eKomi-Siegel
4.8 / 5

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. Blog
  3. Haustür abschließen?
 

Haustür im Mehrfamilienhaus abschließen oder nicht? Was sagt dazu die Hausratversicherung?

Wohnsiedlung

Eine Entscheidung des Landgerichtes Frankfurt aus dem Jahr 2015 wird von vielen Bewohnern von Mehrfamilienhäusern nur sehr zögerlich umgesetzt und auch von Hausverwaltungen teilweise noch nicht richtig wahrgenommen. In Mehrfamilienhäusern dürfen die Haustüren nicht mehr abgeschlossen werden.

Grund dafür ist, dass die Hauseingangstür bei einem Brand ein wichtiger Fluchtweg ist. In vielen Fällen vergessen Betroffene, die vor einem Brand flüchten, den Haustürschlüssel mitzunehmen und gelangen vor der verschlossenen Tür in eine tödliche Falle. Die Landgerichte Köln und Trier haben in der Vergangenheit ähnlich entschieden.

Brandschutz oder Einbruchschutz - was hat Priorität?

Menschenleben zählen mehr als Sachwerte. Darum steht der Brandschutz auch ganz klar im Vordergrund. Kommt es in einem Mehrfamilienhaus zu einem Brand, werden die Bewohner naturgemäß den Treppenraum, sofern er nicht bereits verraucht ist, als Fluchtweg nutzen. Ist die Eingangstür des Hauses verschlossen, kommt es zur Panik. Die Betroffenen versuchen wieder in ihre Wohnung zu gelangen, um den Schlüssel zu suchen. Dabei geraten sie unter Umständen in den Brandbereich oder die Bereiche, in denen sich nun der Rauch ausbreitet. Eine tödliche Falle. Daher dürfen nachts die Hauseingangstüren nicht abgeschlossen werden. Grundsätzlich gilt: Bei einem Brand wird Angst freigesetzt. Dadurch handelt der Mensch nicht mehr rational. Er nutzt den baulichen Fluchtweg durch das Treppenhaus, selbst wenn die eigene Wohnung, sofern diese nicht selber brennt, unter Umständen sicherer ist.

Schutz bei Einbruch bei nicht verschlossener Hauseingangstür

Klar, eine nicht verschlossene Hauseingangstür bietet weniger Schutz, als wenn sie abgeschlossen ist. Dennoch ist diese auch nicht so ohne weiteres zu knacken. Viele Haustüren verfügen mittlerweile über Schließzylinder, die bündig eingelassen sind. Das Schloss ziehen geht also nicht. Mit dem üblichen Einbruchwerkzeug, dass die Täter auf der Suche nach schneller Beute dabei haben, den Schraubenzieher, lässt sich auch nicht jede Tür aufstemmen. Wichtig ist für die Hausbewohner, dass die Wohnungstüren bei Nacht oder bei Abwesenheit verschlossen sind. Das bedeutet, dass die Tür bis zum Anschlag umgeschlossen wird. Das gleiche gilt auch für Kellerräume. Hier müssen vernünftige Schlösser angebracht werden, damit auch alte Kellertüren zumindest dem Versuch des Einbruches standhalten. Es ist auch sinnvoll, im Hausflur Bewegungsmelder anzubringen, die nachts aufleuchten. Allein dadurch können Täter schon in die Flucht geschlagen werden, sollten sie wirklich die Haustür aufgebrochen haben.

Besteht bei einem Einbruch noch Schutz durch die Hausratversicherung?

Ganz klar ja: Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft betont, dass in den Bedingungen zur Hausratversicherung nicht die Rede davon ist, dass vor der verschlossenen Wohnungstür noch eine weitere verschlossene Tür sein muss. Das betrifft die Hauseingangstür. Somit besteht also Versicherungsschutz, falls doch mal ein Einbrecher in die Wohnung gelangen kann und diese dennoch verschlossen war.

Problematisch wird allerdings in Altbauten, in denen die Wohnungstüren teilweise noch Glaseinsätze haben oder die Tür nur wenig Widerstand bei einem Einbruchsversuch bietet. Hier stehen letztendlich auch die Vermieter und Hauseigentümer in der Pflicht, ihre Mieter besser zu schützen. Nebenbei: Wird tatsächlich bei einem Einbruch die Hauseingangstür beschädigt, so kommt dafür die Gebäudeversicherung auf. Mieter indes können sich auf der sicheren Seite wägen: Ihr Schaden wird bei einem Einbruch über die Hausratversicherung abgedeckt, sofern diese natürlich auch vorhanden ist. Darauf verzichten immer noch sehr viele Haushalte, ohne sich tatsächlich über die finanziellen Folgen Gedanken zu machen.