahlen. Zu beklagen wäre allenfalls gewesen, dass sich der Hund unangeleint fortbewegt hat, dass sei wiederum in vor allem ländlichen Gegenden nicht wirklich beklagenswert. Das Risiko kannte der Halter der Hündin, er hätte sie besser beaufsichtigen müssen.

Der ungewollte Deckakt in der Hundehaftpflicht

Die Hundehaftpflicht ist in mehreren Bundesländern bereits eine Pflichtversicherung. Somit sind Schäden, die Schadensersatzansprüche gegen den Hundehalter auslösen entsprechend versichert. Der ungewollte Deckakt ist ein Bestandteil des Versicherungsschutzes. Kommt es durch den Deckakt zu Folgekosten, etwa einer Abtreibung der Versorgung des Wurfes, zahlt dafür die Hundehaftpflicht. Das ist aber nur der Fall, wenn der Hundehalter der Hündin alles unternommen hat, um einen solchen Deckakt zu vermeiden. Wie bereits beschrieben, geht durch das Aussenden von Duftstoffen die Gefahr von der Hündin selber aus.

In einem solchen Streitfall übernimmt die Hundehaftpflicht die Wahrnehmung der rechtlichen Interessen des beklagten Hundehalters. Sind die Schadensersatzansprüche gerechtfertigt, zahlt die Hundehaftpflicht.

Ist dem Hundehalter des Rüden keine Haftung vorzuwerfen, so wehrt die Hundehaftpflicht diese Schadenersatzforderungen auch notfalls gerichtlich auf eigene Kosten ab. Anders als bei uns Menschen ist der Rüde also nicht immer in der Verantwortung und sein Herrchen frei von Schadenersatzansprüchen.

Kommentare

Am 23.04.2019 schrieb Tanja Mühlbauer

Wie sollte man eine Hündin beaufsichtigen? Dass man sie nicht im Garten belässt wärend man einkaufen oder so ähnlich fährt ist ja wohl jedem klar, aber kann man sie 24 Stunden rund um die Uhr jede Minute jede Sekunde im eigenen umzäunten Grundstück Hof und Garten komplett beaufsichtigen?????? Was ist wenn man einen wichtigen anruf erwartet oder man ist nur durch eine Wand getrennt und es trotzdem passiert?????? Wie sollte man es denn nun richtig machen…. Habe selber gerade so einen Fall, Fremder Rüde hat Gartenzaun und Scheunenbretter zerstört, Versicherung zahlt bis jetzt nicht…. zuerst hieß es dass ich beobachtet wurde wie der Rüde zugange war, danach kam die aussage wenn es keiner gesehen wie kann ich dann behaupten es wäre der Rüde gewesen,( was man allerdings an einer der beiden Töchter nicht verleugnen kann) jetzt wird DNA Test gemacht und laut aussage der Allianz wird wieder nicht bezahlt weil sie erhebliche bedenken haben…. also bleibt mir nichts anderes übrig als den gang über dass Gericht….. wenn es schon in der Klausel mit drinnen steht und sie nichts zahlen wollen dann sollen sie die Klausel komplett raus nehmen, und nicht so ein Kasperltheater veranstalten…… Bin mittlerweile richtig wütend, mal schaun was überhaupt raus kommt…. Lg Tanja

antworten
Am 30.11.-0001 schrieb Manfred Weiblen

Hallo Tanja,

es ist natürlich ärgerlich, wenn sich die gegnerische Hundehaftpflichtversicherung dermaßen dreht und wendet. Letzendlich liegt aber nun ein eindeutiges Ergebnis vor, dass kein Rumgehampel mehr zulässt. Kommt es zu einem Gerichtstermin und der Richter entscheidet zu Ihren Gunsten, muss die gegnerische Versicherung auch noch Ihre Rechtsberatungskosten übernehmen. Mal sehen, ob sich der Versicherer tatsächlich darauf einlässt.

Bitte denken Sie aber daran, dass das nur unsere Einschätzung ist und nicht den anwaltlichen Rat ersetzt. Wir dürfen schließlich keine Rechtsberatung anbieten.

Wir sind gespannt, wie es weiter geht.

Ihnen schon einmal ein schönes Wochenende.

Manfred vom Team vergleichen-und-sparen.de

Am 24.04.2019 schrieb Jörg Brzemek

Hallo Tanja,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, ist ein fremder Rüde durch den Zaun gebrochen und hat Ihre Hündin unerlaubt gedeckt. Natürlich kann und muss niemand seinen Hund ständig im Blick haben. Sicherlich müssen Sie dafür Sorge tragen, dass Ihr Hund, wenn er gerade einmal nicht beaufsichtigt werden kann, sicher und ausbruchsfrei untergebracht ist. Sollte trotzdem etwas passieren, springt dann ja die Hundehaftpflichtversicherung dafür ein. Aber das muss man ja nicht leichtsinnig riskieren.
Der Besitzer des fremden Hundes ist hundehaftpflichtversichert, wenn ich das richtig aus Ihren Ausführungen gelesen habe? Dennoch weigert sich die gegnerische Versicherung, zu zahlen, obwohl Sie bezeugen können, dass der fremde Rüde Ihre Hündin gedeckt hat?
Hier hilft tatsächlich als letzte Lösung nur ein DNA-Test weiter. So können Sie ganz sicher belegen, ob es der besagte fremde Hund war, der Ihre Hündin gedeckt hat. Ist der Fall dann eindeutig, wird die gegnerische Versicherung gar nicht darum herumkommen, Ihnen Schadenersatz zu zahlen.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen. Sollten Sie weitere Fragen haben, beantworte ich auch diese sehr gerne.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Hündin für die Zukunft alles Gute!

Jörg vom Team von vergleichen-und-sparen.de

Am 09.05.2019 schrieb Tanja Mühlbauer

Hallo und Danke für ihre Antwort, mittlerweile wurde DNA Test durchgeführt…Dass Ergebnis war ein eindeutiges JA….der besagte Rüde ist der Vater der beiden Welpen, unser Garten und Grundstück wurde extra ausbruch sicher gemacht schon wegen dem Schutz dass sie mir nicht in ein Auto rein laufen, nicht wegen dem Schaden am Auto….. Mittlerweile ist sogar mein Anwalt ziemlich sauer auf die Versicherung, da er schon 2 mal bis jetzt von der Versicherung angelogen wurde, im moment ist ein weiteres Schreiben raus mit ner Klage Androhung. Auch wenn es ungewollte Welpen waren, habe ich sie auch nicht irgend jemanden überlassen sonder jemanden da wo ich weiß dass es ihnen gut geht und ich sie trotzdem mehrmals sehe….

Am 11.05.2019 schrieb Tanja Mühlbauer

Hallo, ich werde euch auf jedenfall auf den laufenden halten. Ihnen auf jedenfall auch noch ein schönes Wochenende

Am 13.05.2019 schrieb Manfred Weiblen

Danke,

das hatten wir:

Ihnen einen sonnigen Start in die Woche.

Manfred vom vergleichen-und-sparen.de-Team

Am 24.05.2019 schrieb Tanja Mühlbauer

Hallo, melde mich mal wieder…. Nachdem auch diese Frist wieder mal verstrichen ist und der zuständige Sachbearbeiter auf einmal nicht mehr zu erreichen war hat die Versicherung auf einmal endlich gezahlt, ohne dass sie meinen Anwalt noch mals kontaktierten…. erst ein paar Tage später kam dann die Kostenberechnung, Tja jeder andere Bürger hätte wahrscheinlich davor schon aufgegeben und es gut sein lassen….. Zumindest ist jetzt endlich dieser Fall abgeschlossen….. Allen nochmals schöne grüße und ein schönes Wochenende und ne gute neue Woche. Lg Tanja

Am 27.05.2019 schrieb Jörg Brzemek

Hallo Tanja,

erst einmal vielen Dank für die erneute Rückmeldung! Wir freuen uns, dass Sie uns treu geblieben sind. Dass der Fall für Sie doch noch ein gutes Ende genommen hat, freut uns natürlich am meisten. Beharrlichkeit zahlt sich halt aus, zudem waren Sie ja auch vollends im Recht. Dann wollen wir mal hoffen, dass in Zukunft so etwas nicht mehr passiert und Ihnen der Stress erspart bleibt.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Fellnase einen schönen Start in die Woche!

Jörg vom Team von vergleichen-und-sparen.de

Am 04.06.2019 schrieb Tanja Mühlbauer

Danke wünsche ich ihnen auch. Lg Tanja

Am 03.06.2020 schrieb Elke Ontartio

Hallo Tanja, erlebe gerade den selben Fall wie du mit deiner Hündin. Herzlichen Glückwunsch, dass du deine Ansprüche gegen die Versicherung erfolgreich durchsetzen konntest. Wüsste gerne mehr Details zu deinem Fall.
Was habt ihr der Versicherung gemeldet: Hast du den Deckakt beobachtet oder nicht? Hat der Besitzer des Rüden seiner Versicherung gemeldet, dass sein Rüde in jedem Fall der Vater ist? Wird der DNA Test in jedem Fall nötig?
Übernahm die Versicherung auch die Kosten für den DNA Test? Würde mich über eine baldige Antwort freuen. VG Elke

Am 20.07.2019 schrieb Sarah

„Der Boxerrüde beschädigte den Zaun des Gartens und bestieg die Hündin. Die Richter gingen hier von einem Eigenverschulden des Halters der Hündin aus.“
Das ist der größte Mist den ich seit langem gehört habe. Es ist also eigenverschulden, wenn mein Hund in einem sicheren Gebiet eingeschlossen ist und ein anderer, freilaufender Hund, fernab jeden Halters daherkommt, mein Eigentum zerstört und sich dann noch an meinem Tier vergreift? Entschuldigung, aber die Schuld liegt tausendprozentig beim Rüden und seinem Halter, der es nicht für nötig hält das Tier wegzusperren. In dem Fall sollte er für alle Kosten aufkommen: Welpenaufzucht/Abtreibung und Reparatur. Wahrlich eine Unverschämtheit was heutzutage alles in die falsche Richtung läuft.

antworten
Am 22.07.2019 schrieb Jörg Brzemek

Hallo Sarah,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Auch uns geht es manchmal ähnlich wie Ihnen. Es gibt durchaus Gerichtsurteile, die uns ungläubig staunend oder kopfschüttelnd zurücklassen. Diese gibt es aber zum Glück sehr selten. Die Rechtssprechung in Deutschland bemüht sich natürlich immer um faire Urteile. Manchmal sind diese jedoch für Nicht-Juristen einfach nicht nachvollziehbar. Das Rechtsempfinden in einem selbst widerspricht dem dann vehement. Was genau die verantwortlichen Richter in dem Moment zu solch einem Urteil geführt hat, können wir leider auch nicht nachvollziehen.
Lassen Sie sich davon nicht das (hoffentlich auch bei Ihnen) schöne Wetter vermiesen!

Einen sonnigen Tag wünscht

Jörg vom vergleichen-und-sparen.de-Team

Am 27.07.2019 schrieb Ute Haverkamp

Hallo…
Ich bin nun als Rüdenbesitzerin in dieser Situation, dass er sich mit der Nachbarshündin gepaart hat. Sie ist von ihrem Grundstück auf unseres gekommen. Ich stand gerade unter der Dusche als meine Hunde Krach machten. Als ich durch die Dachluke nach dem Grund schaute, sah ich die Hündin. Da meine Hunde im Haus waren und sich schnell beruhigten, ginge ich davon aus, dass die Hündin zurückgerufen wurde. War leider nicht der Fall, mein Rüde hatte sich die Haustür selbst aufgemacht. Ich kam so gefühlte 10 bis 15 min. später runter da hangen sie schon und konnte sie natürlich nicht mehr trennen…. Ich gehe davon aus dass wir uns wohl einigen werden. Aber es interessiert mich trotzdem die Rechtslage… Lieben Gruß

antworten
Am 29.07.2019 schrieb Manfred Weiblen

Hallo Ute,

schön, dass Sie bereits von einer gütlichen Einigung ausgehen. Das Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Nachbarn scheint sehr entspannt zu sein. Gehen wir mal von dem Fall aus, dass die Hündin des Nachbarn läufig ist. Dann würde vermutlich die Schuld auf Ihren Nachbarn zurückfallen. Es ist ja nichts Neues, dass eine läufige Hündin Signale und Duftstoffe aussendet, die jeden Ründen in den Wahnsinn treiben.

Ich vermuete mal, dass es hier auf eine Fifty-Fifty-Lösung hinausläuft. Letztendlich kann ich aber keine konkrete Einschätzung abliefern, da die Gerichte hier immer wieder anders entschieden haben.

Halten Sie mich doch einfach mal auf dem Laufenden.

Ihnen einen sonnigen Wochenstart.

Manfred vom vergleichen-und-sparen.de-Team

Am 29.07.2019 schrieb Ute

Lieben Dank für Ihre Antwort… Hat sich wie erwartet geklärt. Die Besitzer kommen für die entstehenden Kosten selber auf. Einzige womit ich leider leben muss, dass ich nicht mit entscheiden kann. Ich wäre für die Spritze danach, weil beide Hunde ohne Papiere sind. Sie sind wohl gesund können aber trotzdem ungünstige Gene vererben bzgl Krankheiten, und die Hündin ist beim Zeitpunkt der Geburt ihrer Welpen 9 Jahre alt. Auch wenn sie schon Welpen hatte, letzte mal vor 3 Jahren. (von anderen Rüden) Es ist für mich ein Lotteriespiel bzgl. Gesundheit der Welpen und dem werdenden Muttertier. Meine große Hoffnung, die Hündin bleibt leer. Die Besitzer kennen meinen Standpunkt, mehr kann ich leider nicht tun. Wir werden aber deswegen keinen Nachbarschaftsstreit vom Zaun brechen. Letzte Verantwortung liegt bei dehnen…
Übrigens bzgl. fifty /fifty Lösung… Hunde können sich nur verpaaren wenn die Hündin läufig ist und dann nur während der Standhitze. Und die vierbeinge Dame wusste wann es sich lohnt auszubüchsen…
Ich wünsche Ihnen auch eine schöne Woche

Am 30.07.2019 schrieb Manfred Weiblen

Hallo Ute,

ich finde es prima, dass Sie Bauchgefühl und Menschenverstand miteinander verbinden können.

Danke für die Info und Ihnen auch alles Gute.

Manfred vom Team vergleichen-und-sparen.de

Am 22.10.2019 schrieb Daniel Hetzelt

Hallo und guten Tag.
Wir haben folgendes Problem. Als wir um August in Urlaub waren, haben wir unser 10 Monate alte Hündin in eine Tierpension gegeben. Bei dieser Pension hatten wir auch schon unsere beide anderen Hunde. Es war die Jahre davor auch immer alles in Ordnung. Einige Wochen nachdem wir wieder zurück waren aus dem Urlaub wurde sie immer dicker und ihr gesäuge wurde auch praller und größer. Wir dachten an eine Scheinschwangerschaft, denn alle Anzeichen deuteten darauf hin. Als ich dann eines Abends mit ihr auf der Couch lag und mit kuschelte bemerkte ich wildes treiben in ihrem Bauch. Wir dann nächsten Tag direkt zum Tierarzt und Tata trächtig mit mindestens 4 Welpen. Schlussendlich waren es 7. Davon war eine Totgeburt und eines das verkümmert und 2 Tage später starb.
Die Dame der Pension weist jede Schuld von sich. Wir sind verzweifelt und wissen absolut nicht wie das jetzt weiter gehen soll. Die Hündin (10 Monate) ist eine Französische Bulldogge Vater,, noch,, unbekannt.
Haben sie da vielleicht ein paar wertvolle Tips wie wir uns denn jetzt verhalten sollen.

Grüße aus Kaiserslautern.
Daniel Hetzelt

antworten
Am 23.10.2019 schrieb Jörg Brzemek

Hallo Daniel,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Das ist natürlich eine mehr als ärgerliche Situation, in die Sie da geraten sind. So etwas darf natürlich nicht passieren. Dieser Vorfall hat Ihnen vermutlich sehr viel Stress und Kosten bereitet. Die Hauptsache ist jedoch zunächst, dass es Ihrer Hündin und den verbleibenden Welpen gut geht. Dass die Pension, deren Dienste Sie ja offenbar bereits öfter in Anspruch genommen haben, so abblockt, ist für das Problem nicht gerade förderlich.
Haben Sie bitte Verständnis, dass wir keine Rechtsberatung durchführen dürfen. Einen Ratschlag können wir jedoch erteilen: Lassen Sie den Unterbringungsvertrag, den Sie mit der Tierpension geschlossen haben, am besten von einem Anwalt prüfen. Der kann schauen, wie die Tierpension solch einen Fall vertraglich geregelt hat. Dazu muss er klären, wie genau die Trächtigkeit zustande kam (war Ihre Hündig läufig, waren liebestolle Rüden in der Pension unbeaufsichtig untergebracht usw.).
Viele Pensionen haben gerade bei läufigen Hündinnen meistens verklausuliert, dass sie diese nicht aufnehmen (wohl auch aus genau dem Grund, der Ihnen jetzt Kopfzerbrechen bereitet). Oft stehen solche Dinge im Kleingedruckten und sind nicht immer sofort ersichtlich. Daher ist die professionelle Einsicht durch einen Advokaten dringend anzuraten.
Hat Ihre neue Rasselbande denn schon ein neues Zuhause gefunden? Wir würden uns über eine Rückmeldung von Ihnen sehr freuen – vor allem über eine für Sie positive, versteht sich.

Viele Grüße

Jörg vom vergleichen-und-sparen.de-Team

Am 18.01.2020 schrieb Michelle Alfter

Hallo!
Was versteht man denn genau unter: „…wenn der Halter der Hündin alles erdenkliche getan hat, um den Deckakt zu vermeiden.“?
Wenn ich mit meiner heißen Hündin spazieren gehe und wir von einem Rüden belagert werden, würde ich natürlich versuchen, meine Hündin irgendwie zu schützen. Aber je nach Rasse, die da gerade aufsteigen möchte, ist das vielleicht nicht unbedingt einfach.
Dieses Thema sorgt bei meiner Mutter und mir des öfteren für Diskussionen, da ihr intakter Rüde gerne mal beim spazieren abhaut, um heißen Hündinnen zu folgen.
Sie ärgert sich tatsächlich darüber, dass man mit den heißen Hündinnen dann nicht woanders spazieren geht und da, wo keine Leinenpflicht herrsche, wäre es nicht ihr Problem, sondern das der Halter, der Hündin.
Das artet oft in der Grundsatzdiskussion aus, warum man eine Hündin, die sowieso nie Welpen bekommen soll, nicht kastriert.

antworten
Am 20.01.2020 schrieb Manfred Weiblen

Hallo Michelle,

danke für Ihren Beitrag rund um die Diskussion mit Ihrer Mutter. In einem Punkt hat sie sicherlich Recht: Wenn ich als Halter meiner heißen Hündin diese irgendwo frei laufen lasse und ein Rüde auf sie aufmerksam wird, dann ist das sicherlich ein Problem des Halters der Hündin. Klar, jeder sieht sich irgendwo im Recht, seinen Hund oder seine Hündin frei laufen zu lassen. Oftmals ist damit aber ein bisschen Egoismus verbunden („Sollen die anderen doch aufpassen …“).

Das funktioniert aber leider nicht, denn eine Haftung in diesem Fall wäre nicht dem Halter des Rüden anzulasten. Auf der anderen Seite muss der Halters eines Rüden seinen Vierbeiner aber auch zurückrufen, wenn jemand mit einer angeleinten läufigen Hündin unterwegs ist. Zumal, wenn dieser dem entgegenkommenden Halter eines Rüden darauf aufmerksam macht.

Wie so etwas rechtlich ausgeht, ist schwer zu bewerten. Dafür sind die Szenarien einfach zu unterschiedlich.

Viele Grüße

Manfred vom VS.-vergleichen-und-sparen.de-Team

Am 28.06.2020 schrieb Anna

Hallo Michelle,
ich bin von ganzem Herzen bei Ihrer Mutter!
Ich habe einen kleinen, jungen, sexuell sehr interessierten Rüden. Dass ein Rüde einer läufigen Hündin ohne Ende nachstellt ist völlig normal. Sonst würde bei dem Hund etwas nicht stimmen. Und wer nicht will , dass die Hündin gedeckt wird , geht nicht mit mit einer läufigen Hündin spazieren an Orten wo keine Leinenplicht gilt.
Wenn Ihre Hündin sowieso keine Nachkommen haben soll, dann geht eben nur sie kastrieren zu lassen (finde ich nicht so toll), oder während der Läufigkeit Orte an denen vielen Hunde unterwegs sind zu meiden.
Ihre Mutter hat meiner Ansicht nach völlig Recht.

Am 22.05.2020 schrieb Jenny

Hallo erstmal,

Ich habe gerade auch eine etwas knifflige Situation. Ich wohne mit meiner Hündin in einer WG mit einem Rüden der unkastriert ist. Vor ein paar Wochen war meine Hündin dann läufig. Da der Rüde zu der Zeit noch knapp unter einem Jahr war, wollten diese ihn noch nicht kastrierten. Wir haben immer darauf geachtet, dass die Hunde getrennt waren. An einem Tag, waren wir dann alle nicht da und die Hunde getrennt durch 2 geschlossene Türen und beide jeweils am anderen Ende der Wohnung. Als wir wieder nach Hause sind, war der Rüde in meinem Zimmer. Er hat augenscheinlich also die Türen geöffnet. Vor 3 Wochen dann die Gewissheit: meine Hündin ist trächtig. Nun würde ich gerne wissen, wie das rechtlich aussieht und wer die Schuld für diesen Akt tragt. Aktuell sieht es nämlich nicht nach einer friedlichen Lösung innerhalb der WG aus.

Liebe Grüße

Jenny N.

antworten
Am 25.05.2020 schrieb Manfred Weiblen

Hallo Jenny,

es ist natürlich schade, dass der Haussegen in eurer WG durch diesen Streit leidet. In dieser Situation sehe ich die Schuld beim Halter des Rüden. Sicherlich, er kann auch nichts dafür, dass der Hund die Türen öffnen konnte. Das entbindet ihn aber nicht aus seiner Haftung als Hundehalter. Aus meiner Sicht ist das ein Fall für seine Hundehaftpflichtversicherung, sofern diese vorhanden ist.

Es kann aber genauso gut passieren, dass in einen Rechtsstreit vor Gericht der Fall anders verläuft. Hier ist vor allem das Augenmerk auf die Verkettung unglücklicher Umstände zu werfen. Wenn der Halter des Rüden alles unternommen hat, um die Hunde räumlich zu trennen, kann es sein, dass er nicht mehr in der Haftung steht. Insbesondere dann, wenn mit einem solchen Vorgehen des Rüden definitiv nicht zu rechnen war.

Daher kann ich dir also keine Prognose geben, was den Ausgang dieses Streites angeht.

Viele Grüße aus Bottrop

Manfred vom VS.-vergleichen-und-sparen.de-Team

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