Hunde im Auto zurückgelassen – manche Hundehalter sind unbelehrbar

Hund sitzt hinter einer Autoscheibe

Es ist absolut unverständlich, wie so mancher Hundehalter mit seinem Vierbeiner umgeht. Täglich lesen wir in den Medien, dass die Polizei Hunde aus Autos befreiten musste. Viele Autofahrer ignorieren es regelrecht, dass ein Hund im überhitzten Auto einer tödlichen Gefahr ausgesetzt ist.

In den meisten Fällen konnten Passanten oder die herbeigerufene Polizei die betroffenen Hunde aus ihrem Gefängnis befreien. Für manchen Hund kam aber jede Hilfe zu spät – so mancher Vierbeiner erlitt durch die angestaute Hitze im Auto den Tod. Wut kommt bei vielen Rettern vor allen dadurch auf, dass sich so mancher Hundehalter eher über die eingeschlagene Scheibe am Auto ärgert, statt sich über die Rettung des eigenen Hundes zu freuen.

Wasser und geöffnetes Fenster schaffen keine Abhilfe

Ein Schälchen Wasser auf dem Fahrzeugboden und ein geöffnetes Fenster – was soll da schon groß passieren? Schließlich bekommt der Hund doch ausreichend Luft und Flüssigkeit. Hier liegt der absolut naive Irrtum mancher Hundehalter. Das Wasser im Fahrzeuginnenraum verschafft keine Kühlung und wärmt sich innerhalb weniger Minuten ebenfalls auf. Durch ein Fenster, das nur einen Spalt geöffnet ist, dringt keine kühle Luft in den Innenraum ein. Es sind also schon irre Maßnahmen, die da so mancher vermeintliche Hundefreund betreibt: Sie bringen ihre Hund wissentlich in Gefahr und versuchen, die möglichen Folgen ein wenig abzumildern. Es bringt überhaupt nichts.

Ist das Zurücklassen des Hundes bei sommerlicher Hitze strafbar?

Das Tierschutzgesetz gesagt: Derjenige macht sich strafbar, der ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder ihm Leiden zufügt. Daher kommt eine Bestrafung nach dem Tierschutzgesetz in Betracht, wenn ein Hund im Auto zurückbleibt und wegen der Hitze Qualen erleidet oder sogar daran verstirbt. Es droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder auch eine Geldstrafe. Darüber hinaus können Gerichte oder Behörden ein Hundehaltungsverbot aussprechen. Zwar geschieht das Zurücklassen des Hundes nicht aus Boshaftigkeit, sondern einfach aus Gedankenlosigkeit der betreffenden Hundehalter. Kommt es zu einer Rettungsaktion, zum Beispiel durch Polizei oder Feuerwehr, können dem Hundehalter diese Kosten zusätzlich auferlegt werden. Wird die Scheibe des Fahrzeuges dabei eingeschlagen, kann der Fahrzeughalter keine Schadensersatzansprüche stellen.

Woran erkennen Sie, dass ein Hund sich bereits in Lebensgefahr befindet?

Wenn Sie sich unsicher sind: Ein Blick durch die Scheibe des Autos reicht schon aus, um die Gefahr für den Hund zu erkennen. Eine Vielzahl von Symptomen kündigt sich bei einem Hitzschlag an. Darauf müssen Sie achten:

• Starkes Hecheln und flache Atmung
• Unruhe, der Hund sucht Schatten unter den Sitzen
• Tiefrote Zunge und glasiger Blick
• Sichtbarer Erschöpfungszustand
• Krämpfe
• Bewusstseinsstörungen
• Gleichgewichtsstörungen
• Bewusstlosigkeit

Bei diesen Symptomen besteht akute Lebensgefahr für den Hund!

Dürfen Sie selber eingreifen, wenn ein Hund im Auto unter der Hitze leidet?

Übrigens: Ist aus Ihrer Sicht die Lage des Hundes so dramatisch, dass ein sofortiges Eingreifen notwendig ist, müssen Sie nicht auf die Polizei warten. Sie können selber die Scheibe einschlagen – am besten dort, wo der Schaden so gering wie möglich ausfällt. Es sollte nicht gerade die Windschutzscheibe oder die Heckscheibe sein. Alarmieren Sie in diesem Fall immer die Polizei, die die Anzeige aufnehmen kann und Sie letztendlich von der Sachbeschädigung entlastet. Ziehen Sie auch Passanten hinzu, die die Situation mitbekommen haben und lassen Sie sich die Adressen notieren. Das entlastet Sie zusätzlich. Juristisch handelt es sich um eine Sachbeschädigung, die durch einen Notstand aber gerechtfertigt wird. Da die meisten Menschen heutzutage ohnehin ein Handy dabei haben, sollten Sie die Situation damit fotografieren oder filmen.

Selbstversuch zweier Tierärzte im überhitzten Auto

Im Jahr 2014 haben zwei Tierärzte den Versuch gemacht: Wie entwickelt sich der Gesundheitszustand im überhitzten Auto? Bei Außentemperauren von 24 Grad hat sich einer der Tierärzte mit einer Jacke und Weste in das Auto gesetzt. Die Bekleidung sollte das Fell des Hundes simulieren. Bereits nach einer halben Stunde lag die Innenraumtemperatur bei 49 Grad. Nach Abbruch des Experimentes gab der Tierarzt zu, die Situation selber unterschätzt zu haben. Er sei gesund und sportlich, dennoch ging es ihm deutlich elend. Hunden geht es in einer solchen Situation noch viel dreckiger. Sie könnten innerhalb dieser Zeit bereits verstorben sein.

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