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Hund ist allergisch gegen Pollen - Maßnahmen, die helfen

Nießender Hund

Sie glauben, Ihr Hund ist allergisch gegen Pollen? Wenn er sich jetzt im Frühling vermehrt nach dem Gassigang kratzt, könnten Sie Recht haben. Aber was sind genau die Symptome? Und welche Maßnahmen kann man ergreifen, dass es dem Vierbeiner schnell wieder besser geht?

Viele Zweibeiner können wegen fliegender Gräser und Pollen den Frühling und Sommer gar nicht richtig genießen. Was viele nicht wissen, auch manche Hunde reagieren auf Pollen allergisch. Der Heuschnupfen beim Hund wird meist nur nicht so schnell erkannt und mit den durch die Luft fliegenden Gräsern in Verbindung gebracht.

Hund ist allergisch: Schuld sind veränderte Lebensumstände

Allergien bei Hunden bleiben meist lange unentdeckt - wahrscheinlich weil wir gar nicht daran denken, dass auch unsere Haustiere gegen Pollen allergisch sein könnten. Doch dabei entwickeln sie immer häufiger Unverträglichkeiten - in den letzten Jahrzehnten haben Allergien nicht nur bei uns Zweibeinern, sondern auch bei unseren Vierbeinern deutlich zugenommen. Schuld daran sind die veränderten Lebensumstände der modernen Welt. Mit der auch eine veränderte Tierhaltung einhergeht. So waren unsere Fellnasen früher mehr Hof- als Haushunde und kamen damals mit ganz anderen Keimen in Berührung als jetzt, wo sie nur zum täglichen Gassigang nach draußen kommen. Man nimmt an, dass ihr Immunsystem aufgrund der heute insgesamt sehr guten hygienischen Bedingungen gewissermaßen „arbeitslos“ geworden ist und so leichter zu Überreaktionen auf normalerweise nicht krankmachende Reize neigt.

Hund ist allergisch: die Symptome

Hund schnuppert an einer Blume

Sie fragen sich nun sicher, woran Sie erkennen, dass Ihre Fellnase allergisch auf Pollen reagiert? Die Allergie zeigt sich vor allem auf der Haut Ihres Hundes. Wenn sich Ihr Vierbeiner nach Spaziergängen vermehrt anfängt zu kratzen, oder sich die Haut an Gesicht, Bauch und Pfoten aufscheuert, sollten Sie aufmerksam werden. Allergien bei Hunden äußern sich fast ausnahmslos durch Juckreiz und damit einhergehenden Hautausschlägen. Die Symptome der Allergie verschlimmern sich normalerweise im Frühjahr, was ein deutliches Zeichen ist, dass der Hund auf Pollen reagiert. Ein Teufelskreis, denn das permanente Kratzen und Beißen am eigenen Körper nur um den Juckreiz abzumildern, kann die Haut röten und reizen und kahle Stellen im Fell hinterlassen.

Gerötete Augen und eine Schniefnase kommen zwar auch bei Hunden vor, aber das ist eher selten. Noch seltener sind Atemprobleme. Wenn sie aber auftreten, sind sie sehr ernst zu nehmen. Denn durch das Ausschütten von Histaminen infolge einer allergischen Immunreaktion schwellen die Atemwegsschleimhäute des Hundes an, was zu pfeifenden Atemgeräuschen oder, im schlimmsten Fall, zu Atemnot führen kann. Dann müssen Sie umgehend handeln, denn durch Zuschwellen der Atemwege besteht akute Erstickungsgefahr für Ihren Hund.

Icon Glühbirne

Einige Hunde erkranken gerade im Frühjahr an einer Bindehautentzündung. Wenn auch zeitgleich oder bereits zuvor eine allergische Hautirritation vorliegt, sollte immer daran gedacht werden, dass diese Bindehautentzündung eine Folge der Pollenallergie sein kann.

Hund ist allergisch auf Pollen - Was Sie tun können

Man könnte empfehlen, dass Sie Ihre Fellnase während der Heuschnupfensaison möglichst viel drinnen behalten und Spaziergänge auf ein Minimum reduzieren. Aber mal ehrlich, dem Praxistest hält das nicht stand. Folgende Maßnahmen können aber tatsächlich helfen und das Leid Ihres Vierbeiners verkleinern:

  • Fell kurz halten: Bei Hunden, die häufig durch Gras laufen, setzen sich die Pollen direkt am Fell fest. Bei langhaarigen Hunderassen, empfehlen wir deshalb das Fell kurz zu halten, so dass sich weniger Pollen darin festsetzen können.
  • Kalte Dusche: Außerdem empfiehlt es sich, den Vierbeiner nach jedem Spaziergang kalt abzuduschen, um Pfoten und Bauch zu reinigen.
  • Shampoo: Bei besonders empfindlichen Hunden verschafft das 1-2 Mal wöchentliche Waschen mit einem antiallergenen Shampoo schon eine Linderung der Symptome.
  • Meiden Sie hochgewachsene, blühende Wiesen.
  • Rasen kurz halten: Wenn Sie einen Garten haben, halten Sie den Rasen kurz. Beim Rasenmähen sollten Sie die Fellnase nicht in den Garten lassen, denn da fliegt eine Menge mehr an Pollen durch die Gegend.
  • Augen mit Wasser spülen: Gerötete Hundeaugen können Sie, nach Absprache mit dem Tierarzt, mit lauwarmem Wasser ausspülen. Verwenden Sie keinen Kamillentee, er trocknet die Hundehaut aus.
  • Schlafkissen waschen: Pollen setzen sich gern in den Stofffasern des Hundebettes fest. 1 x die Woche heiß Durchwaschen macht durchaus Sinn, um etwaige darin festgesetzte Pollen zu entfernen.
  • Abwaschbare Spielzeuge: Damit sich im Spielzeug keine Pollen festsetzen, lassen Sie Stofftiere und Tennisbälle lieber daheim, und nehmen Sie stattdessen besser Gummibälle oder Kau- und Wurfspielzeuge aus Kunststoff mit nach draußen.

Wenn diese Maßnahmen alle nichts bringen, müssen Sie wohl härtere Geschütze auffahren. Ein Allergietest beim Tierarzt kann Aufschluss darüber geben, auf welche Gräser und Pollen genau Ihr Hund allergisch reagiert. Der sogenannte Prick-Test ist allerdings mit zwischen 150 und 250 Euro kein Schnäppchen.

Hund ist allergisch - Allergie-Therapie schafft Abhilfe

Hat der Tierarzt herausgefunden, welche Pollen eine Reaktion bei Ihrem Hund auslösen, ist eine Allergietherapie, eine Kombinationstherapie aus Vermeidung, Desensibilisierung und Medikamenten, die den Juckreiz lindern, der nächste Schritt. Aber: eine Allergie ist normalerweise nicht heilbar. Sie kann nur so weit therapiert werden, dass Ihr Hund relativ beschwerdefrei leben kann.

Die ganze Behandlung ist relativ langwierig, da die Desensibilisierung einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Denn bei dieser Behandlungsmethode werden dem Tier in gewissen Abständen kleinste Mengen des Allergens unter die Haut gespritzt und diese Dosis bis zu einer bestimmten Höchstmenge gesteigert. Ist diese Höchstmenge erreicht, wird sie beibehalten, aber in größeren Zeitabständen injiziert. Diese Behandlung wird von Hunden sehr gut vertragen, muss allerdings über mehrere Monate, oft sogar Jahre bis hin zu lebenslang durchgeführt werden.

Hund ist allergisch - manche Rassen sind gefährdeter

Da Allergien meist erblich bedingt sind, sie werden wie beim Menschen von den Eltern an die Kinder weitergegeben, gibt es Hunderassen, die eine größere Veranlagung zu Allergien haben als andere. Labrador, französische Bulldogge, Boxer und Golden Retriever sowie verschiedenen Terrierarten reagieren besonders oft allergisch. Bei diesen Hunderassen lohnt es sich daher schon im Welpenalter eine Hundekrankenversicherung abzuschließen. Da Allergien beim Hund gewöhnlich erst nach dem ersten Lebensjahr auftreten, hat man dann jemanden, der die nicht gerade niedrigen Therapiekosten übernimmt.