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Hund und Jogger - So nehmen Sie gegenseitig Rücksicht

Jogger im Park

Kennen Sie das auch: Wie aus dem Nichts kommt plötzlich ein Jogger um die Ecke und erwartet von Ihnen, dass Sie Ihren Hund zurückpfeifen? Solche Zusammentreffen gibt es leider immer wieder. Doch seien wir einmal ehrlich – Auch unter Hundehaltern gibt es schwarze Schafe, die meinen, der Park würde ihnen allein gehören. Wir verraten Ihnen daher, wie sich Hundehalter und Jogger verhalten sollten.

Alles wird im Frühling grün, nur Hund und Jogger sind es sich oft nicht

Der Frühling bricht an, trübes Grau weicht immer mehr sonnenverwöhnten Tagen. Da zieht es Mensch und Tier gleichermaßen länger an die frische Luft.

Endlich können Sie wieder eine ausgedehnte Gassirunde gehen, ohne dabei Erkältungen oder eiskalte Hände und Füße fürchten zu müssen.

Auch der geneigte Sportsfreund will nun wieder ordentlich Strecke machen und dabei die Sonne genießen. Da heißt es umziehen, Laufschuhe an und ab geht´s nach draußen.

Was nun folgt, ist ein zwangsläufiges Aufeinandertreffen, welches beide Seiten auf die Nerven gehen kann. So manchem Jogger dürfte das flaue Gefühl im Magen bekannt sein, wenn plötzlich aus einem Gebüsch oder von der nahen Wiese im Park ein Hund schnurstracks angerannt kommt.

Auch Hundehalter sind verständlicherweise genervt, wenn Sie zum gefühlt einhundertsten Mal ihren Hund zu sich rufen müssen, weil sich wieder einmal ein Jogger nähert.

Zum Glück sind die meisten Menschen besonnen und nehmen ausreichend Rücksicht auf ihre Umwelt. Leider finden sich dennoch immer wieder in beiden Lagern schwarze Schafe. Aber zum Glück ist das nicht die Regel. Denn wer sich an bestimmte Grundregeln hält, kann es sich und anderen doch so einfach machen.

Gewöhnen Sie Ihren Hund an die Jogger

Hundefreunde wissen es bereits: Unsere Vierbeiner handeln größtenteils instinktgesteuert. Daher ist es hier besonders wichtig, dass Ihr Liebling gut erzogen ist und auf Kommando hört.

Besteht keine Leinenpflicht, so lautet das oberste Gebot: Ihr Hund sollte gelernt haben, rennenden oder joggenden Menschen nicht nachzustellen. Besonders Fremde wollen in der Regel nicht spielen oder Beute sein. Ein Belohnungssystem in Form von viel Lob und vor allem Leckerlis lässt jeden Hund so einiges lernen.

Ansonsten sollten Sie bitte immer die Leinenpflicht beachten. Passiert dann doch einmal etwas, haben Sie als Hundehalter am Ende nämlich wegen der Nichteinhaltung das Nachsehen.

Bei Fuß und Belohnung

Kommt Ihnen bei der Gassirunde ein Jogger entgegen, rufen Sie Ihren Hund zu sich und belohnen ihn mit bestärkenden Worten und einem Leckerli. Das schmeckt gut und lässt den Vierbeiner lernen, dass Gehorchen etwas Gutes nach sich zieht. So erreichen Sie in der Regel, dass Ihre Fellnase irgendwann auch ohne Zuruf kommt, wenn sich jemand laufend nähert.

Leinentraining

Sollte Ihr Hund noch nicht so richtig auf Kommandos hören, kann eine lange Leine oder eine Schleppleine helfen.

Reagiert Ihr Vierbeiner auf kein Rufen, können Sie ihn mit der Leine zumindest daran hindern, weiter zum Jogger zu rennen. Dennoch sollten Sie Ihrem Hund schnellstmöglich Gehorsam beibringen. Denn als Hundehalter haben Sie laut Gesetz eine Verantwortung, dazu später mehr.

Tipps für Jogger im Umgang mit fremden Hunden

Joggerin mit Hund im Park

Jeder Jogger hat sicherlich schon Erfahrungen mit Hunden gemacht. Da spielt es keine Rolle, ob man im Park oder an der Straße unterwegs ist. Überall gilt daher: Vorausschauen, Rücksicht nehmen und Nachsicht üben!

Verhalten Sie sich falsch, kann der Hund ganz schnell von Spieltrieb auf Jagdtrieb umschalten! Folgende Verhaltensregeln für Sie als Jogger sollten Sie daher berücksichtigen:

  1. Möglichst keinen Augenkontakt mit dem Hund

    Kommt Ihnen als Jogger ein Hund entgegengestürmt, versuchen Sie so gut es geht, ihn zu ignorieren. Ganz wichtig ist, dass Sie Augenkontakt vermeiden. Einen direkten Augenkontakt empfindet der Hund nämlich überwiegend als bedrohliche Geste. Oft bewirkt das dann erst einen Angriff durch das Tier.
  2. Bleiben Sie stehen!

    Bemerken Sie einen anstürmenden Hund, drosseln Sie Ihr Tempo und bleiben Sie anschließend ruhig stehen. Erhöhen Sie dagegen die Laufgeschwindigkeit, bringt das im Hund mit aller Wahrscheinlichkeit nur den Jagdtrieb zum Vorschein und er nimmt die Verfolgung auf. Und glauben Sie mir, ein Hund kann wesentlich schneller rennen als ein Mensch!
  3. Ruhe bewahren

    Wenn Sie ruhig dastehen und dem Hund Nichtbeachtung signalisieren, so sollte der Vierbeiner in der Regel das Interesse an Ihnen verlieren. Schließlich wollen Sie ja nicht mit ihm spielen. Ganz wichtig ist, dass Sie nicht wild mit den Armen fuchteln oder gestikulieren. Das könnte die Situation eskalieren lassen.

Wie es das Gesetz mit Joggern und Hunden sieht

Richterhammer

Treffen freilaufende Hunde und Jogger zusammen, kann das rechtliche Konsequenzen haben. Und zwar meistens für den Hundebesitzer. Daher sollten Sie sich für Ihren Liebling eine Hundehaftpflicht zulegen. Diese schützt den Tierhalter vor eventuellen Schadenersatzforderungen, falls die Fellnase doch mal ungeschickt war.

Stellen Sie sich folgende Situation vor:

Im nahegelegenen Park herrscht keine Leinenpflicht, daher spielt Ihr Vierbeiner vergnügt auf einer Wiese. Er rennt unachtsam über einen Weg, auf dem sich viele Jogger und Radler befinden. Wegen Ihres Hundes kracht ein Jogger bei einem Ausweichmanöver in einen Radfahrer. Beide stürzen und ziehen sich Verletzungen zu. Jetzt sind Sie als Hundehalter derjenige, den man dafür in die Haftung nimmt.

Vergewissern Sie sich dazu immer genau, ob Leinenpflicht besteht. Es ist nämlich umso schlimmer, wenn Ihr Hund trotz der Leinenpflicht nicht angeleint jemanden zu Fall bringt (oder Ähnliches). Dabei ist es tatsächlich vom Gesetz her egal, ob Ihr Hund mit jemandem zusammengestoßen ist oder sich jemand nur erschreckt hat und dadurch gestürzt ist.

Im Grunde ist das natürlich aus der Sicht der meisten Hundebesitzer absolut unfair, aber so steht es nun mal im Gesetz. Daher sollten Sie immer peinlich genau auf Ihren Hund achten, denn meist ziehen Sie als Hundehalter den Kürzeren.

Gut zu wissen: Radwege unterliegen übrigens einem besonderen Schutz. Hunde haben hier ohne Leine überhaupt nichts zu suchen.

Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz

Ende 2018 fällte das Oberlandesgericht Koblenz ein Urteil in einem sehr umstrittenen Fall. Ein Jogger war mit seinem angeleinten Hund im Wald unterwegs, als plötzlich ein nicht angeleinter Hund auf die beiden zugerannt kam.

Der Jogger forderte die beiden Halter auf, das Tier zurückzurufen. Der Hund hörte jedoch nicht auf die Rufe. Also entschied sich der Jogger, das Tier mit einem Ast abzuwehren. Dadurch stolperte er und zog sich einen Bänderriss zu.

Es kam anschließend zu einem Gerichtsverfahren. Hier entschied das Oberlandesgericht Koblenz, dass der verletzte Jogger in vollem Umfang Schadenersatz von dem anderen Hundehalter bekommen solle. Die geltende Gefahrenabwehrverordnung des Bundeslandes Rheinland-Pfalz besagt nämlich, dass Hunde sofort angeleint werden müssen, wenn sich ihnen andere Personen nähern.

Hund und Jogger in friedlichem Zusammenleben - Das ist möglich!

Sicherlich ist es nicht immer möglich, ein Zusammentreffen der beiden Gruppen zu verhindern. Aber seien wir mal ehrlich: Ein bisschen Rücksicht hat noch niemanden geschadet und gegenseitiges Miteinander erleichtert allen das Leben. Pochen Sie nicht vehement auf Ihr gutes Recht, wenn dadurch eine Eskalation vermieden werden kann.

Das gilt gleichermaßen für Jogger sowie Hundehalter. Hier hilft oft der altbewährte Spruch: Der Klügere gibt nach.

Kommentare

Am 01.03.2019 schrieb Danila

Danke für diesen tollen Blog. Macht weiter so.

antworten
Am 01.03.2019 schrieb Jörg Brzemek

Hallo Danila,
vielen Dank für das Lob.

Liebe Grüße

Das Redaktionsteam von vergleichen-und-sparen.de

Am 04.04.2020 schrieb Loesen Tomas

Die Sache mit Joggern/Läufern und Hunden sowie deren Haltern lässt sich doch an drei einfachen Punkten festmachen:
1. Der in einem öffentlich für alle zugänglichen Wald muss weder sein Lauftempo reduzieren, noch stehenbleiben, wenn auf ihn ein freilaufender Hund zustürmt und im Begriff ist, den Läufer zu attackieren. Allein dieser Gedanke ist abwegig, genauso wie dass ein Fußgänger auf Bürgersteigen auf Autos Acht geben müsse, nur weil das Fahrzeug den Fußweg kreuzt, um eine Parkfläche zu erreichen.
2. Einzig allein der Hundehalter ist für sein Tier verantwortlich und hat dafür Sorge zu tragen, dass sein Tier keine Menschen gefährdet, ob als Fußgänger, Läufer oder auf Parkbänken ruhend gefährden.
3. Parks, Wälder und Wohngebiete sind ein für alle öffentlich zugänglicher Raum und nicht Hundebesitzern vorbehalten.

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

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