Botulismus – die tödliche Gefahr für den Hund

Hund trinkt aus Pfütze

Botulismus beim Hund, was verbirgt sich hinter diesem Fachbegriff? Viele kennen diese Erkrankung bereits unter den Namen Futtervergiftung oder Lebensmittelvergiftung. Heimtückisch daran ist jedoch, dass es nicht Lebensmittel sein müssen, die unseren Hund vergiften können.

Die Botulismusgefahr lauert, besonders in den heißen Sommermonaten, in Pfützen und Gewässern. Das kann für Ihren Hund lebensbedrohlich werden! Wir haben uns das Thema für Sie einmal näher angeschaut.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass unser Blog nicht den Tierarzt ersetzt! Wenden Sie sich im Zweifelsfall bitte immer an den Veterinär Ihrer Wahl.

Hund beim Tierarzt

Was genau ist Botulismus?

 

Botulismus bezeichnet eine Vergiftung mit einem Nervengift, das vom Bakterium namens Clostridium botulinum gebildet wird. Der Name leitet sich aus dem Lateinischen ab: Clostridien sind die Bakterien selbst und Botulus heißt übersetzt schlichtweg Wurst.

Der Grund für die Namensgebung ist, dass sich die Bakterien in der Regel in schlecht konserviertem (verrottendem) Fleisch oder Wurst vermehren und daher auch heute noch zu Lebensmittelvergiftungen bei Mensch und Tier führen.

Das weltweit vorkommende Bakterium kann nicht nur für Pferde, Rinder, Wasservögel und Menschen gefährlich sein, sondern auch für den Hund. Es verursacht eine Lähmung der Muskulatur und kann tödlich enden.

Wie erkrankt der Hund an Botulismus?

 

Die Hauptinfektionsquelle für den Hund (aber auch für andere Tiere) sind verunreinigte Gewässer, mit denen er in Kontakt kommt oder aus denen er trinkt. Natürlich ist nicht jedes Gewässer eine direkte Gefahr für den Vierbeiner. Doch kann es passieren, dass gerade im Sommer durch Tierkadaver – beispielsweise von Vögeln – das Bakterium in seichte Gewässer wie Teiche, Tümpel und Pfützen gelangt.

Hier finden die Bakterien ideale Bedingungen vor, um sich zu vermehren. Wärme und eine sauerstoffarme Umgebung lassen die Bakterien bei der Vermehrung Sporen bilden. Diese wiederum setzen durch ihren Stoffwechsel das giftige Botulinumtoxin in ihre Umgebung ab.

Symptome einer Vergiftung mit Botulinumtoxin

 

Bakterium Clostridium BotulinumHat Ihr Vierbeiner sich mit Botulinumtoxin vergiftet, zeigen sich unterschiedliche Symptome – meist aber erst einige Stunden (manchmal erst Tage) später. Typisch sind zunächst Lähmungserscheinungen.

Meist beginnt die Lähmung in der hinteren Körperhälfte und wandert langsam bis zur vorderen Körperhälfte durch. Achten Sie auf Anzeichen wie:

  • unkoordinierte Bewegungen,
  • starkes Speicheln,
  • Lähmung der Zunge,
  • flache Atmung und
  • Probleme bei der Nahrungsaufnahme bis hin zum Erbrechen.

Die Menge des aufgenommenen Gifts bestimmt die Schwere des Krankheitsverlaufes und die Prognose. Schnelles Handeln ist aber immer immens wichtig, da im schwerwiegenden Ernstfall der Tod droht. Bereits beim ersten Verdacht, dass der Vierbeiner kontaminiertes Wasser zu sich genommen haben könnte, sollten Sie sehr schnell handeln.

Gut ist es, wenn sich der Hund schon von selbst erbricht, so entledigt er sich schon zum Teil der gefährlichen Bakterien und deren Gift. Lassen Sie jetzt alles stehen und liegen und bringen Sie die Fellnase sofort zu einem Tierarzt oder in eine Tierklinik!

Schnelles Erkennen und anschließendes Handeln kann tatsächlich über Leben oder Tod entscheiden. Erkennen Sie Anzeichen der Vergiftung zu spät, gibt es leider oft keine Rettung mehr für den Hund. Die Lähmung der Atemmuskulatur ist der finale Schritt der Vergiftung, das Ergebnis ist ein qualvoller Erstickungstod.

Diagnose und Therapie von Botulismus

 

Wenn Sie die oben genannten Symptome bei Ihrem Hund bemerken, sollten Sie ihn schnellstmöglich zu einem Tierarzt bringen. Dieser untersucht dann den Vierbeiner mittels eines Toxinnachweises. Blut, Mageninhalt und andere Körperflüssigkeiten werden entnommen und Organe geprüft.

Eine spezielle Therapie bei Botulismus gibt es leider bisher nicht. Der Tierarzt geht in der Regel ein Notfallprogramm durch.

  1. Kreislauf und Atmung werden stabilisiert.
  2. Mageninhalt wird ausgeleert (Magenspülung).
  3. Aktivkohle wird verabreicht.
  4. Wenn der Hund nicht allergisch dagegen ist, wird ein Gegengift verabreicht (gewonnen aus Pferdeserum). Das testet der Tierarzt im Vorfeld mit einer kleinen Dosis Antitoxin.

Vorbeugen kann das Hundeleben retten

 

Die wohl beste Maßnahme gegen eine mögliche Vergiftung durch die gefährlichen Clostridien ist Erziehung. Ihr Hund sollte so früh wie möglich lernen, dass er nicht aus Pfützen trinken oder Dinge draußen nicht einfach so fressen darf. Auch hierfür haben wir für Sie bereits einige Tipps auf Lager: Anti-Giftköder-Training

Wenn Sie Ihrem Hund diese Verhaltensregeln beibringen konnten, müssen Sie im Hochsommer stehende Gewässer nur noch bedingt weitläufig meiden. So wird der Gassigang entspannter für Herrchen oder Frauchen.

Hund liegt auf dem Boden

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